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Louvet de Couvray bis Loveling (Bd. 6, Sp. 743 bis 744)
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Artikelverweis Louvet de Couvray (spr. luwä d'kuwrä), Jean Baptiste, franz. Schriftsteller und Revolutionsmann, geb. 11. Juni 1760 in Paris, gest. daselbst 25. Aug. 1797, machte sich durch den schlüpfrigen Roman »Les aventures du chevalier Faublas« (Par. 178790 u. ö.; 1894, 5 Bde.; deutsch von Wieland, mit Vorrede von Kotzebue, Leipz. 180510, 2 Bde.) bekannt, wurde nach Beginn der Revolution in den Jakobinerklub aufgenommen, zeichnete sich im Konvent als Redner aus und wagte es, 29. Okt. 1792 Robespierre des Strebens nach der Diktatur förmlich anzuklagen. Mit den Girondisten 2. Juni 1793 geächtet, entfloh L. und kehrte erst nach Robespierres Sturz (im März 1795) in den Konvent zurück. Eine Schilderung dieses Zeitraums seines Lebens enthalten »Quelques notices pour l'histoire« (1795), auch in seinen »Mémoires sur la Révolution française« (hrsg. von Aulard, Par. 1889, 2 Bde.) abgedruckt.
 
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Louvière, La (spr. luwjǟr'), Gemeinde im Arrond. Soignies der belg. Provinz Hennegau, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Manage-Mons und L.-Haine-St.-Pierre und der Nebenbahn Houdeng-Manage, hat eine Staatsmittelschule für Knaben und Mädchen, Industrieschule, ein bischöfliches Collège und (1902) 18,232 Einw., die sich mit Kohlenbergbau, der Fabrikation von Glas und Eisenbahnmaterial und besonders mit Fayenceindustrie beschäftigen.
 
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Louviers (spr. luwjë), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Eure, an der Eure, Knotenpunkt der Westbahn, hat eine schöne gotische Kirche Notre-Dame (aus dem 13.16. Jahrh.), ein neues Stadthaus, ein Handelsgericht, eine Bibliothek (14,000 Bände), ein Museum, eine Ackerbau- und eine Gewerbekammer, bedeutende Tuchfabrikation (insbes. Modestoffe und Flanell) nebst Schafwollspinnereien, Walkereien und Färbereien, ferner Maschinenfabriken, Eisengießereien, Gerbereien etc., lebhaften Handel und (1901) 9569 (als Gemeinde 10,219) Einw.
 
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Louvois (spr. lūwūa), François Michel Le Tellier, Marquis de, Kriegsminister Ludwigs XIV., geb. 18. Jan. 1641 in Paris, gest. 16. Juli 1691, Sohn Meyers Le Telliers (s. d.), wurde 1662 Gehilfe seines Vaters mit dem Titel eines Staatssekretärs und 1668 Kriegsminister. Indem er Ludwig XIV. schmeichelte und sich als seinen Schüler ausgab, gewann er seine Gunst und übte einen stets wachsenden Einfluß nicht nur auf die militärischen, sondern auch auf die politischen Angelegenheiten. Ein Mensch ohne Herz, ohne Gefühl, zynisch, aus innerer Neigung gewalttätig und brutal, hat er sich als Politiker viele Fehler und Verbrechen zu schulden kommen lassen; aber als Verwalter war er unvergleichlich, voll gesunden Urteils, nüchtern-praktischen Sinnes, energisch und gewandt und von ungeheurer Arbeitskraft. Die größten Verdienste hat er sich um die Reorganisation der französischen Armee erworben. Er hat die Werbung, Zusammensetzung, Ausrüstung und Verpflegung, die militärische Einübung des Heeres neu geordnet und ein Offizierkorps geschaffen, das er in strengster Unterordnung hielt, und in dem er durch Belohnung und Beförderung die Talente erweckte und großzog. Er brachte das stehende Heer auf eine Höhe von 300,000 Mann, für die er feste Magazine, Lazarette und das Invalidenhotel in Paris schuf. Ebenso führte er das Bajonett ein und brachte dadurch die Pike als militärische Waffe in Wegfall. In den zahlreichen Kriegen hat er nicht nur die Ergänzung und Verpflegung der Armeen durchgeführt, sondern auch die Kriegsoperationen ausgearbeitet und durch Korrespondenz mit den Heerführern oder auch persönlich in Begleitung des Königs geleitet. Gleich Ludwig XIV. die fremden Nationen verachtend und von der Macht wie dem Recht Frankreichs, sich auf deren Kosten zu vergrößern, durchdrungen, hat er die Eroberungslust des Königs durch seine Ratschläge gefördert und seine Politik mit in die Bahnen getrieben, auf denen sie endlich scheitern sollte. Die Réunionen, ebenso wie die Plünderung Hollands (167274) und der Pfalz (1689), betrieb er mit dem größten Eifer und der rohesten Gewaltsamkeit. Die Überrumpelung Straßburgs (30. Sept. 1681) setzte er selbst ins Werk. Seine Herrschsucht und Anmaßung erweckten ihm viele Feinde. Vgl. Rousset, Histoire de L. et de son administration politique et militaire (7. Aufl., Par. 1891, 4 Bde.); H. Prutz, L. und die Verwüstung der Pfalz (in der »Deutschen Zeitschrift für Geschichtswissenschaft«, 1890, Bd. 4, S. 239274); Chotard, Louis XIV, Louvois, Vauban et la fortification du nord de la France (Par. 1890).
 
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Louvre (spr. lūwr'), Palast in Paris, der seit 1793 zur Aufbewahrung von Kunst- und einigen wissenschaftlichen Sammlungen des Staates dient und jetzt auch Sitz des Finanzministeriums ist. Der jetzige Bau wurde auf der Stelle eines alten Schlosses (Louverie, Sammelplatz der Wolfsjäger) unter Franz I. um 1546 durch Pierre Meyers Lescot (s. d.) begonnen, der hauptsächlich den westlichen und südlichen Flügel ausführte. Unter Heinrich IV., für den Thibault und Louis Métezeau sowie Baptiste und Jacques du Cerceau tätig waren, wurde unter anderm die Apollogalerie erbaut, unter Ludwig XIII. der nördliche Teil des Westflügels mit dem Pavillon de l'Horloge von Lemercier (s. Tafel Meyers »Architektur XI«, Fig. 6). Unter Ludwig XIV. wurde die Ostfassade (um 1665) durch Claude Perrault ausgeführt (die sogen. Louvre-Kolonnade). Der Bau wurde erst unter Napoleon I. durch Percier und Fontaine fortgesetzt und der Plan gefaßt, L. und Tuilerien (s. d.) zu verbinden, was jedoch erst unter Napoleon III. durch Visconti und Lefuel von 185268 zur Ausführung gelangte. 1871 entging das L. mit Ausnahme der Bibliothek der Zerstörung durch die Kommunisten. An Kunst- und andern Sammlungen enthält das L. die Gemäldegalerie, das Renaissancemuseum, die Sammlung ägyptischer, assyrischer, phönikischer, persischer und griechischer Altertümer, die Handzeichnungen, die mittelalterlichen, Renaissance-

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und modernen Skulpturen, die Kupferstichsammlung, das Marinemuseum, das ethnographische und chinesische Museum. Im Florapavillon ist neuerdings ein Kunstgewerbemuseum angelegt worden. Weiteres über die Kunstschätze des L. s. Meyers Paris. Vgl. Babeau, Le L. et son histoire (Par. 1895); Guédy, Palais du L. (60 Tafeln, das. 1905).
 
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Louvrestil, dem Louvre in Paris entlehnte Bezeichnung für den Baustil der französischen Hochrenaissance (zweite Hälfte des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts).
 
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Louys (spr. luīß), Pierre, franz. Schriftsteller, geb. 10. Dez. 1870 in Paris, einer angesehenen bonapartistischen Familie entstammend, erwarb das doppelte Bakkalaureat, wandte sich aber dann ganz der Dichtung zu. Schon 1890 gründete er die literarische Zeitschrift »La Conque«, die ihn mit Leconte de Lisle, Heredia (seinem spätern Schwiegervater), Moréas u. a. in Verbindung setzte. Nach Übersetzungen der Gedichte des Meleagros und einiger Dialoge Lukians gab er als angebliche Übersetzung aus dem Griechischen »Les Chansons de Bilitis« (1894 u. öfter) heraus, durch die sich Gelehrte täuschen ließen, weil sich L. ganz in den Geist einer Hetäre von Lesbos aus Sapphos Zeit zu versetzen wußte. Außerordentlich war der Erfolg des antikisierenden Romans »Aphrodite« (1896, illustriert 1897 u. 1903), das Vorbild zahlloser Nachahmungen. Es folgten der spanische Roman »La femme et le pantin« (1898) und die gegen die modernen Sittlichkeitsbegriffe gerichtete Satire »Les aventures du roi Pausole« (1901) sowie die antiken Novellen »Sanguines« (1903). Vgl. Gaubert, Pierre L. (Par. 1904).
 
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Lova, in Griechenland der Aussatz.
 
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Lovanĭa, neulat. Name der Stadt Löwen.
 
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Lovelace (spr. löww'lĕß), nach Richardsons Roman »Clarissa Harlowe« Bezeichnung für einen durch seine Liebenswürdigkeit und Frivolität dem weiblichen Geschlecht gefährlichen Mann.
 
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Loveling, Virginie, fläm. Schriftstellerin, geb. 17. Mai 1836 in Nevele (Ostflandern), lebt gegenwärtig in Gent. Mit ihrer Schwester Rosalie (geb. 19. März 1834, gest. 4. Mai 1875) veröffentlichte sie die schlicht-schönen, zartsinnigen »Gedichten« (Groningen 1870), die volkstümlichen und doch psychologisch tiefen »Novellen« (Amsterd. 1874), »Nieuwe Novellen« (Gent 1876) und »Polydooren Theodoor« (das. 1882). Virginie L. allein schrieb, außer vielen Erzählungen für Kinder: »Drie Novellen« (Haarlem 1883), »Het hoofd van't huis« (Gent 1883), »Sophie« (Amsterd. 1885), »Een winter in het Zuiderland« (das. 1889), »Idonia« (Haarlem 1891), »Een dure eed« (Utrecht 1891, 8. Aufl. 1904) und »Mijnheer Connehaye« (Amsterd. 1895), die beiden letzten mit dem belgischen Staatspreis für Literatur gekrönt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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