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Lunātisch bis Lunden (Bd. 6, Sp. 842 bis 843)
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Artikelverweis Lunātisch (lat.), vom Mond abhängig, mondsüchtig.
 
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Lunatismus, soviel wie Mondsüchtigkeit, s. Meyers Somnambulismus.
 
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Lunch (Luncheon, engl., spr. lönnsch, lönnsch'n), in England das in der Regel aus warmen und kalten Gerichten zusammengesetzte, um die Mittagszeit eingenommene Gabelfrühstück.
 
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Lund, Vogel, s. Meyers Larventaucher.
 
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Lund, Stadt im schwed. Län Malmöhus, an der jetzt unbedeutenden, ehemals aber schiffbaren Höjeå, 38 m ü. M., Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Falköping-Malmö und der Bahnen L. Trelleborg und L.-Kjeflinge. In der Mitte der Stadt der »Lundagård«, ein durch Tegnérs Lieder berühmt gewordener Spazierplatz, umgeben von der Domkirche romanischen Stils (geweiht 1145), dem alten Universitätsgebäude (jetzt die Bibliothek mit 120,000 Bänden und 2000 Handschriften enthaltend), dem neuen Universitätsgebäude (187882 erbaut, mit dem historischen Museum und dem Münzkabinett) und dem alten Botanischen Garten. Am benachbarten Tegnérplatz, den seit 1858 die Bronzestatue des Dichters, der hier Professor war, schmückt, das Zoologische Museum und das Versammlungshaus aller hier studierenden »Nationen« (d. h. Landsmannschaften), ein schönes, im gotischen Stil ausgeführtes, 1851 eingeweihtes Gebäude. Im Norden der Stadt liegt Helgonabacken, eine Anhöhe mit Parkanlagen und schöner Aussicht, westlich die gotische Allerheiligenkirche (188791 erbaut). L. zählt (1903) 17,684 Einw., die einige Industrie (in Möbeln, Eisenguß, Schriftguß, Handschuhen) und Handel betreiben. Außer der Universität (700 Studierende) besitzt es ein Gymnasium, Lehrerseminar, Irrenhaus, Taubstummenanstalt, ein kulturhistorisches Museum (1882 gegründet), 2 Banken, 3 Sparkassen und einen Hypothekenverein. Im 10. Jahrh. zuerst erwähnt, seit 1048 Sitz eines Bischofs, seit 1104 eines Erzbischofs, der die Suprematie über alle Bistümer des Nordens beanspruchte, war L. lange die geistliche, in gewisser Hinsicht auch die weltliche Hauptstadt des dänischen Reiches (metropolis Daniae) und seine Erzbischöfe wetteiferten an Macht mit den Dänenkönigen. Im spätern Mittelalter besaß es, außer dem berühmten Dom, 22 Kirchen und 7 Klöster. 1452 bei dem Einfall des Schwedenkönigs Karl VIII. (s. Meyers Karl 62) in Schonen hart mitgenommen, geriet es durch die Reformation vollends in Verfall, kam 1658 an Schweden und ist seit 1668 Sitz einer Universität (vgl. Pufendorf). Bei L. siegten 14. Dez. 1676 die Schweden über die Dänen. Vgl. M. Weibull und El. Tegnér, Lunds universitets historia (Lund 1868, 2 Bde.); »Libri memoriales capituli Lundensis« (hrsg. von Weeke, Kopenh. 188489); »Diplomatarium dioecesis Lundensis« (hrsg. von L. Weibull, Lund 1900 ff.).
 
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Lund, Troels Frederik, dän. Kulturhistoriker, geb. 5. Sept. 1840 in Kopenhagen, studierte daselbst erst Theologie, dann Geschichte und promovierte 1871 mit der Schrift: »Om Sokrates' Läre og Personlighed«. 187075 Assistent am dänischen Geheimarchiv, ist er seitdem Geschichtslehrer an der Kriegsschule und ward 1888 Titularprofessor. Seit 1903 nennt er sich Troels-L. Von seinen Beiträgen zur skandinavischen Kulturgeschichte im 16. Jahrh. seien genannt: »Historiske Skitser« (Kopenh. 1876); »Mogens Heinesön« (1877); »Danmarks og Norges Historie i Slutningen af det XVI. Aarhundrede« (1879 bis 1901, 14 Bde.), wovon die Abschnitte »Das tägliche Leben in Skandinavien während des 16. Jahrhunderts« (Kopenh. 1882), »Himmelsbild und Weltanschauung im Wandel der Zeiten« (übersetzt von L. Bloch, Leipz. 1899) und »Gesundheit und Krankheit in der Anschauung aller Zeiten« (übersetzt von Bloch, das. 1901) auch deutsch erschienen sind; »Christian IV.'s Skib paa Skanderborg Sö« (1893, 2 Bde.). In der Broschüre »Om Kulturhistorie« (1894) polemisiert er gegen Dietr. Meyers Schäfer (s. d.).
 
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Lunda (Ulunda), Land im innern Südafrika, den südlichen Kongostaat westlich des Merosees und die anstoßenden portugiesischen Landschaften umfassend, zerfällt in das Reich des Muata Jamvo (s. d.) und das zeitweise ziemlich abhängige des Meyers Kasembe (s. d.) und des Kasongo. Die Einwohner (auch Kalunda oder Balunda) sind ein reines Bantuvolk und bilden den Hauptbestandteil der Bevölkerung. Sie sind von hoher Statur, etwas heller als die Küstenneger von Loango, gutmütig und friedliebend, aber faul, feig, eitel und abergläubisch. Den neugebornen Kindern wird der Kopf zusammengedrückt, so daß er weit nach hinten steht. Die Frauen brechen die untern Schneidezähne aus und scheren das Haupt. Die L. kleiden sich mit europäischen Baumwollenstoffen; als Schmuck dienen Zeugschleppen, Leopardenfelle, allerlei absonderliche Haartrachten, Kupfer- u. Eisenringe sowie durch die Nasenscheidewand gesteckte Rohrstäbe. Die Hütten, in Form von Backöfen mit bis auf die Erde herabreichenden Grasdächern, sind nur 2 m hoch, von denen wohlhabende Leute mehrere besitzen, dazu Vorratshäuser und Sklavenhütten, so daß das einzelne Besitztum oft großen Raum umfaßt. Hauptstraßen durchziehen die Dörfer und werden durch Tore abgeschlossen; Zauberhütten stehen meistens im Wald oder auf der Savanne außerhalb der Dörfer. Ackerbau bildet die Hauptbeschäftigung, zumeist die der Frauen und Sklaven. Gebaut werden Maniok, Bataten, Erdnüsse, Yams, Bohnen, Mais, Hirse, Zuckerrohr, Ananas, Tabak, Baumwolle, Hanf, weniger Bananen. Die Viehzucht ist unbedeutend; fast nur die Großen besitzen Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner und Hunde; daneben genießt man Hirsebrei und Palmwein. Jagdbare Tiere sind

[Bd. 6, Sp. 843]


selten. Cameron, Buchner, Pogge, Wissmann, Wolff, v. François, Michaux (Belgier) besuchten das Land. L. bildet heute einen der sechs Distrikte von Angola.
 
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Lundberg, 1) Gustav, schwed. Maler, geb. 17. Aug. 1695, gest. 18. März 1786 in Stockholm, ging 1717 nach Paris, wo er sich bei Rigaud, Largillière und Rosalba Carriera besonders in der Pastellmalerei ausbildete. Nachdem er bereits in Frankreich durch seine Pastellbildnisse zu hohem Ansehen gelangt war, kehrte er 1745 nach Schweden zurück und setzte dort seine Tätigkeit mit gleichem Erfolge fort. Er wurde 1750 zum Hofmaler und später zum Direktor der Kunstakademie in Stockholm ernannt.
   2) Johann Theodor, schwed. Bildhauer, geb. 21. Juni 1852, bildete sich zuerst auf der Kunstakademie in Stockholm, studierte von 188284 an der Ecole des Beaux-Arts in Paris und hielt sich dann bis 1884 in Rom auf. Seine durch eingehende Charakteristik und lebenswahre Naturauffassung ausgezeichneten Hauptwerke sind die Bronzegruppe: die Pflegebrüder (1888, Nationalmuseum in Stockholm), die Marmorgruppe: Wellen u. Strand und die Statue des Reformators Olaus Petri. Er hat auch für den Dom in Upsala mehrere Bildnisfiguren ausgeführt.
 
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Lundeberg, Christian, schwed. Politiker und Großgrundbesitzer, geb. 14. Juli 1842 auf Forsbacka (Gestrikland), war 186174 Infanterieoffizier und widmete sich hierauf der Bewirtschaftung seiner Güter, Bergwerke etc. Seit 1885 konservativ-schutzzöllnerisches Mitglied der Ersten Kammer, erwarb er sich hier bald eine leitende Stellung und trat 2. Aug. 1905, wenige Wochen nach der norwegischen Revolution, als Ministerpräsident an die Spitze eines Koalitionskabinetts, das mit der Durchführung der schwedischen Reichstagsbeschlüsse betreffs der Unionsauflösung betraut war.
 
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Lundegård, Axel, schwed. Schriftsteller, geb. 17. Dez. 1861 in Schonen, studierte seit 1879, hat sich seit 1886 vielfach im Auslande aufgehalten und wohnt jetzt zu Grenna in Schweden. L. verfaßte zuerst mit Victoria Meyers Benedictsson (s. d.) das Schauspiel »Final« (1885) und gab nach ihrem Tode den Roman »Die Mutter« (1888), das Drama »Den Bergtagna« (1890) und die Novellen »Erzählungen und Entwürfe« und »Nachlese« heraus. Mit Verwertung ihrer Tagebücher und Briefe schrieb er ihre ergreifende Selbstbiographie »Victoria Benedictsson« (1890). Seine folgenden Romane »Der rote Prinz« (1889), ein Jugendleben in Stimmungsbildern, »La Mouche« (1891), das Heinrich Heines Liebe zu Camilla Selden schildert, »Titania« (1892, 2 Bde.; 2. Aufl. 1895), »Der Sturmvogel« (1893) und »Prometheus« (1893, 2. Aufl. 1901) sind Ausdrücke eines fabulierfreudigen Talents, das die frische Luft am Leben und Erzählen von der grauen Stimmung der kritisch-grüblerischen 1880er Jahre fernhielt. In seinen spätern Werken: »Tante Ulla« (1894), »Tannhäuser« (1895), »Frau Hedwigs Tagebuch« (1895), »Asra« (1898), »Elsa Finne« (1902, 2. Aufl. 1903), »Das Recht des Gefühls« (1902), »Sturz« (1900), treten seine Fehler, Mangel an psychologischer Tiefe und bitterm Ernst, mehr hervor und werden von der gewandten, fließenden Erzählung nicht so gut aufgewogen wie in dem historischen Roman »Struensee« (18981900), der in 3 Teilen die Laufbahn des jungen Altonaer Arztes Struensee zum Staatsminister in Dänemark und seinen jähen Sturz schildert. Seit 1902 arbeitet L. an einer andern historischen Trilogie, wovon »Die Sage der Königin Philippa« (1904) einen vielversprechenden Anfang machte.
 
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Lunden, Flecken im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Norderdithmarschen, an der Staatsbahnlinie Elmshorn-Hvidding, hat eine evang. Kirche, Präparandenanstalt, Amtsgericht und (1900) 4188 Einw.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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