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Machsen bis Macĭes (Bd. 6, Sp. 21 bis 22)
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Artikelverweis Machsen, s. Meyers Machzen.
 
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Machsor (neuhebr., »Zyklus«, Plural Machsorim), das, meistens mehrbändige Buch, das den Gebetzyklus für die jüdischen Festtage enthält und je nach dem Ritus (Minhag, s. d.) einzelner Gemeinden und Länder (Italien, Deutschland, Polen, Spanien u. a.) Verschiedenheiten in Anordnung und Stoff aufweist; eine gute deutsche Übersetzung lieferte Mich. Meyers Sachs (s. d.), dem B. W. Meyers Heidenheim (s. d.), Landau, Mannheimer, Heinemann u. a. vorgearbeitet hatten.
 
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Mächtigkeit, ein wichtiger Begriff der neuern Mathematik. Zwei verschiedene Mengen von Dingen haben gleiche M., wenn man jedem der ersten Menge angehörigen Ding ein der zweiten angehöriges derart zuordnen kann, daß auch jedem der zweiten angehörigen Dinge eines und nur eines zugeordnet ist, das der ersten angehört. In diesem Sinne haben z. B. die Menge aller ganzen Zahlen und die Menge aller geraden Zahlen gleiche M., denn man kann den ganzen Zahlen 1, 2, 3,... der Reihe nach die geraden Zahlen 2, 4, 6,... zuordnen, derart, daß auch umgekehrt jeder Zahl der Reihe 2, 4, 6,... eine und nur eine Zahl der Reihe 1, 2, 3,... entspricht. Für eine Menge, die aus einer endlichen Anzahl von Dingen besteht, fällt der Begriff der M. zusammen mit dem der Anzahl der in der Menge enthaltenen Dinge. Für unendliche Mengen von Dingen sind dagegen beide Begriffe verschieden, wie das angeführte Beispiel zeigt, denn die Menge aller geraden Zahlen ist ja nur ein Teil der Menge aller ganzen Zahlen. Es ist sogar ein wesentliches Merkmal der unendlichen Mengen, daß eine solche mit einer in ihr enthaltenen Teilmenge gleiche M. haben kann. Den Begriff und das Wort M. hat G. Cantor eingeführt (in Crelles Journal, Bd. 84). Vgl. Mannigfaltigkeit. In der Geognosie nennt man M. die Dicke oder senkrechte Entfernung der beiden Begrenzungsflächen eines Ganges, einer Schicht, eines Schichtenkomplexes oder einer Gesteinsmasse überhaupt.
 
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Machtspruch, Entscheidung eines Rechtshandels unmittelbar durch die oberste Staatsgewalt unter Abweichung vom regelmäßigen gesetzlichen Verfahren; nach modernem Verfassungsrecht unzulässig. Nicht zu verwechseln mit Niederschlagung (Abolition) und Meyers Begnadigung (s. d.). S. Meyers Kabinettsjustiz.
 
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Machtvollkommenheit, der Inbegriff aller Hoheitsrechte des Herrschers; die Gesamtheit der Befugnisse einer Person, einer Behörde, eines Beamten etc.
 
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Machynlleth (spr. mǟkinnlēth oder mǟ-hönntlĕth), Stadt in Montgomeryshire (Nordwales), am untern Dovey, mit Flanellweberei und (1901) 2038 Einw., das Maglona der Römer. Hier wurde Owen Glendower 1402 zum Fürsten von Wales gewählt.
 
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Machzen (spr. machsen: auch Makhzen; arab., »Konskription«), maur. Ausdruck für die Stämme Marokkos, die, seit Jahrhunderten in Militärkolonien auf abgabenfreien Gütern angesiedelt, dem Sultan lebenslang dienstbar sind. Bevorrechteten Familien angehörig, bilden die Machzenleute eine aristokratische Kaste, die den Schutz der scherifischen Dynastie ausmacht und das Reich beherrscht. In übertragenem Sinne bedeutet M. die kaiserliche Regierung auch mit ihren angegliederten Umana (Finanzbeamten) und Sekretären. Vgl. Aubin, Le Maroc (Par. 1904; deutsch, Berl. 1905).
 
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Macias, genannt der »Verliebte«, galicischer Troubadour, berühmt durch sein tragisches Ende, lebte zu Anfang des 15. oder wahrscheinlicher in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh., noch unter Peter dem Grausamen, und starb 1434. Die Sage erzählt, er habe sich als Schildträger des Enrique de Villena in eine junge Dame vom Hofe dieses Granden verliebt. Obwohl sie ihm geneigt war, wurde sie dennoch vom Marquis gezwungen, einem Edelmann aus Porcuna die Hand zu reichen. Da M. nichtsdestoweniger die Dame in seinen Gedichten weiter verherrlichte, beklagte sich der Gatte bei dem Feudalherrn, der den Dichter ins Gefängnis werfen ließ, und als M. auch hier noch fortfuhr, von seiner Liebe zu singen, tötete jener ihn eines Tages durch das Gitter des Gefängnisses von Arjonilla durch einen Lanzenstich. Viele zeitgenössische und spätere Dichter befangen M.' unglückliches Geschick in Liedern, Dramen und Romanen (s. Meyers Larra), ja sein Name ist noch heute sprichwörtlich für einen »Treuverliebten«. In Deutschland widmete Uhland ihm eine Ballade (»Sängerliebe«, Nr. 4). Von seinen Gedichten, die im galicischen Dialekt abgefaßt waren, sind nur wenige im »Cancionero de Baena« (Madr. 1851; Leipz. 1860, 2 Bde.) und in andern Liederbüchern auf uns gekommen. Eins derselben hat Bellermann verdeutscht in: »Die alten Liederbücher der Portugiesen« (Berl. 1840). Kritisch herausgegeben wurden sie neuerdings von H. A. Rennert in »M. o Namorado, a galician Trobador« (Philad. 1900). Vgl. auch Henry R. Lang, Cancioneiro Gallego-Castelhano (New York 1902).
 
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Maciejowice (spr. mazjejowïze), Ort im russisch-poln. Gouv. Sjedlez, unfern der Weichsel, mit 1500 Einw. Hier 10. Okt. 1794 entscheidender Sieg der dreifach überlegenen Russen über die Polen unter Kosciuszko.
 
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Maciejowski, 1) Waclaw Alexander, poln. Geschichtsforscher, geb. 1793 in Kalwarya, gest. 10. Febr. 1883 in Warschau, studierte in Warschau, dann in Berlin und Göttingen und wurde 1819 Professor

[Bd. 6, Sp. 22]


der Rechte an der Warschauer Universität. Seine Hauptwerke (in polnischer Sprache) sind: »Geschichte der slawischen Gesetzgebungen« (183238, 4 Bde.; 2. Ausg. 185665, 6 Bde.; deutsch, Stuttg. 1835 bis 1839, 4 Bde.); »Geschichte der polnischen Literatur« (bis zum 16. Jahrh., 185152, 3 Bde.) und »Geschichte des Bauernaufstandes in Polen« (1874).
   2) Ignaz, poln. Schriftsteller (Pseudonym Sewer), geb. 28. Juli 1839 in Kobierniki, gest. 22. Sept. 1901 in Krakau, beteiligte sich als Landwirt an der politischen Bewegung, kam als Staatsgefangener nach Österreich und lebte dann jahrelang in England, dessen Volksleben er unter anderm in den »Englischen Skizzen« (Lemb. 1875 u. ö.) schilderte. Von seinen spätern Werken sind zu nennen: die Romane »Der Naphthaherr« (1894, 3 Bde.) und »Über die Kraft« (1896, 3 Bde.) sowie das Bauerndrama »Marzin Lübe«. Eine Auswahl erscheint in Warschau (1903, Bd. 14).
 
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Macĭes (lat.), Magerkeit, Abzehrung.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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