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Löwengroschen bis Löwentaler (Bd. 6, Sp. 750 bis 752)
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Artikelverweis Löwengroschen, von den Markgrafen von Meißen vom Anfang des 14. bis zum Anfang des 16. Jahrh. massenhaft geprägte Groschen, die auf der einen Seite anfangs einen freistehenden, später einen im Schilde stehenden Löwen zeigten, an Gehalt einbüßten und nach den Bildern den Namen wechselten.
 
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Löwenhaupt, schwedisches Adelsgeschlecht, s. Meyers Lewenhaupt.
 
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Löwenklau, soviel wie Bärenklau, s. Meyers Acanthus.

[Bd. 6, Sp. 751]



 
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Löwenmaul, Pflanzengattung, s. Antirrhinum; gelbes L., soviel wie Linaria vulgaris.
 
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Löwenorden, 1) Badischer, s. Meyers Zähringer Löwenorden. 2) Belgischer L., s. unten 6) und 7). 3) Braunschweigischer L., s. Meyers Heinrichs des Löwen Orden. 4) Kurfürstlich hessischer L., Zivil- und Militärverdienstorden, gestiftet 14. Aug. 1770 vom Landgrafen Friedrich II. mit einer Klasse und 41 Rittern; 1818 erweitert zu vier Klassen, mit neuem Statut von 1851 und 1876 unter die »großherzoglich hessischen Orden« als »Hausorden vom goldenen Löwen« aufgenommen. Der Orden hat jetzt wieder eine Klasse und ist für die volljährigen Mitglieder des Gesamthauses Hessen bestimmt. Die Dekoration besteht in einem ovalen goldenen Ring, in dessen Mitte der goldene Löwe steht, umgeben von der Devise: »Virtute et fidelitate« (»Für Tapferkeit und Treue«); die Rückseite zeigt die Worte: »Fridericus II Dei gratia Hassiae Landgravius instituit 1770«; dazu kommt ein achtstrahliger Silberstern mit blauem Medaillon, das den hessischen Löwen und den Wahlspruch enthält. Das Band ist karmesinrot. 5) Nassauischer und königlich niederländischer Hausorden vom goldenen Löwen, 29. Jan., resp. 16. März 1858 gemeinschaftlich vom Herzog Adolf von Nassau und König Wilhelm III. der Niederlande gestiftet und nur aus einer Klasse bestehend, ward gemeinschaftlich oder einzeln von den Chefs der beiden Häuser verliehen. Der Orden bekam später fünf Klassen. Die Dekoration ist ein weiß emailliertes Kreuz mit vier goldenen N zwischen den Flügeln. Der blaue Mittelschild zeigt im Avers den Löwen, auf dem Revers die Devise: »Je maintiendrai« (»Ich werde aufrecht erhalten«). Der achtstrahlige silberne Stern der Großkreuze, ebenso der vierstrahlige der zweiten Klasse hat den gleichen Mittelschild; die Ritter dritter Klasse tragen den Orden am Band mit Rosette, die vierte und fünfte Klasse ohne Rosette, je kleiner. Das Band ist orange mit blauen Randstreifen. Seit Antritt der Regierung des Herzogs Adolf von Luxemburg ist der Orden nur Hausorden in einer Klasse und hat für die Niederlande aufgehört. 6) Niederländischer L. (s. Tafel Meyers »Orden II«, Fig. 13), gestiftet vom König Wilhelm I. 29. Sept. 1815 als Zivilverdienstorden, hat drei Klassen: Großkreuze, Kommandeure und Ritter, dazu Brüder (für Proben von Humanität). Die Dekoration besteht in einem weist emaillierten Kreuz mit vier goldenen W zwischen den Armen und im Avers des blauen Mittelschildes mit dem Wahlspruch: »Virtus nobilitat« (»Tugend adelt«); auf dem Revers der goldene Löwe. Das Band des Ordens ist blau mit Orangestreifen. Die Großkreuze tragen außer dem Kreuz einen goldenen Stern, auf dem das Ordenszeichen liegt, die Kommandeure die Dekoration um den Hals und auf der Brust ein goldenes Kreuz mit Krone, die Ritter das Kreuz im Knopfloch, die Brüder eine silberne Medaille. Diese erhalten eine Pension von 200 Gulden. 7) Königlicher Orden des Löwen, gestiftet von Leopold von Belgien als Souverän des Kongostaates 9. April 1891 für Verdienst um die afrikanische Gesittung. Der Orden hat sechs Klassen: Großkreuze, Großoffiziere, Kommandeure, Offiziere, Ritter und Inhaber der Medaille. Die Dekoration ist ein blau emailliertes Tatzenkreuz mit zwei verschlungenen C in den Winkeln: im blauen Aversschild ein goldener Löwe mit der Devise: »Travail et progrès« (»Arbeit und Fortschritt«), im roten Stern die gekrönten Buchstaben L S (Leopold Souverain). Die Großkreuze tragen dazu einen silbernen Stern. Das Band ist amarantrot, blau eingefaßt, in der Mitte blaßgelb und bei den vier ersten Klassen mit einer Rosette. Die Medaille hat drei Grade: Gold, Silber und Bronze.
 
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Löwenritter, s. Meyers Löwenbund.
 
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Löwenstein (magyar. Oroszlánkö), Berg in den westlichen Karpathen, s. Meyers Illava.
 
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Löwenstein, Grafschaft des ehemaligen schwäb. Kreises, jetzt zu den Oberämtern Backnang und Weinsberg im württembergischen Neckarkreis gehörig, 140 qkm (2,5 QM.) groß. Die Grafschaft gehörte bis 1277 einem Zweige der Grafen von Kalw und kam durch Kauf 1281 an Rudolf von Habsburg, der sie 1282 seinem natürlichen Sohn Albrecht übertrug. Der letzte von dessen Nachkommen, Heinrich, verkaufte 1441 die Grafschaft an den Kurfürsten Friedrich I. (s. Meyers Friedrich 51) von der Pfalz, der sie seinem Sohn Ludwig überließ, den Kaiser Maximilian 1. 1494 in den Reichsgrafenstand erhob. Ludwigs Enkel Ludwig III. brachte durch Heirat die Grafschaften Wertheim, Rochefort und Montaigne sowie die Herrschaften Breuberg, Herbemont und Chassepierre an sein Haus und nannte sich um 1600 Graf von L.-Wertheim. Seine Söhne Christian Ludwig und Johann Dietrich gründeten die beiden noch blühenden Linien: L.-Wertheim-Virneburg (seit 1803: L.-Wertheim-Freudenberg) oder die evangelische (ältere) Linie und L.-Wertheim-Rochefort (seit 1803: L.-Wertheim-Rosenberg) oder die katholische (jüngere) Linie. Die letztere wurde 1711 reichsfürstlich und erhielt 1713 Sitz und Stimme auf der Reichsfürstenbank; die erstere wurde 1812 vom König von Bayern gefürstet. In der Napoleonischen Zeit wurden beide Linien mediatisiert; ihre Besitzungen liegen auf bayrischem, württembergischem, badischem und hessischem Gebiet. Die Grafschaften L. und Wertheim und die Herrschaft Triefenstein sind gemeinschaftlich, die Herrschaft Limpurg-Sontheim-Michelbach, die Grafschaft Umpfenbach und die böhmischen Güter Patzau und Lukawetz gehören der Freudenbergischen, die Herrschaften Heubach, Rothenfels, Neustadt, Rosenberg, Habizheim und Nauseß der Rosenbergischen Linie. Vgl. Klüber, Die eheliche Abstammung des fürstlichen Hauses L.-Wertheim vor dem Kurfürsten Friedrich dem Siegreichen von der Pfalz und dessen Nachfolgerecht in den Stammländern des Hauses Wittelsbach (Frankf. 1837). Haupt der erstern Linie, mit der Residenz Wertheim, ist Fürst Ernst, geb. 25. Sept. 1854, seit 1905 Präsident der bayrischen Reichsratskammer. Haupt der jüngern, mit der Residenz Kleinheubach, ist Fürst Karl, geb. 21. Mai 1834, der Schwager des Dom Miguel von Portugal (gest. 1866) und Oheim des Prinzen Alfonso, Bruders des spanischen Prätendenten Don Karlos, der Führer der ultramontanen Aristokratie Deutschlands, 187172 auch Zentrumsmitglied des Reichstags.
 
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Löwenstein, Stadt im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Weinsberg, 384 m ü. M., Hauptort der gleichnamigen Grafschaft, hat eine evang. Kirche, ein Schloß, eine alte Burg, von der sich Mauern mit Türmen als Ringmauer um die Stadt ziehen, mehrere sehr alte Häuser, darunter das 800 Jahre alte sogen. Freihaus, Forstamt, Weinbau, eine bitter- und glaubersalzhaltige Quelle (Theußerbad) und (1900) 778 (als Gemeinde 1527) evang. Einwohner. In L. befindet sich das Grab der Seherin von Prevorst. Unmittelbar südlich dabei die Löwensteiner Berge,

[Bd. 6, Sp. 752]


bis 595 m hoch. L. ist 1123 von den Grafen von Kalw gegründet und gehörte 12811464 zu Österreich. 1634 wurde die Burg von den Kaiserlichen zerstört. Vgl. Rommel, Grundzüge einer Chronik der Stadt L. (Löwenstein 1893).
 
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Löwenstein, Rudolf, Schriftsteller, geb. 20. Febr. 1819 in Breslau, gest. 5. Jan. 1891 in Berlin, studierte in seiner Vaterstadt und seit 1841 in Berlin Philologie und machte sich zuerst als Dichter durch einen Band trefflicher Kinderlieder: »Der Kindergarten« (Berl. 1864; 5. verbesserte Auflage, Hamb. 1896), bekannt. Zugleich beschäftigte er sich mit Mnemotechnik und war teils als Lehrer, teils als Journalist tätig. 1848 redigierte er eine demokratische »Bürger- und Bauernzeitung«. Noch in demselben Jahre trat er in die Redaktion des neubegründeten »Kladderadatsch« ein, für den er fortan unausgesetzt tätig war. Seit 1863 war er auch viele Jahre hindurch Verfasser der politischen Rundschau in der »Gerichtszeitung«. Noch veröffentlichte er den Gedichtzyklus: »Ehret die Frauen« (mit Bildern von E. Schulz, Berl. 1873) und »Aus bewegten Zeiten«, politische Gedichte (mit einem Vorwort von Albert Träger, Berl. 1890) sowie als neue Folge des »Kindergartens« die »Kindergedanken« (das. 1886). Viele von seinen Kindergedichten und auch andre, darunter das »Chassepotlied« (1870), sind populär geworden.
 
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Löwentaler, ehemalige niederländ. Silbermünze für den Handel mit der Levante, zu 42 Stüber Kurant, auch halb. Ein geharnischter Mann in ganzer oder halber Figur hält den Wappenschild mit dem gekrönten Löwen vor sich; Rückseite mit aufrechtem Löwen im gekrönten Schilde. Vgl. Lion d'argent.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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