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Lutti bis Lützelstein (Bd. 6, Sp. 878 bis 881)
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Artikelverweis Lutti, Francesca, ital. Dichterin, geb. 1831 zu Campo im Gebiet von Trient, gest. 6. Nov. 1878 in Brescia, Tochter des Cavaliere Vincenzo L., ehemaligen Kapitäns in der Ehrengarde Napoleons I., verdankte ihre poetische Ausbildung dem Dichter Andrea Maffei und gehörte mit Giovannina Milli und Erminia Fua-Fusinato zu den hervorragendsten dichtenden Frauen Italiens. Von den drei poetischen Erzählungen: »Giovanni«, »Rosa e Stella« (1859) und »Maria« (1858) ist die erste die bedeutendste. Nicht sehr erheblich war der Erfolg einer kleinen lyrischen Sammlung (mit jenen gesammelt in »Novelle e liriche«, Flor. 1862, 2. Aufl. 1878). Aber einen Triumph feierte die Dichterin mit ihrem »Alberto« (1867), einer Erzählung in Stanzen mit einem Vorwort Maffeis.
 
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Lüttich, belg. Provinz, wird im O. von Rheinpreußen, im N. von Belgisch- und Niederländisch-Limburg, im W. von Brabant und Namur, im S. von Luxemburg begrenzt und hat 2894,73 qkm (52,6 QM.) Flächeninhalt. Das Land wird im S. und O. von Ausläufern der Ardennen erfüllt, die ein waldreiches, aber wenig fruchtbares, hügeliges Plateau (bis 689 m) bilden. Die Bevölkerung betrug 1904: 863,254 Seelen (298 auf 1 qkm, meist Wallonen). Die Provinz hat L. zur Hauptstadt (s. Karte »Belgien«). Das im 4. Jahrh. gegründete Bistum L., dessen Sitz (Tongern) Ende des 6. Jahrh. nach Maastricht, 720 nach L. verlegt ward, und dessen Bischöfe seit dem 14. Jahrh. deutsche Reichsfürsten waren, stand unter dem Erzstift Köln und gehörte bis 1794 zum westfälischen Kreis. Es umfaßte die Stadt L. (s. d.), die Grafschaften Looz und Hoorn, die Landschaften Campine, Hasbengau und Condroz, das Land zwischen Sambre und Maas, das Marquisat Franchimont und das Herzogtum Bouillon. 1794 von den Franzosen besetzt, bildete es einen Teil des Departements der Ourthe, kam durch Beschluß des Wiener Kongresses und einen besondern Vertrag vom 23. März 1815 mit etwas veränderten Grenzen an die Vereinigten Niederlande, riß sich aber 1830 los und gehört seitdem zu Belgien. Vgl. Polain, Histoire de l'ancien pays de Liège (Lütt. 184447, 2 Bde.); Wohlwill, Die Anfänge der landständischen Verfassung im Bistum L. (Leipz. 1867); Daris, Histoire de l'évêché et de la principauté de Liège (Lütt. 186890, 10 Bde.); Hénaux, Histoire du pays de Liège (3. Aufl. 18721874, 2 Bde.); de Ryckel, Les communes de la province de Liège. Notices historiques (1892); Demarteau, Liège et les principautés ecclésiastiques de l'Allemagne occidentale (1900).
 
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Lüttich (fläm. Luik, franz. Liège, lat. Legia oder Leodium), Hauptstadt der gleichnamigen belg. Provinz (s. oben), zugleich eine der wichtigsten Industriestädte Belgiens, liegt 65150 m ü. M., zum Teil an einen von einer Zitadelle gekrönten Berg sich anlehnend, zu beiden Seiten der Maas, die hier die Ourthe aufnimmt, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Brüssel-L., L.-Herbesthal (Aachen) und L.-Marloie und der Bahnen L.-Namur, L.-Flémalle, L.-Maastricht und L.-Eindhoven. Der Fluß teilt die Stadt und wird von sechs Brücken, darunter die schöne, 152 m lange und 14 m breite Eisenbahnbrücke, Pont du Val-Benoît, der Pont des Arches (186063 neu erbaut) und der Pont de Fragnée (1905 errichtet), überspannt. An die eigentliche Stadt schließt sich ringsum ein Kranz von Vorstädten. Das vormals enge und düstere Innere der Stadt verschönert sich mehr und mehr. L. hat schöne öffentliche Plätze, worunter der St. Lambertsplatz (einst mit der Lambertskirche, die 1794 die französischen Sansculotten zerstörten), der Marktplatz mit schönem, marmornem Springbrunnen, der Universitäts- und der Theaterplatz (ersterer mit der Bronzestatue des Geologen André Dumont, von E. Simonis, letzterer mit dem Standbilde des in L.

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gebornen Komponisten Grétry, von W. Geefs) zu erwähnen sind. Unter den Kirchen sind hervorzuheben: die Jakobskirche im spätgotischen Stil (1016 gestiftet, 1522 erneuert und neuerdings glänzend restauriert); die gotische Hauptkirche zu St. Paulus (zum Teil aus dem 13. Jahrh., vollendet 1528) mit einer von W. Geefs in Holz geschnittenen Kanzel; die Bartholomäuskirche, eine fünfschiffige Basilika aus dem 12. Jahrh., kürzlich restauriert, mit zwei romanischen Türmen u. einem merkwürdigen bronzenen Taufbecken (von 1112); die Martinskirche, die Geburtsstätte des Fronleichnamsfestes (im gotischen Stil, jetziger Bau von 1542); die alte Kreuzkirche (schon 979 geweiht, neuerdings mit Geschick restauriert) und die 987 gegründete Kirche St.-Denis (aus dem 15. und 18. Jahrh.) mit schönem Flügelaltar. Das sehenswerteste weltliche Gebäude ist der Justizpalast am Lambertsplatz, ehemals Residenz der Fürstbischöfe (1508 im Renaissancestil erbaut, 184856 erneut), mit schöner Vorderseite, die erst 1737 errichtet ward; darin befinden sich auch das Staatsarchiv und das Archäologische Museum. Unter den modernen Bauten sind bemerkenswert das Theater (1808 bis 1822 erbaut), das 188993 im Renaissancestil errichtete Universitätsgebäude, dem sich die Gebäude für die akademischen Institute, wie die Bibliothek und das Naturgeschichtliche Museum anreihen, und das königliche Konservatorium für Musik (am Boulevard). Zu den Zierden Lüttichs gehören die prachtvollen Kais mit großen, eleganten Häusern an der Maas, darunter der Square d'Avroy, die Hauptpromenade Lüttichs, mit der Reiterstatue Karls d. Gr. (von Jehotte). Sehenswert ist die Passage Lemonnier, eine großartige, mit Glas überdeckte Straße mit Kaufläden (183739 erbaut). Die Bevölkerung der Stadt beträgt (1904) 168,532 Seelen, zum größten Teil Wallonen, deren Hauptort L. ist. L. gehörte von jeher zu den gewerbtätigsten Städten Europas. Die Hauptindustrie bildet die Gewehrfabrikation; 1901 wurden erzeugt: 501,717 Gewehre, 475,783 Revolver, 87,453 kleinere Kriegswaffen, 43,433 Sattelpistolen etc.; außerdem beschäftigen die königliche Waffenfabrik (1840 errichtet) und Geschützgießerei (beide in der Vorstadt St.-Léonard) viele Menschen. Nächst der Waffenindustrie ist namentlich seit alters die Gerberei berühmt. L. nebst Umgegend besitzt ferner Kupferschmelzen, Zinkhütten nebst Zinkwalzwerken, zahlreiche Eisenwerke mit Hochöfen und Eisengießereien, Stahl-, Eisen-, Quincaillerie-, Gold- und Silberwaren-, Amboß-, Sägen-, Feilen-, Schrauben-, Glas-, Leder- und Tabakfabriken, Leimsiedereien, Öl- und Zichorienmühlen, eine Menge Brauereien und Brennereien sowie berühmte Dampf- und andre Maschinenfabriken. In der Nähe liegt Meyers Seraing (s. d.). Der Handel ist ebenfalls von großer Bedeutung, besonders in Kolonialwaren, Produkten und Fabrikaten der Stadt und Umgegend,

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Steinkohlen, Wolle etc. Er wird unterstützt durch die Schiffahrt auf der Maas u. dem von L. nach Maastricht führenden Kanal (auf diesem wurden 1903: 1,783,115 Ton. Waren befördert) und zahlreiche Eisenbahnen (s. oben). Das Straßenbahnnetz (1903: 36,2 km) erstreckt sich bis nach Seraing, Aus, Barchon etc.
   L. hat eine 1816 von der niederländischen Regierung gegründete Staatsuniversität mit fünf Fakultäten, die (1903/04) 1166 Studenten (dazu in der technischen Fakultät 650 Hörer) zählt, eine Bibliothek von ca. 200,000 Bänden, ein anatomisches Theater, ein chemisches Laboratorium, ein Archäologisches Institut, einen Botanischen Garten sowie reiche naturhistorische Sammlungen besitzt, und der eine Bergbauschule, eine Polytechnische Schule (Ecole des arts et manufactures) und ein Institut électro-technique beigeordnet sind. Außerdem besitzt L. ein Athenäum, eine Mittelschule für Mädchen, ein Lehrerinnenseminar, ein bischöfliches Seminar, Gewerbe- und Handwerkerschulen, Zeichen- und Malerakademie, ein Konservatorium der Musik, eine Taubstummen- und Blindenanstalt, eine Synagoge, mehrere gelehrte Gesellschaften, eine Börse, Gemäldegalerie und viele Hospitäler. L. ist der Sitz der Provinzial- und Bezirksbehörden, eines Bischofs, eines Domkapitels, eines Appellhofs für die Provinzen L., Limburg und Luxemburg, eines Tribunals, eines Handelsgerichts, eines Militärgouvernements und eines deutschen Konsuls. Die vom Fürstbischof Maximilian 1650 erbaute Zitadelle auf dem linken Flußufer (158 m ü. M.) gewährt eine treffliche Aussicht über die Stadt und die gewerbreichen Täler der Maas, Ourthe und Vesdre; gegenüber auf dem rechten Ufer der Maas steht die Kartause (Fort de la Chartreuse), höher noch Robermont. Seit 720 Hauptstadt des Bistums L. (s. oben, S. 878), war L. im 11. u. 12. Jahrh. Mittelpunkt eines regen wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens. Seine freiheitliebende Bevölkerung erlangte schon um 1200 weitgehende Privilegien und wußte sich zu Beginn des 14. Jahrh. von den Bischöfen fast unabhängig zu machen. Indes brachen die Kämpfe zwischen letztern und der Bürgerschaft immer von neuem aus. Nach der Niederlage bei Othée (1408) büßte L. alle Vorrechte ein und 1468 ward es, nach Niedermetzelung der Bewohner, von Karl dem Kühnen von Burgund in Brand gesteckt. 1649 erzwang Bischof Ferdinand, 1684 Bischof Maximilian Heinrich von Bayern mit Waffengewalt den Einzug in L., dessen 1650 ausgeführte und später verstärkte Zitadelle 1691 von den Franzosen, 1702 von Marlborough erstürmt ward. 179294 war L. der Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen den Franzosen und Österreichern. 1905 fand in L. eine Weltausstellung statt. Vgl. Gerlache, Histoire de Liège (3. Aufl., Brüss. 1874); Hock, Liège an XV. siècle (Lütt. 1881) und Liège an XIX. siècle (das. 1885); Dute, Die Schulen im Bistum L. im 11. Jahrhundert (Marb. 1882); Dognée, Liège, origines, histoire, monuments etc. (Brüss. 1889); C. de Borman, Les échevins de la souveraine justice de Liège (Lütt. 189299, 2 Bde.).
 
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Lüttringhausen, Stadtgemeinde im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Lennep, aus 110 einzelnen Ortschaften und Wohnplätzen bestehend, an der Staatsbahnlinie Barmen-Rittershausen-Marienheide und einer elektrischen Straßenbahn von Barmen nach Remscheid, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Waisenhaus, Irrenheil- und Pflegeanstalt, Zentralgefängnis, bedeutende Tuch- und Kattunfabrikation, Fabrikation von Eisengarn, Gas- und Wassermessern, Gasöfen, Badeapparaten, Dampfkesseln und Kleineisenwaren, Hartsteinfabrik, Dampfziegelei und (1900) 11,254 Einw., davon 2058 Evangelische. Die Gemeinde L. erhielt 1856 das Stadtrecht.
 
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Lutum (lat.), Kitt.
 
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Lutz, 1) Johann, Freiherr von, bayr. Staatsminister, geb. 4. Dez. 1826 zu Münnerstadt in Unterfranken, gest. 3. Sept. 1890 in Pöcking am Starnberger See, Sohn eines Lehrers, studierte 184348 in Würzburg die Rechte, wurde 1852 Rechtskonzipient und 1854 Richter beim Kreis- und Stadtgericht in Nürnberg. 1857 war er Protokollführer der in Nürnberg tagenden Konferenz für Bearbeitung eines deutschen Handelsgesetzbuchs, begleitete sie auch nach Hamburg zur Bearbeitung des Seerechts und gab 1861 die Konferenzprotokolle der Handels- und Seerechtskonferenz und einen Kommentar zu dem bayrischen Einführungsgesetz für das allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch (Würzb. 186366) heraus. Nach seiner Rückkehr nach Bayern als Hilfsarbeiter in das Justizministerium berufen, ward er 1863 Sekretär im Privatkabinett des Königs Max und unter Ludwig II. im Dezember 1866 Chef des Kabinetts. Aber schon 1. Okt. 1867 übernahm L. das Portefeuille der Justiz im Ministerium Hohenlohe, führte unter großen Schwierigkeiten einen neuen Zivilprozeß in Bayern ein und übernahm 20. Dez. 1867 auch das Ministerium des Kultus. Hervorragend an den Verhandlungen über die Begründung des Deutschen Reichs, erst in München, dann in Versailles, beteiligt, verteidigte er den Vertrag vom 23. Nov. 1870 im Dezember 1870 und Januar 1871 vor den bayrischen Kammern. Bei der Neubildung des Ministeriums im August 1871 gab L. die Justiz ab, behielt aber im neuen Kabinett Hegnenberg-Dux das bei dem beginnenden kirchlichen Kampf besonders wichtige Ministerium des Kultus. Zur Abwehr der ultramontanen Herrschaftsgelüste veranlaßte er im November 1871 den Beschluß des sogen. Meyers Kanzelparagraphen (s. d.) durch Bundesrat u. Reichstag, der die politischen Ausschreitungen des Klerus im Zaume halten soll. Auch in Bayern selbst trat er der anmaßenden Forderung der Bischöfe, daß die Regierung den Altkatholizismus unterdrücken solle, entgegen, wenngleich die Altkatholiken selbst von seinem durch Rücksichten beschränkten Verhalten nicht zufriedengestellt wurden. Durch die Besetzung der erledigten Bistümer mit gemäßigten, friedliebenden Männern suchte L. den klerikalen Hetzereien ein Ende zu machen, zog sich aber dadurch den Haß der extremen Ultramontanen zu, die ihn im Landtag heftig angriffen und wiederholt vom König seine Entlassung forderten. Der König lehnte dies nicht nur ab, sondern ernannte ihn auch 1880 nach Pfretzschners Rücktritt zum Präsidenten des Ministeriums und versetzte ihn 1884 in den erblichen Freiherrenstand. Auch nach der Entsetzung Ludwigs II. unter dem Regenten Prinz Luitpold blieb L. im Amt und wurde 1886 Mitglied der Reichsratskammer. Erst 21. Mai 1890 nahm er wegen Kränklichkeit seine Entlassung und starb bald darauf.
   2) Friedrich, deutscher Politiker, geb. 22. Febr. 1852 in Heidenheim (Mittelfranken), besuchte 18631866 die Gewerbeschule, wurde Brauereibesitzer und lebt jetzt als Privatmann in Öttingen. Seit 1887 dem bayrischen Landtag, 189095 auch dem deutschen Reichstag angehörig, hielt sich L. zu den konservativen Agrariern, half den Bund der Landwirte gründen, saß mehrere Jahre in dessen Vorstand und gab in Bayern die Anregung zu der im Gange

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befindlichen Grundentlastung der Bauern. Als Anhänger der Schutzzollpolitik Bismarcks stand er zu letzterm nach seiner Entlassung in persönlichen Beziehungen.
 
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Lützelburg, Stadt, soviel wie Luxemburg.
 
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Lützelburger, Hans, genannt Frank, Formschneider, war seit etwa 1520 in Basel tätig, wo er 1526 starb. Von seinen sehr zart ausgeführten Holzschnitten sind hervorzuheben: das Bildnis des Erasmus, der Ablaßkram, Christus als wahres Licht, der kreuztragende Christus, zwei Dolchscheiden; sodann Alphabete, worunter drei Totentanzalphabete (eins im Dresdener Kupferstichkabinett, 1849 von Lödel in Göttingen nachgeschnitten), ein Bauern- und ein Kinderalphabet; der Kampf im Walde zwischen Bauern und nackten Räubern, und seine Hauptwerke: der Totentanz und die Bilder zum Alten Testament, sämtlich nach Hans Holbein (zuerst Lyon 1538). L. ist der Hauptvertreter des sogen. Feinschnittes; in zierlicher, eleganter und doch richtiger Zeichnung ist er unübertroffen.
 
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Lützelflüh, Dorf im schweizer. Kanton Bern, Bezirk Trachselwald, 606 m ü. M., an der Emme und der Eisenbahn Burgdorf-Langenau, hat eine evang. Kirche, Käserei, Fabrikation von Hüten und Zigarren und (1900) 604, als Gemeinde 3462 reform. Einwohner. Jeremias Gotthelf (s. Bitzius 1) wirkte hier als Pfarrer.
 
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Lützelsoonwald, Teil des Meyers Hunsrück (s. d.).
 
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Lützelstein (La Petite-Pierre), Stadt und Kantonshauptort im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Zabern, in den Vogesen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, 2 Oberförstereien, Holzwarenfabrikation und (1900) 903 meist evang. Einwohner. Über dem Ort liegt malerisch die z. T. schon zerstörte Bergfeste L., die einen Hauptpaß der Vogesen beherrscht und ehemals sehr wichtig war, 9. Aug. 1870 aber von den Franzosen geräumt wurde. Die alten Grafen von L., seit 1220 Lehnsleute des Bistums Straßburg, waren seit 1447 die Lehnsleute des Kurfürsten von der Pfalz, starben 1460 aus, und die Grafschaft fiel an die Pfalzgrafen von Veldenz und nach deren Aussterben (1694) an die Fürsten von Birkenfeld, wurde aber während der französischen Revolution eingezogen. Vgl. Klein, Das Städtchen Buchsweiler und die Bergfeste L. (Mülhaus. 1858); v. Bodungen, Die vormalige Grafschaft L. und die zugehörigen Waldungen (Straßb. 1880).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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