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Lucera bis Luchs (Bd. 6, Sp. 766)
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Artikelverweis Lucera (spr. -tschēra), Stadt in der ital. Provinz und dem Kreise Foggia, 250 m ü. M., am rechten Ufer des Salsola und an der Eisenbahn Foggia-L., Bischofssitz, hat eine gotische Kathedrale (von 1302), Reste eines von Friedrich II. erbauten, von Karl I. von Anjou umgebauten Kastells, ein Tribunal, ein Lyzeum, eine Technische Schule, Tonwarenfabrikation, Handel und (1901) 15,563 Einw. Es ist das alte Luceria, das im zweiten Samniterkriege Gegenstand mehrfacher Kämpfe war. Später römische Kolonie, dann im Besitz der Goten und Langobarden, wurde es 663 von Constans II. eingenommen und zerstört. Kaiser Friedrich II., der 1250 in dem nahegelegenen Castel Fiorentino starb, bevölkerte L. mit Sarazenen aus Sizilien, die in der Folge von den rechtgläubigen Königen (besonders Karl II.) ausgerottet wurden.
 
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Lucěres, eine der drei alten patrizischen Tribus in Rom (s. Tribus).
 
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Lucerna (lat.), die Öllampe der alten Romer; vgl. Lampen, S. 881.
 
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Lucernarĭa, Gattung festsitzender Meyers Medusen (s. d.).
 
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Lucetĭus, Beiname des Jupiter (s. d., S. 379).
 
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Lūch, soviel wie Meyers Bruch (s. d., S. 471).
 
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Luch, Stadt im russ. Gouv. Kostroma, Kreis Jurjewez, am 210 km langen Fluß L. (Nebenfluß der Kljäsma), mit 4 Kirchen, einer Stadtbank, bedeutendem Gemüsebau und (1897) 1937 Einw.
 
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Luchaire (spr. lüschǟr'), Achille, franz. Geschichtsforscher und Philolog, geb. 24. Okt. 1846 in Paris, war zuerst Professor an der Faculté des lettres in Bordeaux, wurde 1885 zum Professor der historischen Hilfswissenschaften in Paris ernannt und 1899 Mitglied des Instituts. Außer Untersuchungen über die baskische Sprache (»Noms de lieux du pays basque«, 1872; »De lingua aquitanica«, 1877; »Les origines linguistiques de l'Aquitaine«, 1877) hat er ein umfassendes Werk über die gascognischen Mundarten (»Études sur les idiomes pyrénéens de la région française«, 1879) veröffentlicht, das von der Akademie mit dem großen Gobertschen Preis gekrönt wurde. Von hoher Bedeutung sind seine geschichtlichen Werke: »Alain le Grand, sire d'Albret. L'administration royale et la féodalité du Midi 14401522« (1877); »Histoire des institutions monarchiques de la France sous les premiers Capétiens 9871180« (1884, 2 Bde.; 2. Aufl. 1891, erhielt ebenfalls den Gobertschen Preis); »Etudes sur les actes de Louis VII« (1885); »Louis VI le Gros; annales de sa vie et de son règne« (1889); »Les communes françaises à l'époque des Capétiens directs« (1890); »Manuel des institutions françaises; période des Capétiens directs« (1892); »Études sur quelques manuscrits de Rome et de Paris« (1899); »L'université de Paris sous Philippe-Auguste« (1899); »Innocent III, Rome et l'Italie« (1904, 2. Aufl. 1905) u. »Innocent III. La croisade des Albigeois« (1905).
 
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Luchon (spr. lüschóng), Stadt, s. Bagnères-de-Luchon.
 
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Lüchow, Kreisstadt im preuß. Regbez. Lüneburg, im alten Wendland, an der Jeeze und der Staatsbahnlinie Salzwedel-L., hat eine evang. Kirche, Schloßruine, landwirtschaftliche Winterschule, Amtsgericht, Oberförsterei, Leinweberei, Molkerei, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Färberei, 2 Dampfmühlen, bedeutenden Schweinehandel und (1900) 2612 meist evang. Einwohner.
 
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Luchs (Lynx Js. Geoffr.), Untergattung der Raubtiergattung Katze (Felis L.), hochbeinige Tiere mit mäßig großem Kopf, Ohrpinseln, meist starkem Backenbart und kurzem, oft stummelhaftem Schwanz. Der Sumpfluchs (Stiefelluchs, F. Chaus Temm.), 7075 cm lang, mit 2025 cm langem Schwanz, verhältnismäßig kurzen Beinen und nur angedeuteten Ohrpinseln, ist bräunlich fahlgrau, dunkel gestreift, auf der Unterseite hell ockergelb; der Schwanz ist dunkel geringelt, mit schwarzer Spitze. Der L. bewohnt den größten Teil Afrikas, Süd- und Westasien, lebt in Ägypten besonders im Getreide, Ried und Rohricht, schleicht bei Tag und Nacht nach Beute umher und frißt namentlich Ratten, Mäuse, Hafen, Hühner, Tauben und kleinere Vögel. Er ist harmlos und wird sehr zahm. Die alten Ägypter balsamierten ihn ein. Er paart sich mit der Katze. Der Wüstenluchs (Karakal, F. Caracal Schreb.). 65 cm lang, mit 25 cm langem Schwanz, starken Ohrpinseln und ungeflecktem, fahlgelbem bis braunrotem, am Bauch und an der Kehle ins Weißliche ziehendem Pelz mit schwarzem Fleck auf der Oberlippe, bewohnt die Wüsten und Steppen Afrikas, Vorderasiens und Indiens, lebt von kleinern Säugetieren und von Vögeln und ist sehr bösartig. Gleich dem vorigen wurde er von den alten Ägyptern einbalsamiert, und in Asien scheint man ihn zur Jagd benutzt zu haven. Auf ihn beziehen sich die Fabeln der alten Schriftsteller über den L., und seine Scharfsichtigkeit gab Veranlassung zu dem Ausdruck Luchsaugen. Am Kap dient das Fell gegen Gicht. Der gemeine L. (Tierwolf, F. Lynx L., s. Tafel Meyers »Raubtiere VI«, Fig. 2) wird 11,3 m lang, 75 cm hoch, mit 1520 cm langem Schwanz, ist sehr gedrungen gebaut, hat mächtige Branken, lange, zugespitzte Ohren mit schwarzen, pinselförmigen Büscheln, steife, lange Schnurren auf der Oberlippe und zweispitzigen Bart. Er ist oben rötlichgrau, rotbraun oder graubraun gefleckt, an der Unterseite des Vorderhalses, den Lippen, Augenkreisen weiß, der Schwanz ist undeutlich geringelt mit schwarzer Spitze, doch ändert der Pelz in Färbung und Zeichnung bedeutend ab (Wolfluchs, Katzen- oder Silberluchs). Im Mittelalter fand er sich noch in Deutschland, doch wurden fast überall die letzten Luchse zu Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrh. getötet. In Deutsch-Österreich, Ostpreußen, auch wohl in Bayern und in der Schweiz kommt er noch bisweilen vor; in Rußland, Skandinavien und Ostsibirien ist er häufig. Er bewohnt dichte Wälder, schweist weit umher und wagt sich bis in die Nähe der Dörfer. Er springt und klettert vorzüglich, hat scharfes Gesicht und Gehör und beweist überall große List und Vorsicht. Die Stimme

[Bd. 6, Sp. 767]


ist laut, kreischend und brüllend; auch spinnt und schnurrt er katzenartig. Er jagt nachts besonders größere Vögel und Säugetiere bis zum Reh und Elch und mordet viel mehr, als er zur Nahrung braucht. Er meidet den Menschen; verwundet und in die Enge getrieben, greift er aber tapfer an. Die Luchskatze wirft zehn Wochen nach der Paarung 23 Junge in einem abgelegenen Versteck. Luchsfleisch gilt als schmackhaftes Wildbret, das Fell ist sehr geschätzt (s. Meyers Luchsfelle). In der deutschen Mythologie spielt der L. etwa dieselbe Rolle wie die Katze, und vielleicht sind die Tiere, die Freyjas Wagen ziehen, Luchse und nicht Katzen. In Südeuropa vertritt unsern L. der schwächere Pardelluchs (Felis pardina L.), mit rötlich braunfahlem, schwarz geflecktem und gestreiftem Pelz, und in Nordamerika, nördlich von den großen Seen, östlich bis zum Felsengebirge, lebt der Polarluchs (Fuchsluchs oder Pischu, F. canadensis Desm.); dieser ist bräunlich silbergrau, schwach gefleckt, an der Unterseite grau, lebt wie unser L., und sein Fleisch und Pelz werden wie vom letztern verwertet. Auch der nordamerikanische Rotluchs (F. rufa Güldst.) liefert Pelzwerk.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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