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Lukuga bis Lullus (Bd. 6, Sp. 839)
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Artikelverweis Lukuga, Abfluß des Tanganjikasees (s. d.) in den Kongo; anfangs 2 km breit, verliert er sich bald zwischen Sanddünen und üppigem Pflanzenwuchs, so daß sein Lauf nur bei besonders hohem Wasserstand des Sees deutlich zu verfolgen ist, und mündet, nachdem er links den Luisi aufgenommen, in den Lualaba (Kongo). Der dort früher vermutete große inselreiche Landschisee existiert nicht nach Delcommune, der den L. 1892 von Makulumbi aus befuhr. Der L. passiert unter starkem Gefälle die von 300 m hohen Felsen überragte Schlucht von Kilambi. Er wurde 1874 durch Cameron entdeckt.
 
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Lukulént (lat.), lichtvoll, deutlich; Lukulenz, Helle, Deutlichkeit, namentlich des Druckes.
 
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Lukullān, ein schwarzer Meyers Marmor (s. d. und Anthrakonit).
 
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Lukullisch, schwelgerisch, üppig (lukullisches Mahl), in der Weise des reichen Meyers Lucullus (s. d.).
 
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Lukunor (Mortlock), Insel des Archipels der Meyers Karolinen (s. d.).
 
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Lul (Lullus), Heiliger, angelsächs. Missionar, geb. um 705, begleitete den Bonifatius nach Thüringen und ward 752 von diesem zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Mainz geweiht, empfing aber erst 780 das erzbischöfliche Pallium; er starb 16. Okt. 786 in dem von ihm 768 gegründeten Kloster zu Hersfeld. Vgl. Hahn, Bonifaz und Lul. Erzbischof Luls Leben (Leipz. 1883).
 
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Luleå (spr. lúleo), Hauptstadt des schwed. Läns Norbotten, auf der Halbinsel Sandö an der Mündung des Luleelf in den Bottnischen Meerbusen gelegen, Ausgangspunkt der Staatsbahnlinie L.-Malmberget (-Osoten), hat eine gelehrte Schule, Schiffbau, lebhaften Handet mit Holzwaren, Teer, Lachs, Eisen (vom Eisenberg Gellivara her), Renntierhäuten etc. und (1902) 9406 Einw. L. steht mit Stockholm in regelmäßiger Dampferverbindung; es ist Sitz des Landeshauptmanns und eines deutschen Vizekonsuls. Die Stadt wurde 1621 angelegt. Am 11. Juni 1887 große Feuersbrunst.
 
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Luleelf, bedeutender Fluß im nördlichen Schweden, entsteht aus zwei Quellflüssen: Stora- (Groß-) und Lilla- (Klein-) L., die beide in der Nähe des 1880 m hohen Sulitelma entspringen. Jener bildet gleich im obern Lauf einen imposanten Wasserfall, darauf die ca. 180 km langen, terrassenförmig übereinander liegenden, durch schöne Wasserfälle miteinander verbundenen Landseen, genannt Stora-Luleå-Watten, und dann den größten Wasserfall, Njommelsaska, der in einer wilden Felsengegend teils senkrecht, teils in großartigen Stromschnellen 80 m herabstürzt. Der zweite Quellfluß, Lilla-L., bildet bei Quickjock ein ungemein reizendes Gebirgstal mit dem See Saggatjaur, darauf bis Jockmock eine zusammenhängende Kette von Landseen und stürzt sich bei Wuollerim mit einem Wasserfall in den Stora-L. Hierauf bildet der wasserreiche Fluß den majestätischen Porsiforß, weiter unten den Edeforß und die Hedensforssar und mündet nach einem Laufe von 440 km bei der Stadt Luleå in den Bottnischen Meerbusen. Der Fluß ist ungefähr 45 km aufwärts schiffbar bis an die über 8 km langen, 19 m hohen Hedenssorssar, darauf wieder bis an den über 2 km langen, 25 m hohen Edeforß und zuletzt bis Norrvik, etwa noch 30 km. Um die Wasserfälle u. Stromschnellen zu umgehen, sind in der Neuzeit Kanäle auf schiefen Flächen angelegt worden, jeder am obern Endpunkt mit einer Schleuse versehen.
 
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Lullius Versuch (spr. lülängs). Bringt man ein Kartenblatt zwischen die Spitzen eines Ausladers, die sich nicht direkt gegenüberstehen, sondern in ca. im Abstand, so wird das Kartenblatt stets an der negativen Spitze durchbrochen.
 
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Lullische Kunst und Lullisten, s. Meyers Lullus 1).
 
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Lullus, 1) Raimundus (Ramon Lull), einer der seltsamsten Weltverbesserer des 13. Jahrh., geb. 1234 in Palma auf der Insel Mallorca, gest. 1315, führte anfangs ein wüstes, seit 1266 ein asketisches Leben und erfand eine seiner Meinung nach unfehlbare Kunst, andre durch Beweise und Gründe zur Einsicht der Wahrheit zu zwingen, von der er zunächst bei Juden und Mohammedanern zugunsten des Christentums Gebrauch zu machen gedachte. Zu diesem Zweck begab er sich seit 1291 dreimal nach Afrika, fand aber jedesmal üble Aufnahme und erlitt Mißhandlungen, anderen Folgen er starb. Die Ars magna Lulli oder Lullische Kunst, die später von Bruno, Athanasius Kircher u. a. wieder aufgenommen, ja selbst von Leibniz (in seiner »Universalwissenschaft«) dem Prinzip nach gebilligt wurde, bestand in einer mechanischen Methode, durch systematische Kombination der allgemeinsten Grundbegriffe (der Aristotelischen Kategorien und scholastischen Postprädikamente) unfehlbare Lösungen aller wissenschaftlichen Aufgaben zu finden. Zu diesem Zweck hatte L. eine eigne Maschine konstruiert und sein System mit der orientalischen Kabbala in Zusammenhang gebracht. Eine ausführliche Darstellung der lullischen Logik findet sich in Prantls »Geschichte der Logik«, Bd. 3, 18. Abschnitt (Leipz. 1867). Eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke ist von Rossello (Palma 18861901) besorgt worden, der auch L.' »Obras rimadas« (das. 1859) herausgegeben hat. Die von Salzinger veröffentlichten »Opera omnia« (Mainz 172142, 10 Bde.) enthalten den größten Teil der Schriften. Seine Anhänger, die Lullisten, pflanzten Religionsschwärmerei und den Glauben an Alchimie längere Zeit fort. Vgl. Helfferich, R. Lull und die Anfänge der katalonischen Literatur (Berl. 1858); J. de Paula Canalejas, Las doctrinas del Doctor R. Lullo (Madr. 1870); Brambach, Des Raimundus L. Leben und Werke in Bildern des 14. Jahrhunderts (Karlsr. 1893); Barber, Raymond Lull (Lond. 1903).
   2) Heiliger, s. Meyers Lul.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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