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Lumpfisch bis Lunatĭci (Bd. 6, Sp. 841 bis 842)
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Artikelverweis Lumpfisch (Cyclopterus Art.), Gattung der Stachelflosser aus der Familie der Scheibenbäuche (Discoboli), Fische mit dickem Körper, schuppenloser, klebriger, knotenreicher Haut, aus den Bauchflossen gebildeter, häutiger Haftscheibe, kurzen Rücken- und Afterflossen, weitem Maul und kleinen, spitzen Zähnen. Der Seehase (Lump, C. lumpus L., s. Tafel Meyers »Fische III«, Fig. 7), 60 cm lang, bis 7 kg schwer, schwarzgrau, unterseits gelblich, bewohnt zahlreich alle nördlichen Meere, namentlich die Nord- und Ostsee, wird aber wegen seiner eigentümlichen Lebensweise nicht oft gefangen. Er schwimmt sehr schlecht, saugt sich meist mittels der Saugscheibe an Steinen und Felsen fest und wartet auf Quallen und kleine Fische. Im März färbt er sich rötlich und sucht seichtere Küstenstellen auf, wo das Weibchen zwischen Algen vorzugsweise in Felsspalten laicht. Das Männchen befruchtet die Eier, setzt sich darauf fest und verteidigt sie sehr mutig. Die ausschlüpfenden Jungen heften sich an Rücken und Seiten des Männchens und werden von diesem tiefern Meeresteilen zugetragen. Das Fleisch des Männchens ist besonders in der Laichzeit genießbar.
 
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Luna, italische Mondgöttin, hatte in Rom ein altes Heiligtum auf dem Aventin und als Noctilūca (»Leuchterin der Nacht«) einen nachts erleuchteten Tempel auf dem Palatin. Der griechischen Selene gleichgesetzt, wurde sie auf einem Zweigespann (bigae) dargestellt und galt, neben Meyers Sol (s. d.) als Gottheit des Zirkus verehrt, speziell als Schützerin der Zweigespanne.
 
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Luna, alchimistischer Name des Silbers.
 
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Luna, antike Stadt, s. Meyers Lunigiana und Sarzana.
 
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Luna, Alvaro de L., Graf von Gormas, kastil. Connetable und Großmeister von St. Jakob, geb. um 1388, gest. 1453, kam 1408 an den kastilischen Hof und wurde Günstling König Johanns II., allmächtiger Minister und 1423 Connetable; er erhöhte die königliche Gewalt und beförderte Künste und Wissenschaften, benutzte aber seine Macht auch zur Befriedigung seiner Habsucht und zu ungerechtem Nepotismus. Er wurde zwar durch Umtriebe der Granden zweimal verbannt, fiel aber erst 1453 infolge der Ränke von Johanns zweiter Gemahlin, Isabella von Portugal, in Ungnade und wurde nach einem parteiischen Gerichtsverfahren zu Valladolid hingerichtet. Vgl. »Cronica de D. Alvaro de L.« (Madr. 1784).
 
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Lunalabĭum, s. Lunarium.
 
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Lunarĭa L. (Mondviole), Gattung der Kruziferen, ein- oder mehrjährige, wenig behaarte Kräuter mit gestielten, herzförmigen Blättern, großen violetten Blüten und sehr großen, gestielten, breit oblongen oder elliptischen, ganz flachen Schötchen. Zwei Arten: L. biennis Mönch. (Mondveilchen, Judassilberling), ein- oder zweijährige Pflanze mit ästigem Stengel, gestielten, oval-herzförmigen, stumpf gezahnten Blättern, rötlichen oder weißen Blüten und beiderseits abgerundeter Frucht, in Gebirgswäldern

[Bd. 6, Sp. 842]


Südosteuropas, und L. rediviva L. (Wintermondviole, Mondkraut, Silberblatt, Atlasblume), ausdauernd, mit einfachem Stengel, herzförmigen, spitzig gezahnten Blättern, violettroten, wohlriechenden Blüten und beiderseits verschmälerter, hängender Frucht, in schattigen Bergwäldern des südlichen und mittlern Europa. Früher wurden die Samen, die wie Kressesamen (Lepidium) schmecken, arzneilich benutzt. Beide Arten kommen als Zierpflanzen in Gärten vor. Die großen silberweißen Scheidewände der aufgesprungenen Früchte von L. biennis werden zu Trockenbuketts verwendet.
 
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Lunārisch (lunar, lat.), den Mond betreffend, auf ihn bezüglich, zu ihm gehörig; vgl. Sublunarisch.
 
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Lunarĭum (Lunalabium, neulat.), Apparat zur Veranschaulichung der Bewegung des Mondes um die Erde, oft mit dem Tellurium (s. d.) verbunden. Vgl. Steinhauser, Erde und Mond und ihre Bewegung im Weltenraum (Weim. 1877); Pellehn, L. zur graphischen Darstellung der Erd- und Mondbahn (Berl. 1905).
 
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Luna silva (lat.), Wald im alten Germanien, der jetzige Manhartsberg in Österreich.
 
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Lunatĭci (lat., »Mondsüchtige«), s. Meyers Besessene.

 

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