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Lumme bis Luna (Bd. 6, Sp. 840 bis 841)
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Artikelverweis Lumme (Uria Briss.), Gattung der Schwimmvögel aus der Familie der Alken (Alcidae), Seevögel des höchsten Nordens mit verhältnismäßig langen Flügeln, sehr kurzem, breitem Schwanz und mäßig zusammengedrücktem Schnabel. Sie schwimmen und tauchen vortrefflich, fliegen mäßig gut, nähren sich von Fischen und Krebsen, halten sich fast nur beim Brüten am Lande auf und bilden dann sehr große Siedelungen. Die Teiste (Grillumme, Grillteist, Schwarze L., Seetaube, Stechente, Uria Grylle L.), 34 cm lang, 57 cm breit, mit schlankem, geradem Schnabel, weit nach hinten stehenden Füßen, schmalen, spitzen Flügeln und abgerundetem Schwanz, ist samtschwarz, mit weißem Flügelschild und roten Füßen. Sie findet sich zwischen 80 und 58° nördl. Br., kommt im Winter nicht häufig an die deutschen Küsten und geht in Nordamerika im Winter südwärts bis Philadelphia. Sie lebt paarweise oder einzeln, ist wenig scheu, aber minder gesellig als die übrigen Arten, und legt auf den Vogelbergen des Nordens in

[Bd. 6, Sp. 841]


Felsenritzen zwei weißliche, grau und braun gefleckte Eier. Werden ihr diese geraubt, so legt sie noch ein Ei. Beide Eltern brüten und sitzen so fest auf den Eiern, daß man sie mit der Hand fortnehmen kann. Die Norweger sammeln nur die Eier, Isländer und Grönländer essen auch die Vögel; die Federn werden gleichfalls benutzt. Die Trottellumme (Troil- oder dumme L., Ringellumme, Mallemuck, U. Troille L., s. Tafel Meyers »Schwimmvögel VI«, Fig. 3) 46 cm taug, 72 cm breit, mit geradem, auf der Firste sanft gewölbtem, zugespitztem Schnabel, sehr schmalen, spitzen Flügeln und sehr kurzem Schwanz, ist am Vorderhals und Oberkörper samtbraun, an der Unterseite weiß, mit weißer Flügelbinde, an den Seiten braun längsgestreift, mit bleigrauen Füßen. Sie gleicht der vorigen in der Lebensweise, taucht aber noch besser, ist geselliger und zeigt besonders beim Brüten die größte Vertrauensseligkeit. Ihr Verbreitungsgebiet ist das gleiche wie das der Teiste, in Nordamerika geht sie südwärts bis zur Magdaleneninsel. Vom Oktober bis März weilt sie häufig an deutschen Küsten (einzeln auch im Sommer und brütet im Juni auf Helgoland). Die von ihnen in Scharen besetzten nordischen Felsen (Vogelberge) gleichen großen Bienenstöcken, in denen die Pärchen höchst friedfertig dicht nebeneinander brüten; sie legen ein einziges, spangrünes, dunkel geflecktes Ei (s. Tafel Meyers »Eier II«, Fig. 11) auf den nackten Felsen. Man erntet die Vogelberge regelmäßig ab, um Eier und Junge zu gewinnen; letztere werden eingepökelt.
 
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Lummer, Otto, Physiker, geb. 17. Juli 1860 in Gera, studierte seit 1880 in Berlin, wurde 1884 Assistent am Physikalischen Institut in Berlin unter Helmholtz, siedelte mit diesem an die Physikalisch-technische Reichsanstalt in Charlottenburg über und wurde daselbst 1889 zum Mitglied, 1894 zum Professor ernannt. 1900 habilitierte er sich in Berlin als Privatdozent, 1893 ging er mit Helmholtz als Delegierter Deutschlands auf den Internationalen Elektrikerkongreß nach Chicago und besuchte auch die astrophysikalischen Institute der Vereinigten Staaten. 1904 ging er als Professor und Direktor des Physikalischen Instituts nach Breslau. L. arbeitete über Interferenzerscheinungen, besonders über Theorie und Gestalt neu beobachteter Interferenzkurven (Lummersche Ringe), über ein neues Interferenzspektroskop, über komplementäre Interferenzerscheinungen im reflektierten Licht, ferner lieferte er (mit Kurlbaum) bolometrische Untersuchungen, Arbeiten über hydrostatische Wägungen, über die Einführung der Wellenlänge als Normalmaß und über eine neue Methode zur Vergleichung von Meter und Kilogramm, ferner über das Verhältnis der beiden spezifischen Wärmen, über die Temperaturbestimmung hocherhitzter Körper auf bolometrischem und photometrischem Wege etc. Er konstruierte ein ideales Photometer, welches das Bunsensche verdrängt hat. Durch seine Verwirklichung der »absolut schwarzen« Strahlung erlangte das Gesetz von Kirchhoff über die Absorption und Emission des Lichtes erst seine weittragende Bedeutung und wurde die Temperaturbestimmung der Sonne und irdischer Lichtquellen ermöglicht. Blondlots N-Strahlen stellte er als optische Illusion hin und führte sie auf Vorgänge im Auge zurück. Er lieferte eine neue Bearbeitung der Optik in Müller-Pouillets »Lehrbuch der Physik« (Braunschw. 18941897) und schrieb noch: »Die Ziele der Leuchttechnik« (Münch. 1903); auch übersetzte er S. Thompsons Vorlesungen »Über sichtbares und unsichtbares Licht« (Halle 1898). Seine in der »Zeitschrift für Instrumentenkunde« erschienenen Aufsätze: »Neues und Altes aus der photographischen Optik« wurden von Silv. P. Thompson ins Englische übersetzt u. d. T.: »Contributions to photographical Optics« (Lond. 1900).
 
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Lump, Fisch, s. Meyers Lumpfisch.
 
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Lumpazĭus, scherzhafte Wortbildung für Lump; Lumpazivagabundus, vagabundierender Lump; Lumpokratie, Herrschaft der Lumpe.
 
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Lumpen (Hadern, Strazzen) s. Meyers Papier.
 
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Lumpenkocher, Lumpenschneider s. Meyers Papier.
 
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Lumpenwolle, soviel wie Kunstwolle, s. Shoddy.
 
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Lumpenzucker, s. Meyers Zucker.
 
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Lumpfisch (Cyclopterus Art.), Gattung der Stachelflosser aus der Familie der Scheibenbäuche (Discoboli), Fische mit dickem Körper, schuppenloser, klebriger, knotenreicher Haut, aus den Bauchflossen gebildeter, häutiger Haftscheibe, kurzen Rücken- und Afterflossen, weitem Maul und kleinen, spitzen Zähnen. Der Seehase (Lump, C. lumpus L., s. Tafel Meyers »Fische III«, Fig. 7), 60 cm lang, bis 7 kg schwer, schwarzgrau, unterseits gelblich, bewohnt zahlreich alle nördlichen Meere, namentlich die Nord- und Ostsee, wird aber wegen seiner eigentümlichen Lebensweise nicht oft gefangen. Er schwimmt sehr schlecht, saugt sich meist mittels der Saugscheibe an Steinen und Felsen fest und wartet auf Quallen und kleine Fische. Im März färbt er sich rötlich und sucht seichtere Küstenstellen auf, wo das Weibchen zwischen Algen vorzugsweise in Felsspalten laicht. Das Männchen befruchtet die Eier, setzt sich darauf fest und verteidigt sie sehr mutig. Die ausschlüpfenden Jungen heften sich an Rücken und Seiten des Männchens und werden von diesem tiefern Meeresteilen zugetragen. Das Fleisch des Männchens ist besonders in der Laichzeit genießbar.
 
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Luna, italische Mondgöttin, hatte in Rom ein altes Heiligtum auf dem Aventin und als Noctilūca (»Leuchterin der Nacht«) einen nachts erleuchteten Tempel auf dem Palatin. Der griechischen Selene gleichgesetzt, wurde sie auf einem Zweigespann (bigae) dargestellt und galt, neben Meyers Sol (s. d.) als Gottheit des Zirkus verehrt, speziell als Schützerin der Zweigespanne.
 
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Luna, alchimistischer Name des Silbers.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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