Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Ludwigsbad bis Ludwigs-Missionsverein (Bd. 6, Sp. 793 bis 794)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Ludwigsbad, Mineralbad, s. Meyers Wipfeld.
 
Artikelverweis 
Ludwigsbrunnen, Mineralquelle in der hess. Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg, bei Großkarben, an der Staatsbahnlinie Frankfurt a. M.-Niederwalgern. Das Wasser gehört zu den kräftigsten erdigsalinischen Säuerlingen und wird jährlich in mehreren Millionen Krügen versandt.
 
Artikelverweis 
Ludwigsburg, zweite Residenzstadt des Königreichs Württemberg, Hauptstadt des Neckarkreises, 2 km vom Neckar, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bretten-Friedrichshafen und L.-Heutingsheim, 292 m ü. M., ist im Geschmack des 17. Jahrh. gebaut, hat schöne Plätze (auf dem Wilhelmsplatz ein Denkmal Schillers, von Hofer), 2 evangelische und 2 kath. Kirchen (darunter die neue Garnisonkirche), Synagoge, 8 Tore und anmutige Spaziergänge und Alleen. Das königliche Schloß (mit Park), ein umfangreicher Prachtbau, enthält viele Säle, eine Hof- und Ordenskapelle, die Fürstengruft, eine Galerie württembergischer Regenten und eine Gemäldegalerie. Die Zahl der Einwohner beläuft sich (1900) mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 121, ein Dragonerregiment Nr. 25, ein Ulanenregiment Nr. 20, 2 Feldartillerieregimenter Nr. 29 und 65 und ein Trainbataillon Nr. 13) auf 19,436 Seelen, davon 2319 Katholiken und 243 Juden. Die Industrie beschränkt sich auf Fabrikation von Metall-, Eisen- und Drahtwaren, Korsetten und Zichorie, auf Woll-, Baumwoll- und Leinweberei, Orgel- und Pianofortebau, Ziegelfabrikation, Bierbrauerei etc. L. ist Sitz einer Regierung, eines Oberamtes, eines Amtsgerichts, des Stabes der 26. Artillerie- und der 52. Infanteriebrigade, eines Generalsuperintendenten und hat ein Gymnasium, eine Realschule, Handelsschule, ein Stift für verwahrloste Kinder, Augenheilanstalt, Kinderheilanstalt etc. In der Umgebung liegen die Lustschlösser Monrepos und Favorite. Herzog Eberhard Ludwig ließ hier 1704 ein Jagdschloß bauen, dem er später ein Hauptgebäude hinzufügte, und bald erweiterte sich diese Anlage zu einer Stadt, als die Geliebte desselben Herzogs, Fräulein v. Grävenitz, diesen bewog, die Residenz nach L. zu verlegen (1724). L. ist Geburtsort des Schriftstellers David Friedr. Strauß, der Dichter Justinius Kerner und Ed. Mörike und des Ästhetikers Fr. Vischer. Vgl. Hänle, Württembergische Lustschlösser, Teil 1 (Würzb. 1846);

[Bd. 6, Sp. 794]


Schanzeubach, Alt-Ludwigsburg (Ludwigsburg 1897); Belschner, L. in zwei Jahrhunderten (das. 1904). Von 17581824 bestand in L. eine zuerst auf Rechnung des Herzogs Karl Eugen geführte, später von seinen Nachfolgern übernommene Porzellanfabrik, die Figuren, Vasen, Prachtservice, Spielereien etc. in Rokokogeschmack und später auch im Empirestil erzeugte. Charakteristisch für dieses in Prachtstücken seltene Ludwigsburger Porzellan ist seine Dekoration mit Vögeln, Käfern, Schmetterlingen und Blumengirlanden in Relief und Malerei. Die bis 1806 geführte Fabrikmarke s. Abbildung. Bis 1818 folgte FR und unter Wilhelm I.: WR. Nach der Krone hieß das Ludwigsburger Porzellan im Handel Kronenburger. Vgl. Jäger, Rokokomalereien auf Ludwigsburger Porzellan (10 Tafeln, Stuttg. 1893).
 
Artikelverweis 
Ludwigsdor, bad. Goldmünze, das Fünftalerstück von 1828 zu 500 Kreuzer, 65/72 fein = 14,4368 Mk.
 
Artikelverweis 
Ludwigshafen, 1) (L. am Rhein) Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Pfalz, am linken Ufer des Rheins, Mannheim gegenüber (s. den Stadtplan von Mannheim in Bd. 13), mit dem es durch eine feste Eisenbahnbrücke und eine Dampffähre verbunden ist, 90 m ü. M., hat 4 evangelische und 4 kath. Kirchen, eine Synagoge, 2 Monumentalbrunnen (Luitpoldbrunnen und Jubiläumsbrunnen) und (1900) 61,914 (1840: 90) Einw., davon 29,370 Evangelische, 31,198 Katholiken und 505 Juden. Der außerordentliche Aufschwung der Stadt, der sich auch in der beispiellosen Zunahme der Bevölkerung zeigt, ist der Industrie und dem Handel zu verdanken. L. hat bedeutende chemische Fabriken, darunter eine große Anilin- und Sodafabrik (6000 Arbeiter), Fabrikation von Kunstwolle, Maschinen, Schamotte- und Tonwaren, Kochherden, Büfett- und Eisschränken, künstlichem Dünger, Leim, eine Trikotweberei, Bierbrauerei, eine Kunstmühle, ein Dampfsägewerk etc. Der Handel wird durch eine Handels- und Gewerbekammer, eine Reichsbanknebenstelle, die Pfälzische Bank, eine Filiale der Königlichen Bank und andre Geldinstitute, durch ein italienisches u. ein serbisches Konsulat, durch die Schiffahrt etc. unterstützt und ist besonders ansehnlich in Eisen, Holz, Steinkohlen und Landesprodukten. Dem Verkehr in der Stadt und mit Mannheim dient eine elektrische Straßenbahn. Für den Eisenbahnverkehr ist L. Knotenpunkt der Linien Neunkirchen-Worms, L.-Großkarlbach und L.-Dannstadt der Pfälzischen Eisenbahn mit Anschluß an die Badische Staatsbahn in Mannheim. L. hat ein Gymnasium, eine Realschule und ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Hauptzollamts. L. war früher als »Rheinschanze« der Brückenkopf von Mannheim. Als Ort erst 1843 von König Ludwig I. angelegt, ward L. 1853 eine selbständige Gemeinde und 1859 Stadt. Hier 15. Juni 1849 Gefecht zwischen Preußen und Badenern. Vgl. Esselborn, Geschichte der Stadt L. (Ludwigsh. 1888); »Geschichte der Stadt L. 18531903« (das. 1903). 2) Dorf im bad. Kreis Konstanz, Amt Stockach, am Überlinger See und an der Staatsbahnlinie Radolfzell-Friedrichshafen, hat eine kath. Kirche, eine orthopädische Heilanstalt, ein Sanatorium für Nervenkranke, Dampfschiffahrt und (1900) 875 Einw. Dabei im See Reste von Pfahlbauten. L. hieß bis 1826 Sernatingen.
 
Artikelverweis 
Ludwigshall, Saline, s. Meyers Wimpfen.
 
Artikelverweis 
Ludwigshöhe, königl. Villa bei Meyers Edenkoben (s. d.).
 
Artikelverweis 
Ludwigskanal (Donau-Main-Kanal), Kanal zur Verbindung des Rheins und der Donau, führt von Bamberg aus der Regnitz zwischen dieser und der Eisenbahn über Forchheim, Erlangen, Fürth nach Nürnberg, von da durch den Fränkischen Jura und über Neumarkt in die schiffbar gemachte Altmühl und bei Kelheim zur Donau. Der höchste Punkt ist 205 m über dem Einmündungspunkt bei Bamberg und 88 m über dem Donauspiegel bei Neumarkt gelegen. Die ganze Länge des Ludwigskanals beträgt 172,4 km. Er hat von Bamberg bis Kelheim 88 Kammerschleusen und ist oben 17,5 m, in der Sohle 11 m breit und 1,6 m tief. Gegen Anschwellungen der Wassermasse ist er durch (99) Durchlässe geschützt; 12 Brücken leiten ihn über Flüsse und Bäche. Der Kanal wurde unter König Ludwig I. 183645 nach dem Plan des Oberbaurats Pechmann ausgeführt. Vgl. Schanz, Der Donau-Mainkanal und seine Schicksale (Bamb. 1894), und die »Übersicht der deutschen Schiffahrtskanäle« beim Artikel »Kanäle«.
 
Artikelverweis 
Ludwigslied (Ludwigsleich), ein althochdeutsches Gedicht in fränkischer Mundart, das den Sieg des westfränkischen Königs Ludwig III. (s. Meyers Ludwig 23) bei Saucourt in der Picardie 881 über die Normannen besingt. Es schließt sich dem Volkston an, hat aber wahrscheinlich einen fränkischen Geistlichen zum Verfasser. Herausgegeben wurde es zuerst von Schilter (Straßb. 1696) nach einer Abschrift, die Mabillon von der Handschrift genommen hatte. Die Handschrift, die längere Zeit für verloren galt, fand Hoffmann von Fallersleben zu Valenciennes wieder auf und ließ aus ihr das Gedicht 1837 in den von ihm und Willems herausgegebenen »Monumenta Elnonensia« (2. Aufl., Gent 1845) abdrucken. Das L., das zu den wertvollsten Überresten der althochdeutschen Zeit gehört, findet sich in allen altdeutschen Lesebüchern.
 
Artikelverweis 
Ludwigslust, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Knotenpunkt der preußischen, bez. mecklenburgischen Staatsbahnlinien Berlin-Hamburg, L.-Wismar, L.-Dömitz und L.-Neubrandenburg, 36 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen (darunter die Hauptkirche in Form eines griechischen Tempels), eine kath. Kirche, eine griechisch-kath. Kapelle, eine Synagoge, ein großherzogliches Residenzschloß (1772 bis 1776 erbaut) mit Sammlungen, Familiengruft und reizendem Park (vgl. die Beschreibung von Saubert, Ludwigslust 1897), ein großherzogliches Palais, eine Villa des Herzogs Paul, schöne Promenaden, Denkmal des Großherzogs Friedrich Franz I., Realgymnasium, Taubstummenanstalt, Bethlehemstift (Krankenhäuser mit Diakonissenanstalt), Amtsgericht, Forstinspektion, Schokolade-, Zuckerwaren-, Milchsäure- u. Zementsteinfabrikation, eine chemische Fabrik, bedeutenden Spargelbau und (1900) mit der Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 17) 6634 Einw. L. wurde von Herzog Friedrich dem Frommen (175685) angelegt und nach dessen Vater Herzog Christian Ludwig II. benannt; 1876 wurde es Stadt und 1880 in den ständischen Verband aufgenommen.
 
Artikelverweis 
Ludwigs-Missionsverein, s. Mission.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer