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Lützschēna bis Luxembourgpalast (Bd. 6, Sp. 882 bis 883)
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Artikelverweis Lützschēna, Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Leipzig, an der Elster und der Staatsbahnlinie Leipzig-Halle sowie an der elektrischen Straßenbahn Leipzig-L., hat eine evang. Kirche, ein freiherrlich Speck v. Sternburgsches Schloß mit Gemäldegalerie, Elektrizitätswerk, eine Bierbrauerei und (1900) 763 evang. Einw.
 
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Luv (Luvseite), die dem Wind ausgesetzte Seite des Schiffes (Luvbug), im Gegensatz zur Leeseite (s. Meyers Lee); in Luv oder luvwärts (gegen den Wind), alles, was nach der Luvseite des Schiffes zu liegt.
 
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Luvgierig ist jedes Segelschiff, das ohne Mitwirkung des Steuers sich mit dem Vorschiff der Windrichtung nähert (anluven). Gut gebaute und richtig getakelte Segler müssen etwas l. sein. Der Gegensatz ist leegierig.
 
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Luvīno, Maler, s. Luini.

[Bd. 6, Sp. 883]



 
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Luwu, kleiner Vasallenstaat des Reiches Boin (s. d.) auf der Südwesthalbinsel von Celebes, rund 65,000 meist mohammed. Einwohner zählend, wurde nach Ablehnung eines Ultimatums 11. Sept. 1905 von den Niederländern unterworfen.
 
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Lux (lat.) das Licht; auch Einheit der Beleuchtungsstärke, soviel wie Meterkerze (s. Photometrie). L. mundi, Weltleuchte (vgl. Gansfort).
 
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Lux, 1) Adam, geb. 27. Dez. 1765 in Obernburg bei Aschaffenburg, Maler in Mainz während der französischen Revolution, wurde mit Georg Forster von der »Rheinischen Republik« zum Konvent nach Paris abgeordnet und dort wegen seiner Verherrlichung der Tat der Charlotte Corday (s. d.) 4. Nov. 1793 guillotiniert. Vgl. Börckel, Adam L., ein Opfer der Schreckenszeit (Mainz 1892); Chuquet, Etudes d'histoire (Par. 1904).
   2) Anton Erwin, österreich. Afrikareisender, geb. 1847 in Venedig, wurde 1868 Artillerieleutnant, beteiligte sich an der deutschen Loangoexpedition und reiste 1875 mit Pogge durch das Land der Bangala bis Kimbundu. Er schrieb: »Von Loanda nach Kimbundo. Ergebnisse der Forschungsreise 18751876« (Wien 1880) und »Die Balkanhalbinsel (mit Ausschluß von Griechenland). Physikalische und ethnographische Schilderungen und Städtebilder« (Freiburg 1887).
 
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Luxation, s. Meyers Verrenkung.
 
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Luxbrüder, s. Meyers Fechtkunst, S. 371.
 
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Luxembourg (spr. lückßangbūr), Francois Henri de Montmorency-Boutteville, Herzog von, Marschall von Frankreich, geb. 8. Jan. 1628, gest. 4. Jan. 1695, nachgeborner Sohn des wegen eines Duells enthaupteten Grafen Boutteville, aus einer Nebenlinie der Montmorencys, nahm 1661 nach seiner Verheiratung mit Magdalene, der Erbin des Hauses Luxembourg-Piney, dessen Namen an. 1647/48 focht er in Katalonien und in Flandern unter dem großen Condé, auf dessen Seite er auch in den Kriegen der Fronde stand; 1659 wurde ihm äußerlich des Königs Amnestie zuteil. 1668 zeichnete er sich bei der Eroberung der Franche-Comté aus und brandschatzte die Provinz Limburg. 1672 rückte er, vereint mit den deutschen Hilfstruppen Ludwigs XIV., in Holland ein, wurde nach der Heimkehr des Königs Gouverneur von Utrecht, konnte jedoch die auf dem Eiswege versuchte Eroberung Hollands wegen Tauwetter nicht durchführen. Ende 1673 bewerkstelligte er in meisterhafter Weise, aber mit Grausamkeit und Habgier, die Räumung der Niederlande und den Rückzug. 1674 focht er mit bei Meyers Seneffe (s. d.). 1675 mit dem Marschallstab belohnt, eroberte er, nachdem er 1676 versagt hatte, 17. März 1677 Valenciennes und Cambrai, schlug den Prinzen von Oranien 11. April bei (Mont) Cassel und nochmals, vier Tage nach dem Frieden von Nimwegen, unentschiedener 14. Aug. 1678 bei St.-Denis. Entzweit mit dem ihm früher befreundeten allmächtigen Louvois, blieb er elf Jahre ohne Kommando und ward sogar 1679 in den Prozeß der Giftmischerin Voisin verwickelt, aber nach viermonatiger Hast 1680 unter Verbannung auf ein Jahr von der Chambre ardente freigesprochen. 1690 befehligte L. wieder in Flandern und schlug 1. Juli die Alliierten bei Fleurus und seinen alten Gegner Wilhelm 3. Aug. 1692 bei Steenkerken sowie 29. Juli 1693 bei Neerwinden. Der zahlreichen Fahnen wegen, die er erbeutet, und mit denen die Kathedrale von Paris geschmückt wurde, hieß er beim Volk »le tapissier de Notre-Dame«. Er zeichnete sich als Feldherr durch strategische Begabung, scharfen und raschen Blick, Verschlagenheit, persönlichen Mut und die Kühnheit seiner Maßregeln aus; doch war er ausschweifend, charakterlos, selbstsüchtig und dabei indolent, was ihn an der Ausbeutung seiner Siege hinderte. Schon die während des Eisfeldzuges 1672 von den Franzosen bei der Zerstörung von Bodegrave und Swammerdam verübten Greuel, die von holländischen Schriftstellern, namentlich von Wicquefort in seinem »Advis fidelle aux véritables Hollandais«, (1673), stark übertrieben und L. zur Last gelegt wurden, hatten L. als maßlos gehaßte Persönlichkeit in den Mund des holländischen und deutschen Volkes gebracht. Als dann die Gerüchte von einem Prozeß nach Deutschland drangen, strömte hier der Teufelsglaube seiner Zeit auf ihn zusammen; er wurde zum Helden einer faustähnlichen Volkssage, die 1680 in einem Volksbuche: »Pacta und Verbündnis des Herzogs von L., so er mit dem leidigen Satan getroffen«, ihren Niederschlag fand und sich schnell einbürgerte. Das Volksbuch, nach dem Tode Luxembourgs durch die Erzählung von dessen Abholung durch den Teufel erweitert, wurde seitdem außerordentlich oft gedruckt. In Holland dauerte die Sage, von den Pamphletisten halb ironisch genährt, nicht weit über das 17. Jahrh. hinaus; in Deutschland aber blieb sie in Volksbüchern, auf der Volksbühne und in mündlicher Überlieferung bis in die Mitte des 19. Jahrh. lebendig und scheint an Beliebtheit zeitweilig sogar die Faustsage (s. Meyers Faust) übertroffen zu haben. Vgl. Beaurain, Histoire militaire du duc de L. (Haag 1756); »Memoires pour servir à l'histoire du maréchal de L., écrits par lui-même« (das. 1758); P. de Ségur, La jeunesse du maréchal de L. 16281668 (Par. 1900), Le maréchal de L. et le prince d'Orange, 16681678 (das. 1902) und Le Tapissier de Notre-Dame. Les dernières années du maréchal de L. (das. 1904); Kippenberg, Die Sage vom Herzog von L. und die historische Persönlichkeit ihres Trägers (Leipz. 1901). Einer seiner Söhne, Chrétien Louis, Herzog von L., geb. 1675, zeichnete sich im Spanischen Erbfolgekrieg aus, ward 1734 Marschall von Frankreich und starb 1746.
 
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Luxembourgpalast, ein seit 1612 für Maria von Medici, Witwe Heinrichs IV., von Jacques de Brosse in florentinischem Rustikastil erbautes Schloß in Paris, das seinen Namen von dem frühern Besitzer des Grundstücks, dem Herzog von Luxembourg-Piney, erhalten hat. Es wurde bis zur Revolution von verschiedenen königlichen Prinzen bewohnt, war dann Staatsgefängnis, seit 1795 Sitz des Direktoriums und des Konsulats, wurde 1804 durch Chalgrin für den Senat und 183144 durch de Gisors für die Pairskammer umgebaut und war bis 1870 wieder Sitz des Senats. Jetzt enthält es die Bureaus der Seinepräfektur sowie ein Museum von Gemälden und Skulpturen französischer Künstler, die hier bis etwa zehn Jahre nach dem Tod ihrer Schöpfer bleiben und dann nach erfolgter Sichtung nach dem Louvre übergeführt werden. Auch die große von Rubens für Maria von Medici gemalte Reihe von 21 Bildern aus der Geschichte der Königin (die sogen. Luxembourggalerie) ist nachdem Louvre gebracht worden. Aus der spätern künstlerischen Ausschmückung des Palastes sind die Malereien in der Bibliothek von Delacroix hervorzuheben. Vgl. L. Favre, Le Luxembourg, récits et confidences sur un vieux palais (Par. 1882); Bénédite, Le Musée du Luxembourg (das. 1894); Hustin, Le palais du Luxembourg, ses transformations, etc. (das. 1904).

[Bd. 6, Sp. 884]


 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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