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Luisenorden bis Lukács (Bd. 6, Sp. 836 bis 837)
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Artikelverweis Luisenorden, vom König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 3. Aug. 1814 zur Erinnerung an die Königin Meyers Luise (s. d. 3) für glänzende Beweise der Vaterlandsliebe und Menschenfreundlichkeit in den Jahren 181314 gestiftet, sollte nur 100 Mitglieder aus dem preußischen Staat, aber ohne Unterschied der Religion und des Standes, zählen. Am 15. Juli 1850 wurde er zur Verleihung an solche Jungfrauen und Frauen, die sich durch die Pflege von Verwundeten 1848 und 1849 ausgezeichnet hatten, erneuert. Ähnliche Erneuerungen fanden 1861, 1865, 1866 und 1871 statt. 1865 ward eine zweite Abteilung in zwei Klassen hinzugefügt: 1) Anerkennung für Frauen und Jungfrauen, die Kranke im Kriege gepflegt, und 2) für solche, die durch hochherzige und verdienstliche Handlungen im Krieg und Frieden sich ausgezeichnet haben. Am 3. Jan. 1890 wurde von der Königin Auguste Viktoria bestimmt, daß in Zukunft die erste Klasse der zweiten Abteilung nur an solche Damen verliehen werden soll, die sich bereits im Besitz der zweiten Klasse dieser Abteilung befinden. Die Auswahl bestimmt das aus vier Frauen unter Vorsitz der Königin bestehende Ordenskapitel mit Autorisation des Königs. Das Ordenskreuz ist von Gold und schwarz emailliert. Das himmelblaue Mittelschild zeigt ein L. in einem Sternenkranz, auf der Rückseite die Zahlen 1813 und 1814 und seit der Erneuerung je die Jahre, für die er verliehen wird. Die erste Abteilung kann mit oder ohne Eichenlaub, die zweite Abteilung erster Klasse mit goldener oder silberner Krone und die zweiter Klasse in Silber oder als Medaille verliehen werden. Das Band, an dem der Orden auf der linken Brust getragen wird, ist bei der ersten Abteilung weiß mit schwarzen Randstreifen, bei der zweiten weiß mit schwarzem Rand und einem Mittelstreifen. S. Tafel Meyers »Orden I«, Fig. 12. Vgl. L. Schneider, Der L. (Berl. 1867).
 
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Luisenstädtischer Kanal, schiffbare Wasserstraße im südöstlichen Teil Berlins, 2,2 km lang und 1,5 m lief, zweigt von der Spree bei der Schillingsbrücke ab, führt durch zwei Bassins und mündet am Urbanhafen in den Landwehrkanal.
 
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Luisenstiftung (genauer: Königin Luise-Stiftung), zum Andenken an die Königin Luise von Preußen von einem Verein durch gesammelte Beiträge 1810 gegründete und 10. März 1811 eröffnete Anstalt zur Erziehung junger Mädchen von 1215 Jahren aus gebildetem Stande, verbunden mit einer Anstalt zur unentgeltlichen Ausbildung von Erzieherinnen im Alter von 1822 Jahren. Dies Seminar der L. ist seit 1877 zur Ausstellung amtlich gültiger Zeugnisse auf Grund der bestandenen Entlassungsprüfung berechtigt.
 
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Luisenthal, s. Meyers Ohrdruf.
 
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Luisine, leichter Seidenstoff für Damenkleider Blusen etc.
 
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Luitpold, Karl Joseph Wilhelm Ludwig, Prinz-Regent von Bayern, geb. 12. März 1821 in Würzburg, zweiter Sohn des Königs Ludwig I. (s. d. 17), trat 1835 in die Artillerie ein, ward 1841 Oberst, bereiste darauf die Mittelmeerländer und vermählte sich 1844 mit der Prinzessin Auguste von Toskana (gest. 1864). Er befehligte 1866 im Kriege gegen Preußen eine Division, ward zum Generalfeldzeugmeister und Generalinspekteur der bayrischen Armee ernannt und war 1870/71 im Hauptquartier des Königs Wilhelm zu Versailles, hielt sich aber sonst von den öffentlichen Angelegenheiten fern, soweit ihn nicht die Pflicht, König Ludwig II. bei der Eröffnung von Landtagen zu vertreten, dazu zwang. Als sich die Geisteskrankheit seines Neffen Ludwig II. (s. d. 18) 1886 herausstellte, übernahm er 10. Juni als des Reichs Verweser die Regentschaft für ihn sowie nach dessen Tod (13. Juni) für den ebenfalls geisteskranken König Otto und leistete 28. Juni den Eid, behielt aber das Ministerium Lutz bei. Die Feier seines 80. Geburtstages 1901, wobei ihm ein Huldigungsgeschenk von 1,700,000 Mk. für wohltätige Zwecke überreicht wurde, zeugte von der ihm allgemein gezollten Verehrung. Aus Anlaß der Erinnerung an den vor 70 Jahren erfolgten Eintritt in das Heer stiftete L. 1905 eine Erinnerungsmedaille aus Bronze. Er hat drei Söhne, die Prinzen Meyers Ludwig (s. d. 19), Leopold und Arnulf, und eine (unvermählte) Tochter, Prinzessin Therese (geb. 1850), die sich als Reiseschriftstellerin unter dem Namen Th. von Bayer* (»Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland«, Stuttg. 1885; »Über den Polarkreis«, Leipz 1889; »Meine Reise in den brasilischen Tropen«, Berl. 1807) bekannt

[Bd. 6, Sp. 837]


gemacht hat. Seinen Namen führt jetzt das 3. sächsische Infanterieregiment Nr. 102. In Landau wurde ihm 1892 ein Bronzedenkmal (von Rümann), ein andres 1893 in Berchtesgaden, 1903 in Augsburg ein Brunnendenkmal von Franz Bernauer, 1905 in Traunstein eine Kolossalbüste von demselben errichtet. Vgl. Reidelbach, L., Prinz-Regent von Bayern (Münch. 1891); Du Moulin Eckart, L. von Bayern, ein historischer Rückblick (Zweibrücken 1901).
 
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Luitprand, s. Meyers Liutprand.
 
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Lujan, Distriktshauptort in der argentin. Provinz Buenos Aires, am Fluß L. und an der Bahn Buenos Aires-Bragado, mit starker Obstzucht und 5000 Einw.
 
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Lujende, Nebenfluß des Rovuma (s. d.).
 
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Luk (Lucke), mit hohen Schwellen (Lukfüllen, Lukenkarben) versehene viereckige Öffnung in den Decken der Schiffe für den Verkehr oder zur Handhabung der Frachtgüter für das Laden und Löschen (Ladeluken). Ladeluken sind durch übergreifende Kappen während der Fahrt des Schiffes abgedeckt. Luken auf- oder überlegen, die Lukenöffnungen mit der Kappe bedecken. Die Lukendeckel des Panzerdecks der Panzerschiffe bestehen aus Panzerplatten.
 
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Lukács (spr. -kātsch), 1) Béla von, ungar. Staatsmann, geb. 1847 in Zalatna, gest. 7. Jan. 1901 in Budapest, studierte in Pest die Rechte und war bis zu seiner Wahl in den Reichstag 1872 beim Obersten Rechnungshof angestellt; gleichzeitig redigierte er die Zeitung »Közvélemény«. 1886 wurde er zum Direktor der ungarischen Staatsbahnen ernannt. Seit 1890 Unterstaatssekretär im Handelsministerium unter Baroß, wurde er nach dessen Tode (20. Juli 1892) selbst Handelsminister, trat aber 1895 mit dem Ministerium Wekerle zurück. 1900 wurde er zum ungarischen Kommissar bei der Pariser Weltausstellung ernannt, zog sich aber ein Nervenleiden zu und stürzte sich in die Donau. Er schrieb (in ungarischer Sprache): »Österreichs und Ungarns Finanz- und Steuersystem« (1876); »unser finanzielles Verhältnis zu Kroatien und Slawonien« (1879); »Entwickelung des Post- und Telegraphenwesens im letzten Dezennium« (1880); »Die Österreichisch-Ungarische Bank« (1882); »Rumäniens Staatshaushalt« (1882); »Staatshaushalt und Steuerwesen in England« (1884); »Staatshaushalt und Steuerwesen in Frankreich« (1884) u. a.
   2) Ladislaus von, ungar. Politiker, geb. 24. Okt. 1850 in Zalatna, kam 1874 als Professor an die Raaber Rechtsakademie, entsagte aber schon nach zwei Jahren dieser Stellung und übernahm die Leitung der Bergwerke seines Vaters. Nachdem er 1878 ins Parlament gewählt war, berief ihn Wekerle als Ministerialrat ins Finanzministerium, dem er in einem spätern Zeitraum auch als Unterstaatssekretär angehörte. Wekerle empfahl bei seinem Rücktritt L. zum Leiter der Finanzen; diese Stelle bekleidete L. seit 5. Febr. 1895. Unter Bánffy vereinbarte er mit dem österreichischen Kabinett die Bedingungen der Erneuerung des finanziellen Ausgleichs (sogen. Ischler Klausel). Nach dem Sturz Bánffys im Februar 1899 war er im Interesse der Herstellung der parlamentarischen Ruhe tätig. Das ihm wiederholt angebotene Ministerpräsidium während des Exlex-Zustandes 1902 schlug er aus, behielt aber sein Portefeuille auch unter Stef. Tisza bei bis zum Rücktritt des ganzen Kabinetts (im Juni 1905). 1879 veröffentlichte L. (in ungarischer Sprache) die Studie: »Gegenwart und Zukunft des siebenbürgischen Edelmetallbergbaues«. Vgl. »Die zehnjährige Wirksamkeit des ungarischen Finanzministers Ladislaus L.« (ungar., Budapest 1905).
   3) Georg, ungar. Politiker, geb. 1865 in Großwardein als Sohn des Staatssekretärs Georg L., Neffe und Schwager des Finanzministers Ladislaus L., studierte die Rechte, wirkte dann als Sekretär im Ministerium des Innern und wurde 1896 zum Abgeordneten gewählt. Seit 1897 Obergespan des Komitats Békés, ward er 18. Juni 1905 zum Minister für Kultus und Unterricht im Kabinett Fejérváry ernannt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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