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Lynn Canal bis Lyonnais (Bd. 6, Sp. 902 bis 905)
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Artikelverweis Lynn Canal, tiefer, 110 km langer Fjord an der Nordwestküste Nordamerikas, im nordamerikanischen Territorium Alaska, unter 135° östl. L. und zwischen 58 und 59° nördl. Br. Er endigt in drei Buchten, Chilkat Inlet, Chilkoot Inlet und Taiya Inlet, von denen Pässe über das gletscherbedeckte Küstengebirge zu den Goldfeldern am Yukon führen. Von Skagway am Taiya Inlet geht auch eine Eisenbahn über den Whitepaß.
 
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Lynton (spr. linnt'n), Stadt und Seebad in Devonshire (England), auf einer Anhöhe unweit der Mündung des Ost- und West-Lyn, mit (1901) 1641 Einw. Unterhalb liegt das Dorf Lynmouth mit Seebad.
 
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Lynx (lat.), der Luchs; auch ein Sternbild, s. Meyers Luchs.
 
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Lyo, kleine dän. Insel, zum Amt Svendborg (Fünen) gehörig, im Kleinen Belt, an der südwestlichen Küste von Fünen, 5,5 qkm mit 332 Einw. Hier nahm Graf Heinrich von Schwerin den König Waldemar II. von Dänemark (1223) gefangen.
 
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Lyolumineszenz, s. Meyers Lumineszenz.
 
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Lyon (spr. lióng: hierzu der Meyers Stadtplan), Hauptstadt des franz. Depart. Rhone, drittgrößte Stadt Frankreichs und eine der bedeutendsten Industrie- und Handelsstädte Europas, 165310 m ü. M., unter 45°46´ nördl. Br. und 4°49´ östl. L., an der Mündung der Saône in die Rhone malerisch gelegen,

[Bd. 6, Sp. 903]


hat angenehmes, gesundes, jedoch feuchtes und durch häufige Nebel beeinträchtigtes Klima. Der innere und ältere Teil der Stadt hat im allgemeinen enge Straßen mit alten, düstern, oft 67 Stockwerke hohen Häusern; die neuern Stadtteile sind dagegen durchgehends von schöner Anlage. L. zerfällt in 6 Arrondissements. Die eigentliche Stadt (1. und 2. Arrondissement) erstreckt sich von N. nach S. auf einer 5 km langen, 600900 m breiten Halbinsel bis zum Zusammenfluß der Rhone und der Saône und ist der Sitz der großen Industriefirmen und des Handels, zugleich des Reichtums und des Luxus; im NW. davon erhebt sich eine steile Anhöhe, auf deren Plateau sich aus bergigen, volkreichen Gassen der Stadtteil La Croix Rousse (4. Arrondissement), zusammensetzt, das eigentliche Viertel der großen Masse von Seidenarbeitern, das mit der innern Stadt durch zwei Drahtseilbahnen in Verbindung gesetzt ist. An diese Vorstadt, die, wie die übrigen, 1852 mit L. vereinigt wurde, schließen sich unmittelbar Chartreux und St.-Serin und jenseit der Saône das seit der Überschwemmung von 1840 neugebaute Viertel Vaise an. Auf dem rechten Ufer der Saône liegt weiter der Stadtteil Fourvière (benannt nach dem forum vetus Trajans, 5. Arrondissement), die älteste Stadtanlage von L., am Fuße und auf dem Plateau des gleichnamigen Hügels, der eine herrliche Aussicht (bis zu den Alpen) gewährt und mit der untern Stadt an der Saône durch eine Drahtseilbahn verbunden ist; dann die Vorstädte St.-Irénée, St.-Just und St.-Georges. Am linken Rhoneufer liegt in der Ebene das stark bevölkerte Arbeiterviertel La Guillotière (3. Arrondissement) und an dieses nördlich anschließend das erst am Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene, regelmäßig angelegte, vornehme Viertel Les Brotteaux (6. Arrondissement), das mit dem 1857 angelegten Park Tête d'Or (114 Hektar), der einen zoologischen und botanischen Garten sowie ein großes Wasserbassin mit zwei Inseln umfaßt, seinen Abschluß findet. Die Rhone hat in L. eine durchschnittliche Breite von 200 m und im Vergleich zur Saône starkes Gefälle; sie verursacht plötzliche und große Überschwemmungen (zuletzt 1840 und 1856), gegen welche die niedrig gelegenen Stadtteile, insbes. die beiden zuletzt genannten, durch kostspielige Eindämmungen geschützt worden sind. An den Ufern der Saône und der Rhone zieht sich eine Reihe von (28) Kais in einer Gesamtlänge von 40 km hin, die zum Teil mit Anlagen ausgestattet und durch 25 Brücken miteinander verbunden sind. Unter den Plätzen sind hervorzuheben: der Hauptplatz Bellecour, der Mittelpunkt des reichsten Stadtteils, die Lieblingspromenade der Lyoner, mit einer Reiterstatue Ludwigs XIV. (von Lemot); die Place des Terreaux, mit schönem Springbrunnen; die Place des Jacobins mit einem Monumentalbrunnen; die Place Carnot mit einer Statue der Republik (1890); die Place Tolosan mit einem Denkmal Suchets; die Place Sathonay; die Place de la Croix Rousse mit einem Denkmal Jacquards; die Place Morand mit einem Monumentalbrunnen von Desjardins und die Place Raspail mit einer Büste Raspails. Zu den schönsten Straßen gehören die Rue de la République, die parallel mit derselben laufende Rue de l'Hôtel de Ville, die Rue Victor Hugo, die Boulevards de la Croix Rousse und du Nord, der Cours du Midi, die Cours Morand, Lafayette, Gambetta etc. Viele der Hauptstraßenzüge und mehrere Brücken sind elektrisch beleuchtet. Von öffentlichen Gebäuden verdienen erwähnt zu werden: die Primatialkirche St.-Jean, am Fuße des Hügels Fourvière, ein überwiegend gotischer Bau, 1480 vollendet (die romanische Kapelle St.-Pierre aus dem 12. Jahrh.), mit reicher Fassade, vier Türmen, schönen Glasmalereien, einer 10,000 kg schweren Glocke (von 1662), einer astronomischen Uhr und der schönen Bourbonenkapelle; die Kirchen St.-Martin d'Ainay (10.13. Jahrh.), St.-Nizier (15. Jahrh.), St.-Bonaventura (15. und 19. Jahrh.) und die 187294 im modernisierten byzantinischen Stil neben der ältern Wallfahrtskapelle erbaute Kirche Notre-Dame de Fourvière, im Innern mit blauen Marmorsäulen und reicher Ausstattung; der erzbischöfliche Palast; das Stadthaus (164655 von dem Lyoner Architekten Maupin erbaut), mit dem Reliefbild Heinrichs IV. an der imposanten Fassade und den Bronzegruppen der Rhone und Saône von den Brüdern Coustou im Hof; das Massif des Terreaux mit Passage; der Kunstpalast (Palais St.-Pierre) mit den Kunstsammlungen; der monumentale Handels- und Börsenpalast (185461 von Dardel erbaut); der Justizpalast; die neuen Gebäude der Präfektur und der medizinischen Fakultät (1890, im Hof Denkmal Claude Bernards); das Hôtel-Dieu (Hospital), zu Anfang des 6. Jahrh. gegründet, mit monumentaler Fassade; das große Theater (1830) und das Théâtre des Célestins (1880). Außer den erwähnten hat L. noch Denkmäler des Botanikers Bernard de Jussieu, des Tierarztes Bourgelat (in der Tierarzneischule), des Arztes Bonnet (im Hôtel-Dieu), ferner Reste von Bädern, eines Theaters und von Wasserleitungen aus der Römerzeit. L. ist seit 1856 im Besitz einer großen Wasserleitung, die vier große Reservoirs zählt und täglich 30,000 cbm Wasser liefern kann.
   Die Stadt zählt (1901) 409,661 (als Gemeinde 459,099) Einw. (darunter etwa 8000 Protestanten und 22001 Juden). Ihre hervorragende Stellung dankt sie hauptsächlich ihrer hoch entwickelten Industrie und ihrem Handel. Der wichtigste Industriezweig ist die Seidenweberei, die mehr als 300 Unternehmungen zählt und 94,000 Webstühle, nämlich 72,000 Hand- und 22,000 mechanische Stühle, beschäftigt, wovon jedoch der größte Teil nicht in der Stadt selbst, sondern in der Umgebung und in den benachbarten Departements betrieben wird. Der Wert der Produktion beträgt 380400 Mill. Fr. (darunter ca. 165 Mill. für glatte, reine Seidengewebe und 126 Mill. für glatte Halbseidenstoffe). Hiervon wird der größere Teil (für ca. 230 Mill. Fr.) ausgeführt, hauptsächlich nach England (100 Mill. Fr.), Vereinigte Staaten von Nordamerika (60), Deutschland (15), Schweiz (11), Belgien (9 Mill.) etc. Mit der Seidenweberei stehen in Verbindung die Seidenfärberei, die Druckerei und Appretur. Wichtige andre Industriezweige sind: die chemische Industrie, die hauptsächlich Farben und Firnisse, Schwefelsäure und andre Chemikalien, pharmazeutische Produkte, dann Kerzen und Seife liefert (Produktionswert ca. 80 Mill. Fr.); die metallurgische und Maschinenindustrie (75 Mill. Fr.); die Fabrikation von Gold- und Juwelierwaren und die Bijouterie (zusammen 35 Mill. Fr.), von Leder, Schuhwaren und Handschuhen (53 Mill. Fr.),

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Hüten, Wirkwaren, Miedern, Krawatten, Kleidern, Möbeln, Glas, Mehl und Teigwaren, Schokolade, Fleischwaren, Tabak, Bier und Likör, sowie die Buchdruckerei und Gaserzeugung. Der Handel von L. wird wesentlich unterstützt durch die günstige Lage der Stadt im Innern Frankreichs und doch nicht fern von den Grenzen, im Mittelpunkt wichtiger Wasser- und Landstraßen, namentlich aber von zehn Eisenbahnlinien (nach Paris, Marseille, Trévoux, Bourg, Ambérieu, Aoste-St. Genix, Grenoble, St.-Etienne, Vaugneray und Arbresle), die in L. in acht Bahnhöfen zusammenlaufen. Für den Lokalverkehr sorgen außer den erwähnten drei Drahtseilbahnen (auf die Höhen von Croix Rousse und Fourvière), vier Dampfstraßenbahnen, ein reich entwickeltes Netz von Pferdebahn- und Omnibuslinien und Lokaldampfer auf der Saône. Der Handel umfaßt als Hauptobjekte Rohseide, die hauptsächlich aus China und Japan, dann aus Italien, Frankreich und der Levante bezogen wird (jährlich werden bei der Seidenkonditionieranstalt zu L. 6 Mill. kg Seide behandelt), dann Seidenwaren, ferner Tuch und Leinwand, Baumwolle, Stein- und Holzkohle, Metalle und Metallwaren, Wein und Branntwein, Käse und Kastanien. Der Güterverkehr auf der Eisenbahn beläuft sich jährlich auf 2,5 Mill. Ton., auf den Flüssen und Kanälen 1,4 Mill. Ton.
   L. hat an Unterrichts- und Bildungsanstalten: vier staatliche Fakultäten (für Rechte, Wissenschaften, Literatur und Medizin), eine freie kath. Universität (Fakultäten für Theologie, Rechte, Wissenschaften und Literatur), eine höhere pharmazeutische und eine Tierarzneischule, ein Lyzeum, eine Lehrer- und eine Lehrerinnenbildungsanstalt, ein Mädchenlyzeum, eine Kunstschule (Ecole de St.-Pierre), eine höhere Handels- und Webschule, eine Zentralgewerbeschule, eine Gewerbeschule (La Martinière), eine Uhrmacherschule, ein Musikkonservatorium, ein großes und ein kleines Seminar, ein Taubstummeninstitut etc.; ferner eine städtische Bibliothek (mit 130,000 Bänden und 2400 Handschriften), eine Bibliothek im Kunstpalast (mit 70,000 Bänden und 20,000 Zeichnungen und Stichen), sechs Volksbibliotheken, ein reiches Kunst- und Antiquitätenmuseum, ein naturhistorisches und Industriemuseum, einen Botanischen und einen Zoologischen Garten, ein meteorologisches Observatorium, endlich zahlreiche wissenschaftliche, Kunst- und industrielle Gesellschaften. In L. erscheinen 36 Zeitungen. Unter den Wohltätigkeitsanstalten sind die neun Spitäler (mit zusammen 5000 Betten), das Militärspital u. das Irrenhaus zu erwähnen. Die Stadt ist der Sitz eines Erzbischofs, des Generalkommandos des 14. Armeekorps, ferner des Präfekten, eines Appellhofs, Tribunals und Assisenhofs, eines Handelsgerichts, einer Handels- und einer Ackerbaukammer, einer Börse, einer Filiale der Bank von Frankreich, mehrerer Banken (darunter der Credit Lyonnais) sowie zahlreicher Konsulate fremder Staaten. Die Maires der sechs Arrondissements unterstehen dem Präfekten, der als maire général fungiert. Das städtische Budget beziffert sich in den Einnahmen und Ausgaben auf 30 Mill. Fr.; die Stadtschuld beträgt ca. 100 Mill. Fr. Die Stadt bildet eine Festung ersten Ranges. Die ältern Befestigungen (von 1830) bestanden aus einer bastionierten Umwallung nebst 11 Forts und 3 Batterien in einem Umkreise von 19 km. Seit 1870 wurde jedoch diese Befestigung bedeutend erweitert, um die Stadt vor einer Beschießung zu sichern und in ein großes verschanztes Lager umzuwandeln. Die Enceinte wurde hinausgeschoben und beschreibt nun vom Rhoneufer nördlich bis zu jenem südlich von L. einen 12 km langen Halbkreis. Außerdem wurden 12 neue Forts und 10 Batterien, darunter die starken Werke auf dem Mont d'Or (626 m) nordwestlich der Stadt, in einem Umkreise von 70 km angelegt. Nordöstlich von L. ist das Militärlager von Meyers Sathonay (s. d.).
   Als Vororte von L. sind anzusehen: Caluire-et-Cuire (s. d., 10,597 Einw.) im N., Villeurbanne (s. d., 28,385 Einw.) und Bron (2087 Einw.) im O., St.-Fons (3665 Einw.) im SO., Ste.-Foy (s. d. 2, 1980 Einw.), La Mulatière (3628 Einw.) und Oullins (s. d., 9343 Einw.) im S., Ecully (1285 Einw.) und Tassin-la Demi-Lune (2828 Einw.) im W. L. ist Geburtsort zahlreicher berühmter Personen, darunter der römischen Kaiser Claudius und Caracalla, des Dichters Sidonius Apollinaris, des Marschalls Suchet, des Staatsmanns Jules Favre, der drei Botaniker Jussieu, des Physikers Ampère, des Erfinders des nach ihm benannten Webstuhls, Jacquard, des Architekten Philibert Delorme, der beiden Bildhauer Coustou, der Maler Hennequin, Flandrin und Meissonier, des Kupferstechers Audran, der Dichterin Louise Labé, der Madame Récamier und des Nationalökonomen J. B. Say.
   Geschichte. L. hieß bei den Galliern Lugudunum (»Rabenhügel«) und lag im Gebiete der Ambarrer. 43 v. Chr. führte L. Munatius Plancus eine römische Kolonie dahin (vgl. Jullien, Les fondateurs de Lyon. Histoire de L. Munatius Plancus, Lyon 1897), und Kaiser Augustus förderte sie dadurch, daß er sie zum Mittelpunkt eines großen Straßennetzes, zur einzigen Münzstätte des Westens, zur kaiserlichen Residenz und zum Versammlungsort des Landtags für ganz Gallien, zur Hauptstadt der großen Provinz des lugdunensischen Gallien machte. L. wurde dann namentlich von Trajan sehr verschönert, der auf der westlich von der Rhone gelegenen Höhe das Forum Trajani oder Forum vetus (jetzt Fourvière) anlegte. Septimius Severus schlug bei L. 197 den Gegenkaiser Albinus. Unter den Einfällen der Barbaren in Gallien und den Stürmen der Völkerwanderung hatte L. viel zu leiden. Unter Chlotar wurde es 532 von den Franken erobert. Durch den Vertrag zu Verdun 843 kam es an Lothar I. und von diesem an dessen Sohn Karl. Nach dessen Tode gehörte es zum Königreich Burgund, mit dem es 1032 an das Deutsche Reich kam. L. ward allmählich eine freie Reichsstadt. Nachdem jedoch unter Friedrich II., der auf dem Konzil zu L. 1245 nochmals gebannt und abgesetzt worden war, die deutschen Kaiser die Herrschaft über Arelat verloren hatten, begaben sich die Erzbischöfe von L., 1274 und 1307 auch die Stadt selbst unter den Schutz des Königs von Frankreich. Philipp der Schöne erhob 1313 die Baronie L. zu einer Grafschaft. Franz I. führte in L. die Fabrikation der Seiden- sowie der Gold- und Silberstoffe ein. Die Reformation fand vom benachbarten Genf aus hier früh Eingang und Verbreitung; doch die Metzelei von 1572 vernichtete das Übergewicht der Reformierten. Beim Ausbruch der Revolution zählte L. 200,000 Einw. Als der Jakobiner Chalier durch einen demokratischen Gemeinderat und eine revolutionäre Bürgerwehr die reichern Bürger und Kaufleute terrorisierte, erhoben sich diese 1793, verweigerten dem Konvent den Gehorsam und ließen Chalier hinrichten. Hierauf ward L. 12. Juli vom Konvent geächtet, 7. Aug. durch eine Armee des Konvents unter Dubois-Crancé belagert, und 10. Okt. mußte es sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Der Konvent sprach über die Stadt.

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die den Namen Commune affranchie erhielt, die Vernichtung aus und übertrug deren Vollziehung Collot d'Herbois, Fouché und Ronsin. Gegen 6000 Menschen wurden mit Kartätschen erschossen und der größte Teil der Stadt demoliert. Unter dem ersten Kaiserreich nahm die Seidenmanufaktur einen neuen hohen Aufschwung und erholte sich die Stadt. Im November 1831 fanden in L. ernstliche Unruhen der Fabrikarbeiter statt, die höhern Lohn erzwingen wollten und erst 3. Dez. durch 20,000 Mann unter dem Herzog von Orléans und Marschall Soult zur Unterwerfung gebracht wurden. Im April 1834 brach ein neuer Aufstand von mehr politischem Charakter aus und wurde erst nach fünftägigem Straßenkampf unterdrückt. Auf die Nachricht von der Empörung der Pariser Arbeiter 1848 erhob sich auch in L. das Volk; ein am 15. Juni 1849 ausgebrochener Aufstand wurde vom General Magnan blutig niedergeworfen. Auch 1870 ward L. ein Hauptherd der radikalen Demokratie. Doch wurde es während des Kommuneaufstandes 1871 im Zaum gehalten. Vgl. Clerjon, Histoire de L. (Lyon 182933, 4 Bde.); Beaulieu, Histoire du commerce, de l'industrie et des fabriques de L. (das. 1838); Monfalcon, Histoire monumentale de la ville de L. (das. 186670, 8 Bde.); Metzger, Révolution française. L. en 1781 jusqu'an premier Empire (das. 188186, 10 Bde.); Clément, L., ethnographie, démographie, topographie, etc. (das. 1889); Steyert, Nouvelle histoire de L. et des provinces de Lyonnais, etc. (das. 189599, 3 Bde.); Pariset, Histoire de la fabrique Lyonnaise (das. 1901); Charléty, Histoire de L. (das. 1903) und Bibliographie critique de l'histoire de L. depuis 1789 (das. 1903); »Fouilles de la province de L.« (Geschichtsquellen, hrsg. von Lognon, 1904); Charvet, L. artistique. Architectes (das. 1899); Gurlitt, Historische Städtebilder, Bd. 5: Lyon (30 Tafeln, Berl. 1904); »Revue d'histoire de L.« (hrsg. von Charléty, 1902 ff.).
 
Artikelverweis 
Lyon, Paul Otto, Germanist und Schulmann, geb. 10. Jan. 1853 in Spinewitz bei Meißen, studierte 187479 in Leipzig und wurde 1879 Oberlehrer am Realgymnasium in Döbeln, 1884 Professor am Annenrealgymnasium in Dresden, 1899 Stadtschulrat daselbst. Er machte sich besonders bekannt durch eine Reihe von Neubearbeitungen älterer sprachwissenschaftlicher Werke (Eberhard, Synonymisches Wörterbuch, 16. Aufl. 1904; K. Ferd. Becker, Der deutsche Stil, 3. Aufl. 1883; Heyse, Fremdwörterbuch, 18. Aufl. 1903, und Deutsche Grammatik, 26. Aufl. 1900, etc.) und durch Begründung (mit seinem Lehrer R. Hildebrand) der »Zeitschrift für den deutschen Unterricht« (Leipz. 1887), die er noch jetzt leitet. Ferner schrieb er außer mehreren verbreiteten Unterrichtsbüchern (»Handbuch der deutschen Sprache« in verschiedenen Ausgaben u. a.): »Goethes Verhältnis zu Klopstock« (Döbeln 1880); »Minne- und Meistersang« (Leipz. 1883); »Die Lektüre als Grundlage eines einheitlichen und naturgemäßen Unterrichts in der deutschen Sprache« (3. Aufl., das. 1904, 2 Tle.); »Abriß der deutschen Grammatik und kurze Geschichte der deutschen Sprache« (in der Sammlung Göschen, 4. Aufl., das. 1905); »Das Pathos der Resonanz. Eine Philosophie der modernen Kunst und des modernen Lebens« (Leipz. 1900) u. a. Mit Th. Klaiber gab er heraus: »Die Meister des deutschen Briefes, in einer Auswahl« (Bielef. 1901).
 
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Lyonais (spr. -nǟ), halbwollener Damenkleiderstoff mit 2830 Ketten- und 1620 Schußfäden auf 1 cm, aus Waterkette Nr. 20 engl. und Westschuß Nr. 30 engl.
 
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Lyonĭa Nutt., Gattung der Erikazeen, Sträucher mit wechselnden oder immergrünen, häufig mit Schildhaaren besetzten Blättern, fünflappigem, schüsselförmigem Kelch, kugelig-krugförmiger Blumenkrone mit kleinem Saum und fünf hellen, herablaufenden Schwielen an den Klappen der Frucht vor dem Aufspringen. Etwa 16 Arten in Nordamerika und Ostasien und einer boreal-zirkumpolaren Art. Abfallende Blätter und einzeln oder zu wenigen in Trauben an vorjährigen Zweigenden stehende Blüten besitzen L. ligustrina DC. und L. frondosa Nutt., zwei ganz harte Ziersträucher aus dem östlichen Nordamerika. L. calyculata Rchb. (Andromeda calyculata L.), immergrün, mit oval-länglichen, stumpf stachelspitzigen, beiderseits schuppigen Blättern und endständiger, beblätterter, einseitswendiger Traube mit weißen oder hellrötlichen Blüten, wächst in Nordeuropa, Ostpreußen, Nordasien und Nordamerika und wird in mehreren Varietäten in Gärten kultiviert. L. racemosa Don., sommergrün, mit dichten, ährenartigen, nackten, einseitswendigen Trauben weißer Blüten, wächst in den östlichen Vereinigten Staaten. L. Mariana Don., mit zylindrisch-glockenförmigen, weißen, 1012 mm langen Blüten in Trauben oder Büscheln an vorjährigen Zweigenden, wächst in Nordamerika und wird als prächtige harte Zierpflanze vielfach kultiviert.
 
Artikelverweis 
Lyonische Ware, s. Leonische Ware.
 
Artikelverweis 
Lyonnais (spr. lionnä), ehemalige franz. Provinz, umfaßte die Landschaften L. (im engern Sinne), Beaujolais und Forez, hatte Lyon zur Hauptstadt und ist jetzt in die Departements Rhone und Loire geteilt. Über die Berge von L. s. Meyers Cevennen. Vgl. Magnin, La végétation de la région Lyonnaise, etc. (Genf 1886).

 

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Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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