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Luxurĭa bis Luzérn (Bd. 6, Sp. 886 bis 888)
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Artikelverweis Luxurĭa (lat., Frevelmut), im Strafrecht die bewußte Fahrlässigkeit. Bei ihr ist sich der Täter der Gefährlichkeit seiner Handlungsweise bewußt, hofft aber, daß infolge seiner Geschicklichkeit das schädigende Ereignis nicht eintreten werde.
 
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Luxurieren (neulat.), wuchern, zu üppig wachsen.
 
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Luxurĭös (franz.), Meyers Luxus (s. d.) zeigend oder liebend, üppig, überprächtig.
 
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Luxus (lat.), der Aufwand für den feinern Lebensgenuß, der über den durchschnittlich üblichen oder auch notwendigen Lebensbedarf hinausgeht. Da letzterer kein feststehender ist, so ist auch der Begriff L. ein durchaus relativer, und Roscher meint mit Recht, jeder einzelne, jeder Stand, jedes Volk und jedes Zeitalter nenne diejenige Konsumtion L., die ihm selbst als entbehrlich erscheine. Der L. an und für sich ist nicht unberechtigt. Er wirkt wohltätig, wenn er auf gefunden und geschmackvollen Lebensgenuß gerichtet ist, dem Sinne für Schönheit und Reinlichkeit wie einer echten Sittlichkeit dient und nachhaltig das Lebensglück erhöht, ohne daß andre dadurch geschädigt werden. Zu verwerfen ist nur der üppige, sinn- und geschmacklose L., der die Kostspieligkeit als Hauptsache ansieht und raffinierte, verweichlichende Genüsse Weniger durch das Elend Vieler erkaufen läßt. Je nach den allgemeinen Anschauungen über Sittlichkeit und der Kulturstufe, auf der ein Volk steht, tritt der

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L. in verschiedenen Formen auf. Bei niederm Stand wirtschaftlicher Entwickelung ist der L. vorzugsweise Massenluxus, den größere Grundbesitzer durch großen Aufwand für Bediente und zeitweise durch kostspielige Feste treiben. Dieser Gestalt des L. begegnen wir auch heute noch in denjenigen Schichten des Volkes, die längere Zeit hindurch ihren Lebensunterhalt möglichst knapp bemessen, um dann gelegentlich sich gehörig austoben zu können. Die höhere Kultur bringt den L., der das Leben verschönert und mit größerer Behaglichkeit ausstattet, wegen seiner größern Reize einen wirksamen Sporn für sittliche, wirtschaftliche Betätigung bildet und auch mehr den untern Klassen des Volkes zugänglich wird. Man suchte in früherer Zeit den L. durch Luxusgesetze oder Aufwandgesetze (Luxusverbote) zu beschränken, so in Rom, als seine Herrschaft bei großer Einfachheit der Sitten noch keine große Ausdehnung angenommen hatte, ferner im Mittelalter bis zum 18. Jahrh. in Deutschland durch eine große Zahl von Reichspolizeiordnungen und partikularrechtliche Bestimmungen, in Frankreich, Schweden etc. Meistens sollte der Aufwand für Kleider, Gastmähler und Begräbnisse in Schranken gehalten werden, teils aus moralischen oder handelspolitischen Gründen, teils um die Verarmung zu hindern oder eine Abgrenzung der Stände voneinander äußerlich zu ermöglichen. Bei einigermaßen entwickeltem Verkehr werden solche Verbote unausführbar, weil die Beaufsichtigung viel zu lästig, kostspielig und dabei unzulänglich ist. Tüchtige Bildung und Gesittung, gehörige Pflege von Sparanstalten und eine solide Wirtschaftspolitik werden alsdann eine bessere nachhaltige Wirkung ausüben als Gesetze, die so leicht zur Umgehung anreizen. Ein L. freilich, der die öffentliche Sittlichkeit verletzt, ist zu verhindern. Vgl. Roscher, Ansichten der Volkswirtschaft (3. Aufl., Leipz. 1878, 2 Bde.); Herrmann, Die Launen der Pracht (in den »Miniaturbildern aus dem Gebiet der Wirtschaft«, neue Ausg., Halle 1876); Baudrillart, Histoire de luxe privé et public (Par. 187880, 4 Bde.); Laveleye, Le luxe (das. 1887; deutsch, Neuwied 1893); Kambli, Der L. nach seiner sittlichen und sozialen Bedeutung (Frauenfeld 1890); W. Bode, Über den L. (Leipz. 1904).
 
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Luxusexpreßzüge (Luxuszüge), s. Meyers Eisenbahnzüge.
 
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Luxussteuern, Steuern, die aus Anlaß des Gebrauchs und Verbrauchs von bestimmten Luxusgegenständen oder überhaupt vom Luxusaufwand erhoben werden. Die L. der modernen Finanzverwaltung sind zum Unterschied von ältern Abgaben, die durch ihre Höhe den Luxus zu mindern bestimmt und vielfach an die Stelle von Verboten getreten waren, lediglich Einnahmequellen, und zwar Meyers Aufwandsteuern (s. d.), die das im Luxusaufwand sich äußernde steuerkräftigere Einkommen treffen sollen. Sie sind eine einfache Konsequenz des Gedankens, das höhere Einkommen dadurch stärker zu belasten, daß bessere Qualitäten und wertvollere Güter auch hoher besteuert werden als die geringern. Allerdings ist der Begriff Luxus kein bestimmter, auch ist der Luxus nicht in jedem besondern Fall ein Maßstab der Leistungsfähigkeit, da der sparsame oder geizige Reiche wenig oder keinen Luxus treibt, während andre auch bei kleinerm Einkommen durch Stellung, Stand etc. zu Luxusausgaben gezwungen sein können. Doch trifft dieser Einwand auch viele andre Steuern, insbes. unter den Aufwandsteuern. Wichtiger ist, daß durch die L. nur wenig Gegenstände getroffen werden können. Eine umfassende direkte Besteuerung wäre ohne die unerträglichste Inquisition unmöglich. Sie muß sich deshalb immer nur auf wenige, äußerlich leicht in die Augen fallende Objekte beschränken. Auch auf indirekte Wege läßt sich der Luxus nur unvollkommen treffen, weil einer eingehenden Unterscheidung der Qualitäten und der Ausdehnung der Steuer auf zahlreiche Artikel zu große technische Schwierigkeiten, insbes. wachsende Erhebungskosten, im Wege stehen. Daher werden die L. immer verhältnismäßig wenig einträglich sein, und ihr Zweck muß mehr durch Einkommen-, Vermögens- und Verkehrssteuern, zu denen die L. nur ergänzend hinzutreten, erreicht werden. Die wichtigern L. im engern Sinn sind die folgenden: in England eine Dienstbotensteuer von Halten männlicher Dienstboten, eine Wappensteuer für das Recht, ein Wappen zu führen, eine Wagensteuer, eine sehr hohe Abgabe für Stempelung der Gold- und Silberwaren; in Frankreich eine Pferde- und Wagensteuer, die Fahrrad- und Automobilsteuer (s. Meyers Fahrradsteuer), die Steuer von Billards, die Steuer von geselligen Vereinigungen (Klubs) und die zugunsten der Armenpflege erhobene Abgabe von den Theatervorstellungen; in Deutschland, wo die L. wenig entwickelt sind, ist von den Reichssteuern nur die Spielkartensteuer (s. d.), die sich übrigens auch in den andern Ländern findet, und etwa noch die Schaumweinsteuer (s. Meyers Weinsteuer) hierher zu rechnen. Aus dem Landessteuerwesen gehören hierher die überall erhobenen Jagdschein gebühren, die Fahrradsteuer (Hessen), die Nachtigallensteuer (in Hessen Staatssteuer, in Preußen fakultative Gemeindesteuer, in Sachsen obligatorische Ortssteuer), dann die in verschiedenen Staaten meist als Gemeindeabgaben vorkommenden Steuern auf Café-Chantans, Tanzvergnügungen und sonstige Lustbarkeiten. Auch die Meyers Hundesteuer (s. d.) mag hierher gezählt werden. Vgl. Bilinski, Die Luxussteuer als Korrektiv der Einkommensteuer (Leipz. 1875); Mamroth, Die L. in Preußen von 18101814 (in Kosers »Forschungen zur brandenburgisch-preußischen Geschichte«, das. 1888) und Artikel »L.« im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 5 (2. Aufl., Jena 1900); Volksmann, Warum besteuern wir den Luxus nicht? (Magdeb. 1892); Courtray, Les impôts de luxe (Par. 1895); Graf, Das Problem der L. (Berl. 1905).
 
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Luynes (spr. lūīn'), Dorf im franz. Depart. Indre-et-Loire, Arrond. Tours, auf einem Hügel nahe dem rechten Ufer der Loire, mit malerischem Schloß aus dem 16. und 17. Jahrh., nebst einer Kapelle aus dem 15. Jahrh., Ruinen eines gallorömischen Aquädukts, Steinbrüchen und (1901) 962 (als Gemeinde 1846) Einw. L. hieß ursprünglich Maillé und erhielt seinen jetzigen Namen 1619 nach dem Herzog von L. (s. den folgenden Artikel 1).
 
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Luynes (spr. lüīn'), 1) Charles d'Albert, Herzog von, Günstling Ludwigs XIII. von Frankreich, geb. 5. Aug. 1578 in Pont-St.-Esprit (Gard) aus einer ursprünglich florentinischen Familie, gest. 14. Dez. 1621, kam früh als Page an den Hof Heinrichs IV. und erwarb sich hier die Gunst des Dauphins und nachherigen Königs Ludwig XIII. Durch seinen Einfluß auf den König veranlaßte er 1617 die Ermordung des Marquis d'Anere und wußte sich sodann dessen sehr bedeutendes Vermögen und seine Ämter anzueignen. 1619 ward er vom König zum Herzog und Pair von Frankreich erhoben, und 1621, während des von ihm betriebenen Feldzugs gegen die Protestanten, erhielt er das Schwert als Connétable

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und kurze Zeit darauf das Kanzleramt. Er war vermählt mit Anna de Rohan, der spätern Herzogin von Chevreuse, einer ehrgeizigen, ränkesüchtigen Dame. Vgl. B. Zeller, Le Connétable de L. (Par. 1879). Einer seiner Nachkommen, Charles Philippe, Herzog von L., geb. 30. Juli 1695, gest. 2. Nov. 1758, heiratete 1732 in zweiter Ehe eine Marquise von Béthune, Ehrendame der Königin Maria Leszczynska, und war der letztern bis zu seinem Tode treu ergeben. Er hat über das Leben am Hof interessante, wenn auch parteiisch gefärbte Mitteilungen hinterlassen in seinen Memoiren (hrsg. von Dussieux und Soulié, 186065, 17 Bde.).
   2) Honoré Théodoric Paul Joseph d'Albert, Herzog von, Archäolog und Numismatiker, Nachkomme des vorigen, geb. 15. Dez. 1802 in Paris, gest. 14. Dez. 1867 in Rom, war viel auf Reisen, besonders in Italien und im Orient, oder lebte auf seinem Stammschloß Dampierre, überall ein Förderer der Künste, wurde 1830 Mitglied der Akademie der Inschriften, 1848 der Konstituierenden und 1849 der Gesetzgebenden Versammlung und ward beim Staatsstreich, 2. Dez. 1851, auf kurze Zeit verhaftet, söhnte sich aber mit dem Kaisertum aus. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Métaponte« (mit F. J. Debacq, Par. 1833); »Description de quelques vases peints« (1840); »Essai sur la numismatique des Satrapies, etc.« (1846); »Numismatique et inscriptions cypriotes« (1852). Aus seinem Nachlaß gab der Graf Vogué heraus: »Voyage d'exploration à la Mer Morte, à Petra et sur la rive gauche du Jourdain« (187176, 3 Bde.).
 
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Luz (spr. lüs), Stadt im franz. Depart. Oberpyrenäen, Arrond. Argelès, in einem schönen Gebirgstal an der Mündung des Bastan in den Gave de Pau, am Fuß des aussichtsreichen Pic de Bergons (2070 m) gelegen, 685 m ü. M., hat eine von den Tempelherren im 12. Jahrh. erbaute, befestigte Kirche mit kleinem Museum, Schloßruinen, eine Badeanstalt, in die seit 1881 die Schwefelquelle von Barzun (bei Barèges) geleitet ist (27,6°), Fabrikation von Wollenstoffen (Barège), Kupfer-, Silber- und Bleibergbau und (1901) 1062 (als Gemeinde 1509) Einw. Südwestlich der Badeort Meyers Saint-Sauveur (s. d.).
 
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Luzan (spr. ludsān), Ignacio de, span. Dichter, geb. 28. März 1702 in Saragossa, gest. 14. März 1754 in Madrid, kam noch sehr jung nach Italien, wo er in Palermo und Neapel die Rechte studierte, sich aber noch eifriger mit Literatur und Poesie befaßte. In den italienischen Akademien führte er den Namen Egidio Abenalipa. 1733 nach Spanien zurückgekehrt, machte er sich durch einige gewandte Übersetzungen griechischer Dichter sowie durch Bearbeitungen französischer und italienischer Stücke für die spanische Bühne bekannt und trat dann mit seiner »Poetica« (Saragossa 1737; Madr. 1789, 2 Bde.) auf, durch die es ihm gelang, den französischen Geschmack in die heimische Dichtkunst einzuführen. Die spanische Akademie und die Akademie der Geschichte ernannten ihn zum Mitglied; auch war er ciner der Gründer der Akademie von San Fernando. Außer der Poetik ist von seinen Werken wenig gedruckt. Seine Gedichte, die sich nur durch Korrektheit und Eleganz der Sprache auszeichnen, sind im 61. Bande der »Biblioteca de Autores Españoles« abgedruckt.
 
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Luzérn, ein Kanton der Zentralschweiz, grenzt im O. an die Kantone Aargau, Zug und Schwyz, im S. an Unterwalden, im W. an Bern und im N. an Aargau und hat einen Flächeninhalt von 1500,8 qkm (27,3 QM.). L. gehört zum größten Teil der Hochebene an, und zwar mit dem sogen. Gäu, zu dem die voralpine Talschaft des Entlebuch, die von-den Meyers Emmentaler Alpen (s. d.) eingerahmt wird, den Gegensatz bildet. Höchster Gipfel des Kantons ist das Brienzer Rothhorn (2351 m) an der Südgrenze, während vom Pilatus nur der Nordwestabhang, vom Rigi der Südwestabhang zu L. gehören. Die Hauptentwässerung erfolgt durch die Meyers Reuß (s. d.), die sofort nach ihrem Austritt aus dem Vierwaldstätter See die vom Entlebuch herabkommende Kleine Emme aufnimmt und nach kurzem Lauf auf aargauisches Gebiet übertritt, während Wigger, Suren, Wyna und (Hallwiler) Aa, die Suren unter Bildung des Sempacher, die Aa unter Bildung des Baldegger und Hallwiler Sees, auf längern Strecken den luzernischen Gäutälern angehören und, gleich der Reuß, direkt der Aare zugehen. Das Land ist also Aare-, d. h. Rheingebiet. Das Klima ist nach der Höhe verschieden, im S. rauh, auf der Hochebene milder, am gelindesten am Fuß des Rigi; die Stadt L. hat eine Jahrestemperatur von 8,5°, die Menge der Niederschläge beträgt dort 117 cm, steigt aber im gebirgigen Teil auf 138 cm. Der Kanton zählt (1900) 146,912 Einw. (98 auf 1 qkm), fast ausschließlich deutschen Stammes, da nur 2204 Italienisch, 747 Französisch und 64 romanische Sprachen sprechen, und meist katholischer Konfession (12,085 Protestanten, 315 Israeliten), aber nach Mundart, Temperament und Beruf wesentlich verschieden in dem Ackerbau treibenden Gäu und in dem Viehzucht und Alpenwirtschaft treibenden Hinterlande des Entlebuch. Der Kanton zerfällt in die fünf Bezirke Entlebuch und Sursee, wo sämtliche Einwohner zwischen 500 und 999 m Höhe leben, L., Hochdorf und Willisau, wo bez. 83,60 und 37 Proz. der Bevölkerung unter 500, die übrigen zwischen 555 und 999 m Höhe wohnen. L. besteht aus 107 Gemeinden, bildet 4 Nationalratswahlkreise mit 7 Mandaten und gehört in militärischer Hinsicht zum 4. Divisionskreis. Die produktive Bodenfläche beträgt 1373,6 qkm (91,5 Proz. des Areals), wovon 1064 qkm auf Wiesen, Acker- und Gartenland, 0,17 qkm auf Rebland und 309,3 qkm auf Waldungen entfallen. Der Ackerbau ist der wichtigste Erwerbszweig und wird intensiv und rationell betrieben. Es überwiegt die Hofansiedelung gegenüber der Ansiedelung in Dörfern. Hauptgetreide ist das Korn (Spelz), daneben werden Roggen und Hafer, weniger Weizen und Gerste gebaut. Ausgedehnt ist der Anbau von Klee und andern Futterkräutern sowie am Vierwaldstätter See (Meggen) der Obstbau. Der Weinbau (besonders in Hitzkirch) lieferte 1902: 1052 hl (zu zwei Drittel Weißwein). 1900 zählte man im Kanton 6882 Pferde, 106,603 Rinder (55 Proz. Braunvieh, 45 Proz. Fleckvieh), 56,784 Schweine, 5494 Schafe, 12,831 Ziegen und 22,498 Bienenstöcke. Neben der Milchwirtschaft und bedeutender Käsefabrikation (»Emmentaler«) wird auch Aufzucht von Rindern getrieben. 1902/03 bestanden 10 Fischbrutanstalten; es wurden besonders Eier von Felchen, See- und Flußforellen (zusammen 3,9 Mill.) eingesetzt. Im Bezirk L. und im untern Wiggertal besteht auch eine bedeutende Industrie, die sich auf Baumwollspinnerei und -Weberei (Wiggertal), Seidenfabrikation (Kriens), Eisengießerei und Kettenschmiederei (Emmenweid), Maschinen- (Kriens), Papier- (Perlen), Glas-, Ziegel-, Möbelfabrikation, Bierbrauerei und Sägemüllerei erstreckt. Der Industrie dienen (1904) 322 Wasserkraftanlagen (inkl. Elektrizitätswerke) von zusammen

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4534 Pferdestärken; am bedeutendsten ist das Elektrizitätswerk Rathausen (974 Pferdestärken). Der Handel wird durch zahlreiche Eisenbahnen, für welche die Stadt L. einen wichtigen Knotenpunkt bildet, gute Straßen und den Dampferverkehr auf dem Vierwaldstätter See unterstützt; zur Ausfuhr kommen: Getreide, Käse, Vieh, Kirschwasser; die Einfuhr erstreckt sich auf Salz, Öl, Kolonialwaren, Metalle. Die Stadt L. ist Ausgangspunkt des Transitverkehrs nach Italien über die Gotthardroute. Dort wie in den Uferorten am Vierwaldstätter See bildet die Fremdenindustrie einen lohnenden Erwerbszweig. Die Kantonalbank in Luzern ist Staatsinstitut. Das Schulwesen ist gut entwickelt; an die Primärschule mit 6 Jahreskursen schließt sich die obligatorische zweijährige Wiederholungsschule an. Von höhern Schulen bestehen die Kantonschule in der Stadt L., die ein Gymnasium, eine Realschule, eine Handels-, eine Kunstgewerbeschule, ein Priesterseminar u. a. umfaßt, ferner ein Progymnasium in Beromünster, Mittelschulen in Sursee und Willisau und 8 Privatschulen. Ein staatliches Lehrerseminar befindet sich in Hitzkirch, eine Taubstummenanstalt in Hohenrain, auf dem Sonnenberg (bei Luzern) eine von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (1859) gegründete Rettungsanstalt »Katholisch-Bächtelen«, eine landwirtschaftliche Winterschule in Sursee. Der Kanton gehört nebst Solothurn und Zug zum Bistum Basel. Nach der Verfassung vom 28. Febr. 1875, die am 11. Okt. 1882 und 26. Nov. 1892 unwesentlich abgeändert wurde, bildet L. einen demokratischen Freistaat. Die Legislative ist der Große Rat (143 Mitglieder, je 1 auf 1000 Einw.) mit vierjähriger Wahlperiode. Er wählt den aus 7 Mitgliedern bestehenden Regierungsrat von vierjähriger Amtsdauer, darunter seinen Vorsitzenden, den Schultheiß. Das Erziehungswesen liegt in den Händen eines Erziehungsrates von 5 Mitgliedern, die Verwaltung der Bezirke steht je einem Statthalter zu, der vom Großen Rat auf vier Jahre ernannt wird. Die Gemeinden üben die Lokalverwaltung durch einen selbstgewählten Gemeinderat unter Vorsitz eines Ammanns aus. Die Rechtspflege wird von Friedensrichtern, Bezirksgerichten (mit 79 Mitgliedern), einem Kriminalgericht von 5 und einem Obergericht von 9 Mitgliedern ausgeübt; die beiden erstgenannten Behörden werden vom Volk, die letztern beiden vom Großen Rat gewählt. Nach der Staatsrechnung von 1904 betrugen die Einnahmen des Kantons 2,872,706 Frank, die Ausgaben 2,870,706 Fr., das reine Vermögen belief sich Ende 1904 auf 6,087,786 Fr. Das Kantonswappen ist ein von Blau und Silber gespaltener Schild. Die alten Fahnen von L. zeigen aber ein von Silber über Blau geteiltes Tuch. Landesfarben sind Weiß und Blau.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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