Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Mac All bis Macbeth (Bd. 6, Sp. 13 bis 15)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Mac All (spr. mǟckaol), s. Meyers Evangelisation und Meyers Los von Rom-Bewegung, S. 724.
 
Artikelverweis 
Macalūba (Makalube), s. Meyers Schlammvulkane.
 
Artikelverweis 
Macao, aus Ungarn stammendes Hasardspiel mit Karte, ähnlich dem Onze-et-demi, Vingt-un, Trenteun (s. d. Art.). Jeder Pointeur erhält vom Bankier eine Karte, weitere darf er hinzukaufen. As zählt 1, Zehnen und Bilder 0, die übrigen Blätter nach ihren Augen. Es kommt darauf an, schnell 9 oder doch möglichst nahe an 9 Augen in der Hand zu haben. Wer sich »verkauft« (über 9 Augen erhält), verliert sofort den Satz. Hat man von Haus aus eine Neun, so wird dies »großer Schlag« genannt und doppelt bezahlt; hat man eine Acht, so ist dies »kleiner Schlag«. Verkauft sich der Bankier, so zahlt er alle Sätze, hat er aber großen Schlag, so zieht er von allen das Doppelte ein, nur der Pointeur, der etwa auch eine Neun hat, verliert einfach. Bei gleicher Points- und Kartenzahl gewinnt stets der Bankhalter. Die Idee des M. wird auch im Würfelspiel benutzt.
 
Artikelverweis 
Macao (spr. -kǟu), portug. Kolonie an der Südküste Chinas (Provinz Kwangtung), an der meerbusenähnlichen Mündung des Kantonflusses (s. den Lageplan bei Artikel »Kanton«), 104 km südöstlich von Kanton, 60 km westlich von Hongkong, auf einer kleinen Halbinsel, die ein schmaler, sandiger Isthmus mit der Südspitze der chinesischen Insel M. verbindet. Die an der Grenze gezogene Mauer, deren Tor früher chinesische Soldaten bewachten, ist jetzt gänzlich verfallen. Auf der Halbinsel liegen außer der Stadt M. (s. unten) drei ärmliche Dörfer: Monga, Patane und Meyers Lappa (s. d.); auch gehören zum portugiesischen Besitz

[Bd. 6, Sp. 14]


die Inseln Taipa und Colovane, ein Gesamtareal von 11,75 qkm mit (1896) 78,627 Einw., darunter 3898 Portugiesen nebst einigen Spaniern und Engländern, die das gesunde Klima Macaos von Hongkong hierher gezogen hat. Doch ist die Hitze zuweilen sehr groß, namentlich während des regenreichen Südwestmonsuns. M. gehörte bis 1844 zum Generalgouv. Goa, bildete seitdem mit Timor, seit 1896 allein ein eignes Gouvernement. Der Handel, ausschließlich in Händen von Chinesen, betrug 1900: Einfuhr 17,920,339, Ausfuhr: 14,068,269 Doll., die Einnahmen 1902/03: 655,991, die Ausgaben: 445,688 Milreis. Die Stadt M. ist amphitheatralisch auf einer Hügelreihe erbaut, die zu 100 m vom Strand aufsteigt. Auf den höchsten Erhebungen sind mehrere Forts errichtet, die mit 488 Mann (164 Eingebornen) besetzt sind, aber keine Bedeutung mehr haben. M. scheidet sich in die regelmäßig und schön gebaute portugiesische Stadt mit 5 Kirchen, darunter die St. Pauls-Kathedrale, zahlreichen Kapellen und (seit 1834 aufgehobenen) Klöstern, aber auch nicht minder zahlreichen Spielhäusern, von denen die Kolonie ihre Haupteinnahme bezieht, und das chinesische Viertel mit großem Basar und engen, schmutzigen Gassen, jeder Teil unter besonderer Verwaltung. M. ist Sitz des Gouverneurs, eines Bischofs und eines chinesischen Mandarins und Hauptsitz der französischen Missionen in China. Auf einer Anhöhe liegt die Grotte von Camŏes, wo der verbannte Dichter seine »Lusiaden« vollendet haben soll und seine Büste errichtet ist. Auf dem protestantischen Kirchhof steht das Denkmal des Missionars und Sprachforschers Robert Morrison. Der äußere Hafen ist sehr ungenügend geschützt, zwei innere sind eng und verschlammen mehr und mehr, daher ankern große Kauffahrer und Kriegsschiffe 910 km von M. Früher war M. der Hauptstapelplatz für den Verkehr der Fremden mit China. Durch die Anlage von Victoria auf Hongkong wurde es schwer geschädigt; auch seine Erklärung zum Freihafen 1845 konnte ihm nicht wieder aufhelfen, und die Eröffnung der Traktathäfen beschränkte seinen Handel noch mehr. Einen neuen schweren Stoß erhielt es 1873 durch das Verbot des Kulihandels (s. Meyers Kuli). Eingeführt wird aus China: Seide, Matten, Tee, Zucker, Schweine, Tabakblätter, Bambus; aus Hongkong: Reis, Erdnußöl, Petroleum, Kohle, Mehl. Ausgeführt werden nach China namentlich Opium, Baumwollengarn und Reis (1900 zusammen 1,411,635 Taels). Der Handel mit China (Lappa, s. oben) betrug 1900 in Einfuhr 4,650,755, in Ausfuhr 5,127,984 Taels; der Handel mit Hongkong in Einfuhr 2,442,604, Ausfuhr 1,871,793 Taels. Die Portugiesen erhielten bereits 1557 gegen jährliche Zahlung von 500 Taels das Recht zur Niederlassung; diese Summe wurde bis 1848 entrichtet. Vgl. Loureiro, Macau e o su porto (Lissab. 1896); Kutschera, Macau, der erste Stützpunkt europäischen Handels in China (Wien 1900).
 
Artikelverweis 
Macapá, Stadt im brasil. Staat Para, am nördlichen Mündungsarm des Amazonenstroms, fast unter dem Äquator, hat eine gute, durch ein Fort geschützte Reede, ist Verbannungsort für politische Verbrecher.
 
Artikelverweis 
Macarĭus, s. Makarios.
 
Artikelverweis 
Macarsca (Makarska), Stadt in Dalmatien, am Canale della Brazza, am Fuß des Biokovo (1762 m) gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, eines Generalvikars und Kapitels der vereinigten Diözese Spalato-M., hat ein Franziskanerkloster mit theologischer Studienanstalt, ein Denkmal des serbokroatischen Dichters Kačié-Miošié, einen Hafen, in den 1903: 1248 beladene Schiffe von 182,974 Ton. einliefen, Öl- und Weinbau, Fischerei, Handel und (1900) 1805 (als Gemeinde 11,016) serbokroatische Einwohner.
 
Artikelverweis 
Macas, Kantonshauptort in der Provinz Chimborazo von Ecuador, am Ostabhang der Anden und am Upana, einem Nebenfluß des in den Amazonenstrom abfließenden und bis 25 km von M. für Dampfer schiffbaren Marona, früher als Sevilla del Oro bedeutend, jetzt ein kleiner Ort mit etwas Ackerbau und Ausfuhr von Tabak, Wachs, Kanel, Vanille und Kopal.
 
Artikelverweis 
Macaulay (spr. mǟckaolĕ), Thomas Babington, Lord M. of Rothley, berühmter engl. Geschichtschreiber, geb. 25. Okt. 1800 zu Rothley Temple in der Grafschaft Leicester als Sohn eines aus Schottland stammenden Kaufmanns, gest. 28. Dez. 1859, studierte in Cambridge, ward 1826 in London Rechtsanwalt, widmete sich aber fast ausschließlich der schriftstellerischen Laufbahn. Schon auf der Universität hatten seine Gedichte: »Pompeji« (Cambridge 1819) und »Evening« (das. 1821) Preise erworben. Seine Abhandlung über Milton in der »Edinburgh Review« (1825) und andre literarische und politische Porträte, von Bacon, Machiavelli, Lord Clive, Warren Hastings, den beiden Walpole, Lord Chatham u. a., machten M. schnell in den weitesten Kreisen bekannt. Sie erschienen gesammelt zuerst ohne seine Billigung u. d. T. »Critical and miscellaneous essays« (Philad. 1841) und dann von ihm selbst als »Critical and historical essays« (Lond. 1843, 3 Bde., u. ö.; neue Ausg. 1871, 4 Bde.; deutsch von Bülau, 185258, 5 Bde., und von Steger, Braunschw. 185360, 8 Bde.) herausgegeben. Ihnen reihten sich später die »Biographical essays« (Lond. 1851) an. 1830 verschafften ihm die Whigs einen Sitz im Unterhaus, und M. spielte in den Debatten, aus denen die Reformbill hervorging, eine hervorragende Rolle. Das Ministerium Grey ernannte ihn 1832 zum Mitglied des Indischen Kontrollamts und 1834 zum Mitglied des Hohen Rats in Kalkutta, in welcher Eigenschaft M. den Entwurf eines Strafgesetzbuches verfaßte, das 1838 publiziert wurde. Nach England zurückgekehrt, wurde er 1839 wieder ins Parlament gewählt und war 183941 im Ministerium Melbourne Kriegsminister und nach Melbournes Rücktritt während des zweiten Peelschen Ministeriums einer der hervorragendsten Redner der Whigopposition. 1842 gab er seine »Lays of ancient Rome« heraus, altrömische Legenden in Balladenform (deutsch von Erich, Berl. 1892; von W. du Nord, Wien 1903), die sich durch dramatische Handlung, malerische Schilderungen und Kraft des Stils auszeichnen. Vom Juli 1846 bis zum Ende 1847 bekleidete M. den Posten des Generalzahlmeisters. Bei den Wahlen von 1847 verlor er jedoch seinen Sitz im Parlament und zog sich darauf von der politischen Laufbahn zurück, um sich ungestört der Ausarbeitung seiner bereits 1841 begonnenen, bis 1702 reichenden »History of England from the accession of James II.« (Lond. 184855, Bd. 14; Bd. 5, 1861; später in sechs verschiedenen Ausgaben erschienen) zu widmen, die in sechs Monaten fünf Auflagen erlebte und sogleich in mehrere Sprachen übersetzt wurde (deutsch unter andern von Bülau, Leipz. 18491861, 11 Bde.; von Beseler, Braunschw. 184962, [2 Bde.], in verschiedenen Ausgaben; von Paret, Stuttg. 185061, 11 Bde.). Genaue Kenntnis der Tatsachen, unübertroffenes Talent in der Schilderung

[Bd. 6, Sp. 15]


von Charakteren und geschichtlichen Begebenheiten, kunstvolle Anordnung des Stoffes und volle Herrschaft über alle sprachlichen Mittel machen dies Werk zu einem klassischen der englischen Literatur. M. besaß die meisten Vorzüge eines Geschichtschreibers: Kritik, Fleiß, Methode, Phantasie, Stil, politische Reise und philosophisches Urteil. Seine Auffassung von Ereignissen und Personen wird freilich durch seinen politischen Standpunkt, den eines konsequenten Whig, beherrscht und bisweilen getrübt. Im Herbst 1848 wählte ihn die Universität Glasgow zu ihrem Lord-Rektor, eine ihm 1849 angebotene Professur in Cambridge lehnte er ab. Im Juli 1852 ward er wieder ins Unterhaus gewählt, gab aber 1856 den Sitz wieder auf. Im September 1857 wurde er als Baron M. of Rothley zum Peer ernannt. Er ward 9. Jan. 1860 im »Poetenwinkel« der Westminsterabtei feierlich beigesetzt. Die Sammlung seiner Reden (in den »Miscellaneous writings and speeches«, drei verschiedene moderne Ausgaben) wurde 1854 (deutsch von Bülau, Leipz.; von Beseler, Braunschw.) veröffentlicht. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien London 1860 in 25 Bänden; neuere Ausgaben sind die 1866 von seiner Schwester Lady Trevelyan besorgte in 8 Bänden, die in 18 Bänden (1880) und die letzte Ausgabe in drei Formen: in 16, in 8 und in 12 Bänden (1902). Vgl. F. Arnold, Public life of Lord M. (neue Ausg., Lond. 1863); Otto Trevelyan, Life and letters of Lord M. (das. 1876 u. ö., 2 Bde.; deutsch von Böttger, 2. Aufl., Jena 1883); Morison, M. (Lond. 1882); Kinkel d. jüng., M., sein Leben und sein Geschichtswerk (Basel 1879); D. H. Macgregor, Lord M. (Lond. 1901); Jebb, Macaulay (1900); G. Bülow, Thomas Babington M., ein Gedenkblatt (Schweidnitz u. Leipz. 1901).
 
Artikelverweis 
Macawbaum (spr. makao-, Macahuba), s. Acrocomia.
 
Artikelverweis 
Macbeth (spr. mǟckbéth), Sohn des Finnlaec, schott. Feldherr, erschlug 1040 den König Duncan I. bei Dunsinane in Perthshire und bemächtigte sich des Thrones, auf den er durch seine Gemahlin Gruach Anspruch hatte. 1050 pilgerte er nach Rom, um sich Absolution zu holen; aber schon 1054 entriß ihm Malcolm, der Sohn Duncans, mit Hilfe des Grafen Siward von Northumberland einen Teil seines Reiches, und 1057 wurde er in einem abermaligen Kampf gegen Malcolm 15. Aug. bei Lumphanan erschlagen. Seiner Geschichte hat sich früh die Sage bemächtigt, der Shakespeare in seinem Trauerspiel »Macbeth« folgt. Vgl. Kröger, Die Sage von M. bis zu Shakespeare (Berl. 1904).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer