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Lukullisch bis Lulua (Bd. 6, Sp. 839 bis 840)
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Artikelverweis Lukullisch, schwelgerisch, üppig (lukullisches Mahl), in der Weise des reichen Meyers Lucullus (s. d.).
 
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Lukunor (Mortlock), Insel des Archipels der Meyers Karolinen (s. d.).
 
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Lul (Lullus), Heiliger, angelsächs. Missionar, geb. um 705, begleitete den Bonifatius nach Thüringen und ward 752 von diesem zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Mainz geweiht, empfing aber erst 780 das erzbischöfliche Pallium; er starb 16. Okt. 786 in dem von ihm 768 gegründeten Kloster zu Hersfeld. Vgl. Hahn, Bonifaz und Lul. Erzbischof Luls Leben (Leipz. 1883).
 
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Luleå (spr. lúleo), Hauptstadt des schwed. Läns Norbotten, auf der Halbinsel Sandö an der Mündung des Luleelf in den Bottnischen Meerbusen gelegen, Ausgangspunkt der Staatsbahnlinie L.-Malmberget (-Osoten), hat eine gelehrte Schule, Schiffbau, lebhaften Handet mit Holzwaren, Teer, Lachs, Eisen (vom Eisenberg Gellivara her), Renntierhäuten etc. und (1902) 9406 Einw. L. steht mit Stockholm in regelmäßiger Dampferverbindung; es ist Sitz des Landeshauptmanns und eines deutschen Vizekonsuls. Die Stadt wurde 1621 angelegt. Am 11. Juni 1887 große Feuersbrunst.
 
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Luleelf, bedeutender Fluß im nördlichen Schweden, entsteht aus zwei Quellflüssen: Stora- (Groß-) und Lilla- (Klein-) L., die beide in der Nähe des 1880 m hohen Sulitelma entspringen. Jener bildet gleich im obern Lauf einen imposanten Wasserfall, darauf die ca. 180 km langen, terrassenförmig übereinander liegenden, durch schöne Wasserfälle miteinander verbundenen Landseen, genannt Stora-Luleå-Watten, und dann den größten Wasserfall, Njommelsaska, der in einer wilden Felsengegend teils senkrecht, teils in großartigen Stromschnellen 80 m herabstürzt. Der zweite Quellfluß, Lilla-L., bildet bei Quickjock ein ungemein reizendes Gebirgstal mit dem See Saggatjaur, darauf bis Jockmock eine zusammenhängende Kette von Landseen und stürzt sich bei Wuollerim mit einem Wasserfall in den Stora-L. Hierauf bildet der wasserreiche Fluß den majestätischen Porsiforß, weiter unten den Edeforß und die Hedensforssar und mündet nach einem Laufe von 440 km bei der Stadt Luleå in den Bottnischen Meerbusen. Der Fluß ist ungefähr 45 km aufwärts schiffbar bis an die über 8 km langen, 19 m hohen Hedenssorssar, darauf wieder bis an den über 2 km langen, 25 m hohen Edeforß und zuletzt bis Norrvik, etwa noch 30 km. Um die Wasserfälle u. Stromschnellen zu umgehen, sind in der Neuzeit Kanäle auf schiefen Flächen angelegt worden, jeder am obern Endpunkt mit einer Schleuse versehen.
 
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Lullius Versuch (spr. lülängs). Bringt man ein Kartenblatt zwischen die Spitzen eines Ausladers, die sich nicht direkt gegenüberstehen, sondern in ca. im Abstand, so wird das Kartenblatt stets an der negativen Spitze durchbrochen.
 
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Lullische Kunst und Lullisten, s. Meyers Lullus 1).
 
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Lullus, 1) Raimundus (Ramon Lull), einer der seltsamsten Weltverbesserer des 13. Jahrh., geb. 1234 in Palma auf der Insel Mallorca, gest. 1315, führte anfangs ein wüstes, seit 1266 ein asketisches Leben und erfand eine seiner Meinung nach unfehlbare Kunst, andre durch Beweise und Gründe zur Einsicht der Wahrheit zu zwingen, von der er zunächst bei Juden und Mohammedanern zugunsten des Christentums Gebrauch zu machen gedachte. Zu diesem Zweck begab er sich seit 1291 dreimal nach Afrika, fand aber jedesmal üble Aufnahme und erlitt Mißhandlungen, anderen Folgen er starb. Die Ars magna Lulli oder Lullische Kunst, die später von Bruno, Athanasius Kircher u. a. wieder aufgenommen, ja selbst von Leibniz (in seiner »Universalwissenschaft«) dem Prinzip nach gebilligt wurde, bestand in einer mechanischen Methode, durch systematische Kombination der allgemeinsten Grundbegriffe (der Aristotelischen Kategorien und scholastischen Postprädikamente) unfehlbare Lösungen aller wissenschaftlichen Aufgaben zu finden. Zu diesem Zweck hatte L. eine eigne Maschine konstruiert und sein System mit der orientalischen Kabbala in Zusammenhang gebracht. Eine ausführliche Darstellung der lullischen Logik findet sich in Prantls »Geschichte der Logik«, Bd. 3, 18. Abschnitt (Leipz. 1867). Eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke ist von Rossello (Palma 18861901) besorgt worden, der auch L.' »Obras rimadas« (das. 1859) herausgegeben hat. Die von Salzinger veröffentlichten »Opera omnia« (Mainz 172142, 10 Bde.) enthalten den größten Teil der Schriften. Seine Anhänger, die Lullisten, pflanzten Religionsschwärmerei und den Glauben an Alchimie längere Zeit fort. Vgl. Helfferich, R. Lull und die Anfänge der katalonischen Literatur (Berl. 1858); J. de Paula Canalejas, Las doctrinas del Doctor R. Lullo (Madr. 1870); Brambach, Des Raimundus L. Leben und Werke in Bildern des 14. Jahrhunderts (Karlsr. 1893); Barber, Raymond Lull (Lond. 1903).
   2) Heiliger, s. Meyers Lul.
 
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Lully (spr. lülli), Giovanni Battista, franz. Komponist, geb. 1633 in Florenz, gest. 22. März 1687 in Paris, kam als Küchenjunge an den Pariser Hof, wurde, als sein Musiktalent sich zeigte, Musikpage und bald Mitglied der »24 violons de Roi«, 1652 deren Dirigent und daneben noch Chef der neuerrichteten »16 petits violons« und schon 1653 Hofkomponist. Die Kompositionen Lullys für dies königliche Orchester (das bald Nachahmung fand, zuerst in London) bilden den Ausgangspunkt einer wirklichen, von der Kammermusik sich unterscheidenden Orchestermusik, und die »Lullysche Manier« wurde schnell ein neues Stilprinzip, indem die Ouvertüren und Tanzstücke der Ballettopern Lullys, zu Suiten zusammengestellt, auch außerhalb der Bühne gespielt wurden, was besonders in Deutschland die fast ein Jahrhundert gepflegte Form der »französischen Ouvertüre« (Orchestersuite) in Aufnahme brachte. Als, angeregt durch einzelne Aufführungen italienischer Opern (seit 1641), sich die ersten Anfänge einer französischen Oper zu entwickeln anfingen (vgl. Cambert), gelang es L. der bereits für Cavallis »Xerxes« (1660) u. »Ercole amante« (1662) Balletteinlagen für Paris komponiert hatte, durchzusetzen, daß das 1669 Perrin und Cambert verliehene Patent für Opernaufführungen 1672 ihm übertragen wurde,

[Bd. 6, Sp. 840]


da er bereits zum Rang eines königlichen Musik-Oberintendanten aufgestiegen war. So trat er an Camberts Stelle als Schöpfer einer nationalen französischen Oper, die sich von der italienischen nicht nur durch die Rolle unterschied, die in ihr das Ballett und der Chor spielte, sondern auch durch das starke Überwiegen des rhythmischen Elements über das melodische. Lullys Opern, unter denen die bedeutendsten »Alceste« (1674), »Thésée« (1675), »Atys« (1676), »Phaeton« (1683), »Roland« (1685), »Armide« (1686), erhielten sich auf dem Repertoire bis zum Auftreten Glucks. Einen bedeutenden Anteil an Lullys Erfolgen hatten hie vortrefflichen Textdichtungen Quinaults. Die Mehrzahl seiner Opern erschien in neuer Ausgabe in den »Chefs-d'œuvre classiques de l'opéra français« (Leipz.), die »Armide« auch in Eitners »Publikationen«. Vgl. Nuitter und Thoinan, Les origines de l'opéra français (Par. 1886) und E. Radet, Lully homme d'affaires, propriétaire et musicien (Par. 1891).
 
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Lulongo, linker Nebenfluß des Meyers Kongo (s. d., S. 369), bis Basankussu schiffbar.
 
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Lulua, rechtsseitiger Nebenfluß des Meyers Kassai (s. d.), entspringt westlich vom Sankuru; zuerst nach N., dann nach NW. fließend, mit einem Gefälle ähnlich dem des Kassai, nimmt er rechts Luischi, Luisa, Kal landji und Kaserigi auf und wird bei Luluaburg (1884 von Wissmann angelegt, 1886 erweitert) für Boote und hinter dem Luebo (links) für Dampfer schiffbar. Landschaftlich sehr schön, bildet er mächtige Wasserfälle und viele Schnellen, Inseln gliedern oft den Fluß.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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