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Lyrisch bis Lysimachĭa (Bd. 6, Sp. 4 bis 5)
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Artikelverweis Lyrisch (griech.), s. Meyers Lyrik.
 
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Lys (spr. lïs, fläm. Leye), kanalisierter Fluß in Frankreich und Belgien, entspringt bei Lisbourg im franz. Depart. Pas-de-Calais, wird bei Aire schiffbar, bildet 27 km weit die Grenze zwischen Frankreich (Depart. Nord) und Belgien, durchfließt dann die belgischen Provinzen Westflandern und Ostflandern, nimmt die Deule und den Mandel auf und mündet nach einem Laufe von 214 km, wovon 99 allein auf Frankreich entfallen, bei Gent in die Schelde. Die L. steht mit mehreren Schiffahrtskanälen in Verbindung. An ihren Ufern fanden 12. und 13. Sept. 1793 siegreiche Gefechte der Holländer gegen die Franzosen statt. Während der französischen Okkupation 17941814 gab es ein besonderes Departement »de la Lys« mit der Hauptstadt Brügge. Vgl. Beghin, Le pays de la L. (Par. 1876).
 
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Lysándros (Lysander), spartan. Feldherr, Sohn des Aristokritos, angeblich eines Herakliden, und einer Helotin (Mothake), erhielt 408 v. Chr. den Oberbefehl über die peloponnesische Flotte in Kleinasien und war seitdem rastlos bemüht, durch energische Kriegführung und schlaue Politik für Sparta die Herrschaft über Griechenland, namentlich über Athen, für sich selbst aber, nach Beseitigung der alten Lykurgischen Verfassung, die höchste Macht in Sparta zu erlangen. Knaben müsse man mit Würfeln, Männer mit Eiden betrügen, war der Grundsatz seiner Politik. 407 schlug er die Flotte der Athener bei dem Vorgebirge Notion, bemächtigte sich durch Überfall an der Mündung der Ziegenflüsse (Ägospotamoi) der letzten athenischen Flotte, eroberte die von den Athenern abhängigen thrakischen und kleinasiatischen Städte und zwang endlich das so aller seiner Hilfsquellen beraubte Athen selbst 404 durch Hunger zur Übergabe. Von da an war er, gestützt auf die von ihm eingesetzten Oligarchien in den eingenommenen Städten und auf die Freundschaft mit Kyros, der mächtigste Mann in Griechenland und wurde wie ein Gott geehrt. Dies aber vertrug sich nicht mit der altspartanischen Überlieferung. Eine Anklage des Satrapen Pharnabazos gab den Ephoren die Veranlassung, L. aus Kleinasien, an dessen Küste er an der Spitze der Flotte stand, abzurufen und seine Macht zu brechen. Die Hoffnung, sie durch Agesilaos, dem er nach dem Tode des Agis (399) den Thron verschafft hatte, wiederzugewinen, schlug fehl, und als er im korinthischen Krieg, zum Befehlshaber ernannt, vorausgeeilt war, um dem König Pausanias zuvorzukommen, fiel er bei einem Sturm auf Haliartos (395). Sein Leben beschrieben unter den Alten Plutarch und Cornelius Nepos. Vgl. Nitzsch, De Lysandro (Bonn 1847).
 
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Lys d'or (spr. līs dōr, »Goldlilie«), franz. Gold münzen nach dem Edikt von 1640 zu 10, 8, 6, 4, 2 und 11/2 Louisdor; seit 1655 zeitweise zu 7 Livres, 4,045 g schwer, 231/4 karätig = 10,933 Mk.; auch Silbermünze, Lys d'argent, 8,002 g schwer, 151/2 lötig.
 
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Lysefjord, Meeresbucht an der Westküste des südlichen Norwegen, einer der südlichen Ausgange des großen, vielverzweigten Buknfjords bei Stavanger, schneidet in fast östlicher Richtung tief in die skandinavische Gebirgsmasse ein. Er ist 38 km lang, dabei höchstens 1950 m breit, wird mit wenigen Ausnahmen von senkrechten Felswänden, die sich unmittelbar aus dem Wasserspiegel bis 1000 m und darüber erheben, eingeschlossen und ist 455 m tief. Am Südufer der Berg Kirag, von dem bei Ostwind leuchtende Strahlen (wie man vermutet, aus Wasserstaub bestehend) mit Getöse hervorspringen. Vgl. Vibe, Küsten und Meer Norwegens (Ergänzungsheft zu Petermanns Mitteilungen, Gotha 1860).
 
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Lysekil, Stadt und Seebad im schwed. Län Gotenburg und Bohus, auf der Halbinsel Stångenäs, am Kattegat, mit (1902) 3284 Einw., die besonders Fischerei (1902 wurden 140,000 hl Heringe gefangen), Anschoviszubereitung und Handel (Ausfuhr von Heringen, Fischguano, Hafer und Pflastersteinen) treiben. 1902 liefen 2730 Schiffe von 184,283 Ton. aus. L. steht mit Gotenburg, Uddevalla und den norwegischen Küstenstädten in Dampferverbindung und ist Sitz eines deutschen Konsularagenten.
 
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Lysĭas, der dritte unter den zehn »attischen Rednern« (s. d.), um 450380 v. Chr., Sohn des um 440 in Athen eingewanderten Syrakusaners Kephalos, ging, 15 Jahre alt, nach Thurii in Italien, wo er den Unterricht des Rhetors Tisias genoß. 411

[Bd. 6, Sp. 5]


nach Athen zurückgekehrt, betrieb er mit seinem Bruder Polemarchos eine Schildfabrik im Piräeus. Unter der Herrschaft der Dreißig (404) wurden beide als Gegner der Regierung angeklagt, ihr Vermögen konfisziert und Polemarchos hingerichtet; L. rettete sich durch die Flucht nach Megara. Nach dem Sturz der Tyrannen, zu dem er eifrig mitgewirkt, lebte er wieder in Athen der lohnenden Beschäftigung, für andre Gerichtsreden zu schreiben, nachdem er durch die Anklage des Eratosthenes, des Mörders seines Bruders, seinen Ruf als Redner begründet hatte. Im Altertum schrieb man ihm 425 Reden zu, von denen jedoch nur 233 für echt galten. Erhalten sind, außer zahlreichen, zum Teil umfänglichen Bruchstücken, 34 Reden, nicht alle vollständig und einzelne von zweifelhafter Echtheit. Nur die erwähnte gegen Eratosthenes hat er selbst gehalten. Meist der gerichtlichen Gattung angehörig, zeichnen sie sich durch Reinheit und Schlichtheit der Sprache, Sachgemäßheit des Ausdrucks, methodische Behandlung des Stoffes, bei aller Knappheit überaus lichtvolle und anschauliche Darstellung und außerordentliche Kunst der Charakterzeichnung aus. Herausgegeben, außer in den Sammlungen der Redner, von Westermann (Leipz. 1854), Cobet (4. Aufl., Leiden 1905), Thalheim (Leipz. 1901), in Auswahl von Frohberger (das. 186671, 3 Tle.; Bd. 1 in 3. Aufl. 1895, Bd. 2 in 2. Aufl. 1892 von Thalheim), Rauchenstein und Fuhr (10. Aufl., Berl. 1886). Übersetzung von Baur (4. Aufl., Stuttg. 1884) u. a. Vgl. Blaß, Die attische Beredsamkeit, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1885).
 
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Lysidīn (Äthylenäthenyldiamin) C4H3N2 entsteht beim Erhitzen von Äthylendiaminchlorhydrat mit essigsaurem Natron, bildet lange, weiße, sehr hygroskopische Kristallnadeln, gibt mit Harnsäure ein sehr leicht lösliches Salz und ist deshalb als Heilmittel bei Gicht und harnsaurer Diathese empfohlen worden, ebenso das saure weinsaure Salz, ein luftbeständiges, in Wasser sehr leicht lösliches Kristallpulver.
 
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Lysikrătes-Denkmal, s. Choregische Monumente.
 
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Lysimacheia, Stadt am nördlichen Ende der thrakischen Chersones, 309 v. Chr. von Lysimachos von Thrakien als seine Hauptstadt gegründet und mit den Einwohnern des nahen Kardia bevölkert. Nach seinem Tode fiel es in die Gewalt der Syrer, dann der Ägypter, wurde von den Thrakern im dritten mazedonischen Kriege zerstört, von Antiochos d. Gr. und später von Justinian als Hexamilion wiederhergestellt. Ruinen bei Hexamili.
 
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Lysimachĭa L. (Gelbweiderich), Gattung der Primulazeen, Pflanzen von sehr verschiedenartigem Habitus, einjährig oder ausdauernd, am Grunde bisweilen verholzend, mit beblättertem Stengel, oft gegenständigen oder quirligen Blättern, ansehnlichen, einzeln achselständigen Blüten oder endständigen Rispen und in Klappen ausspringenden Früchten. Etwa 60 Arten, meist in den gemäßigten und subtropischen Gegenden der nördlichen Halbkugel. L. vulgaris L. (gemeiner Gelbweiderich), von Europa bis Japan verbreitet, halbstrauchig, mit gelber Blütenrispe, wächst bei uns wie auch L. thyrsiflora L. an feuchten Stellen. Diese Arten werden als Zierpflanzen kultiviert. Ebenso L. ephemerum L., eine 1 m hohe stattliche Pflanze, mit eleganten ährenförmigen Trauben, im westlichen Mittelmeergebiet, und L. punctata L., im Mittelmeergebiet und im südlichen Deutschland. L. nummularia L. (Pfennigkraut), in Europa und dem Mittelmeergebiet, auf Wiesen, an Bächen, kriechend, mit einzeln stehenden gelben Blüten, wird in Gärten zur Bekleidung schattiger, feuchter Stellen, auch als Ampelpflanze, eine gelbblätterige Varietät zu schattig gelegenen Teppichbeeten benutzt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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