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Lüneburger Erbfolgekrieg bis Lungau (Bd. 6, Sp. 845 bis 846)
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Artikelverweis Lüneburger Erbfolgekrieg, 136988 zwischen Braunschweig-Wolfenbüttel u. Sachsen-Wittenberg um die Nachfolge in Braunschweig-Lüneburg, endete mit der Niederlage der sächsischen Herzoge (s. Meyers Braunschweig, S. 357).
 
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Lüneburger Heide, niedriger Landrücken im preuß. Regbez. Lüneburg, der sich zwischen der Aller und Elbe 90 km weit von SO. nach NW. erstreckt. Ihre Höhe wechselt zwischen 80 und 120 m und ist am bedeutendsten nördlich von Soltau im Wilseder Berg (171 m). Der Abfall ist meist sanft, im S. kaum merklich von der Horizontallinie abweichend, im N. steiler; daher erscheint die L. H. hier, in der Ferne gesehen, als blauer Gebirgsstreifen am Horizont, von dem die Flüsse in tief eingeschnittenen Tälern herabkommen, im S. dagegen als eine endlose Ebene, durch welche die Flüsse zwischen sumpfigen Ufern und Torfmooren langsam zur Aller abfließen. Im Nordrande treten Muschelkalk und Gips an zwei Stellen zutage. Im übrigen decken Sand-, Ton- und Mergellager das tiefer liegende feste Gestein. Die L. H. ist keineswegs von steppenartiger Unfruchtbarkeit. Nirgends trifft das Auge auf kahle Hügel; selbst die trockensten Stellen sind mit Heidekraut bedeckt, und in reicher Fülle überwuchert die Heidelbeere den Boden. Wo aber hinreichende Feuchtigkeit eine mannigfaltigere Entwickelung der Vegetation möglich macht, finden sich Buchen- und Birkenwaldungen und Eichengehölze. Kiefernwälder und öde Sandstrecken treten nur an der südlichen Abdachung auf. Eine über die ganze Heide verbreitete Pflanze ist Arnica montana. Der Kultur und dem Baumwuchs stellt sich an vielen Punkten der sogen. Ortstein entgegen, eine durch Verkittung von Quarzsand mit Eisenhydroxyd entstandene feste Bodenschicht (Raseneisenstein), die nicht tief unter der Oberfläche liegt und weder Wasser noch Wurzeln durchläßt. Die Hauptprodukte der Heide sind Schafe (Heidschnucken), Buchweizen, Kartoffeln und Honig. Die Blüte des Buchweizens gibt neben der des Heidekrauts eine treffliche Nahrung für die Bienen ab. Außer Schafen und Honig bilden Kartoffeln, Heidel-, Preißel-, Erd- und Wacholderbeeren Ausfuhrartikel. Für Melioration des Bodens, Aufforstung kahler Strecken etc. wird fortgesetzt viel getan, und heute schon gewähren einzelne Gegenden einen ganz andern Anblick als vor ca. 3035 Jahren. Eine Merkwürdigkeit sind die zahlreichen Hünengräber. Die Eisenbahnen von Harburg nach Hannover, von Harburg und von Stendal nach Bremen durchschneiden die Heide. S. die Karte »Hannover«. Vgl. Freudenthal, Heidefahrten (Bremen 189097, 4 Tle.); Tödter, Heidebilder (das. 1895 bis 1896, 2 Tle.); Kniep, Führer durch die L. H. (Hannov. 1900); Gräbner, Die Heide Norddeutschlands (Leipz. 1901, pflanzengeographische Monographie); Linde, Die L. H. (2. Aufl., Bielef. 1905); Kück, Das alte Bauernleben der L. H. (Leipz. 1906).
 
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Lüneburger Silberschatz, das aus 37 Stücken bestehende
   Ratssilberzeug der Stadt Lüneburg, von dem 36 Stücke 1. März 1874 für 660,000 Mk. von der preußischen Staatsregierung angekauft und dem Kunstgewerbemuseum in Berlin überwiesen worden sind. Galvanoplastische Nachbildungen der Stücke befinden sich im Rathaus zu Lüneburg. Es ist meist Tafelgerät, das bei feierlichen Gelegenheiten zum Schmuck der Tafel und

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des Kredenztisches benutzt wurde und von Lüneburger Familien oder städtischen Würdenträgern gestiftet worden war. Es besteht aus 18 Bechern und Pokalen (Fig. 1, S. 845, vgl. auch Tafel Meyers »Goldschmiedekunst«, Fig. 7), 11 Becken und Schalen, 2 Gußkannen in Gestalt von stehenden Löwen (Fig. 2), einer Schüssel zum Händewaschen, 2 Streulöffeln, einer Statue der Madonna mit dem Kind und einem Reliquienkästchen. Das Silber ist ganz oder teilweise vergoldet. Die Stücke gehören dem 15. und 16. Jahrh. an und sind teils im spätgotischen, teils im Renaissancestil gehalten.

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   Fig. 2. Gußkanne.

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Es ist die reichste Sammlung dieser Art in Deutschland. Vgl. (Lessing,) Das Ratssilberzeug der Stadt Lüneburg (Berl. 1874).
 
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Lunel (spr. lünell, Muskat-L.), Likörwein, der in der Umgegend der Stadt Lunel aus der weißen Muskatellertraube gewonnen wird und zu den edelsten Süßweinen zählt. Die feinste Sorte ist der Picardant. Er wird vielfach, ja meist gefälscht.
 
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Lunel (spr. lünell), Stadt im franz. Depart. Hérault, Arrond. Montpellier, in fruchtbarer, aber ungesunder Ebene, an dem 9 km langen Kanal von L., der mit dem Canal des Etangs in Verbindung steht, Knotenpunkt der Lyoner Bahn, hat ein Collège, Weinbau (vgl. den vorhergehenden Artikel), Fabrikation von Absinth, Faßbinderei, Handel mit Wein, Branntwein etc. und (1901) 7169 (als Gemeinde 7532) Einw. 4 km westlich beim Dorf L.-Viel (1137 Einw.) eine Grotte, Fundort fossiler Knochen.
 
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Lünen, Stadt im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Dortmund, an der Mündung der Seseke in die Lippe und an der Staatsbahnlinie Dortmund-L., 45 m ü. M., hat 2 evangelische u. 3 kath. Kirchen, Synagoge, Eisengießereien, Maschinen- und Metallwarenfabrikation, Dampfsägemühlen und (1900) 8316 Einw. (davon 3427 Evangelische und 97 Juden). L. wurde 1340 vom Grafen Adolf II. von der Mark gegründet.
 
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Lünenburg, Stadt in der kanad. Provinz Neuschottland, an der Mahonebai, 1753 von Deutschen gegründet, hat Fischerei, Seehandel und (1901) 2916 Einw. (darunter zahlreiche Deutsche).
 
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Lüner See, s. Scesaplana.
 
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Lünette (franz. lunette), Augen-, Fernglas, in der Mehrzahl (lunettes) soviel wie Brille. In der Baukunst ein bogenförmig begrenztes Feld unter einer Stichkappe, über einem Fenster oder einer Tür etc., das gewöhnlicht bemalt wird. Im Befestigungswesen ein aus zwei Facen und zwei Flanken bestehendes Werk (s. Figur), in der permanenten wie in der Feldbefestigung verwandt (vgl. Tafel Meyers »Festungsbau III«, Fig. 16).

Auch ein Lager auf der Drehbank für lange Gegenstände, die Scheuklappe der Pferde und bei Uhren der zur Fassung des Uhrglases dienende Ring heißt L.
 
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Lunéville (spr. lünewil'), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Meurthe-et-Moselle, 234 m ü. M., an der Meurthe, die hier die Vezouse aufnimmt, Knotenpunkt der Ostbahn, hat eine schöne Kirche, St.-Jacques (18. Jahrh.), ein großes Schloß der letzten Herzoge von Lothringen (gegenwärtig Kaserne) mit schönem Park (jetzt öffentliche Anlage), ein Stadthaus, ein Kriegerdenkmal (1870), eine Statue des Bischofs Grégoire, ein Collège, eine Bibliothek, ein Museum, eine Ackerbaukammer, Fabrikation von Handschuhen, Strumpfwaren, Geweben, Stickereien, Nähzwirn und Tonwaren, Bierbrauerei, Handel mit Getreide, Wein, Tabak und (1901) 22,294 (als Gemeinde 23,269) Einw. L. bestand als Hauptort einer Grafschaft schon im 10. Jahrh. und fiel 1344 an das Herzogtum Lothringen. Als der frühere König von Polen, Stanislaus Leszczinski, 1735 zum Besitz von Lothringen gelangte, wählte er L. zu seiner Residenz. Geschichtlich denkwürdig wurde die Stadt durch den Lüneviller Frieden, der daselbst 9. Febr. 1801 zwischen dem Deutschen Reich und der französischen Republik auf der Grundlage des Friedens von Campo Formio abgeschlossen wurde. Hiernach wurden Belgien und das linke Rheinufer an Frankreich, Mailand und Mantua an die Zisalpinische Republik, Venedig und dessen Gebiet bis an die Etsch, Istrien und Dalmatien mit Cattaro an Österreich abgetreten. Für den Verlust ihrer Besitzungen auf dem linken Rheinufer sollten die betreffenden deutschen Reichsfürsten durch Säkularisation der geistlichen Stifter und Mediatisation der Reichsstädte entschädigt werden. Vgl. Baumont, Histoire de L. (Lunéville 1900).
 
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Lungau, Alpenlandschaft in Salzburg, umfaßt das Gebiet der obern Mur (Bezirksh. Tamsweg) und steht mit dem übrigen Salzburg durch die über den Radstädter Tauern (1738 m) führende Straße, mit Steiermark durch die Murtalbahn Unzmarkt-Mauterndorf in Verbindung. Die Bewohner betreiben hauptsächlich Viehzucht. S. Karte »Salzburg«.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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