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Luft, komprimierte bis Luftbremse (Bd. 6, Sp. 798 bis 799)
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Artikelverweis Luft, komprimierte, s. Meyers Komprimierte Luft.
 
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Luftansammlung (Pneumatosis), krankhafte Ansammlung von Luft und Gasen in den Lungen, im Darm, im Brustfellsack, in den Blutgefäßen, bisweilen auch in Geweben. Die übermäßige L. im Magendarmkanal wird als Meteorismus, die in den Lungenbläschen als Lungenemphysem, L. im Brustfellsack als Pneumothorax, im Unterhautzellgewebe als Emphysem etc. bezeichnet. Die Luftansammlungen an Körperstellen, wo sich im Normalzustand keine Luft befindet, entstehen auf verschiedene Weise. Meist ist die Luft von außen (z. B. bei Operationen) oder aus erkrankten lufthaltigen Teilen des Organismus in die betreffenden Körperstellen eingedrungen. Es können aber auch Gase an Ort und Stelle durch Fäulnis entstehen, soz. B. in der Gebärmutter nach der Geburt aus Blutgerinnseln und Fötalresten. Im allgemeinen wirkt die L. wie ein fremder Körper, der die Organhöhlen und Gewebe teils auseinander drängt, teils infolge des Gehalts an Fäulniserregern Entzündung bewirkt, teils auch, namentlich in den Blutgefäßen, durch deren Verschluß raschen Tod zur Folge hat.
 
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Luftarten, s. Meyers Gase.
 
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Luftbad, der Aufenthalt in freier Luft mit ganz oder teilweise unbekleidetem Körper. Die Wirkung des Luftbades beruht vorzugsweise auf den veränderten Bedingungen der Wärmeabgabe. Während bei bekleidetem Zustand die Wärmeabgabe durch Strahlung fast aufgehoben, die durch Leitung sehr eingeschränkt ist, kommen beide Faktoren beim L. ungehindert zur Geltung. Außerdem ist durch stärkere Verdunstung des Schweißes die Wärmeabgabe vermehrt. Dem vermehrten Wärmeverlust sucht der Körper entgegenzuarbeiten durch Regulierung des Blutzuflusses zur Haut, die zunächst blaß und blutarm und dadurch kühl wird, ferner durch Steigerung der Wärmebildung mittels größern Umsatzes wärmebildender Stoffe, vor allem also durch Fettverbrauch. Wird im L. körperliche Arbeit geleistet, so wird auch hierdurch die Stoffzersetzung noch gesteigert, die Blutarmut der Haut tritt dann nicht ein, da die bei der Arbeit gebildete Wärme durch die Haut abgegeben wird. Für die Größe der Wärmeabgabe kommt außer der Dauer der Luftbäder und außer individuellen Faktoren auf seiten des Badenden vor allem in Betracht die Temperatur der Luft, ihre Feuchtigkeit und ihre Bewegung. Bewegte Luft verursacht eine viel stärkere Abkühlung als ruhige Luft. Zur Anwendung kommt das L. hauptsächlich da, wo eine Anregung des Stoffwechsels beabsichtigt wird, also besonders bei Fettleibigkeit, dann bei zahlreichen auf sitzende Lebensweise oder dauernden Aufenthalt in geschlossenen Räumen zurückzuführenden Gesundheitsstörungen. Auch Hautkrankheiten können durch die kräftige Anregung der Haut zu verstärkter Lebenstätigkeit im L. günstig beeinflußt werden. Namentlich aber zur Abhärtung bei verweichlichten, zur Erkältung geneigten Personen tut das L., richtig angewendet, sehr gute Dienste. Da es selten ohne Körperbewegung (Turnen) oder ohne gleichzeitige Besonnung ausgeführt wird, so fügt sich gewöhnlich die Wirkung der Körperbewegung und des Lichtes der dem L. eignen Wirkung hinzu (Luftlichtbad, s. Meyers Lichttherapie). Vgl. Kocksch, Das L. und seine Bedeutung für Großstädte (Leipz. 1905). Elektrostatisches L., die Einwirkung der statischen Elektrizität (Franklinisation) auf den Körper, s. Meyers Elektrotherapie, S. 696.
 
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Luftbad, als chemischer Apparat, s. Meyers Bad, S. 243.
 
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Luftbahn, s. Meyers Hängebahn.

[Bd. 6, Sp. 799]



 
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Luftballon (spr. -lóng), s. Meyers Luftschiffahrt.
 
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Luftbewegung, die durch Erddrehung und Wärmeunterschiede hervorgerufene horizontale und vertikale Bewegung der Atmosphäre. Hierher gehört zunächst der Wind mit seinen besondern Erscheinungsformen, wie Land- und Seewind, Berg- und Talwind, Fallwind, ferner Passate und Monsune und die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre. Letztere hat man sich schematisch im wesentlichen so vorzustellen, daß die erwärmte Luft in der heißen Zone aufsteigt, nach N. und S. hin abfließt (Äquatorialstrom) und zwar infolge der Erddrehung in mehr und mehr östlicher Richtung, und sich, da der Erdumfang polwärts abnimmt, schließlich in der Gegend der Roßbreiten staut. Hier ist deshalb der Luftdruck höher als nord- und südwärts (s. die Karten zu Art. »Luftdruck«). Die Luft sinkt teils (abgekühlt) herab und wendet sich als Passat wieder dem Äquator zu, teils strömt sie in der Höhe unter allmählichem Sinken den Polen zu, von wo sie als Polarstrom zu den Tropen zurückkehrt. Dieses nur schematische Bild erleidet durch die ungleiche Verteilung von Land und Wasser sowie durch die ungleiche Erwärmung der Erdoberfläche vielfache Veränderungen. Dabei ist das durch Erwärmung erfolgende Aufsteigen der Luft (der aufsteigende Luftstrom, courant ascendant) nicht so zu denken, daß sich ganze Luftschichten erheben, vielmehr findet ein fortwährendes Spiel aufsteigender wärmerer und niedersinkender kälterer Luftsäulchen statt. Vgl. Wind.
 
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Luftbewegungsmaschinen (Lufttransportmaschinen), mechanische Vorrichtungen, die luftförmige Körper aus einem Raum in einen andern überführen. Hierher gehören Gebläse, Ventilatoren, Kompressoren (Luftverdichtungsmaschinen), Exhaustoren und Luftpumpen.
 
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Luftblume, s. Aërides.
 
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Luftbremse, Vorrichtung zum Regeln der Geschwindigkeit sich bewegender Teile. Die gewöhnliche Form der L. ist die eines beiderseitig geschlossenen Zylinders mit in ihm beweglichem, dicht anschließendem Kolben. Die Zylinderenden sind durch einen mittels eines Hahnes regulierbaren Kanal verbunden. Der Kolben treibt bei seiner Bewegung stets die eingeschlossene Luft vor sich her und preßt sie durch den Kanal in den hinter ihm befindlichen Raum, wobei der beim Durchgang der Luft durch den Kanal entstehende Widerstand, der um so größer ist, je weniger der Regulierhahn geöffnet ist, hemmend auf die Bewegung des Kolbens und der durch eine Kolbenstange mit ihm verbundenen Teile wirkt. Flüssigkeitsbremsen sind ebenso eingerichtet, nur tritt an Stelle der Luft eine Flüssigkeit (Öl). Luftbremsen werden auch wohl die durch Luftdruck betätigten, mechanischen Bremsen genannt (s. Meyers Bremsen, S. 385).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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