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Lycopersĭcum bis Lydgate (Bd. 6, Sp. 893 bis 894)
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Artikelverweis Lycopersĭcum Mill. (Liebesapfel), Gruppe der Solanazeengattung Solanum, einjährige oder ausdauernde Kräuter oder Sträucher, mit unterbrochen unpaarig fiederteiligen Blättern, seitenständigen Blüten und meist gelben oder roten, vielsamigen Beeren. Von den etwa zehn in Südamerika heimischen Arten wird L. esculentum Mill. (Solanum L. L., Tomate, Paradies-, Goldapfel, s. Tafel Meyers »Gemüsepflanzen III«, Fig. 2 u. 3) 100125 cm hoch, hat übelriechende, behaarte Blätter, gelbe, traubenständige Blüten und große, glänzende, kugelrunde oder plattkugelförmige, eirunde, birnförmige, rote, gelbrote, gelbe oder weiße, ebene oder flach gefurchte Früchte. Diese einjährige Pflanze wird in vielen Varietäten in Indien, Süd- und Mitteleuropa, auch in Deutschland wegen der wohlschmeckenden und zuträglichen Frucht, die in der Küche vielfache Verwendung findet, angebaut. In der Gegend von Neapel und Rom sieht man ganze Felder mit dieser Frucht bepflanzt. Den Namen Liebesapfel verdankt die Frucht dem Glauben, daß sie zärtliche Gefühle erwecke.
 
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Lycopodĭales, s. Lykopodinen.
 
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Lycopodĭum L. (Bärlapp). Gattung der Lykopodiazeen (s. d.). L. clavatum L. (Kolbenbärlapp, Schlangenmoos, Drudenkraut, Gürtelkraut, Johannisgürtel, Unruhe, Abbildung s. Lykopodiazeen), mit weitkriechendem, ringsum dicht beblättertem, auf der Bauchseite wurzeltragendem Stengel, aufrecht abstehenden, in eine Borste auslaufenden Blättern und aufrechten, fruchttragenden Ästen, die 28 gestielte, 36 cm lange Ähren mit trockenhäutigen, haarspitzigen, am Rande gezähnelten Tragblättern tragen, ist nicht selten auf Heiden, in Nadelwäldern, an sonnigen Hügeln in ganz Europa, Asien und Amerika. Die Sporen bilden das Hexenmehl (Drudenmehl, Moos-, Blitz- oder Streupulver, Bärlappsamen, Semen Lycopodii), ein sehr leichtes, zartes, blaßgelbes, geruch- und fast geschmackloses, durch Wasser nicht benetzbares Pulver. Mikroskopisch ist die Echtheit an der kugeltetraedrischen Form der Sporen, den drei Leisten und deren netzartiger Außenhaut leicht zu erkennen. Es dient zum Bestreuen der Pillen, zum Betupfen wunder Stellen bei Säuglingen, zur Darstellung der Lichtenbergschen elektrischen Figuren und der Chladnischen Klangfiguren sowie als Blitzpulver auf Theatern. Früher nagelte man das Kraut gegen Hexen an Stalltüren, hing es, zu einem Kranz geflochten, als »Unruhe« in Schlafkammern auf oder trug es auch als Gürtel um den Leib. Andre einheimische Bärlapparten (wie L. complanatum L. und L. alpinum

[Bd. 6, Sp. 894]


L.) tragen an den Hauptästen lanzettliche Blätter in spiraliger Stellung, an den Nebenästen paarweise zu zweigliederigen Quirlen verbundene Blätter. Bei L. Selago L, stehen die Sporangien in den Achseln gewöhnlicher Laubblätter.
 
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Lycosa, s. Meyers Tarantel.
 
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Lycosaurus, s. Meyers Theromorpha.
 
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Lyda, s. Meyers Blattwespen, S. 34.
 
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Lydd (spr. lidd), Stadt (municipal borough) in der engl. Grafschaft Kent, 5 km südwestlich von New Romney, hat eine alte gotische Kirche, einen Artillerieschießplatz, Fischerei und (1901) 2675 Einw.
 
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Lydda, früherer Name von Diospolis (s. d. 3).
 
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Lyddīt (nach dem Orte Lydd in Kent, wo die ersten Versuche angestellt wurden), ein aus geschmolzener Pikrinsäure bestehender Explosivstoff, der nach den Ermittelungen von Turpin die Explosivstoffe aus kristallisierter Pikrinsäure und einem Sauerstoffträger übertrifft. Man schmilzt die Pikrinsäure vorsichtig im Ölbade, gießt sie in die Granaten, läßt diese abkühlen und setzt die Schießwollzünder ein. L. ersetzte in Frankreich den Melinit (s. d.), ging aber unter dessen Namen. Später hat man gefunden, daß die Pikrinsäure die Metallwandung der Granaten angreift und mit deren Metall wenig beständige Salze bildet. Man hat deshalb teilweise die geschmolzene Pikrinsäure durch beständige Pikrinsäuresalze ersetzt. Die Lydditgeschosse bilden durch die Gewalt der Explosion und die Giftigkeit der entwickelten Gase die gefährlichste Waffe, die jemals im Kriege angewendet wurde, sie töten auf einen Umkreis von 100 m Radius alles Lebende, während sie gegen Panzer ziemlich wirkungslos sind, da sie beim Anprallen vor dem Eindringen durch die Explosion völlig pulverisiert werden. Sie wurden von den Engländern im Sudân und gegen die Buren angewandt.
 
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Lydekker, Richard, Zoolog und Paläontolog, geb. 1849, studierte Naturwissenschaften auf dem Trinity College in Cambridge, war 187482 bei der geologischen Aufnahme Indiens beteiligt und lebt jetzt als Friedensrichter in Harpenden (Herts). Er schrieb: »Catalogue of the fossil Mammalia in the British Museum (Lond. 188587, 5 Bde.), of the fossil Reptilia and Amphibia« (1888, 4 Bde.); »Indian tertiary and praetertiary Vertebrata. Palaeontologia indica« (in den »Mem. Geolog. Survey of East India«, 187586, 4 Bde.); »Vertebrata« (in Nicholsons »Manual of palaeontology«, 3. Aufl. 1889, 2 Bde.); »An introduction to the study of mammals, living and extinct« (mit Flower, 1891); »Phases of animal life« (1892); »Horns and hoofs« (1893); »Royal natural history« (mit P. L. Sclater, 189397, 16 Tle. od. 8 Bde.); »Life and rock«, Essays (1894); »Marsupialia and Monotremata« (1894); »Carnivora« (1. Teil, 1895); »British Mammalia« (1895); »Geographical history of mammals« (1896; deutsch von Siebert, Jena 1897); »The deer of all lands, history of the family Cervidae, living and extinct« (1898); »Wild oxen, sheep, and goats of all lands, living and extinct« (1899); »Great and small game of India, Burma, and Tibet« (1900) und »of Europe, Western and Northern Asia, and America« (1901).
 
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Lydgate (spr. liddgĕt), John, engl. Dichter, geb. um 1370 in Lydgate bei Newmarket, gest. um 1450 in Bury St. Edmunds, studierte in Oxford und Cambridge, wurde mit 16 Jahren Benediktiner in der Abtei Bury und hatte hier zeitlebens seine Heimat, obwohl er vielfach in London lebte, Reisen machte und eine Zeitlang auch Prior in Hatfield war. Er ist der Hauptschüler Chaucers. Wie sein Meister, stellte er die Feder in den Dienst vieler vornehmer Gönner, schrieb Legenden, Gebete und Gelegenheitsgedichte für den König, für Fürsten und namentlich für Damen, immer brav und gewandt, nie mit dem Stempel des Genies. Seine umfänglichsten Werke sind Epen: »The Troy book«, begonnen um 1412; »The story of Thebes«, begonnen um 1420 und als Ergänzung zu Chaucers »Canterbury-Geschichten« gedacht (gedruckt bei Chalmers, »British poets«, 1. Bd., 1810), und »The falls of princes«, eine Bearbeitung von Boccaccios »De casibus virorum illustrium«, geschrieben 142433. Kürzer und interessanter gab er sich in der »Fabula duorum mercatorum« (hrsg. von Schleich, Straßb. 1897) sowie in den allegorischen Dichtungen: »Temple of glass« (hrsg. von Schick in der »Early English Text Society«, 1892); »Court of sapience«, »Assembly of gods« (hrsg. von Treggs, Berl. 1895); »Fleur of courtesy«, »Reason and sensibility« (hrsg. von Sieper, das. 1901) u. a. Bedeutenden Einfluß auf die satirische Literatur der Folgezeit hat er geübt durch seinen »Aesop«, »Dance of death«, »Order of fools«, »London Lackpenny«, »Of a marriage between an old man and a young wife« (hrsg. meist von Halliwell für die »Percy Society« 1870 als »Minor poems«). Von der Unzahl seiner geistlichen Schriften sei die metrische Übersetzung von Deguillevilles »Pèlerinage de la vie humaine« erwähnt, durch die das Urbild von Bunyans »Pilgrimage« nach England kam (hrsg. von Furnivall in der »Early English Text Society«, 1899), und Legenden (hrsg. von Horstmann an verschiedenen Orten). Eine Gesamtausgabe seiner Werke fehlt noch. Am meisten Aufschluß über ihn ist zu finden inten Meyers Brinks (s. d. 2) »Geschichte der englischen Literatur«, in Schicks Einleitung zum »Temple of glass« und in Gattingers »Lyrik Lydgates« (Wien 1896). Als Fortführer von Chaucers Stil- und Verskunst und als Einführer humanistischer Stoffe hatte er Bedeutung bis herab zur Zeit Shakespeares, worauf er der Vergessenheit anheimfiel.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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