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Luzk bis Lwow (Bd. 6, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Luzk (poln. Luck), Kreisstadt im russ. Gouv. Wolhynien, am Styr und einem Zweig der Südwestbahnen, hat ein Schloß (aus dem 16. Jahrhundert), 3 griechisch-katholische und 2 römisch-kath. Kirchen, 2 Nonnenklöster, 2 Synagogen (darunter eine karaïtische), ein kath. Seminar und (1900) 17,701 Einw., die bedeutenden Getreidehandel treiben. L. ist Sitz eines römisch-katholischen Bischofs. Im Kreis befinden sich acht große deutsche Kolonien. L. wird zuerst im 11. Jahrh. als Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums erwähnt und fiel 1791 an Rußland.
 
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Luzo (Luso), Badeort in Portugal, s. Meyers Bussaco.
 
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Luzon, die größte und wichtigste Insel der Philippinen (s. Karte »Hinterindien«), zwischen 121/2-19° nördl. Br. und 120°20´-124° östl. L., mit den Küsteninseln 108,882 qkm mit (1899) 3,708,350 Einw. Die Insel besteht aus einem großen nördlichen geschlossenen Teil, der sich von N. nach S. erstreckt, und einem viel kleinern, vielfach zerrissenen (Camarines), dessen Richtung nach SO. geht. Unter den zahlreichen tiefen Buchten sind namentlich die von Lingayen und von Manila an der Westküste, die von Ragay im S. und die von Albay und Lagonoy im SO. zu nennen. Zwei granitische Ketten, die Cordillera del Norte (Tonglon 2260, Pagsan 2234 m) und die niedrigere Sierra Madre mit dem Vulkan Cagua (1200 m), schließen im Streichen von N. nach S. eine vom Cagayan durchflossene Alluvialebene ein; der Süden und Camarines sind vulkanisch, doch sind die meisten Kegel erloschen. Hier erheben sich der noch tätige Taal (2250 m), auf der Halbinsel Camarines der Labo (1552 m), Isarog (1970 m), der noch tätige Mayou (2700 m) und der Bulusan (1624 m). Die Bewässerung ist sehr reich; von den Flüssen sind zu nennen der Pasig, Abfluß der Lagoa de Bay, der Pampanga und der Cagayan mit dem Magat und Chico. Die Grundlage von L. bildet ein Komplex von kristallinischen Schiefern (Gneis, Chloritschiefer, Hornblendeschiefer etc.), die vielfach von erzführenden Quarzgängen durchsetzt sind. So findet sich bei Mombulao (Camarines Norte) sehr reichlich Gold; bei Labo und Paracali früher auch Bleiglanz, Blende, Kupferkies und Rotbleierz. Vulkanische Gesteine, hauptsächlich Dolerit, Andesit und Trachyt sowie deren Tuffe bedecken in großer Ausdehnung das ältere Gebirge. Von den zahlreichen Vulkanen ist der Mayon oder Vulkan von Albay durch wiederholte verheerende Eruptionen (zuletzt 1897) besonders bemerkenswert (vgl. Philippinen). Eins der eigentümlichsten Naturbilder gewährt die Laguna encantada (»verzauberter See«), ein Kratersee in der Nähe von Manila. Das Klima ist heiß und feucht (Regenzeit Juni bis Oktober); es herrschen Fieber und Cholera, und Zyklone haben wiederholt Städte und Dörfer zerstört. Die Flora ist überaus üppig; reißende wilde Tiere gibt es nicht. Näheres s. Philippinen. Von Mineralien sind in großer Menge Eisen- und Kupfererze, Schwefel und Kohle gefunden worden. Die Bevölkerung besteht aus drei verschiedenen Bestandteilen, die in drei konzentrischen Zonen die Insel bewohnen. Die Urbevölkerung, die Negrito, wurde durch zwei malaiische Einfälle in die innern Berggegenden zurückgedrängt und dort von den Malaien der ersten Invasion (Tingianen, Igorroten, Ginanen, Calinga u. a.) so aufgesogen, daß sie nur noch Stammesinseln bildet. Die Malaien der zweiten Invasion (Tagalen, Visaya u. a.) bewohnen die Küstengebiete, neben ihnen Chinesen, Spanier und Mischlinge. Hauptstadt ist Manila (s. d.). Vgl. Drasche, Fragmente zu einer Geologie der Insel L. (Wien 1878); Marche, Lucon et Palaouan; six années de voyages aux Philippines (Par. 1887); J. Coronas, La erupción del volcán Mayon (Manila 1898); Karten von Almonte und Muriel in 1: 400,000 (Madr. 1886); in 1: 560,000 (Washingt. 1901 ff.).
 
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Luzŭla DC. (Hainbinse, Hainsimse), Gattung der Junkazeen, grasartige Stauden mit geschlossenen Blattscheiden und flachen, seltener rinnigen Blättern mit langen weißen, rechts gedrehten Randhaaren. Der Blütenstand ist doldenähnlich, trugdoldig oder rispig, die stets mit Vorblättern versehenen Blüten stehen einzeln, in kleinen Gruppen, Köpfen oder Ähren. Sehr veränderliche, zum Teil nur künstlich in (etwa 38) Arten zu gliedernde Pflanzen, meist in der nördlichen gemäßigten Zone; einige deutsche Arten gelten als gute Futterpflanzen. L. pilosa Willd. wächst in Hainen und Wäldern durch ganz Europa; die Wurzel wird in Livland gegen Steinbeschwerden angewendet. L. campestris Desv., auf Feldern und Weiden in Europa und Nordamerika, auch in Neuholland, ist ein Frühlingsfutter für die Schafe. Die süßlich schmeckenden Blütenköpfchen und Samen werden unter dem Namen Hasenbrot von den Kindern gegessen.
 
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Luzzāra, Flecken in der ital. Provinz Reggio nell' Emilia, Kreis Guastalla, am rechten Ufer des Po und an der Eisenbahn Parma-Suzzara, mit Burgruine, 2 schönen Kirchen, Landwirtschaft, Käserei, Strohflechterei und (1901) 2454 (als Gemeinde 9253) Einw. Hier unentschiedene Schlacht 15. Aug. 1702 zwischen den Österreichern unter Prinz Eugen und den Franzosen unter Vendôme.
 
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Luzzāra, ital. Grafengeschlecht, s. Gonzaga, S. 126.
 
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Luzzāto, Samuel David, jüd. Theolog und Hebraist, geb. 22. Aug. 1800 in Triest, gest. 29. Sept. 1865 als Professor des Rabbinerseminars in Padua. Er hat die jüdische Wissenschaft durch selbständige Arbeiten (Übersetzung der hebräischen Gebete und biblischer Bücher, wie des Pentateuch mit den Haftarot, Jesaias und Hiobs, ins Italienische, Kommentare und Scholien zu den Übersetzungen und zu andern Teilen der Bibel, Grammatiken, Abhandlungen über hebräische und chaldäische Sprache, Targum Onkelos, über die Kabbala u. a. sowie meisterhafter hebräischer Dichtungen) und durch die Herausgabe handschriftlicher Schätze seiner Bibliothek und Monographien für verschiedene Zeitschriften wesentlich gefördert. Sein hebräischer Briefwechsel wurde durch seinen Sohn Isaias herausgegeben (hebräisch, Przemysl 188294; italienisch 1890); seine Selbstbiographie übersetzte Grünwald (Verona 1882). Vgl. »Samuel David L. Ein Gedenkbuch zum 100. Geburtstage« (Berl. 1900).
 
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Luzzatti, Luigi, ital. Staatsmann, geb. 1841 aus einer begüterten israelitischen Familie in Venedig, studierte die Rechte und wurde 1867, nachdem er einige Zeit am Istituto tecnico in Mailand gelehrt hatte, zum Professor des Staatsrechts an der Universität Padua ernannt. Im gleichen Jahr vertrat er die italienische Regierung bei der Pariser Ausstellung und wurde 1869 unter Minghetti Generalsekretär im Ministerium des Handels und Ackerbaues, dem er indes nur wenige Monate angehörte. 1870 wurde er in die Deputiertenkammer gewählt, doch ward seine Wahl

[Bd. 6, Sp. 892]


für nichtig erklärt, da er noch nicht das gesetzliche Alter erreicht hatte, und erst 1871, nach einer dritten Wahl, konnte L. ins Parlament eintreten. Hier schloß er sich der Rechten an, gewann besonders großen Einfluß in wirtschaftlichen und Finanzfragen und war mehrere Male Vorsitzender der Budgetkommission. Vom Februar 1891 bis zum Mai 1892 war er Schatzminister in dem Kabinett di Rudini-Nicotera und bekleidete dasselbe Amt vom Juli 1896 bis zum Juni 1898 abermals unter di Rudini, nachdem er 1894 als Professor von Padua nach Perugia versetzt war. Nach seinem Rücktritt übernahm er eine Professur in Rom. Im Oktober 1898 ward er in außerordentlicher Mission nach Paris geschickt und führte die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Frankreich zu glücklichem Ende. Im Februar 1899 wurde er zum Mitgliede der Pariser Académie des sciences morales et politiques gewählt. Vom November 1903 bis zum März 1905 war er zum dritten Male Schatzminister im Kabinett Giolitti. Von den Schriften Luzzatiis sind außer zahlreichen Abhandlungen über wirtschaftliche Verhältnisse Italiens zu erwähnen: »Lo Stato e la Chiesa nel Belgio«; »Il socialismo e le questioni sociali dinanzi ai parlamenti d'Europa« (1883); »L'inchiesta agraria Badese« (1885); »Schultze-Delitzsch« (1883); »Le classi dirigenti e gli operai in Inghilterra« (1893).
 
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L. v. H., bei Pflanzennamen Abkürzung für Meyers Louis van Houtte (s. d.).
 
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Lwow, poln. Name von Lemberg.
 
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Lwow, 1) Alexei Fedorowitsch von, Violinist und Komponist, geb. 6. Juni 1799 zu Reval in Esthland, gest. 7. Jan. 1871 auf seinem Gut bei Kowno, erhielt früh eine gründliche Ausbildung auf der Violine und setzte seine Studien, auch nachdem er in den Militärdienst getreten war, mit Eifer fort, so daß er zugleich die Stellung eines Generalmajors und Adjutanten des Kaisers Nikolaus und eines Dirigenten der Hofsängerkapelle (183761) und Inspektors des Musikunterrichts an den Schulen bekleiden konnte. Wegen Verlust des Gehörs lebte er zuletzt zurückgezogen. L. ist der Komponist der zur Enthüllung des Alexanderdenkmals von Schukowskij gedichteten russischen Nationalhymne: »Den Zaren schütze Gott« (1833), brachte mehrere Opern (»Bianca e Gualterio«, 1845; »Undine«, 1848; »Starosta«, 1854), ein Oratorium »Stabat mater« zur Ausführung, gab eine Reihe Violinkompositionen (Konzert, Duett, Quartett u. a.), eine Violinschule (deutsch: »Ratschläge für angehende Violinschüler«, Petersb. 1860) heraus und schrieb auf Grund seiner reichen Sammlung der russischen Kirchengesänge: »Über den freien und nicht symmetrischen Rhythmus des altrussischen Kirchengesangs« (1859). Vgl. seine 1884 erschienene Selbstbiographie (2. Aufl., Petersb. 1896); E. N. Lwow, Memoiren (das. 1880).
   2) Fürstin, Malerin, s. Meyers Parlaghy (Vilma).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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