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Luden bis Lüders (Bd. 6, Sp. 770 bis 771)
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Artikelverweis Luden, Heinrich, Geschichtschreiber, geb. 10. April 1780 zu Loxstedt im Regbez. Stade, gest. 23. Mai 1847 in Jena, studierte in Göttingen Theologie und Geschichte, war Hauslehrer bei dem Staatsrat Hufeland in Berlin, kehrte nach Göttingen zurück und schrieb die Biographien von Chr. Thomasius (1805), Hugo Grotius (1806) und Sir William Temple (1808). 1806 als außerordentlicher Professor der Geschichte nach Jena berufen, ward er 1808 Honorarprofessor und 1810 ordentlicher Professor der Geschichte daselbst, und war 182032 tätiges Mitglied der Landstände des Großherzogtums Weimar-Eisenach. Die Geschichtswissenschaft befruchtete er durch geistige Belebung der Tatsachen und geschmackvollere Form der Darstellung. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Kleine Aufsätze meist historischen Inhalts« (Götting. 1808, 2 Bde.); »Ansichten des Rheinbundes« (das. 1808, 2. Aufl. 1809); »Einige Worte über das Studium der vaterländischen Geschichte« (Jena 1809, neue Aufl. 1828); »Handbuch der Staatsweisheitslehre oder der Politik« (das. 1811); » Handbuch der allgemeinen Geschichte der Völker und Staaten des Altertums« (das. 1814, 3. Aufl. 1824) und »Allgemeine Geschichte der Völker und Staaten des Mittelalters« (das. 182122, 2 Bde.; 2. Aufl. 1824); »Nemesis, Zeitschrift für Politik und Geschichte« (Weim. 181418, 12 Bde.); »Allgemeines Staatsverfassungsarchiv« (das. 1816, 3 Bde.); »Geschichte des deutschen Volkes« (Gotha 182537, 12 Bde.), sein Hauptwerk, nur bis 1237 reichend, das aber wegen seiner nüchternen rationalistischen Auffassung des deutschen Mittelalters sehr angefochten wurde, endlich die »Geschichte der Teutschen« (das. 184243, 3 Bde.). Aus seinem Nachlaß erschienen: »Rückblicke in mein Leben« (Jena 1847). Vgl. D. Schäfer, Heinrich L., akademische Festrede (in den »Preußischen Jahrbüchern«, 1881); Herrmann, Die Geschichtsauffassung Ludens im Lichte der gleichzeitigen geschichtsphilosophischen Strömungen (Gotha 1904).
 
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Ludenberg, Dorf im preuß. Regbez. und Landkreis Düsseldorf, bei Gerresheim, hat eine Provinzial-Irrenanstalt (Grafenberg), eine Arbeiterkolonie, Ziegelbrennerei und (1900) 3424 Einw.
 
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Lüdenscheid, Stadt im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Altena, auf dem Bergrücken zwischen Lenne und Volme, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Hagen-L. und der Schmalspurbahnen Altena-L. und Werdohl-L., 450 m ü. M., hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Kaiser Wilhelm-Denkmal, Bismarcksäule, ein Realgymnasium mit Realschule, Waisenhaus, Amtsgericht, Handelskammer, Reichsbanknebenstelle, bedeutende Metallknopf-, Schnallen-, Haken-, Öfen-, Broschen-, Zündholzdosen-, Uhrgehäuse-, Harmonika-, Schirm- und Stockbeschläge-, Metallblech-, Maschinen-, Zinn-, Britannia- und Alfenidwarenfabrikation, Drahtwalzwerke, Dampfziegeleien etc., bedeutende Eisen- und Kurzwarenhandlungen und (1900)

[Bd. 6, Sp. 771]


25,509 Einw., davon 3251 Katholiken und 161 Juden. Dabei die Landgemeinde L., aus 224 Wohnplätzen bestehend, mit 9360 Einw. L. kam um 1200 an die Grafen von Altena und gehörte später zur Grafschaft Mark, mit der es im 17. Jahrh. an Brandenburg fiel.
 
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Luder (v. mittelhochd. luoder, »Lockspeise«), soviel wie Aas; ludern (anludern), Füchse und andres Raubzeug durch geschlepptes Aas oder Gescheide auf einen Luderplatz locken, wo es von der Luderhütte aus erlegt wird.
 
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Lüder, linksseitiger Nebenfluß der Fulda, entspringt am Vogelsgebirge, fließt in nordöstlicher Richtung und mündet unterhalb Fulda.
 
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Lueder, Karl, Rechtslehrer, geb. 2. Sept. 1834 in Celle, gest. 24. April 1895 in Erlangen, habilitierte sich 1861 in Halle, wurde 1867 außerordentlicher Professor in Leipzig, 1874 ordentlicher Professor in Erlangen. Er schrieb unter anderm: »Das Souveränetätsrecht der Begnadigung« (Leipz. 1860); »Gustav Geib, sein Leben und sein Wirken« (das. 1864); »Die Vermögensbeschädigung« (das. 1867); »Grundriß zu Vorlesungen über deutsches Strafrecht« (2. Aufl., Erlang. 1877); »Die Genfer Konvention« (das. 1876; auch französische Ausgabe); »Recht und Grenze der Humanität im Krieg« (das. 1880); »Grundriß zu Vorlesungen über deutsches Strafprozeßrecht« (das. 1881); »Krieg und Kriegsrecht« (im 4. Bd. von Holtzendorffs »Handbuch des Völkerrechts«, Hamb. 1889).
 
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Lüderitz, 1) Gustav, Kupferstecher, geb. 15. Dez. 1803 in Berlin, gest. daselbst 13. Febr. 1884, trat mit 16 Jahren in die dortige Akademie, 1822 in das Atelier des Kupferstechers Buchhorn und ging 1827 nach Paris, wo er im Atelier von Th. Richomme arbeitete und die Schwarzkunst erlernte. 1832 ging er nach London, um sich die Technik des Stahlstichs anzueignen. Dann kehrte er nach Berlin zurück, wo er bis an sein Ende tätig war. Er war königlicher Professor und Lehrer an der Kunstakademie. Seine Hauptstiche in Linienmanier sind: die Bergpredigt nach K. Begas, die Söhne Eduards nach Th. Hildebrandt und das trauernde Königspaar nach Lessing. Von seinen Schwarzkunstblättern sind hervorzuheben: Infantin Margarete von Spanien als Kind nach Velazquez, Romeo und Julia nach K. Sohn, Christuskopf auf dem Schweißtuch der heil. Veronika nach einem früher dem Correggio zugeschriebenen Bild im Berliner Museum, die Nähschule nach Vautier, die Mohrenwäsche nach K. Begas und Zu Gott! nach W. v. Kaulbach.
   2) Franz Adolf Eduard, Großkaufmann und Begründer der ersten deutschen Kolonie in Südwestafrika, geb. 16. Juli 1834 in Bremen, gest. 1886, erlernte seit 1851 in dem väterlichen Haus das Tabakgeschäft, übernahm 1878 die Leitung des Hauses und wandte sich bald überseeischen Unternehmungen zu. Nachdem er 1881 eine Faktorei in Lagos gegründet hatte, erwarb er 1883 Angra Pequena (s. unten) und sein Hinterland, nach ihm Lüderitzland genannt, das 1884 unter deutschen Schutz gestellt wurde. Um die Schiffahrt des Oranjeflusses zu untersuchen, begab sich L. 1886 nach Südafrika und befuhr den Unterlauf des Flusses mit einem tragbaren Boot. Nach vergeblichen Versuchen, die Barre vor der Mündung zu überwinden, trat er 20. Okt. in einem offenen Fahrzeug die Fahrt nach Angra Pequena an, auf der er in der Küstenbrandung verunglückte.
 
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Lüderitzbucht, früher Angra Pequena, Niederlassung in Deutsch-Südwestafrika, Bezirk Keetmanshoop, liegt auf einem breiten Landvorsprung, der die seewärts gegen die Dünung des Ozeans durch die Seehund-, Pinguin- und Haifischinsel geschützte Bucht in die nördliche Gallovidiabai und den südlichen Roberthafen gliedert. Dieser bietet jedem Schiffe guten Ankergrund und Schutz gegen Winde. Eine neuerbaute große Landungsbrücke erleichtert das Löschen der Güter, doch erschwert ein breiter Gürtel von Trieb- und Flugsand die Verbindung mit dem Innern. Das Klima ist gut (Mitteltemperatur 17,6°), da kühler Südwind weht; Trinkwasser wird kondensiert. In L., Station der Woermann-Linie und Postagentur, wohnen (1903) 24 Europäer. S. Karte » Deutsch-Südwestafrika« (in Bd. 9, S. 207).
 
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Lüderitzland, s. Meyers Lüderitz 2) und Deutsch-Südwestafrika, S, 842 ff.
 
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Lüders, Stadt, s. Meyers Lure.
 
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Lüders, 1) Alexander Nikolajewitsch von, russ. General, geb. 1790 in Rußland, gest. im Februar 1874 in Petersburg, aus einer ursprünglich deutschen Familie, trat 1805 in die russische Armee, focht bei Austerlitz, in Finnland 1808, in der Türkei 1810 und darauf 181214, in dem türkischen Krieg 182829 und im polnischen Feldzug von 1831. Im J. 1837 erhielt er das Kommando über das 5. Infanteriekorps. 184445 focht er im Kaukasus und unterdrückte 1848 in Verbindung mit Omer Pascha die Insurrektion in Rumänien. Am 19. Juni 1849 drang er durch den Rotenturmpaß in Siebenbürgen ein, eroberte Hermannstadt, schlug Bem 31. Juli bei Schäßburg und zwang in Dewa und Szibî die Insurgenten zur Kapitulation. Im Juli 1853 rückte er in die Moldau ein. Am 24. März 1854 überschritt er die Donau und langte 16. Mai vor Silistria an, mußte aber wegen Krankheit die Armee verlassen. Im Januar 1856 erhielt er den Oberbefehl in der Krim. Hier schloß er den Waffenstillstand mit den Alliierten, ging dann, von Erblindung bedroht, auf Reisen. 1861 wurde er Statthalter von Polen, aber wegen zu großer Strenge abberufen nach Erhebung in den Grafenstand. Vor seiner Abreise wurde er bei einem Attentat 17. Juni 1862 verwundet. Zuletzt lebte er teils in Odessa, teils auf seinen Gütern in Podolien.
   2) Karl, verdienter Leiter und Förderer des gewerblichen und namentlich kunstgewerblichen Unterrichtswesens in Preußen, geb. 17. Mai 1834 in Glückstadt (Holstein), studierte in Kiel und Leipzig die Rechte, arbeitete seit 1857 als Auskultant in der königlichen Administratur zu Ranzau, seit 1858 in der Regierung und im Konsistorium zu Ratzeburg. 1863 trat er bei der holsteinischen Regierung in Kopenhagen ein, der er bald nach Plön folgte, wurde 1867 Bürgermeister zu Hadersleben, 1870 freiwilliger Abteilungsvorstand der Provinzialintendantur des 9. Armeekorps in Altona, 1871 Gewerbedezernent in der preußischen Regierung zu Schleswig, 1873 Hilfsarbeiter, 1875 vortragender Rat im Ministerium für Handel, Gewerbe etc. zu Berlin. Mit diesem ging er 1879 in das Kultusministerium über und 1885 von da in das Handelsministerium zurück, dem er bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand (1899) angehörte. L. besuchte in amtlicher Eigenschaft zahlreiche gewerbliche Ausstellungen in und außer Deutschland und machte sich verdient um deren deutsche und preußische Sektionen. Auch das Berliner Kunstgewerbemuseum erfreute sich seiner besondern Fürsorge. Er veröffentlichte: »Denkschriften über die Entwickelung der gewerblichen Fachschulen und der Fortbildungsschulen in Preußen 18791890« (Berl. 1891) und desgleichen für 1891 bis 1895 (das. 1896, mit O. Simon).

[Bd. 6, Sp. 772]


 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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