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Luntenspieß bis Lupe (Bd. 6, Sp. 860 bis 861)
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Artikelverweis Luntenspieß, s. Meyers Feuerfahne.
 
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Luntleinen, Leinen aus gutem, reinem Hanf, b bis 10 mm stark und mit gutem Kienteer und Öl getränkt, finden beim Bau von Sinkstücken und Senkfaschinen Anwendung.
 
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Lunŭla (lat., »Möndchen«), der weiße Fleck an der Wurzel der Fingernägel (s. Meyers Nägel); an der Monstranz der halbmondförmige Halter für die Hostie.
 
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Lunŭlae Hippocrătis (Möndchen des Hippokrates) heißen die mondsichelförmigen Flächenstücke (in der Figur sind sie schraffiert), die von drei Halbkreisen gebildet werden, deren Durchmesser die Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks ABC sind.

Nennt man L1 und L2 die Inhalte der Möndchen über AB und BC, D den Inhalt des Dreiecks, bedenkt man ferner, daß z. B. der Halbkreis über AC den Inhalt 1/2(AC)2π hat (s. Meyers Kreis, S. 625), so findet man sofort: L1+L2+1/2(AC)2π = D+1/2(AB)2π/2(BC)2π.

[Bd. 6, Sp. 861]


Aber nach dem Pythagoreischen Meyers Satz (s. d.) ist (AC)2 = (AB)2+(BC)2, also L1+L2 = D: die Inhalte der Möndchen sind zusammen gleich dem Dreiecksinhalt; fällt man dagegen von B aus das Lot auf AC, so hat keineswegs jeder Teil des Dreiecks denselben Inhalt wie das zugehörige Möndchen. Die Lunulae sind das erste Beispiel einer krummlinigen Figur, deren Flächeninhalt gleich einem mit Zirkel und Lineal konstruierbaren Quadrat ist; benannt sind sie nach dem Entdecker dieser Eigenschaft, Hippokrates aus Chios, um 450 v. Chr.
 
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Lunz (Lunzer See), s. Meyers Gaming.
 
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Lunzenau, Stadt in der sächs. Kreish. Leipzig, Amtsh. Rochlitz, zur gräflich Schönburgschen Herrschaft Rochsburg gehörig, an der Zwickauer Mulde und der Staatsbahnlinie Glauchau-Wurzen, hat eine evang. Kirche, Webfachschule, Elektrizitätswerk, eine Weberei und Holzschleiferei nebst Papierfabrik, starke Schuhmacherei, Zigarrenfabrikation und (1900) 3942 meist evang. Einwohner. L. (Ludwigsau) erhielt 1333 Stadtrechte.
 
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Lunzer Schichten, nach dem Vorkommen bei Lunz in Österreich benannter Sandstein der obern alpinen Meyers Triasformation (s. d.).
 
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Lüong, Gewicht in Anam, dem chines. Tael entsprechend, zu 10 Fahn von 10 Li = 39,05 g; im Silberbarren L. bak (Dinh bal) etwas leichter, = 38,7 g, vom Zollamt zu Saïgon = 1,39 Doll. gerechnet.
 
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Luosavara, Magneteisenberg im schwed. Län Norrbotten, im N. des Meyers Kirunavara (s. d.), wie dieser reich an Eisenerzen von 7073 Proz. Eisengehalt.
 
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Lupanārium (neulat.), soviel wie Bordell.
 
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Lupe (einfaches Mikroskop, Vergrößerungsglas), eine Sammellinse, die dazu bestimmt ist, von einem kleinen Gegenstand, der um weniger als ihre Brennweite von ihr entfernt ist, dem von jenseits durch die Linse blickenden Auge ein vergrößertes (virtuelles) Bild zu zeigen (s. Meyers Linse, S. 583, Fig. 8). Die Gestalt der Linse ist für die Güte ihrer Bilder keineswegs gleichgültig. Bei einer beiderseits gewölbten (bikonvexen) Linse machen sich sphärische und chromatische Aberration in höherm Grade geltend als bei gleich stark vergrößernden plankonvexen Linsen, wenn man deren ebene Seite dem Gegenstand zukehrt. Man verringert diese Fehler, indem man durch eine Blendung die Randstrahlen ausschließt. Dieser Zweck wird auch durch die Zylinderlupe (Fig. 1) erreicht, ein zylindrisches Stück Glas, von dessen ungleich gewölbten Endflächen die minder gewölbte dem Gegenstand zugekehrt wird; hier können nämlich wegen der größern Entfernung der beiden Flächen nur die mittlern Strahlen austreten. Die Lupen von Coddington (Fig. 2) und Brewster (Fig. 3, Koneopside, Vogelaugenlinsen) sind Glaskugeln mit einer ringsum laufenden, ziemlich tief eingeschnittenen Rinne, die bewirkt, daß nur die mittlern Strahlen durch die L. gehen können. Bei stärkerer Vergrößerung wendet man statt einer starken mehrere schwächere Linsen an, wie in der Fraunhoferschen L. (Fig. 4), wo zwei plankonvexe Linsen, ihre gewölbten Seiteneinanderzukehrend, in geeigneter Entfernung in eine Fassung gebracht sind. Durch sehr ebenes Gesichtsfeld und gute Korrektion der Bilder zeichnet sich die Steinheilsche (sogen. aplanatische) L. aus; sie besteht aus einer gleichseitigen bikonvexen Crownglaslinse, an die beiderseits Flintmenisken angekittet sind. Die von Chevalier angegebene, jetzt in der Regel Brückesche L. genannt, besteht nach Art eines holländischen Fernrohrs aus einem achromatischen Objektiv und einer Negativlinse als Okular. Ihr Objektabstand ist relativ groß und kann innerhalb bestimmter Grenzen geändert werden. Lupen, die aus zwei oder drei Linsen bestehen, werden Duplets, resp. Triplets genannt. Die gewöhnlichen Lupen werden bei der Beobachtung in freier Hand gehalten; man befestigt sie aber auch an Stativen, die mit einem beweglichen, oft mit Gelenken versehenen Arm ausgestattet sind, oder gibt ihnen ein Gestell mit Objekttisch, Beleuchtungsspiegel etc.; solche Apparate heißen Präpariermikroskope. Lupen zum zweiäugigen (binokularen) Sehen sind in neuerer Zeit mehrfach in Vorschlag gebracht und ausgeführt worden. Durch Vorschaltung von Prismen mit schwachem brechenden Winkel wurde die Erhöhung der Plastik angestrebt (stereoskopische Lupen). Bei den Verantlupen von Zeiß wird ein scharfes, verzeichnungsfreies Bild dadurch erreicht, daß man den Kreuzungspunkt der ins Auge dringenden Bündel mit dem Drehpunkte des Auges zusammenfallen läßt. Über die dichroskopische L. von Haidinger s. Dichroismus.

 

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