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Lunzer Schichten bis Lupinenmüdigkeit (Bd. 6, Sp. 861 bis 862)
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Artikelverweis Lunzer Schichten, nach dem Vorkommen bei Lunz in Österreich benannter Sandstein der obern alpinen Meyers Triasformation (s. d.).
 
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Lüong, Gewicht in Anam, dem chines. Tael entsprechend, zu 10 Fahn von 10 Li = 39,05 g; im Silberbarren L. bak (Dinh bal) etwas leichter, = 38,7 g, vom Zollamt zu Saïgon = 1,39 Doll. gerechnet.
 
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Luosavara, Magneteisenberg im schwed. Län Norrbotten, im N. des Meyers Kirunavara (s. d.), wie dieser reich an Eisenerzen von 7073 Proz. Eisengehalt.
 
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Lupanārium (neulat.), soviel wie Bordell.
 
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Lupe (einfaches Mikroskop, Vergrößerungsglas), eine Sammellinse, die dazu bestimmt ist, von einem kleinen Gegenstand, der um weniger als ihre Brennweite von ihr entfernt ist, dem von jenseits durch die Linse blickenden Auge ein vergrößertes (virtuelles) Bild zu zeigen (s. Meyers Linse, S. 583, Fig. 8). Die Gestalt der Linse ist für die Güte ihrer Bilder keineswegs gleichgültig. Bei einer beiderseits gewölbten (bikonvexen) Linse machen sich sphärische und chromatische Aberration in höherm Grade geltend als bei gleich stark vergrößernden plankonvexen Linsen, wenn man deren ebene Seite dem Gegenstand zukehrt. Man verringert diese Fehler, indem man durch eine Blendung die Randstrahlen ausschließt. Dieser Zweck wird auch durch die Zylinderlupe (Fig. 1) erreicht, ein zylindrisches Stück Glas, von dessen ungleich gewölbten Endflächen die minder gewölbte dem Gegenstand zugekehrt wird; hier können nämlich wegen der größern Entfernung der beiden Flächen nur die mittlern Strahlen austreten. Die Lupen von Coddington (Fig. 2) und Brewster (Fig. 3, Koneopside, Vogelaugenlinsen) sind Glaskugeln mit einer ringsum laufenden, ziemlich tief eingeschnittenen Rinne, die bewirkt, daß nur die mittlern Strahlen durch die L. gehen können. Bei stärkerer Vergrößerung wendet man statt einer starken mehrere schwächere Linsen an, wie in der Fraunhoferschen L. (Fig. 4), wo zwei plankonvexe Linsen, ihre gewölbten Seiteneinanderzukehrend, in geeigneter Entfernung in eine Fassung gebracht sind. Durch sehr ebenes Gesichtsfeld und gute Korrektion der Bilder zeichnet sich die Steinheilsche (sogen. aplanatische) L. aus; sie besteht aus einer gleichseitigen bikonvexen Crownglaslinse, an die beiderseits Flintmenisken angekittet sind. Die von Chevalier angegebene, jetzt in der Regel Brückesche L. genannt, besteht nach Art eines holländischen Fernrohrs aus einem achromatischen Objektiv und einer Negativlinse als Okular. Ihr Objektabstand ist relativ groß und kann innerhalb bestimmter Grenzen geändert werden. Lupen, die aus zwei oder drei Linsen bestehen, werden Duplets, resp. Triplets genannt. Die gewöhnlichen Lupen werden bei der Beobachtung in freier Hand gehalten; man befestigt sie aber auch an Stativen, die mit einem beweglichen, oft mit Gelenken versehenen Arm ausgestattet sind, oder gibt ihnen ein Gestell mit Objekttisch, Beleuchtungsspiegel etc.; solche Apparate heißen Präpariermikroskope. Lupen zum zweiäugigen (binokularen) Sehen sind in neuerer Zeit mehrfach in Vorschlag gebracht und ausgeführt worden. Durch Vorschaltung von Prismen mit schwachem brechenden Winkel wurde die Erhöhung der Plastik angestrebt (stereoskopische Lupen). Bei den Verantlupen von Zeiß wird ein scharfes, verzeichnungsfreies Bild dadurch erreicht, daß man den Kreuzungspunkt der ins Auge dringenden Bündel mit dem Drehpunkte des Auges zusammenfallen läßt. Über die dichroskopische L. von Haidinger s. Dichroismus.
 
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Lupelbildung, s. Meyers Gelte.
 
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Luperkalĭen, in Rom das uralte, am 15. Febr. gefeierte Hauptfest des Meyers Faunus (s. d.), der unter dem Namen Lupercus (»Wolfsabwehrer«) am Palatinischen Berg eine heilige Grotte (Lupercal) hatte, wo sein mit einem Ziegenfell umhangenes Bild stand. Zweck des Festes war, durch Sühnung und Reinigung die Fruchtbarkeit des Landes, der Bewohner und der Herden neu zu beleben. Der Kult wurde von zwei, später drei Kollegien besorgt, deren Mitglieder selbst Luperci hießen. Nach einem Hunds- und Bocksopfer im Luperkal wurde zwei Jünglingen mit blutigem Messer die Stirn berührt, das Blut aber mit in Milch getränkter Wolle wieder abgewischt, worauf sie lachen mußten. Nach dem Opfermahl umliefen die Luperci, nackt bis auf einen Schurz aus den Opferfellen und aus denselben geschnittenen Riemen in den Händen, die palatinische Altstadt; kinderlose Frauen stellten sich ihnen in den Weg und ließen sich mit den Riemen schlagen, was als Mittel gegen Unfruchtbarkeit galt. Das Fest bestand bis 494, wo es Bischof Gelasius I. in das Fest Mariä Reinigung umwandelte. Vgl. Mannhardt, Mythologische Forschungen (Straßb. 1884).
 
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Lupfen, Berg, s. Meyers Jura, deutscher, S. 383.
 
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Lupiae (Lupia), Stadt, s. Meyers Lecce.
 
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Lupīne (Feigbohne, Wolfsbohne, Lupinus L.), Gattung der Leguminosen, Kräuter oder Halbsträucher, selten Sträucher mit einfachen oder gefingerten, 315zähligen Blättern, endständigen, oft quirligen Blütentrauben und weit aus dem Kelch vorragender, meist seidenhaariger Hülfe mit schwammigen Querwänden. Etwa 100 Arten, hauptsächlich im westlichen Nordamerika, einige in Brasilien und im Mittelmeergebiet. Die weiße L. (L. albus L.), mit weißen

[Bd. 6, Sp. 862]


Blüten und gelbweißen Samen, findet sich im Orient, kultiviert im Mittelmeergebiet und in Mitteleuropa, wurde von den Römern gebaut und auch als Gründünger benutzt; die mehlreichen, aber bittern Samen wurden gegessen. Sie wird auch jetzt noch in Italien kultiviert; im 16. Jahrh. baute man sie am Rhein, im 18. in Sachsen; sie hat als Gründünger Wert, das Vieh aber verschmäht Blattwerk und Samen. Die gemeine Gartenlupine (L. hirsutus L.), mit blauen oder purpurroten, auch fleischfarbenen Blüten und an allen Teilen weichhaarig, wächst in den Mittelmeerländern, wurde von den alten Griechen kultiviert, bei denen ihre Samen den Ärmern, wie noch heute den Mainoten, zur Speise diente. Das Vieh frißt Kraut und Samen begierig, doch fordert die Pflanze bessern Boden und gewährt keinen Vorteil vor der gelben L. Sie wird vielfach in Gärten als Zierpflanze kultiviert. Die sizilische L. (ägyptische, römische, neapolitanische L., L. Termis Forsk.) ist mehr oder minder weichhaarig, hat weiße Blüten mit blauem Schiffchen und Samen, die denen der weißen L. gleichen, aber größer und eckiger sind. Sie wächst in den Mittelmeerländern und wird in Südeuropa häufig kultiviert. Sie gibt reiche Futtermassen, bringt aber bei uns ihre Samen nicht oder sehr spät zur Reise; die Ägypter essen die letztern in Salzwasser gekocht und geschält. Die perennierende L. (L. perennis L.). mit kriechendem Wurzelstock, aus mehreren halben Blütenquirlen bestehenden Blütentrauben, blauen Blumen und kleinen Samen, stammt aus Nordamerika, wo die Samen von Kanada bis Florida gegessen werden, erträgt unsre Winter recht gut, fordert einen guten, wasserhaltenden Boden, nimmt aber den Untergrund nicht in Anspruch und kann daher die perennierenden Kleearten ersetzen, wo der Untergrund fehlerhaft ist. Sie gibt früh und reichlich Futter, das dem Vieh viel weniger zuwider ist als das der gelben L. (L. luteus L.). Diese und die blaue L. (L. angustifolius L.) sind für die Landwirtschaft weitaus am wichtigsten. Die gelbe L. (s. Tafel Meyers »Futterpflanzen II«, Fig. 5) hat eine lange, aus mehreren Quirlen zusammengesetzte Blütenähre, große, goldgelbe, wohlriechende Blüten und rundliche, weiße, schwarz gefleckte Samen. Die pfahlförmige Wurzel dringt über 1 m in den Boden. Die gelbe L. stammt aus Sizilien, wurde in Deutschland zuerst 1840 in Groß-Ballerstedt in der Altmark gebaut und verbreitete sich von da sehr bald im Sandland. Die blaue L., die aus Spanien zu uns kam, hat einen nach oben stark verästelten Stengel, kurze, ährenförmige Trauben mit blauen Blüten und rötlichgraue, weiß punktierte Samen von der Größe der Wicken. Die L., und besonders die gelbe, ist für ärmern sandigen Boden wegen ihrer mannigfaltigen Benutzung zur Weide, zu Grünfutter, zur Heu- und Körnergewinnung und ganz besonders auch zur Kräftigung und Hebung des Bodens, als Gründünger, von großem Wert. Sie gedeiht am besten in freier, sonniger Lage, wenn der Ober- und der Untergrund aus Sand besteht und von stagnierender Nässe frei ist. Zunehmender Kalk- und Tongehalt sind von ungünstigem Einfluß. Lehmiger Sand paßt für Futtergewinn, armer Sand, der noch Roggen trägt, für Kornernten; Gips befördert den Blattwuchs. Auf geeignetem Boden kann man sie ein- oder mehreremal nach sich selbst folgen lassen und erhält aus der zweiten und dritten Bestellung das beste Saatgut. Zur Bestellung genügt ein einziges Tiefpflügen, bei trocknem Klima im Herbst. Die Vegetationsdauer beträgt 2024 Wochen; man erntet, sobald sich die Hülsen am Hauptstengel bräunen, zur Heugewinnung aber bei Halbreife. Die blaue L. ist genügsamer als die gelbe und gedeiht noch auf grandigem Boden und im Sand mit grandigem Untergrund. Das Vieh frißt die Körner der blauen L. lieber als die der gelben. Bei ersterer dringen aber die Wurzeln nicht tief in den Boden ein, und die Nachfrucht, namentlich Roggen, fällt daher viel schlechter aus. Die Keimfähigkeit der L. dauert zwei Jahre. Vgl. Futterbau und Futter und Fütterung. Lupinen enthalten etwa:

Die Lupinenkörner bilden ein leichtverdauliches, bei richtiger Verwendung für Mastzwecke vortrefflich geeignetes Futter. Alle Tiere müssen aber an Lupinen erst gewöhnt werden, und Pferde und Rinder fressen nicht leicht die bittern Kerne. Zur Entbitterung der Lupinen sind zahlreiche Methoden angegeben worden (vgl. Futterbereitung). Die Samen werden auch als Arzneimittel zu kosmetischen Salben und Pflastern benutzt. Häufiger, als man glaubt, werden Lupinen als Kaffeesurrogat benutzt. Anleitung zum Lupinenbau geben die Schriften von Thaer (Berl. 1859), Kette (9. Aufl., das. 1891); vgl. auch Seeling-Säulenfels, Ist die Verallgemeinerung des Lupinenanbaues und der Verfütterung der entbitterten Lupinenkörner wünschenswert? (Wien 1890); Simpson, Anleitung zur vollständigen Entbitterung der blauen L. (Mohrungen 1891). In Gärten kultiviert man besonders mehrere einjährige Arten und Hybriden, von perennierenden Lupinus polyphyllus Lindl. und L. perennis L., beide aus Nordamerika, mit blauen Blüten.
   Die Lupinen enthalten ein kristallisierbares Alkaloid, das Lupinin C21H40N2O2, das farblose, luftbeständige Kristalle bildet, angenehm fruchtartig riecht, intensiv bitter schmeckt, in Wasser, Alkohol und Äther sich löst, bei 68° schmilzt, im Wasserstoffraum bei 255257° ohne Zersetzung siedet, aber auch schon bei 70° in sehr merkbarer Menge verdampft und sich mit Wasserdämpfen destillieren läßt. Es reagiert stark alkalisch und bildet mit Säuren neutrale kristallisierbare Salze. Neben Lupinin kommt gelbes, dickflüssiges, in Wasser untersinkendes, stark bitteres Lupinidin C8H15N vor, das gegen Sauerstoff sehr empfindlich ist und keinen konstanten Siedepunkt zeigt. Die blaue und die weiße L. enthalten inaktives und rechtsdrehendes Lupanin C15H24N2O. Die Alkaloide des Lupinensamens wirken als Nervengift. Aus dem Kraute der Lupinen wurde auch ein Glykosid, Lupinin C29H32O16+7H2O, dargestellt, und bisweilen enthalten die Lupinen giftiges Lupinotoxin (s. Meyers Lupinose). Vgl. Baumert, Das Lupinin (Berl. 1881).
 
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Lupinenmüdigkeit, s. Meyers Bodenmüdigkeit.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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