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Lundeberg bis Lüneburg (Bd. 6, Sp. 843 bis 844)
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Artikelverweis Lundeberg, Christian, schwed. Politiker und Großgrundbesitzer, geb. 14. Juli 1842 auf Forsbacka (Gestrikland), war 186174 Infanterieoffizier und widmete sich hierauf der Bewirtschaftung seiner Güter, Bergwerke etc. Seit 1885 konservativ-schutzzöllnerisches Mitglied der Ersten Kammer, erwarb er sich hier bald eine leitende Stellung und trat 2. Aug. 1905, wenige Wochen nach der norwegischen Revolution, als Ministerpräsident an die Spitze eines Koalitionskabinetts, das mit der Durchführung der schwedischen Reichstagsbeschlüsse betreffs der Unionsauflösung betraut war.
 
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Lundegård, Axel, schwed. Schriftsteller, geb. 17. Dez. 1861 in Schonen, studierte seit 1879, hat sich seit 1886 vielfach im Auslande aufgehalten und wohnt jetzt zu Grenna in Schweden. L. verfaßte zuerst mit Victoria Meyers Benedictsson (s. d.) das Schauspiel »Final« (1885) und gab nach ihrem Tode den Roman »Die Mutter« (1888), das Drama »Den Bergtagna« (1890) und die Novellen »Erzählungen und Entwürfe« und »Nachlese« heraus. Mit Verwertung ihrer Tagebücher und Briefe schrieb er ihre ergreifende Selbstbiographie »Victoria Benedictsson« (1890). Seine folgenden Romane »Der rote Prinz« (1889), ein Jugendleben in Stimmungsbildern, »La Mouche« (1891), das Heinrich Heines Liebe zu Camilla Selden schildert, »Titania« (1892, 2 Bde.; 2. Aufl. 1895), »Der Sturmvogel« (1893) und »Prometheus« (1893, 2. Aufl. 1901) sind Ausdrücke eines fabulierfreudigen Talents, das die frische Luft am Leben und Erzählen von der grauen Stimmung der kritisch-grüblerischen 1880er Jahre fernhielt. In seinen spätern Werken: »Tante Ulla« (1894), »Tannhäuser« (1895), »Frau Hedwigs Tagebuch« (1895), »Asra« (1898), »Elsa Finne« (1902, 2. Aufl. 1903), »Das Recht des Gefühls« (1902), »Sturz« (1900), treten seine Fehler, Mangel an psychologischer Tiefe und bitterm Ernst, mehr hervor und werden von der gewandten, fließenden Erzählung nicht so gut aufgewogen wie in dem historischen Roman »Struensee« (18981900), der in 3 Teilen die Laufbahn des jungen Altonaer Arztes Struensee zum Staatsminister in Dänemark und seinen jähen Sturz schildert. Seit 1902 arbeitet L. an einer andern historischen Trilogie, wovon »Die Sage der Königin Philippa« (1904) einen vielversprechenden Anfang machte.
 
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Lunden, Flecken im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Norderdithmarschen, an der Staatsbahnlinie Elmshorn-Hvidding, hat eine evang. Kirche, Präparandenanstalt, Amtsgericht und (1900) 4188 Einw.
 
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Lundenburg (tschech. Břeclav), Stadt in Mähren, Bezirksh. Göding, an der niederösterreichischen Grenze, an der Thaya und den Linien Wien-Krakau, L.-Brünn, L.-Zellerndorf, L.-Kutti und L.-Eisgrub der Nordbahn, Sitz eines Bezirksgerichts, hat ein fürstlich Liechtensteinsches Schloß, Rathaus, Gymnasium, 2 Zuckerfabriken, Malzfabriken, Bierbrauerei, Spiritusbrennerei, Dampfsäge, Kunstmühle, Sagofabrik, Elektrizitätswerk, wichtige Märkte und (1900) mit der selbständigen Judengemeinde 7150 deutsche und tschechische Einwohner. Vgl. Preuß, Geschichte Lundenburgs (Lundenb. 190203, 2 Tle.).
 
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Lundgren, Egron Sellif, schwed. Maler und Schriftsteller, geb. 18. Dez. 1815 in Stockholm, gest. daselbst 23. Dez. 1875, kam 1835 auf die Kunstakademie, ging 1839 nach Paris, wo er bei Cogniet studierte, und 1841 nach Italien. Schon in Rom, wo er bis 1849 blieb, gab er die Ölmalerei auf und wendete sich der Aquarell- und Gouachemalerei zu. Von Italien begab er sich nach Spanien und von hier nach England. Die Königin Viktoria erteilte ihm zahlreiche Aufträge, deren erste Szenen aus Shakespeares Lustspielen zum Gegenstand hatten. Als 1858 der Krieg in Indien ausbrach, machte ihm ein Haus in Manchester den Antrag, auf seine Kosten dahin zu gehen, um Zeichnungen aus dem Feldzug anzufertigen. Mit einer Mappe von 500 Bildern heimkehrend, veranstaltete er eine Ausstellung und ward infolgedessen einer von den »Dreißig« der Society of painters in water-colours. 1860 kehrte er nach Schweden zurück, besuchte später Ägypten und Spanien sowie England zum zweitenmal. Die beiden letztern Länder boten ihm die meisten Motive zu seinen Bildern, die sich beinahe alle in England befinden. Seine geistvollen Schilderungen von Italien, Spanien und Indien sind u. d. T.: »En målares anteckningar« (Stockh. 187173, 3 Bde.; 2. Aufl. 1874) erschienen.
 
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Lundi (franz., spr. löngdi), Montag.
 
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Lundstedt, Bernhard, schwed. Bibliograph, geb. 11. Juni 1846 in Stockholm, seit 1873 Beamter an der dortigen Staatsbibliothek, 187584 auch Hilfsarbeiter im schwedischen Kultusministerium, organisierte 1894 eine systematische Durchforschung des vatikanischen Archivs seitens skandinavischer Historiker für die mittelalterliche Geschichte des Nordens. Außer der Dissertation »Bidrag till kännedomen om grekiska språkets studium vid de svenska läroverken« (Stockh. 1875) veröffentlichte er: »Katalog öfver Finspongsbibliotek« (1883); »Svenska tidningar och tidskrifter utgifna inom Nord-Amerikas förenta stater« (1886); »Svenskt Porträttgalleri. Tidningsimän 18721897« (1897); »Aperçu de la principale littérature bibliographique de la Suède« (1900) und »Sveriges periodiska litteratur« (1895 bis 1902, 3 Bde.), sein Hauptwerk.
 
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Lundström, Herman, schwed. Kirchenhistoriker, geb. 28. Nov. 1858 in Filipstad, seit 1889 Prediger in Upsala, ward daselbst 1893 Dozent, 1898 ordentlicher Professor der Kirchengeschichte. Von seinen Abhandlungen etc. zur schwedischen Reformationsgeschichte seien genannt: »Laurentius Paulinus Gothus, hans lif och verksamhet« (Ups. 189398, 2 Bde.); »Laurentius Petri Oeconomia Christiana« (1897); »Laurentius Petri Quaestiones aliquot circa magistratum« (1898); »Magister de Hussinetz' Historia

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gestorum Christi« (1898); »Undersökningar och aktstycken« (1898); »Skisser och kritiker« (Stockh. 1903). In den seit 1900 von ihm redigierten Publikationen (»Kyrkohistorisk Arsskrift« und »Skrifter«) der 1899 von ihm gestifteten Schwedischen kirchenhistorischen Vereinigung veröffentlichte er viele wertvolle Beiträge.
 
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Lundy (spr. lönndĭ), Granitinsel an der Mündung des Kanals von Bristol, 14 km von der Küste von Devonshire entfernt, 370 Hektar groß (meist Weideland), mit Leuchtturm und 94 Einw.; darauf hausen zahlreiche Kaninchen.
 
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Lune, rechter Nebenfluß der Weser im preuss. Regbez. Stade, entspringt bei Hipstedt im Kreis Bremervörde und mündet oberhalb Geestemünde. Von Freschlüneberg an ist sie 22,6 km weit bei einer mittlern Tiefe von 4,11,2 m schiffbar. Vor der Mündung in der Weser liegt die ca. 1100 Hektar große Insel Lune Plate, die, auf 660 Hektar eingedeicht, als Viehweide dient.
 
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Lüneburg, ehemaliges Fürstentum im niedersächs. Kreis, gehörte seit Heinrich dem Stolzen dem welfischen Hause, bildete seit 1235 einen Teil des Herzogtums Braunschweig-L. und gab mehreren Linien dieses Hauses den Namen: Alt-L. 12351369, Mittel-L. 13731532 und Neu-L. seit 1546 (s. Meyers Braunschweig [Herzogtum], Geschichte). Von letzterer stammen die Dynastie in Großbritannien sowie die früher in Hannover regierende ab. L. bildet im wesentlichen den jetzigen Regierungsbezirk L. der preußischen Provinz Hannover. Vgl. Manecke, Topographisch-historische Beschreibung der Städte, Ämter etc. im Fürstentum L. (Celle 1858, 2 Bde.); v. Lenthe, Archiv für Geschichte und Verfassung des Fürstentums L. (das. 185463, 9 Bde.); Mithoff, Kunstdenkmale etc. im Fürstentum L. (Hannov. 1877); Wrede, Die Einführung der Reformation im Lüneburgischen durch Herzog Ernst den Bekenner (Götting. 1887).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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