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Lusingándo bis Lüstergarn (Bd. 6, Sp. 867 bis 868)
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Artikelverweis Lusingándo (ital.), in der Musik soviel wie schmeichelnd, sehr zart und ohne Akzente vorzutragen.
 
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Lusitanĭen, altröm. Provinz von Hispanien, umfaßte den Südwesten des Landes von der Südküste bis nördlich zum Durius (Douro), also die Hauptmasse des jetzigen Portugal sowie Teile von Leon und Spanisch-Estremadura, und grenzte im N. und O. an das tarraconensische Hispanien, im SO. an Bätica. Hauptfluß des Landes war der Tagus (Tajo); die Grenze gegen Bätica bildete der Anas (Guadiana). Benannt war die Provinz nach den Lusitanern, einem tapfern iberischen Volke, das zu beiden Seiten des Tagus wohnte und unter Führung des Viriatus (s. d.) den Römern lange Zeit Widerstand leistete. Die übrigen Hauptvölker waren die Vettonen, im NO., und die Keltiker, südlich vom Tagus. Als bedeutende Städte sind zu nennen: Olisipo (Lissabon), Pax Julia (Beja), Augusta Emerita (Merida), Norba Cäsarina (Caceres), Salmantica (Salamanca).
 
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Luso (Luzo), Badeort in Portugal, s. Meyers Bussaco.
 
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Lussin (serbokroat. Lošinj), Insel im Golf von Quarnero, zu Istrien gehörig, südwestlich von der Insel Cherso gelegen, mit der sie durch eine Drehbrücke über den schmalen Kanal von Ossero in Verbindung steht, hat eine Länge von 38, eine durchschnittliche Breite von 2,5 km und ein Fläche von 75 qkm. L. wird von einer Bergkette in der Richtung von NW. nach SO. durchzogen, die im Monte Ossero zu 588 m ansteigt, und zählt (1900) 8682 italienische und serbokroat. Einwohner, die sich mit Getreide-, Obst-, Wein- und Ölbau, Fischerei, Handel, Schiffahrt sowie mit Schiffbau beschäftigen. Hauptort ist die Stadt Lussinpiccolo, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts und eines Hafen- u. Seesanitätskapitanats, hat eine nautische Schule, eine Sternwarte, einen geräumigen Hafen, in den 1903: 1178 beladene Schiffe von 368,280 Ton. einliefen, Schiffbau, Reederei, Handel und (1900) 4689 Einw. Seit neuerer Zeit ist die Stadt klimatischer Kurort mit Seebädern und Kurhaus (jährlich 2600 Kurgäste). Südöstlich davon die Stadt Lussingrande, mit einer Villa des Erzherzogs Karl Stephan nebst Parkanlagen, Hafen, Schiffbau und (1900) 1932 Einw. Vgl Gelcich, Die Insel L. (Wien 1888); Grube, Die Insel L. und ihre Meeresfauna (Bresl. 1864); Hartlebens »Lussin und die Inseln des Quarnero«, Wegweiser (Wien 1905).
 
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Lüssum, Dorf im preuß. Regbez. Stade, Kreis Blumenthal, hat 2 Dampfziegeleien und (1900) 2754 Einw.
 
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Lussy, Mathis, Musikschriftsteller, geb. 8. April 1828 zu Stans in der Schweiz, erhielt seine erste musikalische Ausbildung durch den dortigen Organisten Businger und später auf dem Seminar zu St. Urban; 1847 kam er nach Paris, um Medizin zu studieren, ging aber bald ganz zur Musik über und wurde in der Folge ein geschätzter Lehrer. Seine Hauptschrift ist der »Traité de l'expression musicale« (1873, 7. Aufl. 1897; deutsch von F. Vogt, Leipz. 1886), ein an geistvollem Detail reicher Versuch einer Theorie des musikalischen Vortrags; inhaltlich demselben verwandt ist »L'anacrouse dans la musique moderne« (1903). Außerdem gab er heraus eine »Histoire de la notation musicale« (mit Ernest David, 1882, von der Akademie preisgekrönt, aber wertlos), »Le rythme musical« (Abdruck eines Kapitels des »Traité«, 1883, 3. erweiterte Aufl. 1897) und »Exercices de mécanisme à composer, à écrire et à exécuter« (1863).
 
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Lust heißt die der Unlust entgegengesetzte, nicht weiter definierbare Modifikation des Meyers Gefühls (s. d.). Entgegen der durch Sokrates und in neuerer Zeit durch Schopenhauer ausgesprochenen Ansicht, daß zwar die Unlust ein selbständiger, unabhängig von der L. möglicher Zustand der Seele sei, letztere aber lediglich in der Verminderung oder dem Verschwinden einer vorhandenen Unlust bestehe, halten die meisten neuern Psychologen L. und Unlust für gleich ursprüngliche und aufeinander nicht zurückführbare Zustände. Beide sind immer an bestimmte Empfindungen und Vorstellungen geknüpft (worauf z. B. die Unterscheidung sinnlicher und geistiger L. und Unlust beruht); während nun aber nach Locke, Leibniz und Wolff L. und Unlust selbst Vorstellungen sind, indem sie in der dunkeln oder verworrenen Erkenntnis des Nützlichen und Schädlichen, bez. des Vollkommenen und Unvollkommenen bestehen, unterschied Kant beide scharf als Äußerungen des »Gefühlsvermögens« von den Erzeugnissen des Erkenntnisvermögens, und seitdem erkennt die Psychologie allgemein L. und Unlust als eigenartige (von den Vorstellungen wesentlich verschiedene) seelische Erscheinungen an. In betreff des Verhältnisses der Gefühle zum Vorstellen und Wollen nimmt Herbart an, daß L. und Unlust aus der Wechselwirkung (Förderung und Hemmung) der Vorstellungen entspringen; nach Schopenhauer und v. Hartmann wurzelt dagegen das Gefühl im Willen, dessen Hemmung Unlust, dessen Befriedigung L. hervorbringt; nach Wundt ist das Gefühl durch die »Reaktion der Meyers Apperzeption (s. d.) auf die sinnliche Erregung« bedingt, eine Ansicht, die in ihren Folgerungen mit der ältern Lehre übereinkommt, daß das Gefühl auf der Rückwirkung der Seele oder des Ichs gegen die Empfindungen und Vorstellungen beruhe. Als die leibliche Grundlage des Gefühls betrachtet Wundt den zentralen physiologischen Prozeß, der zu der von den Sinnesorganen ausgehenden Erregung hinzukommen muß, wenn sich die Tätigkeit des Bewußtseins ihr zuwenden soll. Daß eine solche Grundlage existiert, beweisen auch die physischen Rückwirkungen der L. und Unlust. Nach Lehmann sind »lustbetonte Zustände jeglicher Art begleitet von Gefäßerweiterung

[Bd. 6, Sp. 868]


an der Oberfläche des Körpers, erhöhter Innervation der willkürlichen Muskeln und wahrscheinlich von Vergrößerung des Umfangs der Herzbewegungen; unlustbetonte von Gefäßverengerung an der Körperoberfläche, Innervationsstörungen der willkürlichen und der organischen Muskeln und wahrscheinlich gewöhnlich von Gefäßerschlaffungen im Innern in Verbindung mit Verminderung des Umfangs der Herzkontraktionen«. Über die objektiven Unterschiede der L. und Unlust bewirkenden Reize sind sehr mannigfache, durchweg unsichere Hypothesen aufgestellt worden. So nahe es liegt, L. und Unlust als die natürlichen Zeichen der Nützlichkeit oder Schädlichkeit einer äußern Einwirkung für den empfindenden Organismus aufzufassen, so ist doch diese Anschauung wegen der zahlreichen Ausnahmen zum mindesten dahin zu modifizieren, daß immer nur die unmittelbare Förderung der Lebenstätigkeit (der vielleicht eine Schädigung nachfolgt) durch das Lustgefühl angezeigt wird und umgekehrt. Nach einer andern Annahme beruhen L. und Unlust auf dem Einklang oder dem Widerstreite des Reizes mit den Bedingungen der Erregbarkeit der Nerven, nach einer dritten auf dem Überschuß der positiven Molekulararbeit im Nervenprozeß über die negative, bez. dieser über jene. Vgl. außer den Lehrbüchern der Psychologie: Bouillier, Du plaisir et de la douleur (4. Aufl., Par. 1891); Dumont, Vergnügen und Schmerz (Leipz. 1876); Duboc, Die L. als sozial-ethisches Entwickelungsprinzip (das. 1900).
 
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Lustbarkeiten, öffentliche, wie Schau- und Vorstellungen, Musikaufführungen, bei denen kein höheres künstlerisches Interesse obwaltet, Tanzmusiken etc., unterliegen allenthalben teils sitten-, teils gewerbepolizeilichen Beschränkungen, insbes. soweit es sich um Darbietungen im Umherziehen handelt. Die deutsche Reichsgewerbeordnung enthält hierüber zahlreiche Vorschriften. Auch sind solche Lustbarkeiten, wie besonders Abhaltung von Tanzmusiken und andre dergleichen öffentliche Vergnügungen, Gegenstand von Luxussteuern, sei es zugunsten des Staates oder, was häufiger ist, zugunsten der Gemeinde und vornehmlich der Armenkassen.
 
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Lustenau, Dorf in Vorarlberg, Bezirksh. Feldkirch, am Rhein und an der Staatsbahnlinie Bregenz-St. Margrethen, Hauptsitz der Vorarlberger Stickereiindustrie, mit Bierbrauerei und (1900) 6221 Einw.
 
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Lüster (franz. lustre), glänzender Damenkleiderstoff aus Baumwollenkette und Mohair- oder Alpakaschuß; oft ist die Kette dunkel und der Schuß hell, so daß die Ware ein schillerndes Aussehen hat; häufig wird der Stoff mit kleinen, vom Schuß gebildeten Müsterchen versehen. L. heißt auch ein halbwollener gestärkter Futterstoff, Bindung Leinwand. Mixed L., ein Damenkleiderstoff aus Baumwollenkette und zwirnartigem hellen und dunkeln Wollenschuß 18/22 Fäden auf 1 cm. L. nennt man auch den äußerst dünnen, glänzenden Anflug auf Porzellan, Fayence oder Glas, der zu dekorativen Zwecken in verschiedenen Farben (rötlich, gelb, rot, grau) mit Metallpräparaten, meist mit Lösungen von Metallharzseifen in ätherischen Ölen dargestellt wird. Wismut gibt weißen, mit andern Metalloxyden gemischt farbigen Perlmutterlüster, auch Blei und Zink geben farblosen L. Mit Eisenoxyd erhält man Rot, Rotbraun, Orange bis Nankinggelb, mit Wismut gemischt Goldgelb, Kupferlüster ist rötlichbraun, Uranlüster grüngelb und gelb, Kobeltlüster braun. Von den Kombinationslüstern gibt Gold mit Wismut zu gleichen Teilen goldiges Kupfer, mit mehr Gold Rosenrot (Burgoslüster) und Rotgelb, mit überwiegendem Wismut Hellblau. Silberlüster ist gelb und gibt auf blauem Grunde den schönen grünen Kantharidenlüster. Wird Geschirr mit Bleiglasur beim Brennen reduzierenden Dämpfen ausgesetzt, so entsteht der glänzende, in Regenbogenfarben spielende Bleilüster, der besonders schön bei Gegenwart von Chlorsilber in der Glasur erscheint. Wird blei- und silberhaltiges Glas in reduzierenden Gasen erhitzt, so erscheint es im durchfallenden Licht gelb, im reflektierten weiß oder gelb metallisch glänzend. Lüsterdekor war schon seit Ende des 12. Jahrh. in der Fayencefabrikation des ganzen Orients üblich. Über die fälschlich L. genannte Salzglasur s. Glasur. Vgl. Lustre.
 
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Lüstergarn, Wollengarn aus grober, langer, schlichter, aber stark glänzender Kammwolle.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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