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Lyskowo bis Lyttelton (Bd. 6, Sp. 6)
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Artikelverweis Lyskowo, Kirchdorf im russ. Gouv. Nishnij Nowgorod, Kreis Makarjew, an der Wolga, hat 8 Kirchen, einen Flußhafen und ca. 7800 Einw., die sich mit der Verfertigung von Metallwaren (Blechgeschirren, Hängeschlössern etc.), Stiefeln und Fausthandschuhen beschäftigen sowie Getreide- und Holzhandel betreiben.
 
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Lysoform, eine Formaldehyd enthaltende alkoholische Kaliseifenlösung, wird frisch hergestellt und in zwei- bis dreiprozentiger Lösung, als zuverlässiges, angenehmes und unschädliches Desinfektionsmittel für die Hände empfohlen.
 
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Lysōl, aus kresolreichem Teeröl mit fettem Öl und Kalilauge dargestelltes Präparat, eine Lösung von Kresolen, von denen es ca. 50 Proz. enthält, in Seife, bildet eine neutrale, ölartige, braune Flüssigkeit, riecht kreosotartig, siedet bei 187210°, ist in Wasser, Alkohol und Glyzerin in jedem Verhältnis klar löslich, auch mit Fetten und fetten Ölen mischbar. Letztere Mischung gibt mit Wasser eine Emulsion. Die wässerige Lösung fühlt sich schlüpfrig an und schäumt wie Seifenlösung. L. besitzt ein großes Lösungsvermögen für verschiedene Substanzen, und hierauf beruhen seine reinigenden Eigenschaften. Auf Grund dieser und seiner starken desinfizierenden und antiseptischen Wirkung, welche diejenige der Karbolsäure bei geringerer Giftigkeit übertrifft, benutzt man es, wo mit der Reinigung eine gründliche Desinfektion verbunden werden soll, so zum Waschen der Hände, des Körpers, der Wäsche, Fußböden, Wände, Möbel, Straßen etc., zum Spülen der Klosette, Ausgüsse, Nachtgeschirre. Ferner benutzt man es bei Entbindungen, in der Chirurgie, namentlich auch bei Behandlung von Krankheiten und Wunden der Haustiere, gegen Pflanzenparasiten, zum Konservieren von Tierhäuten und Holz, gegen Hausschwamm etc. Zur Desinfektion der Hände dient eine 1 proz. Lösung, für Instrumente 0,25, für Wunden 0,250,5, für Exkremente, Auswurf eine gleiche Menge 10 proz. Lösung. L. wurde auch äußerlich gegen kleine Flechte, äußerlich und innerlich gegen Krebs empfohlen. L. ist giftig, und in neuester Zeit ist es sehr häufig zur Ausübung von Selbstmord benutzt worden. Bei Lysolvergiftung ist vor allem der Magen gründlich auszuspülen; reichliche Zufuhr von Flüssigkeit und Abführmittel sind unterstützende Maßregeln.
 
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Lyssa, s. Meyers Tollwut und Meyers Tollwurm.
 
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Lysterfjord, s. Meyers Sognefjord.
 
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Lytham (spr. lithĕm), stiller Badeort in Lancashire (England), an der Mündung des Ribble, mit mehreren modernen Kirchen, Freischule, 274 m langem Molo, schönem Park, ausgedehnter Strandpromenade und (1901) 7185 Einw.
 
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Lythrazeen (Weideriche), dikotýle Familie aus der Ordnung der Myrtifloren, Kräuter und Holzpflanzen mit meist gegen- oder quirlständigen Blättern und regelmäßigen, seltener zygomorphen, meist zwitterigen, perigynen Blüten (s. Abbildung). Der Kelch hat eine klappige Knospenlage und zeigt häufig Kommissuralzähne. Die meist rot oder weiß, selten gelb gefärbten Blumenblätter entspringen im Kelchschlund und sind nicht selten geknittert, in einigen Fällen fehlen sie. Die dem Kelch eingefügten Staubgefäße bilden in der Regel zwei Kreise, von denen der eine tiefer angeheftet ist als der andre. Der stets freie Fruchtknoten trägt einen einfachen Griffel und enthält meist 26 zwei- bis vieleiige Fächer. In den Zahlenverhältnissen der Blüte wechseln die Gattungen und Arten vielfach: es kommen alle Zahlen zwischen 3 und 16 vor, überwiegend sind sechszählige Blüten; im Andrözeum kann Vermehrung durch Spaltung und auch Unterdrückung stattfinden. Die Fruchtblätter wechseln von 16 und stehen bald episepal, bald epipetal. Die Scheidewände des Fruchtknotens erscheinen oft über der niedrigen Placenta durchbrochen. Die Frucht ist eine meist vom Kelch eingeschlossene, 26fächerige Kapsel, die fachspaltig oder auch rings umschnitten aufspringt oder unregelmäßig platzt. Die zahlreichen eckigen oder abgeplatteten, bisweilen berandeten oder geflügelten Samen haben eine krustige Schale, kein Nährgewebe und einen geraden Keimling mit fast kreisrunden Kotyledonen und kurzen Würzelchen. Die L. umfassen ungefähr 250 zum großen Teil amerikanische Arten und finden sich vorzugsweise in den Tropen, minder zahlreich in den gemäßigten Zonen.
 
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Lythrum E. (Weiderich), Gattung der Lythrazeen, Kräuter, selten kleine Sträucher mit gegen-, quirl- oder spiralständigen Blättern, einzeln oder in ährig gedrängten Dichasien stehenden Blüten und wandspaltigen Kapseln. 23 Arten in allen Erdteilen, meist an feuchten Orten. L. salicaria L. (gemeiner Weiderich, Blutkraut), weit verbreitet, mit purpurroten Blütenähren, wird, wie auch das südlichere L. virgatum L. und L. Purshianum Steud., aus Nordamerika, als Zierpflanze kultiviert.
 
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Lytta, s. Kantharide.
 
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Lyttelton (spr. littelt'n), Stadt auf der Südinsel der brit. Kolonie Neuseeland, durch Eisenbahn mit dem 13 km entfernten Meyers Christchurch (s. d. 2) verbunden, dessen Hafen es ist, mit großem Dock, Schiffswerft und (1900) 4023 Einw.
 
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Lyttelton (spr. littelt'n), 1) George, Lord, engl. Staatsmann, Geschichtschreiber und Dichter, geb. 17. Jan. 1709, gest. 22. Aug. 1773, trat unter dem Ministerium Walpole in das Unterhaus, wurde 1737 Sekretär des Prinzen von Wales, 1744 Lord der Schatzkammer, 1754 Geheimrat, 1755 Kanzler der Schatzkammer, trat aber noch in demselben Jahre mit dem Ministerium Newcastle ab und wurde 1757 als Lord L. von Frankley zum Peer erhoben. Sein Hauptwerk ist die »History of the life of Henry II.« (Lond. 176467, 4 Bde.; 4. Ausg. 1777, 6 Bde.; deutsch von Weigel, Nürnb. 1791). Außerdem veröffentlichte er unter andern: »Dialogues of the dead« (Lond. 1762, 4. vermehrte Aufl. 1765); »Four new dialogues of the dead« (das. 1765) und »Poetical works« (1785), die sich durch Korrektheit und Eleganz auszeichnen. Seine Prosa gilt für klassisch. Seine »Gesammelten Werke« erschienen 1774 (3. Aufl., Lond. 1776, 3 Bde.). Vgl. Phillimore, Memoirs and

[Bd. 6, Sp. 7]


correspondence of Lord L. (Lond. 1845, 2 Bde.). Sein Sohn, Thomas, zweiter Lord L., geb. 1744, gest. 27. Nov. 1779, vielleicht durch Selbstmord, war ein Wüstling, dem man mit Unrecht die Autorschaft der »Juniusbriefe« (s. Junius, Briefe des) zugeschrieben hat. Auch die unter seinem Namen erschienenen »Letters of Thomas, Lord L.« (Lond. 1780 bis 1782, 2 Bde.) sind unecht. Vgl. Furst, Life of Thomas, Lord L. (Lond. 1876).
   2) George William, Lord, Enkel des vorigen (George L.), geb. 31. März 1817, gest. 19. April 1876, ward 1846 Unterstaatssekretär der Kolonien, gehörte 186163 zu der Parlamentskommission, die den Zustand der englischen Volksschulen zu untersuchen hatte, und war 186974 Oberkommissar der staatlich unterstützten Schulen. Im Januar 1876 in Geisteskrankheit verfallen, endete er durch Selbstmord. Ihm verdankt die theokratische Musterkolonie Canterbury auf Neuseeland ihr Entstehen, deren Hauptstadt ihm zu Ehren Lyttelton genannt wurde. Er veröffentlichte: »Ephemera« (186472,2 Serien), Vorlesungen, Adressen, Übersetzungen etc. enthaltend. Vgl. Gladstone, Briet memorials of Lord L. (1876). Sein jüngerer Sohn, Alfred L., geb. 1857, wurde 1881 Rechtsanwalt in London, 1895 ins Unterhaus gewählt und 5. Okt. 1903, obwohl er noch kein höheres Staatsamt bekleidet hatte, an Stelle, Jos. Chamberlains als Kolonialminister in das rekonstruierte Kabinett Balfour aufgenommen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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