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Lukanĭen bis Lukiānos (Bd. 6, Sp. 837 bis 838)
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Artikelverweis Lukanĭen (Lucania), im Altertum Landschaft Unteritaliens oder Großgriechenlands (s. Karte bei »Italia«), zwischen dem Tarentinischen Meerbusen und dem Tyrrhenischen Meer, mit den Städten Pästum, Heraklea, Metapontum, Potentia etc., entspricht im wesentlichen der heutigen Provinz Potenza und dem Süden von Salerno. Die Lukaner waren ein vor 400 aus Samnium erobernd eingewandertes oskisches Volk; um 356 zweigten sich die Bruttii (s. d.) von ihnen ab. Um 320 verbündeten sie sich mit Rom gegen die Griechen und später mit den Samnitern und mit Pyrrhos gegen Rom, wurden aber 272 völlig von diesem unterworfen. Vgl. Tropea, Storia dei Lucani (Messina 1894).
 
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Lukarne (franz.), Dachfenster, Dachluke.
 
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Lukas, der Evangelist, auch Lucanus genannt, nach seiner Bekehrung vom Heidentum Gehilfe und vieljähriger Reisegefährte des Apostels Paulus. Von seinen übrigen Lebensverhältnissen wissen wir nur, daß er Arzt war (Kol. 4, 14). Die Legende macht ihn überdies noch zum Maler (z. B. von Marienbildern; s. den folgenden Artikel), weshalb ihn die Maler zu ihrem Schutzheiligen gewählt haben. Die griechische und die katholische Kirche haben ihm den 18. Oktober geweiht. Ein von ihm herrührender Reisebericht ist in unsre Meyers Apostelgeschichte (s. d.) eingearbeitet, weshalb diese sowie das von demselben Verfasser stammende dritte Evangelium unter dem Namen des L. gehen. Zum Evangelium vgl. den Kommentar von Meyer-Weiß (9. Aufl., Götting. 1901). S. Meyers Evangelist und Evangelium.
 
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Lukasbild, nach der christlichen Legende ein vom Evangelisten Lukas nach dem Leben gemaltes Bildnis der Madonna mit dem Kinde. In Rom wird ein solches Madonnenbild als das wahre, von Lukas gemalte verehrt, andre befinden sich in Bologna, Freising u. a. O. Alle diese Bilder sind byzantinische Gemälde früherer oder späterer Zeit.
 
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Lukasschwarz, soviel wie Anilinschwarz.
 
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Lukas von Leiden, s. Meyers Lucas van Leiden.
 
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Lukaszewitsch (spr. -schéwitsch), Joseph von, poln. Historiker, geb. 30. Nov. 1797 in Kromplewo bei Posen, gest. 18. Febr. 1872 in Torgoszyce im Posenschen, erhielt 1829 das Amt eines Bibliothekars der gräflich Raczynskischen Bibliothek in Posen. In Gemeinschaft mit dem Professor Poplinski gründete er hier eine polnische Buchhandlung und Buchdruckerei, desgleichen eine literarische Zeitschrift: »Orędownik«, und redigierte außerdem eine andre literarische Volkszeitschrift: »Przyjaciel ludu«, die beide 1846 eingingen. 1852 übernahm er die Verwaltung der Güter seiner Familie im Posenschen. L.' Hauptwerke sind: »Geschichtliche Nachrichten über die Dissidenten in Posen im 16. und 17. Jahrhundert« (Posen 1832; deutsch,

[Bd. 6, Sp. 838]


Darmst. 1843), »Über die Kirchen der Böhmischen Brüder im ehemaligen Großpolen« (Posen 1835; deutsch, Grätz 1877) und »Geschichte der Kirchen des helvetischen Glaubensbekenntnisses in Litauen« (Posen 1842, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 184850), »Geschichte der Unterrichtsanstalten in Polen und Litauen« (Posen 184951, 2 Bde.), »Geschichtlich-statistische Beschreibung der Stadt Posen in ältern Zeiten« (das. 1838, 2 Bde.; deutsch, das. 187881) und die »Geschichte aller Kirchen in der ehemaligen polnischen Diözese« (das. 185663, 3 Bde.).
 
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Lukatz, Dorf im preuß. Regbez. Bromberg, Kreis Filchne, an der Drage und unweit der Netze, hat 2 evang. Kirchen, eine Stärke- und Sirupfabrik und (1900) 2892 Einw.
 
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Lukenkarbe, soviel wie Lukfüll, s. Meyers Luk.
 
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Lukenstringer, wagerecht gelegte Plattenstreifen zur Einfassung eines Luks (s. Meyers Luk).
 
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Lukiānos, 1) ausgezeichneter griech. Schriftsteller und eklektischer Philosoph, geb. um 125 n. Chr. zu Samosata in der syrischen Provinz Kommagene, gest. um 180, widmete sich zu Antiochia rhetorischen Studien und erwarb sich an verschiedenen Orten als Sachwalter ein so bedeutendes Vermögen (das er im Alter wieder verlor), daß er sein übriges Leben meist zu Athen in Unabhängigkeit als Schriftsteller zubringen konnte. In seinen sonst durchweg in dialogischer Form verfaßten satirischen Schriften, die ihm den Namen des »griechischen Voltaire« verschafft haben, und deren mehr als 80 (obschon nicht alle echt) erhalten sind, erscheint er als Feind der Populärmythologie und des traditionellen Kultus, der theoretischen Philosophie und des unwürdigen Lebens der damaligen Philosophen; ferner als sarkastischer Kritiker des Aberglaubens und der mystischen Schwärmerei seiner Zeit, der Ausartungen in der Literatur, in der Erziehung wie in den Sitten. Seine Richtung ging auf das Praktische, so daß er Neigung zu den Kynikern, später zu den Epikureern zeigte. Die Editio princeps seiner Werke erschien Florenz 1496. Spätere Ausgaben lieferten unter andern: Jacobitz (Leipz. 183641, 4 Bde.; Textausgabe 185254, 3 Bde.; Auswahl 1862 ff.), Dindorf (Par. 1840; kleinere Ausg., Leipz. 185859, 3 Bde.), Bekker (das. 1853, 2 Bde.), Fritzsche (Rost. 186082, Bd. 13) und Sommerbrodt (Berl. 188899, 3 Bde.; Auswahl, 3. Aufl., das. 1893). Von deutschen Übersetzungen sind die von Wieland (Leipz. 178891, 6 Bde.), Pauly (Stuttg. 182732, 15 Bde.; Auswahl von Teuffel, das. 1854) und Fischer (2. Aufl., Berl. 1884 ff.) zu erwähnen. Vgl. Jacob, Charakteristik Lucians von Samosata (Hamb. 1832); K. F. Hermann, Charakteristik Lucians (in den »Gesammelten Abhandlungen«, Götting. 1849); J. Bernays, Lucian und die Kyniker (Berl. 1879); Croiset, Essai sur la vie et les œuvres de Lucien (Par. 1882).
   2) Altkirchlicher Schriftsteller, vielleicht gebürtig aus Samosata, Presbyter in Antiochien, trat wahrscheinlich nach der Absetzung des Bischofs Paulus (s. Paulus von Samosata) aus der großkirchlichen Gemeinschaft aus, blieb aber das einflußreiche Haupt einer großen theologischen Schule. Am 7. Jan. 312 ward er zu Nikomedien Märtyrer. Die von ihm hergestellte Rezension der Septuaginta (s. d.) war in den Kirchen von Antiochien bis Konstantinopel als die maßgebende anerkannt.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
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87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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