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Lübeck bis Lübke (Bd. 6, Sp. 759 bis 760)
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Artikelverweis Lübeck, zum Großherzogtum Oldenburg gehöriges Fürstentum (s. Karte »Oldenburg«), an der Ostsee (Lübecker Bucht) zwischen holsteinischem und lübeckischem Gebiet gelegen, 541 qkm (9,83 QM.) groß mit (1900) 34,340 Einw., davon 392 Katholiken und 15 Juden, bildet eine wellenförmige, größtenteils fruchtbare, von Wäldern, Seen und anmutigen Hügel ketten durchzogene Ebene. Die Bevölkerung ist niedersächsischen Stammes und fast ausschließlich evangelisch. Das Fürstentum, von der Ostholsteinischen und der Eutin-Lübecker Bahn durchschnitten, zerfällt in die Stadtgemeinde Eutin und die Ämter Eutin und Schwartau. Hauptstadt und Sitz der Regierung ist Eutin, woselbst sich auch der Provinzialrat von elf Mitgliedern versammelt. Das Land gehörte ursprünglich zum Gebiete des Hochstifts Lübeck (vgl. Lübeck [Stadt], S. 758,2. Spalte). König Otto I. gründete 948 in der Stadt Aldenburg (Oldenburg) in

[Bd. 6, Sp. 760]


Wagrien (dem östlichen Holstein) ein Bistum, das dem Erzstift Bremen unterstellt ward. Adalbert von Bremen trennte 1052 die beiden Bistümer Meyers Ratzeburg (s. d.) und Mecklenburg (-Schwerin) ab. Der heil. Vicelin, der Apostel der Wagrier und Obotriten, war hier Bischof 114954. Im J. 1163 verlegte Heinrich der Löwe den Sitz des Bistums nach Lübeck, die Residenz des Bischofs aber war Eutin. Nach Heinrichs Ächtung wurde das Bistum reichsunmittelbar, und unter Bischof Heinrich III. drang 1530 die Reformation in Lübeck ein. Nach seinem Tode (1535) wurde Detlev v. Reventlow erster evangelischer Bischof, 1586 aber wählte das Domkapitel den Herzog Johann Adolf von Holstein-Gottorp, und weil dieses Haus die Säkularisierung des Hochstifts im Westfälischen Frieden verhinderte, so wählte das Kapitel fortan stets Bischöfe aus dem Hause Holstein-Gottorp. Als 1802 durch den Hauptdeputationsrezeß das Bistum und Domkapitel aufgehoben wurden, erhielt der Herzog von Oldenburg die genannten Besitzungen zur Entschädigung für die Aufhebung des Elsflether Weserzolles als weltliches Fürstentum, wobei jedoch der Stadt Lübeck die Domgebäude u. einige Kapitelsdörfer zufielen. Nachdem Oldenburg 1842 das holsteinische Kirchspiel Gleschendorf gegen das Kirchspiel Ratekau durch Vertrag mit Dänemark eingetauscht hatte, erwarb es 1867 das holsteinische Amt Ahrensböck von Preußen. Das Wappen ist ein goldenes, schwebendes, mit einer silbernen, goldverzierten Bischofsmütze bedecktes Kreuz im blauen Feld. Vgl. Laspeyres, Die Bekehrung Nordalbingiens und die Gründung des Wagrischen Bistums Aldenburg-Lübeck (Brem. 1864); »Codex diplomaticus Lubecensis«, 2. Abt. (Oldenb. 1856); Alberts, Das Fürstentum L., Heimatskunde (Eutin 1883); Kollmann, Statistische Beschreibung der Gemeinden des Fürstentums L. (Oldenb. 1901); Illigens, Geschichte der lübeckischen Kirche von 15301896, d. i. des ehemaligen katholischen Bistums etc. (Paderb. 1896); Schreiber, Die Reformation Lübecks (Halle 1902).
 
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Lübeckern, s. Meyers Kegelspiel.
 
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Lüben (L. in Schlesien), Kreisstadt im preuß. Regbez. Liegnitz, an der Staatsbahnlinie Ziegenhals-Randten, 128 m ü. M., hat. eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Schloß, Denkmäler Kaiser Wilhelms I. und Bismarcks, Amtsgericht, Provinzial-Irrenanstalt, Zuckerfabrik, Klaviaturen- und Sattelfabriken, Molkerei, 3 Dampfsägemühlen, Dampfziegelei und (1900) mit der Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 4) 6112 meist evang. Einwohner.
 
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Lüben, 1) August, Volksschulpädagog, geb. 28. Jan. 1804 in Golzow bei Küstrin, gest. 27. Okt. 1873 in Bremen, wurde 1822 Hilfslehrer am Seminar in Weißenfels unter Harnisch, 1825 Lehrer zu Alsleben an der Saale, 1829 Lehrer, später Oberlehrer und Leiter der Bürgerschule zu Aschersleben, 1850 Rektor der Bürgerschule zu Merseburg und 1858 Seminardirektor in Bremen. Unter seinen zahlreichen methodisch-pädagogischen Schriften hat besonders die »Anweisung zu einem methodischen Unterricht in der Pflanzenkunde« (Halle 1832, 6. Aufl. 1879), der 1836 eine gleiche für den »Unterricht in der Tierkunde und Anthropologie« (4. Aufl., Leipz. 1879) folgte, epochemachend gewirkt, indem sie den Unterricht statt von systematischer Übersicht von der Anschauung charakteristischer Typen jeder Art, Gattung etc. ausgehen läßt. Außerdem sind hervorzuheben: »Einführung in die deutsche Literatur« (10. Aufl. von Huth, Leipz. 18921396, 3 Tle., mit Nacke, mit dem er auch das weitverbreitete »Lesebuch für Bürgerschulen« herausgab); dazu als Beispielsammlung: »Auswahl charakteristischer Dichtungen und Prosastücke zur Einführung in die deutsche Literatur« (7. Aufl. von Huth, das. 1897, 3 Tle.); »Die Hauptformen der äußern Pflanzenorgane« (das. 1846, 2. Aufl. 1871) sowie die von L. herausgegebenen Zeitschriften: »Pädagogischer Jahresbericht« (seit 1857) und »Der praktische Schulmann« (seit 1871). Vgl. »A. L., sein Leben und seine Schriften, von ihm selbst beschrieben« (Leipz. 1873).
   2) Adolf, Maler, geb. 1. Sept. (20. Aug.) 1837 in Petersburg, bildete sich seit 1853 in Berlin, seit 1860 in Antwerpen, trat dann zur Landwirtschaft über, gab sie aber bald wieder auf und übte in Berlin selbständig seine Kunst aus. 1876 siedelte er nach München über. Seine Hauptwerke sind: verunglückte Medizin (sechsmal wiederholt, 1872), Entwischt (1872), Schützenzug (1876), Aschermittwoch (1876), Versteigerung, Schnaderhüpfel (1879), Wilderer (1883), der Gang zum Kranken (1886), Taufschmaus (1888), auf dem Friedhofe (1891), Aussegnung einer Kinderleiche, Erwartung, nach der Arbeit, in der Sommerfrische, Taubenfütterung (1901) und musikalische Versuche (1903). Die Behandlung humoristischer Stoffe gelingt ihm am besten.
 
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Lubentīna (Lubentia), Göttin, s. Libitina.
 
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Luberon (spr. lüb'róng, Léberon), Gebirgszug der westlichen Kalkalpen im franz. Depart. Vaucluse, zieht sich zwischen den Tälern der Durance und des Coulon von O. nach W. hin und erhebt sich bis zu 1125 m.
 
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Lubilasch, linker Nebenfluß des Kongo, s. Meyers Lomami.
 
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Lübisch (Lübisch-Kurant), die früher in Lübeck und Hamburg übliche Kurantwährung, nach der bis 1797 Silbermünzen von 33/4, 3, 2 und 1 Mark, 8, 4 und 2 Schilling geprägt wurden, 34 Mark aus der hamburgischen Kölner Mark sein, die Kurantmark mit 6,873 g Silber. Das Gesetz vom 16. Dez. 1856 setzte den Wert der Kurantmark wegen Abschleifens auf 1/3 Kölner Mark = 1,2 Mk. Reichswährung herab.
 
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Lübische Bucht (Lübecker Bucht), ein an der deutschen Ostseeküste zwischen der Halbinsel Darß und der Insel Fehmarn weit in das Land einschneidender Busen, der in seinem Hintergrund wieder durch die Halbinsel Klützer Ort in den Busen von Wismar und das Lübische Fahrwasser geteilt wird. Zur Seite des letztern erstreckt sich an der holsteinischen Küste die Neustädter Bucht. Der ganze Busen ist nicht tief (vor der Mündung der Trave 812 m).
 
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Lübisches Recht, eins der ältesten und wichtigsten deutschen Stadtrechte des Mittelalters, das vorzugsweise in den Küstenländern der Ostsee, Mecklenburg, Pommern, Esthland, Livland, Holstein, Schleswig verbreitet war. Es beruht auf dem Rechte der Stadt Soest, mit dem Herzog Heinrich der Löwe 1170 die neu erworbene Stadt Lübeck bewidmete. Dazu kam 1270 die justicia Lubicensis und auch seit Anfang des 13. Jahrh. deutsche Abfassungen. Über die Fortbildung des Lübischen Rechts durch die Judikatur des Oberhofs vgl. Michelsen, Der ehemalige Oberhof zu Lübeck (Altona 1839). Die letzte amtlich publizierte Revision des Stadtrechts stammt von 1586. Vgl. Hach, Das alte lübische Recht (Lübeck 1839); Frensdorff, Das lübische Recht nach seinen ältesten Formen (Leipz. 1872) und in den »Hansischen Geschichtsblättern« 1872, 1874, 1879, 1883.
 
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Lübke, Wilhelm, Kunsthistoriker, geb. 17. Jan. 1826 in Dortmund, gest. 5. April 1893 in Karlsruhe, studierte in Bonn und Berlin Philologie, widmete sich jedoch später der Kunstgeschichte, ward 1857 Lehrer

[Bd. 6, Sp. 761]


der Architekturgeschichte an der Bauakademie in Berlin, 1861 Professor am Polytechnikum in Zürich, folgte 1866 einem Ruf als Professor der Kunstgeschichte an das Polytechnikum und die Kunstschule in Stuttgart und 1885 einem Ruf an die gleichen Anstalten in Karlsruhe, wo ihm später auch die Generaldirektion der großherzoglichen Kunstsammlungen übertragen wurde. 1895 wurde ihm daselbst ein Standbild (von Weltring) errichtet. Unter seinen für die kunstgeschichtliche Darstellung grundlegenden Schriften sind hervorzuheben: »Die mittelalterliche Kunst in Westfalen« (Leipz. 1853); »Der Totentanz in der Marienkirche zu Berlin« (Berl. 1861); »Grundriß der Kunstgeschichte« (Stuttg. 1860; 12. Aufl., Bd. 14 von Semrau, Bd. 5 von Haack; das. 18991905); »Vorschule zur Geschichte der Kirchenbaukunst des Mittelalters« (Dortm. 1852; 6. Aufl. 1873 u. d. T.: »Vorschule zum Studium der kirchlichen Kunst des deutschen Mittelalters«); »Geschichte der Architektur« (Leipz. 1855; 6. Aufl. 1884, 2 Bde.); »Geschichte der Plastik« (das. 1863, 3. Aufl. 1880); »Über die alten Glasgemälde der Schweiz« (Zürich 1866); »Kunsthistorische Studien« (Stuttg. 1869); »Abriß der Geschichte der Baustile« (Leipz. 1861, 4. Aufl. 1878); »Geschichte der Renaissance in Frankreich« (Stuttg. 1868, 2. Aufl. 1885); »Geschichte der Renaissance in Deutschland« (das. 1873; 2. Aufl. 1882, 2 Bde.); »Geschichte der italienischen Malerei vom 4. bis ins 16. Jahrhundert« (das. 187879, 2 Bde.); »Rafaels Leben und Werke« (Text zu Gutbiers Rafaelwerk; auch besonders, Dresd. 1882); »Bunte Blätter aus Schwaben« (Stuttg. 1885); »Kunstwerke und Künstler« (vermischte Aufsätze, Bresl. 1886); »Geschichte der deutschen Kunst« (Stuttg. 1888); »Altes und Neues. Studien und Kritiken« (Bresl. 1891); »Lebenserinnerungen« (Berl. 1891). Auch gab er »Peter Vischers Werke« (Nürnb. 1878, 48 Tafeln mit Text), »Dürers Kupferstiche in Faksimiles« (das. 1882, 104 Tafeln) und mit Lützow den Bilderatlas »Denkmäler der Kunst« (8. Aufl., Stuttg. 1897) heraus. Nach seinem Tod erschien: »Briefe von Wilhelm L. an H. Kestner aus den Jahren 18461859« (Karlsr. 1895).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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