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Luzzāra bis Lybeck (Bd. 6, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Luzzāra, Flecken in der ital. Provinz Reggio nell' Emilia, Kreis Guastalla, am rechten Ufer des Po und an der Eisenbahn Parma-Suzzara, mit Burgruine, 2 schönen Kirchen, Landwirtschaft, Käserei, Strohflechterei und (1901) 2454 (als Gemeinde 9253) Einw. Hier unentschiedene Schlacht 15. Aug. 1702 zwischen den Österreichern unter Prinz Eugen und den Franzosen unter Vendôme.
 
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Luzzāra, ital. Grafengeschlecht, s. Gonzaga, S. 126.
 
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Luzzāto, Samuel David, jüd. Theolog und Hebraist, geb. 22. Aug. 1800 in Triest, gest. 29. Sept. 1865 als Professor des Rabbinerseminars in Padua. Er hat die jüdische Wissenschaft durch selbständige Arbeiten (Übersetzung der hebräischen Gebete und biblischer Bücher, wie des Pentateuch mit den Haftarot, Jesaias und Hiobs, ins Italienische, Kommentare und Scholien zu den Übersetzungen und zu andern Teilen der Bibel, Grammatiken, Abhandlungen über hebräische und chaldäische Sprache, Targum Onkelos, über die Kabbala u. a. sowie meisterhafter hebräischer Dichtungen) und durch die Herausgabe handschriftlicher Schätze seiner Bibliothek und Monographien für verschiedene Zeitschriften wesentlich gefördert. Sein hebräischer Briefwechsel wurde durch seinen Sohn Isaias herausgegeben (hebräisch, Przemysl 188294; italienisch 1890); seine Selbstbiographie übersetzte Grünwald (Verona 1882). Vgl. »Samuel David L. Ein Gedenkbuch zum 100. Geburtstage« (Berl. 1900).
 
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Luzzatti, Luigi, ital. Staatsmann, geb. 1841 aus einer begüterten israelitischen Familie in Venedig, studierte die Rechte und wurde 1867, nachdem er einige Zeit am Istituto tecnico in Mailand gelehrt hatte, zum Professor des Staatsrechts an der Universität Padua ernannt. Im gleichen Jahr vertrat er die italienische Regierung bei der Pariser Ausstellung und wurde 1869 unter Minghetti Generalsekretär im Ministerium des Handels und Ackerbaues, dem er indes nur wenige Monate angehörte. 1870 wurde er in die Deputiertenkammer gewählt, doch ward seine Wahl

[Bd. 6, Sp. 892]


für nichtig erklärt, da er noch nicht das gesetzliche Alter erreicht hatte, und erst 1871, nach einer dritten Wahl, konnte L. ins Parlament eintreten. Hier schloß er sich der Rechten an, gewann besonders großen Einfluß in wirtschaftlichen und Finanzfragen und war mehrere Male Vorsitzender der Budgetkommission. Vom Februar 1891 bis zum Mai 1892 war er Schatzminister in dem Kabinett di Rudini-Nicotera und bekleidete dasselbe Amt vom Juli 1896 bis zum Juni 1898 abermals unter di Rudini, nachdem er 1894 als Professor von Padua nach Perugia versetzt war. Nach seinem Rücktritt übernahm er eine Professur in Rom. Im Oktober 1898 ward er in außerordentlicher Mission nach Paris geschickt und führte die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Frankreich zu glücklichem Ende. Im Februar 1899 wurde er zum Mitgliede der Pariser Académie des sciences morales et politiques gewählt. Vom November 1903 bis zum März 1905 war er zum dritten Male Schatzminister im Kabinett Giolitti. Von den Schriften Luzzatiis sind außer zahlreichen Abhandlungen über wirtschaftliche Verhältnisse Italiens zu erwähnen: »Lo Stato e la Chiesa nel Belgio«; »Il socialismo e le questioni sociali dinanzi ai parlamenti d'Europa« (1883); »L'inchiesta agraria Badese« (1885); »Schultze-Delitzsch« (1883); »Le classi dirigenti e gli operai in Inghilterra« (1893).
 
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L. v. H., bei Pflanzennamen Abkürzung für Meyers Louis van Houtte (s. d.).
 
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Lwow, poln. Name von Lemberg.
 
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Lwow, 1) Alexei Fedorowitsch von, Violinist und Komponist, geb. 6. Juni 1799 zu Reval in Esthland, gest. 7. Jan. 1871 auf seinem Gut bei Kowno, erhielt früh eine gründliche Ausbildung auf der Violine und setzte seine Studien, auch nachdem er in den Militärdienst getreten war, mit Eifer fort, so daß er zugleich die Stellung eines Generalmajors und Adjutanten des Kaisers Nikolaus und eines Dirigenten der Hofsängerkapelle (183761) und Inspektors des Musikunterrichts an den Schulen bekleiden konnte. Wegen Verlust des Gehörs lebte er zuletzt zurückgezogen. L. ist der Komponist der zur Enthüllung des Alexanderdenkmals von Schukowskij gedichteten russischen Nationalhymne: »Den Zaren schütze Gott« (1833), brachte mehrere Opern (»Bianca e Gualterio«, 1845; »Undine«, 1848; »Starosta«, 1854), ein Oratorium »Stabat mater« zur Ausführung, gab eine Reihe Violinkompositionen (Konzert, Duett, Quartett u. a.), eine Violinschule (deutsch: »Ratschläge für angehende Violinschüler«, Petersb. 1860) heraus und schrieb auf Grund seiner reichen Sammlung der russischen Kirchengesänge: »Über den freien und nicht symmetrischen Rhythmus des altrussischen Kirchengesangs« (1859). Vgl. seine 1884 erschienene Selbstbiographie (2. Aufl., Petersb. 1896); E. N. Lwow, Memoiren (das. 1880).
   2) Fürstin, Malerin, s. Meyers Parlaghy (Vilma).
 
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LXX (lat., d. h. 70), Abkürzung für Septuaginta.
 
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Lyall (spr. lai-ĕl), 1) Sir Alfred Comyn, engl. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1835 zu Coulston in Surrey, trat 1855 in den indischen Staatsdienst und ward 1882 Statthalter der nordwestlichen Provinzen. 1888 aus Indien heimgekehrt, wurde er Mitglied des dem Staatssekretär für Indien beigeordneten Rates. Er schrieb: »Asiatic studies, religious and social« (1882, 2. Aufl. 1884; franz. Übersetzung, Par. 1885); »Life of Warren Hastings« (1889); »Natural religion in India« (1891); »Rise and expansion of the British dominion in India« (1893, 2. Aufl. 1894); »Asiatic studies, religious and social« (1882; neue Ausg. 1899, 2 Bde.); »Tennyson« (in dem Sammelwerk »English man of letters«, 1902); »Life of the marquis of Düfferin and Ava« (1905, 2 Bde.). In seinen »Verses written in India« (1889, 4. Aufl. 1896) entwarf L. ergreifende Bilder aus dem Leben der Eingebornen wie der herrschenden Europäer.
   2) Edna, Pseudonym, s. Meyers Bayly.
 
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Lyäos (griech.), »Befreier«, Sorgenbrecher, ein Beiname des Dionysos (s. d.).
 
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Lybeck, Mikael, finnländ. Dichter in schwedischer Sprache, geb. 18. März 1864 in Nykarleby, studierte seit 1882, auch im Ausland, gab 1890, 1895 und 1903 Sammlungen sein geschliffener, vornehm empfundener Gedichte heraus und erhielt 1897 den großen Preis der »Svenska Literatursällskapet«. Seine Novellen »Jung Hemming« (1891), »Ein Mosaikwerk« (1892), »Unsere Margit« (1893), »Tage und Nächte« (1896), »Der Stärkere« (1900) schildern meist das Kleinstadtleben, das L. mit seiner Ironie wohlwollend beobachtet. Ein wählerischer Geist, sucht er seine Kraft in der Beschränkung und erzielt immer große Schönheit der Form.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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