Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Maden bis Madeyski-Poray (Bd. 6, Sp. 41 bis 42)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Maden (türk.), in zusammengesetzten Ortsnamen vorkommend, bedeutet »Bergwerk«.
 
Artikelverweis 
Madenburg, Ruine einer 1552, dann 1689 zerstörten Burg, 10 km westlich von Landau in der Rheinpfalz. Vgl. »Baudenkmale in der Pfalz« (Ludwigshafen 1884).
 
Artikelverweis 
Madenhacker (Buphaga L.), Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Stare (Sturnidae), Vögel mit kräftigem, gegen die übergreifende Spitze zu gewölbtem Schnabel, kurzläufigen, langzehigen Füßen mit scharfen Nägeln, langen Flügeln und langem, breitem, keilförmig zugespitztem Schwanz. Der M. (B. erythrorhyncha L.), 21 cm lang, 33 cm breit, oberseits olivenbraun, an den Kopfseiten und der Kehle heller, unterseits hell rostgelblich, an den Schwingen dunkelbraun, mu rotem Schnabel, bewohnt Mittelafrika, lebt in Gesellschaften von 68 Stück in der Nähe großer Säugetiere (Elefant, Nashorn etc.) und sucht diesen Zecken und unter der Haut schmarotzende Larven ab. Zwischen den Säugetieren und dem M. besteht das beste Einvernehmen, und selbst wenn der Vogel die Haut spaltet, um die Larven herauszuziehen, wehren sie ihn nicht ab.
 
Artikelverweis 
Madenstein, s. Meyers Starstein.
 
Artikelverweis 
Madenwurm (Oxyūris Rud.), Gattung der Spulwürmer, schmarotzt in Insekten und in kalt- und warmblütigen Wirbeltieren. Im Menschen lebt der Pfriemenschwanz oder Springwurm (O. vermicularis Bremser). Das Weibchen wird 1 cm lang und hat einen schwanzartigen Hinterleib; das viel seltenere Männchen erreicht nur eine Größe von 4 mm. Der M. ist neben dem Spulwurm der häufigste Eingeweidewurm des Menschen und findet sich oft zu Tausenden im Enddarm. Einer entfernten Ähnlichkeit mit Fliegenmaden verdankt er seinen Namen. Die zum Teil schon im Darm des Menschen abgelegten Eier beginnen hier oder außerhalb ihre Entwickelung, jedoch schlüpfen die Embryonen erst aus, wenn die Eier wieder in den Magen gelangen. Zu der Übertragung, die eine direkte ist, bietet sich bei der Kleinheit und Widerstandsfähigkeit der Eier leicht Gelegenheit (durch die Hände, den Staub, Wasser, Nahrungsmittel etc.). Als kotfressendes Tier findet sich der M. besonders im Dickdarm, kommt aber auch im Blind- und Dünndarm vor, wandert abends in großer Zahl aus und ein und erregt dabei ein fast unerträgliches Jucken, das bei Mädchen infolge der Einwanderung in die Scheide zur Onanie verführen kann. Auch durch Reizung der Sakralnerven vom Mastdarm aus wirken die Würmer auf die Geschlechtswerkzeuge und führen die bedenklichsten Folgen herbei. Sie veranlassen eine Entzündung der Schleimhaut des Darmes und beeinträchtigen bei massenhaftem Vorkommen endlich auch die Ernährung. Zur Bekämpfung des Madenwurms benutzt man Abführmittel, namentlich Rizinusöl und Kalomel; die Stuhlentleerung reicht aber zur Abtreibung der Würmer nicht aus, da diese vorwiegend in den untern Darmabschnitten (dem aufsteigenden Teil des Dickdarms) sich aufhalten. Hier werden sie am besten durch mehrere Wochen lang täglich wiederholte Darmeinläufe mit schwachem Seifen- oder Essigwasser entfernt. Zur Verhütung erneuter Infektion ist auch Reinhaltung der Hände, besonders der Fingernägel, an denen sich häufig infolge Kratzens am After Wurmeier befinden, erforderlich. O. ambigua Rud. aus dem Darm des Hafen und Kaninchens war schon Aristoteles bekannt und wurde von ihm als Ascaris bezeichnet, während man gegenwärtig hierunter den Spulwurm versteht.
 
Artikelverweis 
Madēra, Insel und Fluß, s. Meyers Madeira.
 
Artikelverweis 
Maderanertal, ein 12 km langes, rechtes Seitental der Reuß im schweizer. Kanton Uri bei Amsteg (Station der Gotthardbahn), vom Kärstelenbach durchflossen, der namentlich vom Hüfi- und Brunnigletscher genährt wird. Es wird wegen seiner landschaftlichen Reize von Touristen und Kurgästen viel besucht und bietet Gelegenheit zu Bergbesteigungen (Bristenstock, Oberalpstock, Große und Kleine Windgälle etc.). Im Hintergrund liegt in 1354 m Höhe das Hotel Alpenklub. Von hier führt ein Paß über den Brunnigletscher (2736 m) nach Disentis, ein anderer nach O. über das Claridenjoch ins Linthtal. Im 17. Jahrh. fand hier Bergbau auf Eisen durch die italienische Familie Maderano statt, nach der das

[Bd. 6, Sp. 42]


Tal benannt ist. Vgl. »Uri, Land und Leute« (Altdorf 1902).
 
Artikelverweis 
Maderer, Berg, s. Meyers Silvretta.
 
Artikelverweis 
Madérna, 1) Carlo, ital. Architekt, geb. 1556 zu Bissone in der Lombardei, gest. 1629 in Rom, bildete sich in Rom bei Domenico Fontana und setzte seit 1605 den Bau der Peterskirche fort, an der er das Langhaus, die Fassade und die Vorhalle, zum Nachteil der ursprünglichen Gestaltung des Grundrisses, ausführte (s. Tafel Meyers »Architektur X«, Fig. 24). Er legte ferner die beiden Fontänen vor der Kirche an, errichtete die Fassaden der Kirchen Santa Susanna und San Giacomo degli Incurabili und erbaute die Paläste Mattei, Odescalchi, Rospigliosi und Barberini (letztern mit Bernini). Seine Paläste gehören zu den großartigsten Schöpfungen des Barockstils.
   2) Stefano, ital. Bildhauer, geb. 1571 (nach andern 1576) in Mailand, gest. 1636 in Rom, war zumeist in Rom tätig, wo er anfangs antike Bildwerke ergänzte und später Modelle zu Erzstatuen und Reliefs für römische Kirchen anfertigte. Sie schließen sich an den schwülstigen Stil Berninis an. Frei davon ist sein Hauptwerk, die liegende Marmorfigur der enthaupteten heiligen Cäcilie in der Kirche Santa Cecilia in Trastevere, die der Überlieferung nach in derselben Lage gebildet ist, in der man die Leiche der Märtyrerin gefunden hat (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XI«, Fig. 6).
 
Artikelverweis 
Madēsis (Madarosis, griech.), Kahlheit, besonders der Augenlider; M. ciliaris, Verlust der Wimpern.
 
Artikelverweis 
Madeyski-Poray, Stanislaus, Ritter von, österreich. Staatsmann, geb. 24. April 1841 zu Sieniawa in Galizien, trat| 1864 in den Staatsdienst, wurde nach kurzer Dienstleistung im Justizministerium 1871 Notar, habilitierte sich in Lemberg für österreichisches Zivilrecht und wurde 1886 Professor der Rechte an der Krakauer Universität. Seit 1879 Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo er sich der liberalen Fraktion des Polenklubs anschloß, ward er nach dem Sturz des Ministeriums Taaffe 11. Nov. 1893 Unterrichtsminister im Koalitionsministerium Windischgrätz, mußte aber 19. Juni 1895 mit dem gesamten Kabinett demissionieren, als die Linke die Errichtung eines slowenischen Untergymnasiums in der deutschen Stadt Meyers Cilli (s. d.) als Verletzung des nationalen Besitzstandes erklärte und aus der Koalition austrat. Am 20. Sept. 1899 ward er zum Mitgliede des Herrenhauses ernannt. Er schrieb mehrere juristische Abhandlungen und ließ eine Schrift über »Die deutsche Staatssprache oder Österreich ein deutscher Staat« mit autonomistischer Tendenz (Wien 1884) erscheinen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer