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Lubowski bis Lucānus cervus (Bd. 6, Sp. 762 bis 763)
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Artikelverweis Lubowski, Edward, poln. Dichter, geb. 1838 in Krakau und auf der dortigen Universität gebildet, seit 1865 in Warschau, veröffentlichte anfangs Romane, unter denen »Aktorka« (1869) und »Na pochylości« als die besten gelten, und übersetzte einige Dramen von Shakespeare. Seine ersten dramatischen Versuche blieben unbeachtet; erst das Sittenschauspiel »Nietoperze« (»Fledermäuse«, 1875) schlug durch. Auch die spätern Stücke Lubowskis, besonders »Przesądy« (1876), »Pogodzeni z losem« (1878), die Lustspiele: »Sąd honorowy« (»Das Ehrengericht«, 1880) und »Jacus« (1883), sind beliebte Repertoirestücke der polnischen Bühne. Alsdann veröffentlichte er: »Krok daléj« (»Ein Schritt weiter«, Roman, 1885), »Unmoralische Erzählungen« (1886) u. a.
 
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Lübtheen, Flecken im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, an der Staatsbahnlinie L.-Malliß, hat eine evang. Kirche, ein evang. Schullehrerseminar, Amtsgericht, ein großes Gipswerk, Steinsalzbergwerk und (1900) 2717 Einw.
 
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Lübz, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, an der Elde und der Staatsbahnlinie Ludwigslust-Neubrandenburg, hat 2 evang. Kirchen, eine landwirtschaftliche Winterschule, ein großherzogliches Amt, Amtsgericht, Forstinspektion, Zuckerfabrik, 2 landwirtschaftliche Maschinenfabriken, Elektrizitätswerk, 2 Dampfsägewerke, Bierbrauerei und (1900) 3149 meist evang. Einwohner.
 
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Luc., bei Tiernamen Abkürzung für Hippolyte Lucas, franz. Entomolog, Beamter am Musée d'histoire naturelle in Paris.
 
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Luc, Le (spr. lück), Stadt im franz. Depart. Var, Arrond. Draguignan, an der Mittelmeerbahn, hat Ruinen einer Kirche (13. und 14. Jahrh.), Minen silberhaltigen Bleies, Fabrikation von Kork, Hüten etc. und (1901) 2492 Einw.
 
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Lucac, 1) Johann Christian Gustav, Anthropolog, geb. 14. März 1814 in Marburg, gest. 4. Febr. 1885 in Frankfurt a. M., studierte in Marburg und Würzburg, wurde 1841 Dozent der Zoologie bei der Senckenbergschen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M. und 1851 Lehrer der Anatomie am medizinischen Institut daselbst. Er schrieb: »Zur Architektur des Menschenschädels« (Frankf. 1857); »Zur Morphologie der Rassenschädel« (das. 186164); »Die Hand und der Fuß« (das. 1865); »Zur Anatomie des weiblichen Torso« (Leipz. 1868); »Die Robbe und die Otter« (Frankf. 1875); »Das Skelett eines Mannes in statischen und mechanischen Verhältnissen« (mit Junker, das. 1876); »Die Statik und Mechanik der Quadrupeden« (das. 1883).
   2) Richard, Architekt, geb. 12. April 1829 in Berlin, gest. daselbst 26. Nov. 1877, besuchte die dortige Bauakademie, war als Bauführer unter Zwirner in Köln und dann in Berlin tätig und wurde 1859

[Bd. 6, Sp. 763]


königlicher Baumeister. 1859 trat er eine italienische Reise an, die er in Gemeinschaft mit Lübke bis Sizilien ausdehnte. 1862 wurde er als Lehrer an der Bauakademie angestellt, 1869 Baurat und 1872 Direktor der Bauakademie. Hatte er bis dahin meist nur kleinere Privatbauten ausgeführt, wie die Villa Henschel in Kassel, die Villa Lucius in Erfurt, das Haus des Malers v. Heyden in Berlin, das Erbbegräbnis des Konsuls Wagener daselbst u. a., so folgten seit dem Beginn der 1870er Jahre auch monumentale Aufträge: das neue Theater in Frankfurt a. M., das neue Palais Borsig, die Fassade am Neubau des Handelsministeriums u. a., sämtlich in Berlin. In allen seinen Arbeiten zeigt er sich als Schüler Schinkels; in der ersten Zeit setzte er ganz dessen Richtung fort, in seinen spätern Werken wandte er die Formen der Renaissance an, wußte aber bei allem Reichtum der Dekoration stets edle Einfachheit zu wahren. Als vortragender Rat in der Bauabteilung des Handelsministeriums leistete L. insbes. auch in den Fragen der Neuorganisation des bautechnischen Unterrichts Hervorragendes. Vgl. »Richard L., zum Gedächtnis« (Berl. 1877).
   3) August, Ohrenarzt, geb. 24. Aug. 1835 in Berlin, studierte seit 1855 in Berlin und Bonn, Würzburg, Prag, Wien, Paris und London und wandte sich der Ohrenheilkunde zu, machte in Paris bei dem Akustiker König seine ersten akustisch-physiologischen Arbeiten, arbeitete in London bei Toynbee, dann in Berlin im pathologisch-anatomischen Institut unter Virchow, habilitierte sich 1865 als Dozent an der Berliner Universität und ward 1871 zum außerordentlichen Professor ernannt. Nachdem er mehrere Jahre eine Privatpoliklinik für Ohrenkranke zu Unterrichtszwecken geleitet hatte, wurde 1874 ein derartiges Institut und 1881 eine stationäre Klinik für Ohrenkranke, die erste dieser Art in Deutschland, vom Staat in Berlin errichtet und L. zu deren Direktor ernannt. 1899 wurde er ordentlicher Honorarprofessor. L. arbeitete über Bau und Tätigkeit des Ohres und lieferte pathologisch-anatomische und klinische Untersuchungen über Ohrenleiden. Besonders erwähnenswert ist die von ihm angegebene mechanische Behandlung der Mittelohrsklerose mittels der federnden Drucksonde bei chronischer progressiver Schwerhörigkeit. Er schrieb: »Die Schalleitung durch die Kopfknochen und ihre Bedeutung für die Diagnostik der Ohrenkrankheiten« (Würzb. 1. 870); »Zur Entstehung und Behandlung der subjektiven Gehörsempfindungen« (Berl. 1884) u. a.
 
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Lucaescher Zeichenapparat, Apparat zur Aufnahme von Projektionszeichnungen von Gegenständen, besonders von Schädeln, besteht aus einem Zeichentisch mit verstellbarer Glasplatte und einem orthoskopischen Diopter (Orthoskop). Der Zeichentisch ist ein kubisches Gestell aus Holzstäben, in dessen Mitte der Schädel durch vier die Würfelkanten durchbohrende Eisenstäbe fixiert wird, und einer Glasplatte, die genau auf jede Seite des Würfels paßt. Das aus Messing angefertigte Orthoskop ist ein auf solidem Fuß senkrecht aufsteigender Ständer, der in zwei kurzen Armen oben eine enge Visieröffnung, unten ein Fadenkreuz trägt. Die durch die beiden letzten Punkte gelegte Linie steht senkrecht zu der Unterfläche des Orthoskopfußes, mithin steht die durch den Diopter bestimmte Sehrichtung stets senkrecht auf der Glastafel, auf der das Orthoskop über den zu zeichnenden Körper (Schädel) hinweggeführt wird. Unter stetem Nachfolgen des Auges über dem Orthoskop zieht man mit dem letztern alle zu zeichnenden Punkte und Linien des Objektes und markiert diese mittels eines besondern Zeichenstifts, auch wohl mittels Kopiertinte oder chinesischer Tusche auf der Glastafel. Eine Modifikation des Lucaeschen Zeichenapparats ist Spengels geometrischer Zeichenapparat.
 
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Lucanĭa, s. Lukanien.
 
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Lucānus, Marcus Annäus, röm. Dichter, 39 bis 65 n. Chr., aus Cordoba in Spanien, Neffe des Philosophen Seneca, kam jung nach Rom und genoß die Gunst des Kaisers Nero, bis diesen die Eifersucht auf sein Talent ihm entfremdete. Als Teilnehmer an der Verschwörung des Piso, suchte er Rettung durch feiges Angeben; dennoch zum Tode verurteilt, ließ er sich die Adern öffnen. Wir besitzen von L. ein unvollendetes Epos: »Pharsalia«, das in 10 Büchern den Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejus historisch genau, aber mit entschiedener Parteinahme für letztern schildert. Die Behandlung ist weniger poetisch als rhetorisch, zeugt aber von Talent. Ausgaben von Weber (Leipz. 182131, 3 Bde.), Hosius (das. 1892) und Franken (Leid. 189697, 2 Bde.); Übersetzung von Krais (Stuttg. 1863). Vgl. Genthe, De Lucani vita et scriptis (Berl. 1859); Schaubach, Lucans Pharsalia und ihr Verhältnis zur Geschichte (Meining. 1869).
 
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Lucanus, Friedrich Karl Hermann von, preuß. Staatsbeamter, geb. 24. Mai 1831 in Halberstadt, trat 1854 als Auskultator in den Justizdienst, arbeitete in Halberstadt und Frankfurt a. O., ward 1859 Hilfsarbeiter im Kultusministerium, 1866 Regierungsrat, 1871 vortragender Rat, 1878 Ministerialdirektor und 1881 Unterstaatssekretär in diesem Ministerium. Seit 1888 wirkt L. als Geheimer Kabinettsrat und Chef des Zivilkabinetts Kaiser Wilhelms II. Die Göttinger juristische und die Hallesche medizinische Fakultät ernannten ihn 1884 zum Ehrendoktor. Seit 1886 Wirklicher Geheimer Rat, erhielt L. 1888 den erblichen Adel und 1897 den Orden vom Schwarzen Adler.
 
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Lucānus cervus, der Hirschkäfer.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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