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Macias bis Mack (Bd. 6, Sp. 21 bis 22)
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Artikelverweis Macias, genannt der »Verliebte«, galicischer Troubadour, berühmt durch sein tragisches Ende, lebte zu Anfang des 15. oder wahrscheinlicher in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh., noch unter Peter dem Grausamen, und starb 1434. Die Sage erzählt, er habe sich als Schildträger des Enrique de Villena in eine junge Dame vom Hofe dieses Granden verliebt. Obwohl sie ihm geneigt war, wurde sie dennoch vom Marquis gezwungen, einem Edelmann aus Porcuna die Hand zu reichen. Da M. nichtsdestoweniger die Dame in seinen Gedichten weiter verherrlichte, beklagte sich der Gatte bei dem Feudalherrn, der den Dichter ins Gefängnis werfen ließ, und als M. auch hier noch fortfuhr, von seiner Liebe zu singen, tötete jener ihn eines Tages durch das Gitter des Gefängnisses von Arjonilla durch einen Lanzenstich. Viele zeitgenössische und spätere Dichter befangen M.' unglückliches Geschick in Liedern, Dramen und Romanen (s. Meyers Larra), ja sein Name ist noch heute sprichwörtlich für einen »Treuverliebten«. In Deutschland widmete Uhland ihm eine Ballade (»Sängerliebe«, Nr. 4). Von seinen Gedichten, die im galicischen Dialekt abgefaßt waren, sind nur wenige im »Cancionero de Baena« (Madr. 1851; Leipz. 1860, 2 Bde.) und in andern Liederbüchern auf uns gekommen. Eins derselben hat Bellermann verdeutscht in: »Die alten Liederbücher der Portugiesen« (Berl. 1840). Kritisch herausgegeben wurden sie neuerdings von H. A. Rennert in »M. o Namorado, a galician Trobador« (Philad. 1900). Vgl. auch Henry R. Lang, Cancioneiro Gallego-Castelhano (New York 1902).
 
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Maciejowice (spr. mazjejowïze), Ort im russisch-poln. Gouv. Sjedlez, unfern der Weichsel, mit 1500 Einw. Hier 10. Okt. 1794 entscheidender Sieg der dreifach überlegenen Russen über die Polen unter Kosciuszko.
 
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Maciejowski, 1) Waclaw Alexander, poln. Geschichtsforscher, geb. 1793 in Kalwarya, gest. 10. Febr. 1883 in Warschau, studierte in Warschau, dann in Berlin und Göttingen und wurde 1819 Professor

[Bd. 6, Sp. 22]


der Rechte an der Warschauer Universität. Seine Hauptwerke (in polnischer Sprache) sind: »Geschichte der slawischen Gesetzgebungen« (183238, 4 Bde.; 2. Ausg. 185665, 6 Bde.; deutsch, Stuttg. 1835 bis 1839, 4 Bde.); »Geschichte der polnischen Literatur« (bis zum 16. Jahrh., 185152, 3 Bde.) und »Geschichte des Bauernaufstandes in Polen« (1874).
   2) Ignaz, poln. Schriftsteller (Pseudonym Sewer), geb. 28. Juli 1839 in Kobierniki, gest. 22. Sept. 1901 in Krakau, beteiligte sich als Landwirt an der politischen Bewegung, kam als Staatsgefangener nach Österreich und lebte dann jahrelang in England, dessen Volksleben er unter anderm in den »Englischen Skizzen« (Lemb. 1875 u. ö.) schilderte. Von seinen spätern Werken sind zu nennen: die Romane »Der Naphthaherr« (1894, 3 Bde.) und »Über die Kraft« (1896, 3 Bde.) sowie das Bauerndrama »Marzin Lübe«. Eine Auswahl erscheint in Warschau (1903, Bd. 14).
 
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Macĭes (lat.), Magerkeit, Abzehrung.
 
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Macigno (spr. -tschinjo), ital. Bezeichnung für Meyers Flysch (s. d.).
 
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Măcin (Matschin), Stadt und Festung in der rumän. Dobrudscha, Distrikt Tulcea, am östlichsten Arm der hier vielfach gespaltenen Donau, 15 km östlich von Braila, mit (1899) 4063 Einw. -Hier siegten 6. April 1761 die Russen über die Avantgarde der Türken unter Jussuf Pascha.
 
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Macintosh (eigentlich Mac Intosh, spr. mäkintösch), Charles, Chemiker, geb. 1766 in Glasgow, gest. 25. Juli 1843 in Dunchattan bei Glasgow, stellte in seiner chemischen Fabrik zu Crossbacket bei Glasgow um 1820 zuerst Bleizucker im großen dar, verbesserte 1825 die Berlinerblau-Fabrikation, erfand die Stahlbereitung durch Glühen des Eisens in Kohlenwasserstoffgas und stellte 1823 einen wasserdichten Kleiderstoff (Mackintosh) durch Zusammenkleben zweier Gewebslagen mittels Kautschuklösung dar.
 
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Macintyre (spr. mǟkintāīr), Fluß in Australien, s. Meyers Darling.
 
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Macisblüten, s. Myristica.
 
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Macisöl, s. Meyers Muskatblütöl.
 
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Mack, Karl, Freiherr M. von Leiberich, österreich. General, geb. 24. Aug. 1752 zu Nenslingen in Franken, gest. 22. Okt. 1828 zu St. Pölten in Niederösterreich, trat 1770 in österreichische Dienste, wurde 1778 Adjutant Kinskys, dann Lacys, focht als Major mit Auszeichnung im Türkenkrieg und ward 1789 nach dem Fall Belgrads zum Obersten ernannt. 1792 als Generalquartiermeister nach den Niederlanden versetzt, führte er im März 1793 die Verhandlungen mit Dumouriez, die dessen Übertritt zur Folge hatten, leitete 1794 den Feldzug und wurde 1797 zum Feldmarschalleutnant ernannt. Nach dem Frieden von Campo Formio 1797 erhielt er vom König von Neapel den Oberbefehl über die neapolitanischen Truppen gegen die Franzosen. Seine Erfolge waren nur vorübergehend, und als er mit dem französischen General einen Waffenstillstand schloß, brach in Neapel ein Aufruhr aus, und M. sah sich genötigt, im französischen Lager Sicherheit zu suchen. Er wurde als Kriegsgefangener nach Dijon, dann nach Paris gebracht, wußte aber von dort 1800 heimlich zu entkommen. Im August 1805 zum Generalquartiermeister des Kaisers ernannt und beauftragt, rasch bis an die Iller vorzurücken, drang M. in der Tat mit 80,000 Mann des schlecht gerüsteten österreichischen Heeres bis zur Iller vor, ward aber von den unerwartet schnell heranrückenden Franzosen im Oktober geschlagen und warf sich mit der Hauptarmee in die Stadt Ulm, die wenig Jahre zuvor auf sein Andringen befestigt worden war. Hier ward er gezwungen, 17. Okt. eine Kapitulation abzuschließen, durch die er die Stadt samt seiner 23,000 Mann starken Armee übergab. M. kehrte nach Österreich zurück, ward hier vor ein Kriegsgericht gestellt und zur Todesstrafe verurteilt, die der Kaiser jedoch auf Dienstentsetzung und Festungshaft milderte. Durch die Vermittelung des Erzherzogs Karl wurde er 1808 aus der Hast entlassen und 1819 völlig begnadigt. Seine Rechtfertigungsschrift über die Kapitulation von Ulm ist in Raumers »Historischem Taschenbuch« für 1873 veröffentlicht worden.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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