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Lycopodĭales bis Lydĭen (Bd. 6, Sp. 893 bis 894)
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Artikelverweis Lycopodĭales, s. Lykopodinen.
 
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Lycopodĭum L. (Bärlapp). Gattung der Lykopodiazeen (s. d.). L. clavatum L. (Kolbenbärlapp, Schlangenmoos, Drudenkraut, Gürtelkraut, Johannisgürtel, Unruhe, Abbildung s. Lykopodiazeen), mit weitkriechendem, ringsum dicht beblättertem, auf der Bauchseite wurzeltragendem Stengel, aufrecht abstehenden, in eine Borste auslaufenden Blättern und aufrechten, fruchttragenden Ästen, die 28 gestielte, 36 cm lange Ähren mit trockenhäutigen, haarspitzigen, am Rande gezähnelten Tragblättern tragen, ist nicht selten auf Heiden, in Nadelwäldern, an sonnigen Hügeln in ganz Europa, Asien und Amerika. Die Sporen bilden das Hexenmehl (Drudenmehl, Moos-, Blitz- oder Streupulver, Bärlappsamen, Semen Lycopodii), ein sehr leichtes, zartes, blaßgelbes, geruch- und fast geschmackloses, durch Wasser nicht benetzbares Pulver. Mikroskopisch ist die Echtheit an der kugeltetraedrischen Form der Sporen, den drei Leisten und deren netzartiger Außenhaut leicht zu erkennen. Es dient zum Bestreuen der Pillen, zum Betupfen wunder Stellen bei Säuglingen, zur Darstellung der Lichtenbergschen elektrischen Figuren und der Chladnischen Klangfiguren sowie als Blitzpulver auf Theatern. Früher nagelte man das Kraut gegen Hexen an Stalltüren, hing es, zu einem Kranz geflochten, als »Unruhe« in Schlafkammern auf oder trug es auch als Gürtel um den Leib. Andre einheimische Bärlapparten (wie L. complanatum L. und L. alpinum

[Bd. 6, Sp. 894]


L.) tragen an den Hauptästen lanzettliche Blätter in spiraliger Stellung, an den Nebenästen paarweise zu zweigliederigen Quirlen verbundene Blätter. Bei L. Selago L, stehen die Sporangien in den Achseln gewöhnlicher Laubblätter.
 
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Lycosa, s. Meyers Tarantel.
 
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Lycosaurus, s. Meyers Theromorpha.
 
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Lyda, s. Meyers Blattwespen, S. 34.
 
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Lydd (spr. lidd), Stadt (municipal borough) in der engl. Grafschaft Kent, 5 km südwestlich von New Romney, hat eine alte gotische Kirche, einen Artillerieschießplatz, Fischerei und (1901) 2675 Einw.
 
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Lydda, früherer Name von Diospolis (s. d. 3).
 
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Lyddīt (nach dem Orte Lydd in Kent, wo die ersten Versuche angestellt wurden), ein aus geschmolzener Pikrinsäure bestehender Explosivstoff, der nach den Ermittelungen von Turpin die Explosivstoffe aus kristallisierter Pikrinsäure und einem Sauerstoffträger übertrifft. Man schmilzt die Pikrinsäure vorsichtig im Ölbade, gießt sie in die Granaten, läßt diese abkühlen und setzt die Schießwollzünder ein. L. ersetzte in Frankreich den Melinit (s. d.), ging aber unter dessen Namen. Später hat man gefunden, daß die Pikrinsäure die Metallwandung der Granaten angreift und mit deren Metall wenig beständige Salze bildet. Man hat deshalb teilweise die geschmolzene Pikrinsäure durch beständige Pikrinsäuresalze ersetzt. Die Lydditgeschosse bilden durch die Gewalt der Explosion und die Giftigkeit der entwickelten Gase die gefährlichste Waffe, die jemals im Kriege angewendet wurde, sie töten auf einen Umkreis von 100 m Radius alles Lebende, während sie gegen Panzer ziemlich wirkungslos sind, da sie beim Anprallen vor dem Eindringen durch die Explosion völlig pulverisiert werden. Sie wurden von den Engländern im Sudân und gegen die Buren angewandt.
 
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Lydekker, Richard, Zoolog und Paläontolog, geb. 1849, studierte Naturwissenschaften auf dem Trinity College in Cambridge, war 187482 bei der geologischen Aufnahme Indiens beteiligt und lebt jetzt als Friedensrichter in Harpenden (Herts). Er schrieb: »Catalogue of the fossil Mammalia in the British Museum (Lond. 188587, 5 Bde.), of the fossil Reptilia and Amphibia« (1888, 4 Bde.); »Indian tertiary and praetertiary Vertebrata. Palaeontologia indica« (in den »Mem. Geolog. Survey of East India«, 187586, 4 Bde.); »Vertebrata« (in Nicholsons »Manual of palaeontology«, 3. Aufl. 1889, 2 Bde.); »An introduction to the study of mammals, living and extinct« (mit Flower, 1891); »Phases of animal life« (1892); »Horns and hoofs« (1893); »Royal natural history« (mit P. L. Sclater, 189397, 16 Tle. od. 8 Bde.); »Life and rock«, Essays (1894); »Marsupialia and Monotremata« (1894); »Carnivora« (1. Teil, 1895); »British Mammalia« (1895); »Geographical history of mammals« (1896; deutsch von Siebert, Jena 1897); »The deer of all lands, history of the family Cervidae, living and extinct« (1898); »Wild oxen, sheep, and goats of all lands, living and extinct« (1899); »Great and small game of India, Burma, and Tibet« (1900) und »of Europe, Western and Northern Asia, and America« (1901).
 
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Lydgate (spr. liddgĕt), John, engl. Dichter, geb. um 1370 in Lydgate bei Newmarket, gest. um 1450 in Bury St. Edmunds, studierte in Oxford und Cambridge, wurde mit 16 Jahren Benediktiner in der Abtei Bury und hatte hier zeitlebens seine Heimat, obwohl er vielfach in London lebte, Reisen machte und eine Zeitlang auch Prior in Hatfield war. Er ist der Hauptschüler Chaucers. Wie sein Meister, stellte er die Feder in den Dienst vieler vornehmer Gönner, schrieb Legenden, Gebete und Gelegenheitsgedichte für den König, für Fürsten und namentlich für Damen, immer brav und gewandt, nie mit dem Stempel des Genies. Seine umfänglichsten Werke sind Epen: »The Troy book«, begonnen um 1412; »The story of Thebes«, begonnen um 1420 und als Ergänzung zu Chaucers »Canterbury-Geschichten« gedacht (gedruckt bei Chalmers, »British poets«, 1. Bd., 1810), und »The falls of princes«, eine Bearbeitung von Boccaccios »De casibus virorum illustrium«, geschrieben 142433. Kürzer und interessanter gab er sich in der »Fabula duorum mercatorum« (hrsg. von Schleich, Straßb. 1897) sowie in den allegorischen Dichtungen: »Temple of glass« (hrsg. von Schick in der »Early English Text Society«, 1892); »Court of sapience«, »Assembly of gods« (hrsg. von Treggs, Berl. 1895); »Fleur of courtesy«, »Reason and sensibility« (hrsg. von Sieper, das. 1901) u. a. Bedeutenden Einfluß auf die satirische Literatur der Folgezeit hat er geübt durch seinen »Aesop«, »Dance of death«, »Order of fools«, »London Lackpenny«, »Of a marriage between an old man and a young wife« (hrsg. meist von Halliwell für die »Percy Society« 1870 als »Minor poems«). Von der Unzahl seiner geistlichen Schriften sei die metrische Übersetzung von Deguillevilles »Pèlerinage de la vie humaine« erwähnt, durch die das Urbild von Bunyans »Pilgrimage« nach England kam (hrsg. von Furnivall in der »Early English Text Society«, 1899), und Legenden (hrsg. von Horstmann an verschiedenen Orten). Eine Gesamtausgabe seiner Werke fehlt noch. Am meisten Aufschluß über ihn ist zu finden inten Meyers Brinks (s. d. 2) »Geschichte der englischen Literatur«, in Schicks Einleitung zum »Temple of glass« und in Gattingers »Lyrik Lydgates« (Wien 1896). Als Fortführer von Chaucers Stil- und Verskunst und als Einführer humanistischer Stoffe hatte er Bedeutung bis herab zur Zeit Shakespeares, worauf er der Vergessenheit anheimfiel.
 
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Lydĭen (ursprünglich Mäonia), im Altertum Landschaft an der Westküste Kleinasiens, welche die heutigen Liwas Saruchan und Syghla umfaßte, grenzte gegen N. an Mysien, von dem es der Temnos (Demirdschi Dagh) trennte, gegen O. an Phrygien, gegen S. an Karien, wovon es das Gebirge Messogis (Güme Dagh) schied, und gegen W. an das Ägäische Meer. Im Innern erhebt sich der Tmolos (Bos Dagh) mit seinen westlichen Fortsetzungen Drakon (Mahmud Dagh) und Sipylos (Manisa Dagh). Zwischen diesen Gebirgen breiten sich große, fruchtbare Ebenen aus, das Kilbianische Gefilde am obern Kaystros, das Kaystrische zu beiden Seiten des Kaystros und das Hyrkanische nördlich vom Sipylos. Die sogen. Katakekaumene (d. h. die »verbrannte« Gegend) im O. ist öde, unfruchtbar und trägt vielfach Spuren früherer vulkanischer Tätigkeit. Als Flüsse sind zu nennen: der Hermos (Gediz-tschai) mit den Nebenflüssen Hyllos, Kogamos und Paktolos, und der schon erwähnte Kaystros (Kütschük-Menderez). Die Hauptprodukte waren: Wein, Safran, Gold, das in den Gruben des Tmolos und dem Sande des Paktolos gewonnen wurde. Die Bewohner des Binnenlandes, die Lydier (die Küste war von Äoliern und Ioniern besetzt), waren vermutlich von O. her eingewanderte Eroberer semitischen Stammes, die hier mit einem ältern phrygischen Volk arischer Abkunft verwuchsen. Andre halten die Lydier für thrakischen Stammes. Unternehmend,

[Bd. 6, Sp. 895]


kaufmännisch und gewerbfleißig, wurden sie auf dem Landweg die Vermittler zwischen Hellas und Vorderasien. S. Karte »Alt-Griechenland«. Anfangs herrschten in L. die zwei mythischen Geschlechter der Atyaden und Herakliden (Sandoniden), denen 687 v. Chr. mit Gyges die kräftigern Mermnaden folgten. Den Grund zu Lydiens Größe legte der vierte König dieser Dynastie, Alyattes (612563), durch die Vertreibung der Kimmerier aus Kleinasien u. durch die Vernichtung des phrygischen Reiches; sein Sohn Meyers Krösos (s. d.) eroberte ganz Kleinasien bis zum Halys. Als jedoch dieses Reich 546 durch Kyros der persischen Monarchie einverleibt wurde und darauf alle Schicksale Vorderasiens unter persischer, mazedonischer, syrischer und römischer Herrschaft teilte, verloren die Einwohner des eigentlichen Stammlandes L. immer mehr ihre Nationalität, so daß schon zu Strabons Zeiten (kurz vor Christi Geburt) ihre Sprache verschwunden war. Vor ihrer Unterdrückung durch die Perser waren die Lydier ein tapferes und streitbares Volk; Kyros aber vernichtete planmäßig den kriegerischen Geist des Volkes: er verbot den Lydiern das Tragen von Waffen, ließ sie, anstatt in den Waffenübungen, im Singen und Tanzen unterrichten und legte so den Grund zu jener unmännlichen Weichlichkeit, wodurch das Volk später verrufen war. Seine Betriebsamkeit, besonders im Handel, dauerte jedoch selbst unter der persischen Oberherrschaft fort und war die Quelle eines blühenden Wohlstandes. Der religiöse Kultus der Lydier bestand besonders in der Verehrung des Sonnengottes Sandon und der Göttinnen Blatte (Mylitta-Aschera) und Ma (Kybele, in Ephesos als Artemis gefeiert). Sie verstanden die Kunst, kostbare Kleider und Tapeten zu verfertigen, Wolle zu färben, Erze zu schmelzen, und hatten geprägtes Geld. Von alten lydischen Kunstdenkmälern haben sich nur Grabmonumente, meist lydischer Könige, in Form runder, oben spitzer Grabhügel erhalten. Haupt- und Residenzstadt war Sardes. Sonstige wichtigere Städte waren im O. Philadelphia, im W. Thyatira und Magnesia am Sipylos. Vgl. v. Olfers, Über die lydischen Königsgräber bei Sardes (Berl. 1859); Rud. Schubert, Geschichte der Könige von L. (Bresl. 1884); Radet, La Lydie et le monde grec an temps des Mermnades, 687546 (Par. 1893); Imhoof-Blumer, Lydische Stadtmünzen (Genf 1897); Buresch, Aus L., epigraphisch-geographische Reisefrüchte (hrsg. von Ribbeck, das. 1898).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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