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Luxemburg bis Luxurĭös (Bd. 6, Sp. 885 bis 886)
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Artikelverweis Luxemburg (ehemals Lützelburg), die Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, in und über dem engen, malerisch schönen Felsental der Alzette und Knotenpunkt der Linien der Wilhelmsbahn L.-Bettenburg (nach Elsaß-Lothringen und Frankreich), L.-Kleinbettingen und L.-Ulflingen (nach Belgien) und L.-Wasserbillig (nach Preußen), sowie L.-Petingen der Prinz Heinrich-Bahn und der Sekundärbahnen L.-Remich und L.-Echternach, zerfällt in die auf einer steil abfallenden Hochebene erbaute Oberstadt, die nur nach W. sich fortsetzt, und in die Unterstädte: Pfaffenthal (nördliche), Klausen (östliche) und Grund (südliche Vorstadt) im Tal, über das seit neuerer Zeit vier großartige Viadukte führen. Die zum großen

[Bd. 6, Sp. 886]


Teil in den Felsen eingearbeiteten berühmten Festungswerke, an denen über 500 Jahre lang gebaut worden ist, die L. zu einer der stärksten Festungen Europas gemacht haben, wurden seit 1867 bis auf die ältesten Bauten (namentlich die sogen. »spanischen Türme«) geschleift. Ein weit in das Alzettetal vorspringendes schmales Felsriff, der »Bock«, ist von oben bis unten ausgehöhlt und kasemattiert; am östlichen Abhang desselben steht der sogen. Melusinenturm, ein Überbleibsel der im 14. Jahrh. erweiterten Befestigung. L. hat 6 kath. Kirchen (darunter die gotische Kathedrale Notre-Dame), ein evang. Bethaus und eine Synagoge. Unter den Gebäuden der Stadt sind das Schloß (früher Palais du Roi, 189394 umgebaut), das Stadthaus mit Gemäldegalerie am Wilhelmsplatz, den seit 1884 ein Reiterstandbild König Wilhelms II. (von Mercier) schmückt, die bedeutendsten. Erwähnung verdient außerdem der auf den abgetragenen Festungswerken angelegte prächtige Park (mit Denkmal der Prinzessin Amalie, ersten Gemahlin des verstorbenen Prinzen Heinrich der Niederlande). Von dem prächtigen Schloß des spanischen Statthalters Grafen Ernst von Mansfeld (15451604) sind nur noch-wenige-Mauern und zwei Torwege mit einigen eingemauerten römischen Reliefs und Inschriften vorhanden; die ehemals berühmten Mansfeldschen Gärten sind bis auf den Namen verschwunden. L., dessen Bevölkerung 1900: 20,928 Seelen betrug, hat ein Athenäum, ein Priesterseminar, Normalschulen für Lehrer und Lehrerinnen, ein Taubstummeninstitut, eine Altertümersammlung (in der Baubankaserne), Stadtbibliothek, Handelskammer, ein Altersheim (in den Parkanlagen), Fabriken für Maschinen, Leder, Handschuhe, Fayencewaren, Champagner, Essig etc., Handel mit Wollwaren und Leder und ist Sitz eines Bischofs. Die Burg L., die im Mittelalter Lucilinburch (wohl von luzil, »klein«) oder Lützelburg hieß, und wo schon im 3. Jahrh. n. Chr. ein römisches Kastell gestanden haben soll, ward 738 von Karl Martell der Abtei Trier geschenkt, 963 vom Grafen Siegfried erworben, in der Nacht zum 22. Nov. 1443 von den Burgundern erstürmt und 1479 von den Franzosen vorübergehend erobert. 154243 in französischen, seit 1541 in spanischen Händen, gelangte L. 1684 nach hartnäckiger Verteidigung von neuem in französischen Besitz, worauf die Festung durch Vauban die Gestalt erhielt, die sie im wesentlichen bis zur Neuzeit zeigte. Seit 1697 wieder zu Spanien, seit 1714 zu Österreich gehörig, fiel L. nach tapferer siebenmonatiger Verteidigung im Juni 1796 an Frankreich. 1815 durch die Wiener Schlußakte zur deutschen Bundesfestung erklärt, hatte L. seitdem eine Friedensbesatzung von 4000 Preußen, die aber infolge des Londoner Vertrags vom 11. Mai 1867 im September d. J. die Stadt verließen. Die damals verfügte Schleifung der Festungswerke erfolgte erst 1872. Vgl. Coster, Geschichte der Festung L. (Luxemb. 1869); Biermann, Abrégé historique de la ville et forteresse de Luxembourg (das. 1890); Kellen, L., Stadt und Land (Darmst. 1898) und Literatur zum vorhergehenden Artikel.
 
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Luxemburger Sandstein, weißer konglomeratischer Sandstein in Luxemburg und Lothringen, eine dem untern Lias (s. Meyers Juraformation) entsprechende Küstenbildung.
 
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Luxemburgisch-lüttichsche Mundart, s. Meyers Deutsche Sprache, S. 744.
 
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Luxeuil (spr. lückßöj oder lüßöj), Stadt im franz. Depart. Obersaône, Arrond. Lure, 304m ü. M., am Breuchin und an der Ostbahn, hat eine schöne Kirche aus dem 14. Jahrh., Reste einer 590 vom heil. Columbanus gestifteten Abtei, ein Stadthaus (15. Jahrh.), mehrere Häuser aus dem 16. Jahrh., ein Kommunalcollège, ein Seminar, eine Bibliothek, eine Antikensammlung, ein großes Badeetablissement, Mineralquellen (18 an der Zahl), die Chlornatrium enthalten, teilweise auch eisenhaltig sind, eine Temperatur zwischen 21 und 53° haben und zur Trink- und Badekur verwendet werden, Fabrikation von Kupferwaren, Papier und Kirschwasser, Baumwollspinnerei und -Weberei und (1901) 5162 Einw. L. hieß im Altertum Luxovium und wurde seiner Quellen wegen schon von den Römern besucht. Vgl. Baumont, Etude historique sur l'abbaye de L. (Luxeuil 1896).
 
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Luxferprismen, Vorrichtungen zur bessern Verteilung des in einen geschlossenen Raum durch Fenster etc. eindringenden Lichtes, besonders zur Beleuchtung der von den Fenstern entferntern Teile. Die L. sind viereckige Platten aus sehr hellem weißen Glas von 10 cm im Geviert mit abgeschrägten Ecken. Die eine Seite der Platten ist eben, die andre besitzt parallele Querleisten von Prismenform. Solche L. werden in beliebiger Zahl in einem Kupferrahmen zusammengefügt uno vor die Fensteröffnungen gebracht. Das Licht muß also die Prismen durchdringen, wird dabei abgelenkt, und man kann es durch verschiedene Stellung der Rahmen dorthin führen, wo man es braucht. Für jeden einzelnen Fall ist die ergiebigste Querschnittform der Prismenleisten zu bestimmen und die beste Lagerung der Leisten auf der Platte (sie liegen parallel zu einer Kante oder quer) herauszufinden. Für Kellerräume kommen Platten zur Deckung der Lichtschächte in Anwendung. Vgl. Classen, Untersuchungen über den durch Luxferprismenfenster zu erreichenden Helligkeitsgewinn (Hamb. 1901).
 
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Luxor, Seidenstoff mit 128160 Ketten- und 2628 doppelten Schußfäden auf 1 cm.
 
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Luxor, Ort in Ägypten, s. Meyers Luksor.
 
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Luxulliān (Luxulian), an Turmalin reiche, porphyrartig ausgebildete Granite von Luxulion bei Lostwithiel in Cornwall.
 
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Luxurĭa (lat., Frevelmut), im Strafrecht die bewußte Fahrlässigkeit. Bei ihr ist sich der Täter der Gefährlichkeit seiner Handlungsweise bewußt, hofft aber, daß infolge seiner Geschicklichkeit das schädigende Ereignis nicht eintreten werde.
 
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Luxurieren (neulat.), wuchern, zu üppig wachsen.
 
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Luxurĭös (franz.), Meyers Luxus (s. d.) zeigend oder liebend, üppig, überprächtig.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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