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Lupinose bis Lupulīn (Bd. 6, Sp. 862 bis 863)
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Artikelverweis Lupinose (bösartige oder akute Gelbsucht, Icterus gravis), eine durch Verfütterung von Lupinen entstehende Krankheit, tritt besonders bei Schafen auf, doch sind auch Pferde, Rinder und Ziegen und namentlich das Wild für die Schädlichkeit der Lupinen empfänglich. Die ersten Massenerkrankungen von

[Bd. 6, Sp. 863]


Schafen sind 1872 in Pommern beobachtet worden. Die L. wird hervorgebracht durch das Lupinotoxin (Ictrogen), das nicht das Produkt einer Verderbnis der Lupinen ist, sondern auch bei tadelloser Beschaffenheit in Körnern und Heu vorzugsweise bei gelben, aber auch bei blauen und weißen Lupinen sich findet, jedoch keineswegs konstant, sondern nur unter gewissen Umständen (Witterungseinflüsse während der Vegetation?) und dann in sehr wechselnder Menge; die Ursachen seiner Bildung in den Pflanzen sind noch nicht nachgewiesen. Die Lupinen sind daher an sich ein unschädliches und nahrhaftes Futter, das aber durch gelegentliches Vorhandensein des Toxins nachteilig wirken kann und deshalb stets mit Vorsicht, bez. nach Prüfung zu füttern ist. Das Toxin kann festgestellt werden durch chemische Analyse, praktisch am besten durch mehrtägige Verfütterung von Proben aus den verschiedenen Lupinenschlägen an einzelne Schafe; andernfalls muß bei der Fütterung sorgfältig auf das etwaige Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen geachtet werden, die sofortige Futteränderung nötig machen. Schädlich befundene Lupinen können unschädlich gemacht werden durch Dämpfen bei 2 Atmosphären Überdruck oder durch Auslaugen, wobei allerdings viel Nährstoffe verloren gehen (man läßt sie 48 Stunden mit 1 Proz. Sodalösung unter Erneuerung derselben stehen); Heu wird unschädlich, wenn es in kleinen Haufen längere Zeit im Freien, besonders im Regen, liegt. Die Symptome der L., die nach mehrtägiger Verfütterung auftreten, sind Appetitverringerung, insbes. Widerwille gegen die Lupinen, Fieber-, Puls- und Atembeschleunigung, Beeinträchtigung des Bewußtseins bis zu förmlicher Betäubung, Gelbfärbung aller Schleimhäute und der äußern Haut und Diarrhöe. Leichtere Fälle gehen in Genesung über, andre führen zur Abzehrung; bei hochgradiger Erkrankung erfolgt der Tod in 310 Tagen. Für die Behandlung ist sofortige Futteränderung die Hauptsache. Bei den gestorbenen Tieren ist am meisten auffällig die Gelbfärbung verschiedener Organe und Häute und die Veränderung der Leber, die geschwollen und hell- bis rotgelb ist. Ähnliche krankhafte Störungen sind auch beobachtet worden bei Schafen nach Verfütterung großer Quantitäten von Kartoffelschlempe, sollen gelegentlich auch durch Erbsen-, Bohnen- und Wickenstroh herbeigeführt sein. Vgl. Kühn und Liebscher, Untersuchungen über die L. der Schafe (Dresd. 1884); Dammann, Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere (3. Aufl., Berl. 1902).
 
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Lupinotoxīn, s. Meyers Lupinose.
 
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Lupīnus, Pflanzengattung, s. Lupine.
 
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Lupodūnum, s. Meyers Ladenburg.
 
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Lupold von Bebenburg, Bischof von Bamberg und kirchenpolitischer Schriftsteller, geb. vor 1300 in Bebenburg (jetzt Bemberg an der Brettach), gest. Ende Oktober 1363, studierte 131422 mit Unterbrechungen in Bologna, war gleichzeitig schon Domherr in Würzburg, ward dies 1325 auch in Mainz und 1326 dazu noch Propst zu St. Severin in Erfurt, 1328 auch Archidiakonus in Würzburg. L. beteiligte sich 1333 an der zwiespältigen Würzburger Bischofswahl zugunsten des Kaisers und gehörte 1335 bei der Erledigung des Stuhles zu den Bistumsverwesern. Seit 1353 Bischof von Bamberg, betätigte sich L. als Anhänger Karls IV., der dem Bistum unter anderm 1354 das Recht der Goldprägung verlieh, und Förderer des Landfriedens. Von seinen Schriften ist die wichtigste »De iuribus regni et imperii« (hrsg. zuerst von Wimpheling, Straßb. 1508, zuletzt Heidelb. 1664). In diesem ersten deutschen Staatsrecht, bald nach 1338 verfaßt, verfocht L. die Unabhängigkeit der deutschen Königswahl vom Papsttum. Vgl. Riezler, Die literarischen Widersacher der Päpste (Leipz. 1874); Joel, L. II. von Bebenburg, Bischof von Bamberg (Dissertation, Halle 1891).
 
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Lupow, Fluß in Hinterpommern, 120 km lang, entspringt aus dem Lupowsker See und mündet durch den Gardenschen See in die Ostsee.
 
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Luppe (Dachel, Deul), die beim Eisenfrischen in Herden und in Puddelöfen erhaltenen Eisenklumpen.
 
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Luppe, Arm der Weißen Elster, zweigt sich von dieser bei Lindenau, westlich von Leipzig, ab und mündet unterhalb Merseburg in die Saale; 36 km lang.
 
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Luppĭa, s. Meyers Lippe (Fluß).
 
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Lupul, Johann, österreich. Politiker, geb. 9. Sept. 1836 in Czernowitz, Grundbesitzer daselbst, wurde 1866 als Vertreter des Großgrundbesitzes in den Bukowinaer Landtag gewählt und ist seit 1885 Mitglied des österreichischen Abgeordnetenhauses, wo er die Interessen der Rumänen vertritt. 1892 ward er Landeshauptmann der Bukowina, 18981900 zweiter Vizepräsident des Abgeordnetenhauses.
 
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Lupulīn (Glandŭlae Lupŭli, Hopfenmehl), die von den frisch getrockneten weiblichen Blütenständen des Hopfens abgesiebten Öldrüsen, die sich unter den Deckblättern der Hopfenkätzchen und auf den Früchten finden und frisch ein grüngelbes, harzglänzendes Pulver bilden, dann gelb und braun werden, stark hopfenartig riechen und sehr bitter aromatisch schmecken. Sie enthalten ätherisches Öl, Gerbsäure, Bitterstoff, Harz, Quercitrin, Baldriansäure, Äpfelsäure, Salze etc. Durch Ausziehen des aus ihnen bereiteten alkoholischen Extrakts mit Wasser erhält man das Lupulīt, eine braune, sehr bittere, hopfenartig riechende Masse. Man benutzt L. bei krankhafterhöhter Erregbarkeit der sensibeln Nerven des Genitalapparats, bei Magenleiden und als schmerzstillendes Mittel.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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