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Lustbarkeiten bis Lustmord (Bd. 6, Sp. 868)
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Artikelverweis Lustbarkeiten, öffentliche, wie Schau- und Vorstellungen, Musikaufführungen, bei denen kein höheres künstlerisches Interesse obwaltet, Tanzmusiken etc., unterliegen allenthalben teils sitten-, teils gewerbepolizeilichen Beschränkungen, insbes. soweit es sich um Darbietungen im Umherziehen handelt. Die deutsche Reichsgewerbeordnung enthält hierüber zahlreiche Vorschriften. Auch sind solche Lustbarkeiten, wie besonders Abhaltung von Tanzmusiken und andre dergleichen öffentliche Vergnügungen, Gegenstand von Luxussteuern, sei es zugunsten des Staates oder, was häufiger ist, zugunsten der Gemeinde und vornehmlich der Armenkassen.
 
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Lustenau, Dorf in Vorarlberg, Bezirksh. Feldkirch, am Rhein und an der Staatsbahnlinie Bregenz-St. Margrethen, Hauptsitz der Vorarlberger Stickereiindustrie, mit Bierbrauerei und (1900) 6221 Einw.
 
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Lüster (franz. lustre), glänzender Damenkleiderstoff aus Baumwollenkette und Mohair- oder Alpakaschuß; oft ist die Kette dunkel und der Schuß hell, so daß die Ware ein schillerndes Aussehen hat; häufig wird der Stoff mit kleinen, vom Schuß gebildeten Müsterchen versehen. L. heißt auch ein halbwollener gestärkter Futterstoff, Bindung Leinwand. Mixed L., ein Damenkleiderstoff aus Baumwollenkette und zwirnartigem hellen und dunkeln Wollenschuß 18/22 Fäden auf 1 cm. L. nennt man auch den äußerst dünnen, glänzenden Anflug auf Porzellan, Fayence oder Glas, der zu dekorativen Zwecken in verschiedenen Farben (rötlich, gelb, rot, grau) mit Metallpräparaten, meist mit Lösungen von Metallharzseifen in ätherischen Ölen dargestellt wird. Wismut gibt weißen, mit andern Metalloxyden gemischt farbigen Perlmutterlüster, auch Blei und Zink geben farblosen L. Mit Eisenoxyd erhält man Rot, Rotbraun, Orange bis Nankinggelb, mit Wismut gemischt Goldgelb, Kupferlüster ist rötlichbraun, Uranlüster grüngelb und gelb, Kobeltlüster braun. Von den Kombinationslüstern gibt Gold mit Wismut zu gleichen Teilen goldiges Kupfer, mit mehr Gold Rosenrot (Burgoslüster) und Rotgelb, mit überwiegendem Wismut Hellblau. Silberlüster ist gelb und gibt auf blauem Grunde den schönen grünen Kantharidenlüster. Wird Geschirr mit Bleiglasur beim Brennen reduzierenden Dämpfen ausgesetzt, so entsteht der glänzende, in Regenbogenfarben spielende Bleilüster, der besonders schön bei Gegenwart von Chlorsilber in der Glasur erscheint. Wird blei- und silberhaltiges Glas in reduzierenden Gasen erhitzt, so erscheint es im durchfallenden Licht gelb, im reflektierten weiß oder gelb metallisch glänzend. Lüsterdekor war schon seit Ende des 12. Jahrh. in der Fayencefabrikation des ganzen Orients üblich. Über die fälschlich L. genannte Salzglasur s. Glasur. Vgl. Lustre.
 
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Lüstergarn, Wollengarn aus grober, langer, schlichter, aber stark glänzender Kammwolle.
 
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Lüstersteine, s. Meyers Glaskorallen.
 
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Lustfeuerwerkerei, s. Meyers Feuerwerkerei.
 
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Lustgas, soviel wie Stickstoffoxydul.
 
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Lustige Person, ständige Figur der Komödie, die, bereits in dem Parasiten der antiken Bühne vorgebildet, besonders seit dem 16. und 17. Jahrh. zu großer Beliebtheit gelangte, so daß sie zeitweilig selbst im ernsten Drama, wo sie den tragischen Helden parodierte, ungern entbehrt wurde. Sie ist verschiedenen Ursprungs, und es läßt sich für ihre abweichenden Erscheinungsformen nicht immer die Verbindung durch die literarische Überlieferung nachweisen; der Wunsch des Publikums nach burlesker Erheiterung machte sich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten selbständig geltend. Häufig wird aber die l. P., in welcher der Charakter des Parasiten immer wieder durchschlägt, nach ihrem Lieblingsgericht bezeichnet, wodurch sich die Namen Jean Potage, John Bouset (nach einem süßen würzigen Getränk), Pickelhering, Hanswurst u. a. erklären. S. Meyers Hanswurst u. Harlekin.
 
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Lustiger Rat, soviel wie Hofnarr.
 
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Lustige Sieben, Hasardspiel mit 2 Würfeln und einer Tafel nachstehender Gestalt: die Pointeure setzen auf beliebige Zahlen und der Bankhalter läßt die Würfel rollen. Fallen 7 Augen, dann zahlt er den etwa auf 7 stehenden Satz dreifach aus und zieht alle andern ein. Fällt eine andre Zahl Augen, z. B. 6, dann gewinnt der Satz auf 6 doppelt und der auf 2, 4, 9, 11 einfach, während 7, 3, 5, 8, 10, 12 verlieren.

Da bei 2 Würfeln die Summe der Augen am häufigsten 68 beträgt, werden diese Nummern auch zumeist belegt.
 
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Lustmord bedeutet im engsten und eigentlichsten Sinne diejenigen Fälle vorsätzlicher Tötung, in denen der Täter nur durch die Tötung und Verstümmelung des Opfers (an den Geschlechtsteilen, den Brüsten etc.) volle Befriedigung des Geschlechtstriebes findet (vgl. Sadismus). Man bezeichnet aber als L. weiter auch noch diejenigen Fälle, in denen der Täter das Opfer nach vollzogener Vergewaltigung oder infolge plötzlich ausbrechender tierischer Wut, oder um den Widerstand zu brechen, oder um den Hauptzeugen der Tat zu beseitigen, ums Leben bringt. Hier pflegen die typischen, schon von P. J. Anselm Feuerbach beschriebenen Verletzungen zu fehlen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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