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Lützelsoonwald bis Luvīno (Bd. 6, Sp. 881 bis 882)
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Artikelverweis Lützelsoonwald, Teil des Meyers Hunsrück (s. d.).
 
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Lützelstein (La Petite-Pierre), Stadt und Kantonshauptort im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Zabern, in den Vogesen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, 2 Oberförstereien, Holzwarenfabrikation und (1900) 903 meist evang. Einwohner. Über dem Ort liegt malerisch die z. T. schon zerstörte Bergfeste L., die einen Hauptpaß der Vogesen beherrscht und ehemals sehr wichtig war, 9. Aug. 1870 aber von den Franzosen geräumt wurde. Die alten Grafen von L., seit 1220 Lehnsleute des Bistums Straßburg, waren seit 1447 die Lehnsleute des Kurfürsten von der Pfalz, starben 1460 aus, und die Grafschaft fiel an die Pfalzgrafen von Veldenz und nach deren Aussterben (1694) an die Fürsten von Birkenfeld, wurde aber während der französischen Revolution eingezogen. Vgl. Klein, Das Städtchen Buchsweiler und die Bergfeste L. (Mülhaus. 1858); v. Bodungen, Die vormalige Grafschaft L. und die zugehörigen Waldungen (Straßb. 1880).
 
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Lützen, Stadt im preuß. Regbez. und Kreis Merseburg, unweit des Floßgrabens, an der Staatsbahnlinie Plagwitz-Lindenau-Rippach-Poserna, hat eine alte evangelische und eine kath. Kirche, ein schönes Rathaus mit einer Statue Gustav Adolfs von Schweden, ein Denkmal des Kaisers Wilhelm I., ein altes Schloß, Waisenhaus, Amtsgericht, Zuckerfabrik, Dampfmolkerei und (1900) 3838 meist evang. Einwohner. L., an der seit 1300 wichtigen Straße Erfurt-Weißenfels-Leipzig gelegen, ist denkwürdig durch eine Hauptschlacht des Dreißigjährigen Krieges 16. (6.) Nov. 1632 zwischen den Schweden unter Gustav Adolf und den Kaiserlichen unter Wallenstein. Von Nürnberg war Wallenstein, von Gustav Adolf verfolgt, nach Sachsen aufgebrochen. Der König lagerte bei Naumburg, rückte aber auf die Kunde, daß Wallenstein Pappenheim nach Halle geschickt habe und von Weißenfels nach L. zurückgewichen sei, ihm 15. Nov. nach. Wallenstein rief daraufhin Pappenheim zurück und stellte sich nördlich von der nach Leipzig führenden Straße mit der Front nach Süden so auf, daß sich die Reiterei auf dem rechten Flügel unter Holk an L., auf dem linken unter Gallas an den Floßgraben lehnte. Die Schweden rückten am Morgen des 16. Nov. in zwei Treffen von der Rippach gegen die Kaiserlichen vor. Sie zählten etwa 14,000 Mann, die Kaiserlichen ohne Pappenheim 12,000 Mann. Durch eine Linksschwenkung kam der rechte Flügel der Schweden an den Floßgraben, der linke dicht an L. zu stehen; unter heftigem Artilleriefeuer der Kaiserlichen überschritt der König die Straße, kam gegen Mittag an den Feind, und nun begann die eigentliche Schlacht. Den rechten Flügel führte Gustav Adolf selbst, um Wallenstein am Vormarsch auf Leipzig zu hindern, und warf die Kaiserlichen allmählich zurück; Pappenheim traf mit seiner Reiterei ein und griff sofort an, wurde jedoch tödlich verwundet; Octavio Piccolomini aber mit zwei Regimentern hielt dem Angriff des blauen und des gelben Regiments mit unerschütterlicher Tapferkeit stand. Gustav Adolf führte ein neues Regiment vor; in dem von neuem hereinbrechenden Nebel entstand ein furchtbares Handgemenge, in dem der König selbst tödlich getroffen zu Boden sank. Über seiner Leiche tobte der Kampf weiter. Die Schweden, zur Wut entflammt, fochten unter Herzog Bernhard und General Kniphausen; mit größter Erbitterung und Entschlossenheit wurde von beiden Seiten gekämpft, bis die Nacht hereinbrach. Herzog Bernhard drängte endlich die Kaiserlichen zurück, deren Reiterei sich zur Flucht wandle, während die Infanterie noch standhielt. Wallenstein, selbst verwundet, brach die Schlacht ab; Pappenheims Fußvolk, das noch am Abend eintraf, deckte seinen Rückzug nach Leipzig, den er mit Hinterlassung mehrerer Geschütze antrat. Die Schweden lagerten die Nacht auf der Walstatt, gingen aber 17. Nov. nach Weißenfels zurück. Einen entscheidenden Sieg hatten sie nicht erfochten; der moralische Gewinn der Behauptung des Schlachtfeldes wurde durch den Verlust des Königs mehr als aufgewogen. Seine Leiche wurde unweit eines großen Feldsteins unter einem Haufen von Toten, von den Hufen der Pferde fast bis zur Unkenntlichkeit zertreten, gefunden. Lange erhielt bloß dieser sogen. Schwedenstein das Andenken an den König; aber infolge der Gedächtnisfeier des Sieges 1832 wurde über dem Stein ein gotisches Denkmal von Gußeisen errichtet. In einem Privatmuseum zu L. befinden sich zahlreiche Erinnerungen an die Schlacht. Vgl. Vincke, Die Schlacht bei L. am 6. Nov. 1632 (Berl. 1832); G. Droysen, Die Schlacht bei L. (»Forschungen zur deutschen Geschichte«, Bd. 5, Göttingen 1862); »Gedruckte Relationen über die Schlacht bei L.« (1. Heft der »Materialien zur neuern Geschichte«,

[Bd. 6, Sp. 882]


Halle 1880). Eine zweite Schlacht bei L. 2. Mai 1813 wird richtiger nach dem südlich von L. gelegenen Dorf Großgörschen benannt. Weiteres s. Meyers Großgörschen.
 
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Lützenkirchen, Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Solingen, hat eine kath. Kirche, ein Hüttenwerk, Bergbau und (1900) 2606 Einw.
 
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Lützensand, s. Meyers Lang-Lütjensand.
 
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Lutzer, Jenny, Sängerin, s. Meyers Dingelstedt, F. v.
 
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Lützow, 1) Ludwig Adolf Wilhelm, Freiherr von, Führer der berühmten, nach ihm benannten Freischar, geb. 18. Mai 1782 in der Mittelmark aus einem alten Adelsgeschlecht, gest. 6. Dez. 1834 in Berlin, trat 1795 in die preußische Garde und kämpfte im Regiment Reizenstein 1806 bei Auerstedt. Nach der Auflösung des Regiments schloß er sich dem Schillschen Korps in Kolberg an, organisierte dessen Kavallerie und wurde in dem Gefecht bei Stargard verwundet. Als Major nahm er 1808 seine Entlassung, schloß sich aber 1809 wieder dem Unternehmen Schills an, bis er bei Dodendorf zum zweitenmal verwundet wurde. Erst 1811 trat er wieder bei der Kavallerie ein und wurde im Februar 1813 zur Bildung eines Freikorps in Schlesien ermächtigt, zu dem sich ausgezeichnete Männer, wie Jahn, Friesen, Körner, meldeten. Dies Lützowsche Freikorps (nach seiner Kleidung die »schwarze Schar« genannt) sollte im Rücken des Feindes den kleinen Krieg führen sowie in Thüringen, Hessen und Westfalen Volksaufstände erregen. Ende März schon 900 Mann zu Fuß und 260 Mann zu Pferde stark, bestand es aus 3 Bataillonen, 3 Jägerabteilungen und 4 Schwadronen. Die Teilnahmlosigkeit der deutschen Bevölkerung außerhalb Preußens vereitelte jedoch den ganzen Plan, und ihre Streifzüge im Rücken des französischen Heeres nach der Schlacht bei Großgörschen blieben erfolglos. Statt den Kern eines großen deutschen Volksheeres zu bilden, wuchs das Korps nur zu 2800 Mann zu Fuß und 480 Reitern heran. Diese letztern, unter L. selbst, wurden auf ihrem allzu sorglosen Rückzug von einem Streifzug nach Franken während des Waffenstillstandes von Poischwitz, dessen Bestimmungen L. nicht genau erfahren hatte, 17. Juni auf Befehl Napoleons vom General Fournier und dem württembergischen General v. Normann bei Kitzen in der Nähe von Leipzig überfallen und fast aufgerieben. Nach dem Waffenstillstand wurde das Korps neu organisiert und der Wallmodenschen Armee an der untern Elbe beigegeben. Den Ruhm kühner Verwegenheit erwarben sich die schwarzen Jäger in dem Treffen an der Göhrde 16. Sept., wo L. abermals schwer verwundet wurde, und in vielen Vorpostengefechten; aber Großes konnten sie um so weniger ausführen, als das Korps nie beisammen war. Erst im Dezember sammelte es sich wieder bei Boitzenburg und wurde im Kriege gegen die Dänen verwendet; von Helmenstreit im Januar 1814 an den Rhein geführt, kam es zum Krieg in Frankreich zu spät und wurde nach dem Frieden aufgelöst. L. war unterdessen bei der schlesischen Armee in Châlons eingetroffen und hatte im Auftrag Blüchers dem General Saint-Priest in Reims 12. März 1814 Depeschen überbracht, als er auf dem Rückweg vom französischen Landsturm gefangen wurde. Nach dem Frieden wieder befreit, wurde L. im April 1814 Oberstleutnant und im März 1815 Kommandeur des 6. Ulanenregiments. In der Schlacht von Ligny griff er auf Blüchers Befehl ein französisches Karree an, wurde gefangen und erhielt erst durch den Sieg bei Belle-Alliance die Freiheit. Im Oktober 1815 zum Obersten befördert, erhielt er 1817 das Kommando der 13. Kavalleriebrigade in Münster, wurde 1822 Generalmajor, aber im April 1830 zur Disposition gestellt. 1889 erhielt das 1. rheinische Infanterieregiment Nr. 25, das 1814 aus der Infanterie der Lützowschen Freischar gebildet worden war, den Namen Regiment v. L. Seine Gattin war seit 1810 Gräfin Elise von Meyers Ahlefeldt (s. d.). Vgl. Eiselen, Geschichte des Lützowschen Freikorps (2. Aufl., Halle 1841); K. v. Lützow, Adolf Lützows Freikorps in den Jahren 1813 und 1814 (Berl. 1884); Bothe und v. Klatte, Geschichte des thüringischen Ulanenregiments Nr. 6 (das. 1890); v. Jagwitz, Geschichte des Lützowschen Freikorps (das. 1892).
   2) Karl von, Kunsthistoriker, geb. 25. Dez. 1832 in Göttingen, gest. 22. April 1897 in Wien, Sohn des mecklenburg-schwerin. Oberschenken Karl v. L., widmete sich in Göttingen und in München dem Studium der Philologie und Archäologie und lebte darauf in Berlin, wo er von Fr. Kugler zur Mitwirkung an den »Denkmälern der Kunst« herangezogen wurde, deren Herausgabe er von der dritten Auflage (1874) an gemeinsam mit W. Lübke besorgte (7. Aufl., Stuttg. 1894). 1858 ward er Dozent der Kunstgeschichte an der Universität München, übernahm 1863 in Wien die Redaktion der Zeitschrift »Rezensionen und Mitteilungen überbildende Kunst«, habilitierte sich daneben an der dortigen Universität und ward 1864 Professor an der Kunstakademie, 1866 auch Bibliothekar dieser Anstalt. Er gab heraus: »Münchener Antiken« (Münch. 18611869, 7 Lfgn.); »Zur Geschichte der Ornamente an bemalten griechischen Tongefäßen« (das. 1858); »Das choragische Denkmal des Lysikrates in Athen« (Leipz. 1868); »Die Meisterwerke der Kirchenbaukunst«, die Frucht einer Studienreise durch England und Frankreich (das. 1862, 2. Aufl. 1871); »Geschichte der k. k. Akademie der bildenden Künste« (Wien 1877); »Die Kunstschätze Italiens« (Stuttg. 1883; 2. Aufl. von Dernjać, Gera 1900); »Die kaiserliche Gemäldegalerie im Belvedere« (mit Radierungen von Unger); Dürers Holzschnittwerk (Nürnberg); »Die vervielfältigende Kunst der Gegenwart« (Wien 1886 ff., Bd. 1 u. 2: Kupferstich und Holzschnitt) und »Geschichte des deutschen Kupferstichs und Holzschnitts« (in Grotes »Geschichte der deutschen Kunst«, Berl. 1891). Auch lieferte er eine Neubearbeitung des 1. Bandes von Schnaases »Geschichte der bildenden Künste« (Düsseld. 1868), begründete 1866 die »Zeitschrift für bildende Kunst« (Leipz.), deren Herausgabe er bis zu seinem Tode leitete, und gab 1889 einen Katalog der Gemäldegalerie der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien heraus.
   3) Therese von, s. Meyers Bacheracht.
 
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Lützschēna, Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Leipzig, an der Elster und der Staatsbahnlinie Leipzig-Halle sowie an der elektrischen Straßenbahn Leipzig-L., hat eine evang. Kirche, ein freiherrlich Speck v. Sternburgsches Schloß mit Gemäldegalerie, Elektrizitätswerk, eine Bierbrauerei und (1900) 763 evang. Einw.
 
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Luv (Luvseite), die dem Wind ausgesetzte Seite des Schiffes (Luvbug), im Gegensatz zur Leeseite (s. Meyers Lee); in Luv oder luvwärts (gegen den Wind), alles, was nach der Luvseite des Schiffes zu liegt.
 
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Luvgierig ist jedes Segelschiff, das ohne Mitwirkung des Steuers sich mit dem Vorschiff der Windrichtung nähert (anluven). Gut gebaute und richtig getakelte Segler müssen etwas l. sein. Der Gegensatz ist leegierig.
 
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Luvīno, Maler, s. Luini.

[Bd. 6, Sp. 883]


 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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