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Lüttringhausen bis Lützensand (Bd. 6, Sp. 880 bis 882)
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Artikelverweis Lüttringhausen, Stadtgemeinde im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Lennep, aus 110 einzelnen Ortschaften und Wohnplätzen bestehend, an der Staatsbahnlinie Barmen-Rittershausen-Marienheide und einer elektrischen Straßenbahn von Barmen nach Remscheid, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Waisenhaus, Irrenheil- und Pflegeanstalt, Zentralgefängnis, bedeutende Tuch- und Kattunfabrikation, Fabrikation von Eisengarn, Gas- und Wassermessern, Gasöfen, Badeapparaten, Dampfkesseln und Kleineisenwaren, Hartsteinfabrik, Dampfziegelei und (1900) 11,254 Einw., davon 2058 Evangelische. Die Gemeinde L. erhielt 1856 das Stadtrecht.
 
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Lutum (lat.), Kitt.
 
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Lutz, 1) Johann, Freiherr von, bayr. Staatsminister, geb. 4. Dez. 1826 zu Münnerstadt in Unterfranken, gest. 3. Sept. 1890 in Pöcking am Starnberger See, Sohn eines Lehrers, studierte 184348 in Würzburg die Rechte, wurde 1852 Rechtskonzipient und 1854 Richter beim Kreis- und Stadtgericht in Nürnberg. 1857 war er Protokollführer der in Nürnberg tagenden Konferenz für Bearbeitung eines deutschen Handelsgesetzbuchs, begleitete sie auch nach Hamburg zur Bearbeitung des Seerechts und gab 1861 die Konferenzprotokolle der Handels- und Seerechtskonferenz und einen Kommentar zu dem bayrischen Einführungsgesetz für das allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch (Würzb. 186366) heraus. Nach seiner Rückkehr nach Bayern als Hilfsarbeiter in das Justizministerium berufen, ward er 1863 Sekretär im Privatkabinett des Königs Max und unter Ludwig II. im Dezember 1866 Chef des Kabinetts. Aber schon 1. Okt. 1867 übernahm L. das Portefeuille der Justiz im Ministerium Hohenlohe, führte unter großen Schwierigkeiten einen neuen Zivilprozeß in Bayern ein und übernahm 20. Dez. 1867 auch das Ministerium des Kultus. Hervorragend an den Verhandlungen über die Begründung des Deutschen Reichs, erst in München, dann in Versailles, beteiligt, verteidigte er den Vertrag vom 23. Nov. 1870 im Dezember 1870 und Januar 1871 vor den bayrischen Kammern. Bei der Neubildung des Ministeriums im August 1871 gab L. die Justiz ab, behielt aber im neuen Kabinett Hegnenberg-Dux das bei dem beginnenden kirchlichen Kampf besonders wichtige Ministerium des Kultus. Zur Abwehr der ultramontanen Herrschaftsgelüste veranlaßte er im November 1871 den Beschluß des sogen. Meyers Kanzelparagraphen (s. d.) durch Bundesrat u. Reichstag, der die politischen Ausschreitungen des Klerus im Zaume halten soll. Auch in Bayern selbst trat er der anmaßenden Forderung der Bischöfe, daß die Regierung den Altkatholizismus unterdrücken solle, entgegen, wenngleich die Altkatholiken selbst von seinem durch Rücksichten beschränkten Verhalten nicht zufriedengestellt wurden. Durch die Besetzung der erledigten Bistümer mit gemäßigten, friedliebenden Männern suchte L. den klerikalen Hetzereien ein Ende zu machen, zog sich aber dadurch den Haß der extremen Ultramontanen zu, die ihn im Landtag heftig angriffen und wiederholt vom König seine Entlassung forderten. Der König lehnte dies nicht nur ab, sondern ernannte ihn auch 1880 nach Pfretzschners Rücktritt zum Präsidenten des Ministeriums und versetzte ihn 1884 in den erblichen Freiherrenstand. Auch nach der Entsetzung Ludwigs II. unter dem Regenten Prinz Luitpold blieb L. im Amt und wurde 1886 Mitglied der Reichsratskammer. Erst 21. Mai 1890 nahm er wegen Kränklichkeit seine Entlassung und starb bald darauf.
   2) Friedrich, deutscher Politiker, geb. 22. Febr. 1852 in Heidenheim (Mittelfranken), besuchte 18631866 die Gewerbeschule, wurde Brauereibesitzer und lebt jetzt als Privatmann in Öttingen. Seit 1887 dem bayrischen Landtag, 189095 auch dem deutschen Reichstag angehörig, hielt sich L. zu den konservativen Agrariern, half den Bund der Landwirte gründen, saß mehrere Jahre in dessen Vorstand und gab in Bayern die Anregung zu der im Gange

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befindlichen Grundentlastung der Bauern. Als Anhänger der Schutzzollpolitik Bismarcks stand er zu letzterm nach seiner Entlassung in persönlichen Beziehungen.
 
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Lützelburg, Stadt, soviel wie Luxemburg.
 
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Lützelburger, Hans, genannt Frank, Formschneider, war seit etwa 1520 in Basel tätig, wo er 1526 starb. Von seinen sehr zart ausgeführten Holzschnitten sind hervorzuheben: das Bildnis des Erasmus, der Ablaßkram, Christus als wahres Licht, der kreuztragende Christus, zwei Dolchscheiden; sodann Alphabete, worunter drei Totentanzalphabete (eins im Dresdener Kupferstichkabinett, 1849 von Lödel in Göttingen nachgeschnitten), ein Bauern- und ein Kinderalphabet; der Kampf im Walde zwischen Bauern und nackten Räubern, und seine Hauptwerke: der Totentanz und die Bilder zum Alten Testament, sämtlich nach Hans Holbein (zuerst Lyon 1538). L. ist der Hauptvertreter des sogen. Feinschnittes; in zierlicher, eleganter und doch richtiger Zeichnung ist er unübertroffen.
 
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Lützelflüh, Dorf im schweizer. Kanton Bern, Bezirk Trachselwald, 606 m ü. M., an der Emme und der Eisenbahn Burgdorf-Langenau, hat eine evang. Kirche, Käserei, Fabrikation von Hüten und Zigarren und (1900) 604, als Gemeinde 3462 reform. Einwohner. Jeremias Gotthelf (s. Bitzius 1) wirkte hier als Pfarrer.
 
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Lützelsoonwald, Teil des Meyers Hunsrück (s. d.).
 
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Lützelstein (La Petite-Pierre), Stadt und Kantonshauptort im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Zabern, in den Vogesen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, 2 Oberförstereien, Holzwarenfabrikation und (1900) 903 meist evang. Einwohner. Über dem Ort liegt malerisch die z. T. schon zerstörte Bergfeste L., die einen Hauptpaß der Vogesen beherrscht und ehemals sehr wichtig war, 9. Aug. 1870 aber von den Franzosen geräumt wurde. Die alten Grafen von L., seit 1220 Lehnsleute des Bistums Straßburg, waren seit 1447 die Lehnsleute des Kurfürsten von der Pfalz, starben 1460 aus, und die Grafschaft fiel an die Pfalzgrafen von Veldenz und nach deren Aussterben (1694) an die Fürsten von Birkenfeld, wurde aber während der französischen Revolution eingezogen. Vgl. Klein, Das Städtchen Buchsweiler und die Bergfeste L. (Mülhaus. 1858); v. Bodungen, Die vormalige Grafschaft L. und die zugehörigen Waldungen (Straßb. 1880).
 
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Lützen, Stadt im preuß. Regbez. und Kreis Merseburg, unweit des Floßgrabens, an der Staatsbahnlinie Plagwitz-Lindenau-Rippach-Poserna, hat eine alte evangelische und eine kath. Kirche, ein schönes Rathaus mit einer Statue Gustav Adolfs von Schweden, ein Denkmal des Kaisers Wilhelm I., ein altes Schloß, Waisenhaus, Amtsgericht, Zuckerfabrik, Dampfmolkerei und (1900) 3838 meist evang. Einwohner. L., an der seit 1300 wichtigen Straße Erfurt-Weißenfels-Leipzig gelegen, ist denkwürdig durch eine Hauptschlacht des Dreißigjährigen Krieges 16. (6.) Nov. 1632 zwischen den Schweden unter Gustav Adolf und den Kaiserlichen unter Wallenstein. Von Nürnberg war Wallenstein, von Gustav Adolf verfolgt, nach Sachsen aufgebrochen. Der König lagerte bei Naumburg, rückte aber auf die Kunde, daß Wallenstein Pappenheim nach Halle geschickt habe und von Weißenfels nach L. zurückgewichen sei, ihm 15. Nov. nach. Wallenstein rief daraufhin Pappenheim zurück und stellte sich nördlich von der nach Leipzig führenden Straße mit der Front nach Süden so auf, daß sich die Reiterei auf dem rechten Flügel unter Holk an L., auf dem linken unter Gallas an den Floßgraben lehnte. Die Schweden rückten am Morgen des 16. Nov. in zwei Treffen von der Rippach gegen die Kaiserlichen vor. Sie zählten etwa 14,000 Mann, die Kaiserlichen ohne Pappenheim 12,000 Mann. Durch eine Linksschwenkung kam der rechte Flügel der Schweden an den Floßgraben, der linke dicht an L. zu stehen; unter heftigem Artilleriefeuer der Kaiserlichen überschritt der König die Straße, kam gegen Mittag an den Feind, und nun begann die eigentliche Schlacht. Den rechten Flügel führte Gustav Adolf selbst, um Wallenstein am Vormarsch auf Leipzig zu hindern, und warf die Kaiserlichen allmählich zurück; Pappenheim traf mit seiner Reiterei ein und griff sofort an, wurde jedoch tödlich verwundet; Octavio Piccolomini aber mit zwei Regimentern hielt dem Angriff des blauen und des gelben Regiments mit unerschütterlicher Tapferkeit stand. Gustav Adolf führte ein neues Regiment vor; in dem von neuem hereinbrechenden Nebel entstand ein furchtbares Handgemenge, in dem der König selbst tödlich getroffen zu Boden sank. Über seiner Leiche tobte der Kampf weiter. Die Schweden, zur Wut entflammt, fochten unter Herzog Bernhard und General Kniphausen; mit größter Erbitterung und Entschlossenheit wurde von beiden Seiten gekämpft, bis die Nacht hereinbrach. Herzog Bernhard drängte endlich die Kaiserlichen zurück, deren Reiterei sich zur Flucht wandle, während die Infanterie noch standhielt. Wallenstein, selbst verwundet, brach die Schlacht ab; Pappenheims Fußvolk, das noch am Abend eintraf, deckte seinen Rückzug nach Leipzig, den er mit Hinterlassung mehrerer Geschütze antrat. Die Schweden lagerten die Nacht auf der Walstatt, gingen aber 17. Nov. nach Weißenfels zurück. Einen entscheidenden Sieg hatten sie nicht erfochten; der moralische Gewinn der Behauptung des Schlachtfeldes wurde durch den Verlust des Königs mehr als aufgewogen. Seine Leiche wurde unweit eines großen Feldsteins unter einem Haufen von Toten, von den Hufen der Pferde fast bis zur Unkenntlichkeit zertreten, gefunden. Lange erhielt bloß dieser sogen. Schwedenstein das Andenken an den König; aber infolge der Gedächtnisfeier des Sieges 1832 wurde über dem Stein ein gotisches Denkmal von Gußeisen errichtet. In einem Privatmuseum zu L. befinden sich zahlreiche Erinnerungen an die Schlacht. Vgl. Vincke, Die Schlacht bei L. am 6. Nov. 1632 (Berl. 1832); G. Droysen, Die Schlacht bei L. (»Forschungen zur deutschen Geschichte«, Bd. 5, Göttingen 1862); »Gedruckte Relationen über die Schlacht bei L.« (1. Heft der »Materialien zur neuern Geschichte«,

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Halle 1880). Eine zweite Schlacht bei L. 2. Mai 1813 wird richtiger nach dem südlich von L. gelegenen Dorf Großgörschen benannt. Weiteres s. Meyers Großgörschen.
 
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Lützenkirchen, Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Solingen, hat eine kath. Kirche, ein Hüttenwerk, Bergbau und (1900) 2606 Einw.
 
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Lützensand, s. Meyers Lang-Lütjensand.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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