Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lungenfell bis Lungenkatarrh (Bd. 6, Sp. 851)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lungenfell, s. Meyers Brustfell.
 
Artikelverweis 
Lungenfische (Dipnoi), luftatmende Meyers Fische (s. d. S. 607).
 
Artikelverweis 
Lungenflechte (Lungenmoos), s. Cetraria und Meyers Sticta.
 
Artikelverweis 
Lungengangräne, soviel wie Lungenbrand.
 
Artikelverweis 
Lungenheilstätten, s. Meyers Lungenschwindsucht; vgl. auch Heilstätten und Krankenhäuser.
 
Artikelverweis 
Lungenherz, s. Meyers Herz, S. 244.
 
Artikelverweis 
Lungenhyperämīe, Überfüllung der Lungen mit Blut, entsteht als Lungenkongestion durch vermehrten Blutandrang. Dieser Zustand ist vorübergehend und tritt ein bei starken körperlichen Anstrengungen, im Rausch, beim Aufenthalt in zu warmer Luft, bei Einatmung reizender Gase, im Beginn von Lungenentzündungen. Durch Stauung infolge verminderter Abflußmöglichkeit tritt L. ein bei Herzkrankheiten, besonders bei Schlußunfähigkeit der Mitralklappe, bei Verkrümmungen der Wirbelsäule, Verbildungen des Thorax und andern Krankheiten. Die L. an sich ist keine Krankheit; ist sie chronisch, wie bei Herzfehlern, so führt sie zu chronischem Bronchialkatarrh, zur braunen Lungeninduration. Gegen Ende des Lebens tritt durch Herzschwäche oft eine Stauungshyperämie in den Lungen ein, die meist in Lungenödem übergeht. Die Behandlung richtet sich stets auf das ursachliche Leiden. Zu umschriebener L. kommt es bei der Blutsenkung (Hypostasis) bei sehr geschwächten, einer kräftigen Atmung unfähigen Personen, wenn sie anhaltend auf dem Rücken liegen (z. B. bei schwächlichen Kindern und Greisen, bei schweren Typhusfällen etc.), indem das Blut sich, der Schwerkraft folgend, in den tiefstgelegenen Lungenabschnitten ansammelt. Dieser Zustand geht leicht in Meyers Lungenentzündung (s. d. 5, S. 850 f.) über. Er erfordert Reizmittel und methodische Atmungsübung zur Beförderung der Blutzirkulation in der Lunge.
 
Artikelverweis 
Lungenhypostase, s. Lungenhyperämie.
 
Artikelverweis 
Lungeninduration, s. Meyers Lungenverhärtung.
 
Artikelverweis 
Lungeninfarkt (hämorrhagischer Infarkt der Lungen), ein durch Anfüllung mit Blut aus der Atmung ausgeschalteter umschriebener Bezirk des Lungengewebes, entsteht infolge Verschlusses einer Lungenarterie durch einen in diesen hineingetriebenen Pfropf (Embolus); enthalten diese Emboli infektiöse Stoffe, so führen sie zu Lungenabszessen (s. d.). Der L. liegt, seiner Entstehung entsprechend, an der Lungenperipherie und hat die Form eines mit der Basis nach außen gelegenen Keiles. Veranlassung zu L. gibt Gerinnselbildung in der rechten Herzhälfte (besonders bei Herzklappenfehlern) und in den Venen. Von diesen Gerinnseln können sich einzelne Pfröpfchen loslösen, werden durch den Blutstrom in die Lungenarterie getrieben und führen so zum L. Durch Verlegung größerer Lungenarterien kann plötzlicher Tod erfolgen. Kleinere Lungeninfarkte bieten an sich, abgesehen von dem Grundleiden, keine erhebliche Gefahr. Die Behandlung des Lungeninfarkts kann sich nur gegen einzelne Krankheitserscheinungen richten. Vgl. Infarkt und Endarterie.
 
Artikelverweis 
Lungenkatarrh, katarrhalischer, d. h. mit Epithelabstoßung und entzündlicher Ausschwitzung einhergehender Entzündungsprozeß im Lungengewebe, ist als katarrhalische Lungenentzündung ein häufiges, teils selbständiges, teils andre Krankheiten (Masern, Influenza, Typhus etc.) begleitendes, akut oder chronisch verlaufendes Leiden. Sehr häufig ist der L. mit Katarrh der feinern Luftröhrenästchen verbunden, und bei der Ähnlichkeit der Erscheinungen (Husten, Auswurf, auch Fieber und Atemnot, Rasselgeräusch. bei Auskultation) und bei der engen räumlichen Verbindung ist es oft schwer zu sagen, ob der entzündliche Prozeß sich ausschließlich oder doch vorwiegend in den Lungenbläschen oder in den Luftröhrenästchen abspielt. Es wird daher auch bei Luftröhrenkatarrh, namentlich wenn er sich mit chronischem Verlauf in den feinsten Bronchialästchen festgesetzt hat, von L gesprochen, namentlich aber ist diese Bezeichnung gebräuchlich bei chronischen Lungenerkrankungen, die weniger in Katarrh, als vielmehr in tiefergehenden Entzündungen, Gewebsneubildungen und -Zerstörungen einhergehen, namentlich bei beginnender Lungenschwindsucht, ferner bei den chronischen Lungenentzündungen, die besonders die Staubeinatmungskrankheiten begleiten, bei Aktinomykose und andern Affektionen. Eine besonders häufige Form dieses Lungenkatarrhs ist der Lungenspitzenkatarrh, da die Lungenschwindsucht in den Lungenspitzen zu beginnen pflegt. Wenn auch ausnahmsweise ein chronischer Bronchialkatarrh sich gerade in den Lungenspitzen, unter Verschonung der übrigen Lungenteile, festsetzen kann, und wenn ebenda auch katarrhalische Lungenentzündungen vorkommen, so ist doch in der weitaus größten Zahl der Fälle der Lungenspitzenkatarrh eine beginnende Lungentuberkulose. Er ist als Anfangserscheinung in einem großen Prozentsatz der Fälle noch heilbar, stets aber eine Mahnung, im Hinblick auf seine tuberkulöse Natur, rechtzeitig alle zur Heilung geeigneten Maßnahmen zu treffen. Vgl. Lungenentzündung und Lungenschwindsucht.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer