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Luxor bis Luynes (Bd. 6, Sp. 886 bis 887)
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Artikelverweis Luxor, Seidenstoff mit 128160 Ketten- und 2628 doppelten Schußfäden auf 1 cm.
 
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Luxor, Ort in Ägypten, s. Meyers Luksor.
 
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Luxulliān (Luxulian), an Turmalin reiche, porphyrartig ausgebildete Granite von Luxulion bei Lostwithiel in Cornwall.
 
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Luxurĭa (lat., Frevelmut), im Strafrecht die bewußte Fahrlässigkeit. Bei ihr ist sich der Täter der Gefährlichkeit seiner Handlungsweise bewußt, hofft aber, daß infolge seiner Geschicklichkeit das schädigende Ereignis nicht eintreten werde.
 
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Luxurieren (neulat.), wuchern, zu üppig wachsen.
 
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Luxurĭös (franz.), Meyers Luxus (s. d.) zeigend oder liebend, üppig, überprächtig.
 
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Luxus (lat.), der Aufwand für den feinern Lebensgenuß, der über den durchschnittlich üblichen oder auch notwendigen Lebensbedarf hinausgeht. Da letzterer kein feststehender ist, so ist auch der Begriff L. ein durchaus relativer, und Roscher meint mit Recht, jeder einzelne, jeder Stand, jedes Volk und jedes Zeitalter nenne diejenige Konsumtion L., die ihm selbst als entbehrlich erscheine. Der L. an und für sich ist nicht unberechtigt. Er wirkt wohltätig, wenn er auf gefunden und geschmackvollen Lebensgenuß gerichtet ist, dem Sinne für Schönheit und Reinlichkeit wie einer echten Sittlichkeit dient und nachhaltig das Lebensglück erhöht, ohne daß andre dadurch geschädigt werden. Zu verwerfen ist nur der üppige, sinn- und geschmacklose L., der die Kostspieligkeit als Hauptsache ansieht und raffinierte, verweichlichende Genüsse Weniger durch das Elend Vieler erkaufen läßt. Je nach den allgemeinen Anschauungen über Sittlichkeit und der Kulturstufe, auf der ein Volk steht, tritt der

[Bd. 6, Sp. 887]


L. in verschiedenen Formen auf. Bei niederm Stand wirtschaftlicher Entwickelung ist der L. vorzugsweise Massenluxus, den größere Grundbesitzer durch großen Aufwand für Bediente und zeitweise durch kostspielige Feste treiben. Dieser Gestalt des L. begegnen wir auch heute noch in denjenigen Schichten des Volkes, die längere Zeit hindurch ihren Lebensunterhalt möglichst knapp bemessen, um dann gelegentlich sich gehörig austoben zu können. Die höhere Kultur bringt den L., der das Leben verschönert und mit größerer Behaglichkeit ausstattet, wegen seiner größern Reize einen wirksamen Sporn für sittliche, wirtschaftliche Betätigung bildet und auch mehr den untern Klassen des Volkes zugänglich wird. Man suchte in früherer Zeit den L. durch Luxusgesetze oder Aufwandgesetze (Luxusverbote) zu beschränken, so in Rom, als seine Herrschaft bei großer Einfachheit der Sitten noch keine große Ausdehnung angenommen hatte, ferner im Mittelalter bis zum 18. Jahrh. in Deutschland durch eine große Zahl von Reichspolizeiordnungen und partikularrechtliche Bestimmungen, in Frankreich, Schweden etc. Meistens sollte der Aufwand für Kleider, Gastmähler und Begräbnisse in Schranken gehalten werden, teils aus moralischen oder handelspolitischen Gründen, teils um die Verarmung zu hindern oder eine Abgrenzung der Stände voneinander äußerlich zu ermöglichen. Bei einigermaßen entwickeltem Verkehr werden solche Verbote unausführbar, weil die Beaufsichtigung viel zu lästig, kostspielig und dabei unzulänglich ist. Tüchtige Bildung und Gesittung, gehörige Pflege von Sparanstalten und eine solide Wirtschaftspolitik werden alsdann eine bessere nachhaltige Wirkung ausüben als Gesetze, die so leicht zur Umgehung anreizen. Ein L. freilich, der die öffentliche Sittlichkeit verletzt, ist zu verhindern. Vgl. Roscher, Ansichten der Volkswirtschaft (3. Aufl., Leipz. 1878, 2 Bde.); Herrmann, Die Launen der Pracht (in den »Miniaturbildern aus dem Gebiet der Wirtschaft«, neue Ausg., Halle 1876); Baudrillart, Histoire de luxe privé et public (Par. 187880, 4 Bde.); Laveleye, Le luxe (das. 1887; deutsch, Neuwied 1893); Kambli, Der L. nach seiner sittlichen und sozialen Bedeutung (Frauenfeld 1890); W. Bode, Über den L. (Leipz. 1904).
 
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Luxusexpreßzüge (Luxuszüge), s. Meyers Eisenbahnzüge.
 
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Luxussteuern, Steuern, die aus Anlaß des Gebrauchs und Verbrauchs von bestimmten Luxusgegenständen oder überhaupt vom Luxusaufwand erhoben werden. Die L. der modernen Finanzverwaltung sind zum Unterschied von ältern Abgaben, die durch ihre Höhe den Luxus zu mindern bestimmt und vielfach an die Stelle von Verboten getreten waren, lediglich Einnahmequellen, und zwar Meyers Aufwandsteuern (s. d.), die das im Luxusaufwand sich äußernde steuerkräftigere Einkommen treffen sollen. Sie sind eine einfache Konsequenz des Gedankens, das höhere Einkommen dadurch stärker zu belasten, daß bessere Qualitäten und wertvollere Güter auch hoher besteuert werden als die geringern. Allerdings ist der Begriff Luxus kein bestimmter, auch ist der Luxus nicht in jedem besondern Fall ein Maßstab der Leistungsfähigkeit, da der sparsame oder geizige Reiche wenig oder keinen Luxus treibt, während andre auch bei kleinerm Einkommen durch Stellung, Stand etc. zu Luxusausgaben gezwungen sein können. Doch trifft dieser Einwand auch viele andre Steuern, insbes. unter den Aufwandsteuern. Wichtiger ist, daß durch die L. nur wenig Gegenstände getroffen werden können. Eine umfassende direkte Besteuerung wäre ohne die unerträglichste Inquisition unmöglich. Sie muß sich deshalb immer nur auf wenige, äußerlich leicht in die Augen fallende Objekte beschränken. Auch auf indirekte Wege läßt sich der Luxus nur unvollkommen treffen, weil einer eingehenden Unterscheidung der Qualitäten und der Ausdehnung der Steuer auf zahlreiche Artikel zu große technische Schwierigkeiten, insbes. wachsende Erhebungskosten, im Wege stehen. Daher werden die L. immer verhältnismäßig wenig einträglich sein, und ihr Zweck muß mehr durch Einkommen-, Vermögens- und Verkehrssteuern, zu denen die L. nur ergänzend hinzutreten, erreicht werden. Die wichtigern L. im engern Sinn sind die folgenden: in England eine Dienstbotensteuer von Halten männlicher Dienstboten, eine Wappensteuer für das Recht, ein Wappen zu führen, eine Wagensteuer, eine sehr hohe Abgabe für Stempelung der Gold- und Silberwaren; in Frankreich eine Pferde- und Wagensteuer, die Fahrrad- und Automobilsteuer (s. Meyers Fahrradsteuer), die Steuer von Billards, die Steuer von geselligen Vereinigungen (Klubs) und die zugunsten der Armenpflege erhobene Abgabe von den Theatervorstellungen; in Deutschland, wo die L. wenig entwickelt sind, ist von den Reichssteuern nur die Spielkartensteuer (s. d.), die sich übrigens auch in den andern Ländern findet, und etwa noch die Schaumweinsteuer (s. Meyers Weinsteuer) hierher zu rechnen. Aus dem Landessteuerwesen gehören hierher die überall erhobenen Jagdschein gebühren, die Fahrradsteuer (Hessen), die Nachtigallensteuer (in Hessen Staatssteuer, in Preußen fakultative Gemeindesteuer, in Sachsen obligatorische Ortssteuer), dann die in verschiedenen Staaten meist als Gemeindeabgaben vorkommenden Steuern auf Café-Chantans, Tanzvergnügungen und sonstige Lustbarkeiten. Auch die Meyers Hundesteuer (s. d.) mag hierher gezählt werden. Vgl. Bilinski, Die Luxussteuer als Korrektiv der Einkommensteuer (Leipz. 1875); Mamroth, Die L. in Preußen von 18101814 (in Kosers »Forschungen zur brandenburgisch-preußischen Geschichte«, das. 1888) und Artikel »L.« im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 5 (2. Aufl., Jena 1900); Volksmann, Warum besteuern wir den Luxus nicht? (Magdeb. 1892); Courtray, Les impôts de luxe (Par. 1895); Graf, Das Problem der L. (Berl. 1905).
 
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Luynes (spr. lūīn'), Dorf im franz. Depart. Indre-et-Loire, Arrond. Tours, auf einem Hügel nahe dem rechten Ufer der Loire, mit malerischem Schloß aus dem 16. und 17. Jahrh., nebst einer Kapelle aus dem 15. Jahrh., Ruinen eines gallorömischen Aquädukts, Steinbrüchen und (1901) 962 (als Gemeinde 1846) Einw. L. hieß ursprünglich Maillé und erhielt seinen jetzigen Namen 1619 nach dem Herzog von L. (s. den folgenden Artikel 1).
 
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Luynes (spr. lüīn'), 1) Charles d'Albert, Herzog von, Günstling Ludwigs XIII. von Frankreich, geb. 5. Aug. 1578 in Pont-St.-Esprit (Gard) aus einer ursprünglich florentinischen Familie, gest. 14. Dez. 1621, kam früh als Page an den Hof Heinrichs IV. und erwarb sich hier die Gunst des Dauphins und nachherigen Königs Ludwig XIII. Durch seinen Einfluß auf den König veranlaßte er 1617 die Ermordung des Marquis d'Anere und wußte sich sodann dessen sehr bedeutendes Vermögen und seine Ämter anzueignen. 1619 ward er vom König zum Herzog und Pair von Frankreich erhoben, und 1621, während des von ihm betriebenen Feldzugs gegen die Protestanten, erhielt er das Schwert als Connétable

[Bd. 6, Sp. 888]


und kurze Zeit darauf das Kanzleramt. Er war vermählt mit Anna de Rohan, der spätern Herzogin von Chevreuse, einer ehrgeizigen, ränkesüchtigen Dame. Vgl. B. Zeller, Le Connétable de L. (Par. 1879). Einer seiner Nachkommen, Charles Philippe, Herzog von L., geb. 30. Juli 1695, gest. 2. Nov. 1758, heiratete 1732 in zweiter Ehe eine Marquise von Béthune, Ehrendame der Königin Maria Leszczynska, und war der letztern bis zu seinem Tode treu ergeben. Er hat über das Leben am Hof interessante, wenn auch parteiisch gefärbte Mitteilungen hinterlassen in seinen Memoiren (hrsg. von Dussieux und Soulié, 186065, 17 Bde.).
   2) Honoré Théodoric Paul Joseph d'Albert, Herzog von, Archäolog und Numismatiker, Nachkomme des vorigen, geb. 15. Dez. 1802 in Paris, gest. 14. Dez. 1867 in Rom, war viel auf Reisen, besonders in Italien und im Orient, oder lebte auf seinem Stammschloß Dampierre, überall ein Förderer der Künste, wurde 1830 Mitglied der Akademie der Inschriften, 1848 der Konstituierenden und 1849 der Gesetzgebenden Versammlung und ward beim Staatsstreich, 2. Dez. 1851, auf kurze Zeit verhaftet, söhnte sich aber mit dem Kaisertum aus. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Métaponte« (mit F. J. Debacq, Par. 1833); »Description de quelques vases peints« (1840); »Essai sur la numismatique des Satrapies, etc.« (1846); »Numismatique et inscriptions cypriotes« (1852). Aus seinem Nachlaß gab der Graf Vogué heraus: »Voyage d'exploration à la Mer Morte, à Petra et sur la rive gauche du Jourdain« (187176, 3 Bde.).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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