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Lyonais bis Lyra (Bd. 6, Sp. 905 bis 906)
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Artikelverweis Lyonais (spr. -nǟ), halbwollener Damenkleiderstoff mit 2830 Ketten- und 1620 Schußfäden auf 1 cm, aus Waterkette Nr. 20 engl. und Westschuß Nr. 30 engl.
 
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Lyonĭa Nutt., Gattung der Erikazeen, Sträucher mit wechselnden oder immergrünen, häufig mit Schildhaaren besetzten Blättern, fünflappigem, schüsselförmigem Kelch, kugelig-krugförmiger Blumenkrone mit kleinem Saum und fünf hellen, herablaufenden Schwielen an den Klappen der Frucht vor dem Aufspringen. Etwa 16 Arten in Nordamerika und Ostasien und einer boreal-zirkumpolaren Art. Abfallende Blätter und einzeln oder zu wenigen in Trauben an vorjährigen Zweigenden stehende Blüten besitzen L. ligustrina DC. und L. frondosa Nutt., zwei ganz harte Ziersträucher aus dem östlichen Nordamerika. L. calyculata Rchb. (Andromeda calyculata L.), immergrün, mit oval-länglichen, stumpf stachelspitzigen, beiderseits schuppigen Blättern und endständiger, beblätterter, einseitswendiger Traube mit weißen oder hellrötlichen Blüten, wächst in Nordeuropa, Ostpreußen, Nordasien und Nordamerika und wird in mehreren Varietäten in Gärten kultiviert. L. racemosa Don., sommergrün, mit dichten, ährenartigen, nackten, einseitswendigen Trauben weißer Blüten, wächst in den östlichen Vereinigten Staaten. L. Mariana Don., mit zylindrisch-glockenförmigen, weißen, 1012 mm langen Blüten in Trauben oder Büscheln an vorjährigen Zweigenden, wächst in Nordamerika und wird als prächtige harte Zierpflanze vielfach kultiviert.
 
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Lyonische Ware, s. Leonische Ware.
 
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Lyonnais (spr. lionnä), ehemalige franz. Provinz, umfaßte die Landschaften L. (im engern Sinne), Beaujolais und Forez, hatte Lyon zur Hauptstadt und ist jetzt in die Departements Rhone und Loire geteilt. Über die Berge von L. s. Meyers Cevennen. Vgl. Magnin, La végétation de la région Lyonnaise, etc. (Genf 1886).
 
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Lyons (spr. lai-ĕns), 1) früher selbständige Stadt im nordamerikan. Staat Iowa, jetzt zu Meyers Clinton (s. d.) geschlagen. 2) Hauptstadt der Grafschaft Wayne im nordamerikan. Staat New York, am Clyde River, mit Destillation von Pfefferminzöl, Produktenhandel und (1900) 5824 Einw.
 
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Lyons (spr. lai-ĕns), 1) Edin und Lord, brit. Admiral und Staatsmann, geb. 29. Nov. 1790 zu Burton in Hampshire, gest. 24. Nov. 1858, trat in früher Jugend in die Marine und wurde 1814 Kapitän. 1828 wurde er als Kommandeur einer Fregatte in die griechischen Gewässer gesandt und 1835 zum Gesandten in Athen ernannt, wo er dem russischen und dem französischen Einfluß kräftig entgegentrat. 1849 bis 1851 vertrat er England als Gesandter in Bern, dann in Stockholm, wurde 1850 zum Konteradmiral ernannt und im Januar 1854 als Zweitkommandierender der Mittelmeerflotte nach dem Orient gesandt. Hier nahm er an dem Bombardement von Odessa teil, besetzte 9. Mai Redut-Kalé und leistete ausgezeichnete Dienste bei dem Transport der alliierten Truppen nach der Krim und bei dem ersten Bombardement von Sebastopol. Im Januar 1855 erhielt er den Oberbefehl der englischen Flotte im Schwarzen Meer. Er nahm 24. Mai d. J. Kertsch und wirkte bei dem Angriff auf Sebastopol 18. Juni mit. Im Juni 1856 wurde er mit dem Titel Baron L. von Christchurch in den Peersstand erhoben, im März 1857,;um Vizeadmiral befördert. Vgl. Wilmot, Life of Vice-Admiral Edmund Lord L. (Lond. 1898).
   2) Richard Bickerton Pemell, Lord, Sohn des vorigen, geb. 26. April 1817 in Lymington, gest. 5. Dez. 1887, begann die diplomatische Laufbahn 1839

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als Attaché seines Vaters in Athen, kam 1852 nach Dresden, 1853 zur Gesandtschaft für Toskana. Im Dezember 1858 ging er als Gesandter nach New York und leistete während des Bürgerkriegs durch seine Umsicht England große Dienste. 1865 ward er Botschafter in Konstantinopel, und im Sommer 1867 ging er nach Paris, wo er 20 Jahre als Botschafter wirkte. Als er im November 1887 sein Amt niederlegte und nach England zurückkehrte, wurde er zum Earl L. erhoben. Kurz vor seinem Tode trat er zur katholischen Kirche über.
 
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Lypemanīe (griech., von lypē, Betrübnis, Trauer), soviel wie Melancholie.
 
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Lyperĭa Benth, (Chaenostoma Benth.), Gattung der Skrofulariazeen, reichverzweigte Kräuter oder Halbsträucher mit relativ kleinen Blättern, achselständigen Blüten oder endständigen Blütentrauben und septiciden Kapseln. Etwa 62 Arten im Kapland und den angrenzenden Gebieten, eine Art auf den Kanaren und eine im Somalland. Von L. crocea Eckl.. (L. atropurpurea Benth.) kommen die Blüten bisweilen als Kapsafran (Flores Manulae) in den Handel. Sie enthalten einen dem des Krokus ähnlichen Farbstoff und werden wie dieser benutzt.
 
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Lyra, altgriech. Saiteninstrument, die ältere und kleinere Form der Kithara (s. d.), der Sage nach eine Erfindung des Hermes, ursprünglich gefertigt aus dem Gehäuse einer Schildkröte als Schallkasten mit in den Öffnungen der Vorderbeine mit den Wurzelenden befestigten gewundenen Ziegenhörnern oder ähnlich geformten Holzstäben, die in der Nähe der Spitzen durch ein Joch verbunden waren; auf dem Brustschild befand sich der niedrige Steg, über den die etwas tiefer im Schallkasten angeknoteten Saiten in gleicher Höhe bis zum Joch fortliefen, wo sie einfach umgeschlungen oder durch Wirbel gespannt wurden. Man schlug die aus Därmen gedrehten Saiten, deren Zahl meistens sieben war, mit den Fingern oder einem sogen. Plektron. Verschiedene Formen der L. zeigen nebenstehende Abbildungen und Tafel Meyers »Musikinstrumente I«, Fig. 1. Da L. und Kithara des Griffbrettes entbehrten, d. h. jede Saite stets nur einen Ton gab, so sind sie nicht unsrer heutigen Zither oder gar Gitarre, sondern nur der Harfe vergleichbar. Vgl. K. v. Jan, Die griechischen Saiteninstrumente (Leipz. 1882). Der Name L. (Lira) kommt im Mittelalter auch für die Gigue vor (vgl. Streichinstrumente; s. Tafel Meyers »Musikinstrumente I«, Fig. 13). Im 16.17. Jahrh. hieß L. ein Streichinstrument mit vielen Saiten, die teils über das Griffbrett, zum Teil aber neben demselben (als sogen. Bordune) liefen; diese L. gehörte zur Gattung der Violen (s. Viola) und wurde in dreierlei Größe gebaut: als Lira da braccio (mit 7 Griffsaiten und 2 Bordunen, Tenorinstrument; vgl. Hajdecki, Die italienische Lira da braccio, Wien 1892), als Lira da gamba (12 Saiten und 2 Bordune, Baßinstrument) und Archiviola da lira (Lirone, bis zu 24 Saiten, Kontrabaßinstrument, auch Accordo genannt). Zur Gattung der Lyren gehörten auch das erst nach 1800 verschwundene Baryton (s. d.), die Viola d'amour und Englisch Violet. Noch Haydn schrieb Stücke für L. Endlich heißt L. das auch Stahlspiel oder uneigentlich Glockenspiel genannte Instrument der Militärmusiken, das auch im Opernorchester Eingang gefunden hat, bestehend aus abgestimmten Stahlstäben, die auf einem lyraförmigen Rahmen befestigt sind und mit einem Hämmerchen geschlagen werden.
 
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Lyra, Sternbild, s. Meyers Leier.
 
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Lyra, 1) Justus Wilhelm, Liederkomponist, geb. 23. März 1822 in Osnabrück, wo ihm 1905 ein Denkmal errichtet wurde, gest. 30. Dez. 1882 als Pastor prim. in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte), von denen mehrere, wie »Der Mai ist gekommen«, »Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald«, »Die bange Nacht ist nun herum« volkstümlich geworden sind. Er schrieb unter anderm: »Die liturgischen Altarweisen des lutherischen Hauptgottesdienstes in musikalischer Beziehung untersucht und festgestellt« (Götting. 1873); »Luthers deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes« (hrsg. von Herold, Gütersl. 1904). Vgl. Bär und Ziller, Justus Wilh. L. (in den »Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde zu Osnabrück«, Sonderausgabe, Leipz. 1901).
   2) Nikolaus von, s. Meyers Nikolaus von Lyra.

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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