Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lykŏphron bis Lymebai (Bd. 6, Sp. 897 bis 899)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lykŏphron, griech. Dichter und Grammatiker aus Chalkis auf Euböa, lebte um 275 v. Chr. in Alexandria, bei der Ordnung der Bibliothek beschäftigt, wo er ein Werk über die Komödie verfaßte. Als tragischer Dichter wurde er zu der sogen. Meyers Pleias (s. d.) gezählt. Von seinen Schriften ist nur die »Alexandra« übrig, ein Gedicht, das in der Form einer Monodie in 1474 Senaren Weissagungen Kassandras von Trojas Schicksalen bis auf Alexander d. Gr. enthält. Wiewohl poetisch wertlos, ist das Gedicht wegen seiner gehäuften Gelehrsamkeit und dunkeln Sprache bei Zeitgenossen und Spätern Gegenstand eifrigen Studiums gewesen, dem wir vortreffliche Scholien verdanken. Wichtigste Ausgaben von Scheer (Bd. 1, Berl. 1881) und von Holzinger (mit Übersetzung und Kommentar, Leipz. 1895).
 
Artikelverweis 
Lykopodĭazeen (Bärlappgewächse), Pflanzenfamilie aus der Ordnung der isosporen Lykopodinen (s. d.), ausdauernde, immergrüne, moosähnliche Gewächse mit langgestrecktem, oft dichotom verzweigtem, kriechendem, unterseits bewurzeltem Stengel, aufrechten Ästen und kleinen, sitzenden und herablaufenden, ganzen, linealischen oder schuppenförmigen, spitzen Blättern (Abbildung A). Die nierenförmigen, durch einen Querriß sich öffnenden Sporangien (Abbildung C) befinden sich einzeln an der Basis gewöhnlicher Laubblätter (bei Lycopodium Selago) oder am Grunde schuppenartiger, verbreiterter, zu einem ährigen Fruchtstand vereinigter (Abbildung A, oben) Hochblätter. Die Sporen (D) haben tetraedrisch-kugelige Gestalt und ein gelb gefärbtes, durch netzförmige Leisten verdicktes Exosporium. Das unterirdische Prothallium stellt einen knolligen, chlorophyllosen Körper (B) dar, der in seinen ersten Entwickelungsstadien Antheridien und Archegonien trägt; der Embryo steht durch einen fußartigen Auswuchs mit dem Prothallium in Verbindung. Die Familie zählt etwas über 100 jetzt lebende Arten in zwei Gattungen, von denen Lycopodium L. die wichtigste und artenreichste ist; die Gattung Phylloglossum wird von einer einzigen, in Australien einheimischen Art gebildet. Die früher zu den L. gestellten Gattungen Psilotum und Tmesipteris bilden jetzt eine besondere Familie (s. Meyers Psilotazeen). Fossile L., welche die Gattung Lycopodites Brongn. bilden, sind aus dem Devon und Karbon bekannt.
 
Artikelverweis 
Lykopodĭnen (Lycopodiales, bärlappartige Gewächse), Abteilung der Gefäßkryptogamen, sporenerzeugende Gewächse mit deutlichen Leitbündeln und einfachen Blättern, die oft am Ende des Sprosses zu besondern Fruchtständen zusammentreten und in ihrer Achsel oder am Grunde der Blattoberseite einzelne Sporangien mit einer- oder zweierlei Sporen tragen. Hiernach zerfallen sie in die beiden Gruppen der Isosporeae und Heterosporeae; zu erstern gehören die Lykopodiazeen und Psilotazeen, zu letztern die Isoëtazeen und Selaginellazeen nebst den ausgestorbenen Gruppen der Lepidodendrazeen (Schuppenbäume) und Sigillariazeen (Siegelbäume). Dieselben bildeten in den vorweltlichen Perioden einen Hauptbestandteil der Vegetation und waren in stattlichen Formen vertreten. Im Devon und in der Steinkohlenformation treten die Schuppenbäume (Lepidodendron Brongn., s. Tafel Meyers »Steinkohlenformation III«, Fig. 7, u. IV, Fig. 1; Ulodendron Sternb., Tafel III, Fig. 8; Halonia Lindl. et Hutt.) mit dichotom verzweigten, bis über 10 m hohen und bis 1 m im Umfang haltenden Stämmen auf, deren Rinde mit dicht stehenden, spiralig angeordneten rhombischen, elliptischen oder sechseckigen Blattkissen

[Bd. 6, Sp. 898]


bedeckt ist; auf ihrer Mitte befindet sich eine kleine querrhombische oder dreieckige Erhöhung, die Narbe des abgefallenen Blattes. Auch kommen dünnere Zweige (Halonia) vor mit noch ansitzenden, steifen, linealischen Blättern, desgleichen walzenförmige, bisweilen an Tannenzapfen erinnernde Sporangienähren (Lepidostrobus) am Ende der Zweige mit zahlreichen schuppenförmigen Deckblättern, die unten Makrosporangien, oben Mikrosporangien in ihrer Achsel tragen. Man unterscheidet gegen 60 Arten. Die Siegelbäume (Sigillaria Brongn., s. Tafel Meyers »Steinkohlenformation III«, Fig. 10, u. IV, Fig. 3), säulenförmige, meist unverzweigte, bis 25 m lange und 12 m dicke Stämme, die mit zahlreichen, in sehr auffallenden Längsreihen geordneten, rundlichen oder sechseckigen, Siegelabdrücken ähnlichen Blattpolstern besetzt sind, zwischen denen Längsfurchen verlaufen; sie trugen lange, lineare Blätter, die jedoch in der Regel außer Zusammenhang mit den Stammstücken gefunden werden. Die Sporangienstände (Sigillariostrobus) sind wiederum ährenförmig, und ihre Deckblätter tragen Sporangien mit Makrosporen; Mikrosporen sind bis jetzt nicht gefunden. Von diesen Bäumen kennt man gegen 80 Arten ebenfalls in der Steinkohlenformation. Die Rhizome (früher als Stigmaria Brongn. beschrieben) der Schuppen- und Siegelbäume waren mit langen, zylindrischen Anhängen besetzt, die beim Abfallen eine kreisrunde Warze zurückließen.
 
Artikelverweis 
Lykoreia, Gipfel des Meyers Parnassos (s. d.).
 
Artikelverweis 
Lykos, Name mehrerer mythischer Personen, wie: 1) L., Sohn des Königs Pandion von Athen, ging, von seinem Bruder Ägeus aus Athen vertrieben, nach Asien in das nach ihm Lykien benannte Land oder nach Andania in Messenien, wohin er die Eleusinischen Mysterien verpflanzte. Er galt als Stammvater des Priestergeschlechts der Lykomiden, das bei den Eleusinischen Mysterien sang. 2) Sohn des Poseidon und der Plejade Keläno, Gemahl der Dirke, führte nach seinem Bruder Nykteus die Herrschaft von Theben für den unmündigen Labdakos und nach dessen Tod für seinen Sohn Laïos. Er wurde von Amphion (s. d.) und Zethos getötet. 3) Sohn des Poseidon, Tyrann von Theben, wurde von Herakles erschlagen, weil er in seiner Abwesenheit seinen Schwiegervater Kreon getötet und seiner Gattin Megara wie seinen Kindern nachgestellt hatte.
 
Artikelverweis 
Lykostomon, Ruinen in Griechenland, s. Meyers Gonnos.
 
Artikelverweis 
Lykúrgos, Thrakerkönig, wurde als Verächter und Verfolger des Dionysos von Zeus geblendet oder, nachdem er, von Dionysos rasend gemacht, Weib und Kind getötet, von den Panthern des Gottes oder von Pferden zerrissen.
 
Artikelverweis 
Lykúrgos, 1) der berühmte Gesetzgeber Spartas, dessen Ordnungen es seine geschichtliche Größe zuschrieb. Die Überlieferung über die Zeit seines Lebens und seine gesetzgeberische Tätigkeit ist freilich so schwankend, seine als göttliches Wesen in einem besondern Heiligtum verehrte Gestalt so mit Legenden und symbolischen Ausschmückungen umwoben, daß man sogar die geschichtliche Persönlichkeit des L. hat leugnen und ihn für einen heroisierten Apollon erklären wollen. In Sparta erzählte man sich, daß er auf einer Reise nach Kreta die dortigen politischen Einrichtungen erforscht und in höherm Alter als Vormund eines minderjährigen Königs (Labotes aus dem Stamme der Agiaden) den Staat geordnet habe. Als sein Hauptverdienst galt, zwischen den verschiedenen Parteien, deren erbitterter Streit den Staat zerrüttet hatte, den beiden Königsfamilien, den Doriern und den alten achäischen Einwohnern, eine Aussöhnung vermittelt und ein nach beiden Seiten vorteilhaftes Vertragsverhältnis hergestellt zu haben. Welche von den später auf ihn zurückgeführten Gesetzen und Anordnungen wirklich von ihm herrühren, darüber gehen die Nachrichten des Altertums auseinander; viele sind erweislich spätern Ursprungs. Über sein späteres Leben lautete die Fabel, daß er, um seiner Verfassung dauernde Geltung zu verschaffen, vorgab, den Rat des delphischen Orakels einholen zu müssen, mit dem er auch sonst in enger Verbindung gestanden habe, und die Könige, die Geronten und die übrigen Spartiaten schwören ließ, an der neuen Verfassung bis zu seiner Rückkehr nichts ändern zu wollen. Von der Pythia habe er den Bescheid erhalten, daß Sparta, wenn es bei den von ihm getroffenen Einrichtungen beharre, groß und glücklich werden würde, und, um seine Landsleute nicht von ihrem Eid zu lösen, seinem Leben durch freiwilligen Hungertod ein Ende gemacht. Die Zeit seiner Gesetzgebung wurde von spätern griechischen Chronographen auf das 'Jahr 884 berechnet. Vgl. Lachmann, Spartanische Staatsverfassung (Bresl. 1836); Trieber, Forschungen zur spartanischen Verfassungsgeschichte (Berl. 1871); G. Gilbert, Studien zur altspartanischen Geschichte (Götting. 1872); E. Meyer, Forschungen zur alten Geschichte, Bd. 1, S. 211 ff. (Halle 1892); G. Attinger, Essai sur Lycurgue et ses institutions (Neuchâtel 1892).
   2) Einer der zehn Meyers »attischen Redner« (s. d.), um 396325 v. Chr., aus Athen gebürtig, Schüler des Platon und des Isokrates, neben Demosthenes und Hypereides einer der eifrigsten Vertreter der patriotischen Partei. Den Glanzpunkt seiner politischen Tätigkeit bildet seine ausgezeichnete Finanzverwaltung von 338326. Das Ehrendekret, das die Athener 307 seinem Andenken weihten, ist noch erhalten, zum Teil im inschriftlichen Original. Von seinen 15 Reden hat sich nur die weniger durch Kunst als ernste Kraft und sorgfältige Durcharbeitung ausgezeichnete gegen Leokrates erhalten. Ausgaben (außer in den Sammlungen der Redner) von Nicolai (2. Aufl., Berl. 1885), Rehdantz (Leipz. 1876), Thalheim (Berl. 1880), Blast (Leipz. 1899); Übersetzungen von Teuffel (Stuttg. 1865), Holzer (2. Aufl., das. 1883), Bender (das. 1870). Vgl. Blaß, Die attische Beredsamkeit, Bd. 3, Abt. 2 (2. Aufl., Leipz. 1898); Dürrbach, L'orateur Lycurgue (Par. 1890).
 
Artikelverweis 
Lykúrgos, Logothetis, neugriech. Freiheitskämpfer, geb. 1772 auf Samos, gest. 22. Mai 1851, erhielt seine Bildung in Konstantinopel, ward Sekretär des Hospodars der Walachei, Konstantin Ypsilantis, und bekleidete bei seinem Nachfolger Alexander Soutsos das Amt eines Schatzmeisters und Logotheten (Kanzlers). 1802 heimgekehrt, bekämpfte er erfolgreich die Willkürherrschaft der griechischen Archonten und des türkischen Gouverneurs von Samos, bis er von diesem als Hochverräter verhaftet wurde. Nach zwei Jahren begnadigt, floh er nach Smyrna. Nach dem Ausbruch des Freiheitskrieges erhob er 8. Mai 1821 in Samos die Fahne des Aufstandes. Auf Veranlassung der Chioten und im Auftrag des Demetrios Ypsilantis unternahm er im März 1822 nach Chios zur Befreiung der Insel vom türkischen Joch eine Expedition, die zu einer blutigen Katastrophe (s. Chios, S. 68) führte. Im Sommer 1824 war er die Seele des Widerstandes der Insel Samos gegen die Türken. Auch Kapo d'Istrias bestätigte ihn 1824 als Zivil- und Militärgouverneur der Insel

[Bd. 6, Sp. 899]


mit diktatorischer Gewalt und berief ihn in das Panhellenion. Als 1830 Samos von dem neubegründeten griechischen Staat ausgeschlossen wurde, machte L. die Rechte seiner Heimat geltend und erreichte wenigstens, daß die Insel zu einem Fürstentum unter dem unmittelbaren Schutz der Großmächte erhoben ward; die ihm angebotene Fürstenwürde schlug er aus. 1834 ging er nach Griechenland, wo er zum Generalleutnant und Senator ernannt wurde. Sein Sohn Alexander, der in Halle studierte und an dem Altkatholikenkongreß in Bonn teilnahm, starb 1875 als Erzbischof von Syra.
 
Artikelverweis 
Lyly, John, engl. Dichter, s. Meyers Lilly.
 
Artikelverweis 
Lymebai (spr. laim-), s. Meyers Kanal (La Manche).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer