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Lykāon bis Lykopodĭazeen (Bd. 6, Sp. 896 bis 897)
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Artikelverweis Lykāon, im griech. Mythus König der Arkadier, Sohn des Pelasgos, Gründer der Stadt Lykosura auf dem Gebirge Lykäon und Stifter des Kults des Lykäischen Zeus und der Lykäenspiele, Vater zahlreicher frevelmünger Söhne. Als sie Zeus einen geschlachteten Knaben als Mahl vorsetzten, erschlug er sie mit dem Blitz bis auf einen (Nyktimos) und verwandelte L. in einen Wolf. Ihrer Gottlosigkeit wegen soll Zeus die Deukalionische Flut zur Vertilgung des Menschengeschlechts geschickt haben (s. Deukalion).
 
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Lykaōnĭen, im Altertum eine Landschaft Kleinasiens, von Kappadokien, Galatien, Phrygien, Isaurien und Kilikien begrenzt, im N. eine flache Wüste, im S. bergig, unfruchtbar und nur zur Schafzucht geeignet. Hauptstadt war Ikonion. Das Volk der Lykaonier, das den Persern gegenüber sich unabhängig erhielt, dann aber den Mazedoniern und seit 25 v. Chr. den Römern untertan war, hatte seine eigne, weder arische noch semitische Sprache. S. Karte »Römisches Reich«.
 
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Lykäos, Beiname des Zeus, dessen heiliger Hain auf dem Berg Lykäoun in Arkadien bei Todesstrafe niemand außer den Priestern betreten durfte. Sein Kult und sein Fest, die Lykäa, wurden auf Lykaon (s. d.) zurückgeführt.
 
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Lykĭen, im Altertum Landschaft an der Südküste Kleinasiens (s. Karte »Alt-Griechenland«), die gegen NW. von Karien, gegen N. von Phrygien und Pisidien, gegen NO. von Pamphylien, im übrigen vom Mittelländischen Meer begrenzt ward. Das Land, überwiegend gebirgig, zum Teil von bis 3000 m ansteigenden Hochgebirgen (Tauros) erfüllt, war trotzdem reich an Wein, Getreide und den übrigen Produkten Kleinasiens; namentlich wurden die Zedern, Tannen und Platanen von L. gerühmt. Besonders fruchtbar und städtereich war das die Landschaft von N. nach S. durchschneidende Xanthostal. Der ältere Name von L. war nach Herodot Milyas, der sich in dem nördlichen Gebirgsland erhielt, der seiner Einwohner Termilen (Tramili), arischen Stammes Im O. saßen die vielleicht semitischen Solymer. Die Lykier, bei Homer Bundesgenossen der Troer, behaupteten ihre Freiheit gegen Krösos, erlagen aber später der persischen Übermacht. L. gehörte dann zum Attischen Seebunde, stand bis 190 v. Chr. unter der Oberhoheit der Seleukiden, gehörte dann nominell den Rhodiern, war aber tatsächlich frei und wurde 43 n. Chr. als Teil der Provinz Pamphylia dem Römerreich einverleibt. Erst seitdem wurde, wie die Inschriften beweisen, das Volk gräzisiert und erlangte dann in der Kaiserzeit rasch einen erstaunlichen Wohlstand, als dessen Zeugen die Reste zahlreicher Theater, Grabmäler und Hafenbauten sich erhalten haben. Zur Zeit seiner Freiheit bildete es einen aus 23 selbständigen Republiken bestehenden Städtebund, an dessen Spitze ein Generalstatthalter (der Lykiarches) stand. Die Zahl der Städte betrug nach Plinius 70; die sechs größten mit doppeltem Stimmrecht waren: Xanthos, Sitz der Bundesversammlung, Patara, Pinara, Olympos, Myra und Tlos. Die Lykier waren ein friedliebendes, wohlgesittetes Volk, das auf einer ziemlich hohen Stufe der Kultur stand und namentlich in der Baukunst Tüchtiges leistete, wovon noch eine Menge wohlerhaltener Grabmäler, wie in Anthiphellos (s. d. und Tafel Meyers »Architektur II«, Fig. 12 u. 13), die in ihrer Architektur den Holzbau nachahmen, Zeugnis ablegen. Über die Sprache der Lykier s. Meyers Lykisch. Vgl. Fellows, Discoveries in Lycia

[Bd. 6, Sp. 897]


(Lond. 1841); Spratt und Forbes, Travels in Lycia, etc. (das. 1847, 2 Bde.); Benndorf und Niemann, Reisen in L. und Karien (Wien 1884); Treuber, Geschichte der Lykier (Stuttg. 1887); Petersen und v. Luschan, Reisen in L., Milyas und Kibyratis (Wien 1889).
 
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Lykĭos, Beiname des Apollon, der zu Patara in Lykien ein Heiligtum hatte.
 
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Lykisch, die Sprache des alten Lykien im westlichen Kleinasien. Man hat dort neuerdings eine ziemlich beträchtliche Anzahl von Inschriften in dieser längst ausgestorbenen Sprache entdeckt, die in einem dem griechischen verwandten Alphabet abgefaßt sind (hrsg. von M. Schmidt, The Lycian inscriptions, Lond. 1869, und von E. Kalinka, »Tituli-Asiae Minoris«, Bd. 1, Wien 1901). Obwohl man sie lesen kann und sie gerade in den letzten Jahren viel auch von bedeutenden Forschern untersucht worden ist, so ist doch ihre Übersetzung noch keineswegs in weiterm Umfang gelungen. Manche erklären die Sprache für eine indogermanische, während andre mit ihrem Urteil über die Verwandtschaftsverhältnisse noch zurückhalten. Vgl. M. Schmidt, Neue lykische Studien (Jena 1869); Deecke, Lykische Studien (im 12. und 13. Bd. der »Beiträge zur Kunde der indogermanischen Sprachen«, Götting. 1887 f.); Bugge, Lykische Studien (1. Heft, Christiania 1897); Torp, Lykische Beiträge (das. 1898 bis 1901, 5 Hefte); V. Thomsen, Etudes lyciennes (Heft 1, Kopenh. 1899); K. F. Johansson, Lykyska inskrifter (in der »Nordisk Tidskrift«, 1901, S. 639 ff.).
 
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Lykomēdes, im griech. Mythus König von Skyros, Mörder des Meyers Theseus (s. d.). Seine Tochter Deïdameia war von Meyers Achilleus (s. d.) Mutter des Neoptolemos.
 
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Lykomīden, s. Meyers Lykos 1).
 
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Lykonpŏlis, s. Meyers Siut.
 
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Lykŏphron, griech. Dichter und Grammatiker aus Chalkis auf Euböa, lebte um 275 v. Chr. in Alexandria, bei der Ordnung der Bibliothek beschäftigt, wo er ein Werk über die Komödie verfaßte. Als tragischer Dichter wurde er zu der sogen. Meyers Pleias (s. d.) gezählt. Von seinen Schriften ist nur die »Alexandra« übrig, ein Gedicht, das in der Form einer Monodie in 1474 Senaren Weissagungen Kassandras von Trojas Schicksalen bis auf Alexander d. Gr. enthält. Wiewohl poetisch wertlos, ist das Gedicht wegen seiner gehäuften Gelehrsamkeit und dunkeln Sprache bei Zeitgenossen und Spätern Gegenstand eifrigen Studiums gewesen, dem wir vortreffliche Scholien verdanken. Wichtigste Ausgaben von Scheer (Bd. 1, Berl. 1881) und von Holzinger (mit Übersetzung und Kommentar, Leipz. 1895).
 
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Lykopodĭazeen (Bärlappgewächse), Pflanzenfamilie aus der Ordnung der isosporen Lykopodinen (s. d.), ausdauernde, immergrüne, moosähnliche Gewächse mit langgestrecktem, oft dichotom verzweigtem, kriechendem, unterseits bewurzeltem Stengel, aufrechten Ästen und kleinen, sitzenden und herablaufenden, ganzen, linealischen oder schuppenförmigen, spitzen Blättern (Abbildung A). Die nierenförmigen, durch einen Querriß sich öffnenden Sporangien (Abbildung C) befinden sich einzeln an der Basis gewöhnlicher Laubblätter (bei Lycopodium Selago) oder am Grunde schuppenartiger, verbreiterter, zu einem ährigen Fruchtstand vereinigter (Abbildung A, oben) Hochblätter. Die Sporen (D) haben tetraedrisch-kugelige Gestalt und ein gelb gefärbtes, durch netzförmige Leisten verdicktes Exosporium. Das unterirdische Prothallium stellt einen knolligen, chlorophyllosen Körper (B) dar, der in seinen ersten Entwickelungsstadien Antheridien und Archegonien trägt; der Embryo steht durch einen fußartigen Auswuchs mit dem Prothallium in Verbindung. Die Familie zählt etwas über 100 jetzt lebende Arten in zwei Gattungen, von denen Lycopodium L. die wichtigste und artenreichste ist; die Gattung Phylloglossum wird von einer einzigen, in Australien einheimischen Art gebildet. Die früher zu den L. gestellten Gattungen Psilotum und Tmesipteris bilden jetzt eine besondere Familie (s. Meyers Psilotazeen). Fossile L., welche die Gattung Lycopodites Brongn. bilden, sind aus dem Devon und Karbon bekannt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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