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Ludwigshöhe bis Luegg (Bd. 6, Sp. 794 bis 795)
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Artikelverweis Ludwigshöhe, königl. Villa bei Meyers Edenkoben (s. d.).
 
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Ludwigskanal (Donau-Main-Kanal), Kanal zur Verbindung des Rheins und der Donau, führt von Bamberg aus der Regnitz zwischen dieser und der Eisenbahn über Forchheim, Erlangen, Fürth nach Nürnberg, von da durch den Fränkischen Jura und über Neumarkt in die schiffbar gemachte Altmühl und bei Kelheim zur Donau. Der höchste Punkt ist 205 m über dem Einmündungspunkt bei Bamberg und 88 m über dem Donauspiegel bei Neumarkt gelegen. Die ganze Länge des Ludwigskanals beträgt 172,4 km. Er hat von Bamberg bis Kelheim 88 Kammerschleusen und ist oben 17,5 m, in der Sohle 11 m breit und 1,6 m tief. Gegen Anschwellungen der Wassermasse ist er durch (99) Durchlässe geschützt; 12 Brücken leiten ihn über Flüsse und Bäche. Der Kanal wurde unter König Ludwig I. 183645 nach dem Plan des Oberbaurats Pechmann ausgeführt. Vgl. Schanz, Der Donau-Mainkanal und seine Schicksale (Bamb. 1894), und die »Übersicht der deutschen Schiffahrtskanäle« beim Artikel »Kanäle«.
 
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Ludwigslied (Ludwigsleich), ein althochdeutsches Gedicht in fränkischer Mundart, das den Sieg des westfränkischen Königs Ludwig III. (s. Meyers Ludwig 23) bei Saucourt in der Picardie 881 über die Normannen besingt. Es schließt sich dem Volkston an, hat aber wahrscheinlich einen fränkischen Geistlichen zum Verfasser. Herausgegeben wurde es zuerst von Schilter (Straßb. 1696) nach einer Abschrift, die Mabillon von der Handschrift genommen hatte. Die Handschrift, die längere Zeit für verloren galt, fand Hoffmann von Fallersleben zu Valenciennes wieder auf und ließ aus ihr das Gedicht 1837 in den von ihm und Willems herausgegebenen »Monumenta Elnonensia« (2. Aufl., Gent 1845) abdrucken. Das L., das zu den wertvollsten Überresten der althochdeutschen Zeit gehört, findet sich in allen altdeutschen Lesebüchern.
 
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Ludwigslust, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Knotenpunkt der preußischen, bez. mecklenburgischen Staatsbahnlinien Berlin-Hamburg, L.-Wismar, L.-Dömitz und L.-Neubrandenburg, 36 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen (darunter die Hauptkirche in Form eines griechischen Tempels), eine kath. Kirche, eine griechisch-kath. Kapelle, eine Synagoge, ein großherzogliches Residenzschloß (1772 bis 1776 erbaut) mit Sammlungen, Familiengruft und reizendem Park (vgl. die Beschreibung von Saubert, Ludwigslust 1897), ein großherzogliches Palais, eine Villa des Herzogs Paul, schöne Promenaden, Denkmal des Großherzogs Friedrich Franz I., Realgymnasium, Taubstummenanstalt, Bethlehemstift (Krankenhäuser mit Diakonissenanstalt), Amtsgericht, Forstinspektion, Schokolade-, Zuckerwaren-, Milchsäure- u. Zementsteinfabrikation, eine chemische Fabrik, bedeutenden Spargelbau und (1900) mit der Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 17) 6634 Einw. L. wurde von Herzog Friedrich dem Frommen (175685) angelegt und nach dessen Vater Herzog Christian Ludwig II. benannt; 1876 wurde es Stadt und 1880 in den ständischen Verband aufgenommen.
 
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Ludwigs-Missionsverein, s. Mission.
 
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Ludwigsorden: 1) Bayrischer Orden, vom König Ludwig I. 25. Aug. 1827 für 50jährige Dienstzeit in Hof-, Staats-, Kriegs- und Kirchenämtern in zwei Klassen gestiftet. Die Dekoration ist für Mitglieder

[Bd. 6, Sp. 795]


höhern Ranges ein goldenes, von der Krone bedecktes Kreuz, in dessen weißem Mittelschild auf dem Avers das goldene Brustbild des Stifters und auf den Flügeln: »Ludwig, König von Bayern«, auf dem Revers in grünem Eichenkranz: »Für ehrenvolle 50 Dienstesjahre« und auf den Flügeln: »Am 23. Aug. 1827« steht. Beamte niedern Ranges erhalten eine Goldmedaille mit denselben Inschriften. Das Band ist karmesinrot und hellblau eingefaßt. 2) Französischer Orden, gestiftet von Ludwig XIV. 1693 für Militärverdienste, in drei Klassen, mit Einkünften. Die Dekoration war ein weißes, achtspitziges Kreuz, mit Lilien in den Winkeln, im Mittelschilde der heil. Ludwig mit der Umschrift: »Lud. Magn. inst. 1693«, auf dem Revers ein flammendes Schwert in grünem Lorbeerkranz, mit der Umschrift: »Bellicae virtutis praemium« (»Belohnung kriegerischer Tugend«). Durch die Revolution aufgehoben, wurde er von Ludwig XVIII. wieder eingeführt, 1830 abermals aufgehoben. 3) Großherzoglich hessischer Zivil und Militärverdienstorden, gestiftet von Ludwig I. 25. Aug. 1807 und von Ludwig II. 14. Dez. 1831 mit Statuten versehen. Der Orden hat fünf Klassen: Großkreuze, Kommandeure erster und zweiter Klasse, Ritter erster und zweiter Klasse; damit verbunden ist eine goldene und eine silberne Medaille. Das Ordenszeichen ist ein schwarzes, rot gerändertes achtspitziges Kreuz mit rot emailliertem Mittelschild, in dem vorn ein L mit der Umschrift: »Für Verdienste«, hinten: »Gott, Ehre, Vaterland« auf schwarzem Email steht. Die Großkreuze tragen dazu einen achtspitzigen Silberstern mit der von Lorbeer- und Eichenlaub eingefaßten Devise, die Kommandeure erster Klasse einen vierspitzigen Silberstern. Das Band ist schwarz und rot eingefaßt. (S. Tafel Meyers »Orden I«, Fig. 17.)
 
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Ludwigsruhe, Lustschloß, s. Meyers Langenburg 1).
 
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Ludwigsstadt, Flecken im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Teuschnitz, an der Loquitz, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Hochstadt-Probstzella und L.-Lehesten, 444 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Amtsgericht, Forstamt, Schieferbrüche, Schiefertafel- und Kistenfabrikation, Dampfbrauerei, Schneidemühlen und (1900) 1465 meist evang. Einwohner. L. erhielt 1325 vom Grafen von Orlamünde Stadtrecht, was Karl IV. 1377 bestätigte. Es fiel 1622 an das Fürstentum Bayreuth und durch Tausch gegen das Amt Enchenreuth 1803 von Preußen an Bayern.
 
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Lueg (spr. lū-ĕg), Paß, Talenge der Salzach zwischen dem Tennengebirge (östlich) und dem Hagengebirge (westlich) im Herzogtum Salzburg, 547 m ü. M., 8 km lang, wird von der Straße von Golling nach Werfen und von der Staatsbahnlinie Salzburg-Bischofshofen (von letzterer an der engsten Stelle mittels eines 928 m langen Tunnels) durchzogen. An den Felswänden sind kesselförmige Vertiefungen, die Öfen der Salzach, ausgewaschen worden, die zugänglich gemacht sind. Der Paß ist seit dem 14. Jahrh. befestigt und wurde 1805 und 1809 von den Landesschützen unter Joseph Struber gegen die Franzosen und Bayern erfolgreich verteidigt, woran ein 1898 errichtetes Denkmal erinnert.
 
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Lueger (spr. lū-ĕger), 1) Otto, Ingenieur, geb. 13. Okt. 1843 in Thengen (Baden), studierte am Polytechnikum in Karlsruhe, arbeitete seit 1866 an den Wasserwerken daselbst, seit 1871 an der Frankfurter Quellwasserleitung und wurde 1874 Vorstand des Tiefbauamts in Freiburg i. Br. Seit 1878 lebte er als Zivilingenieur und beschäftigte sich mit Wasserversorgungs-, Kanalisationsarbeiten etc. 1895 wurde er außerordentlicher, 1903 ordentlicher Professor des Wasserbaues an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Er schrieb: »Die Brunnenleitung der Stadt Freiburg« (Freib. 1879); »Theorie der Bewegung des Grundwassers in den Alluvionen der Flußgebiete« (Stuttg. 1883); »Die Wasserversorgung der Stadt Lahr« (Lahr 1884); »Die Wasserversorgung der Städte« (Darmst. 189095); »Wasserversorgung der Gebäude« (in Durms »Handbuch der Architektur«, das. 1890); auch gab er heraus: »Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften« (Stuttg. 189499, 7 Bde.; 2. Aufl. 1904 ff.).
   2) Karl, österreich. Politiker, geb. 24. Okt. 1844 in Wien, studierte die Rechte und ward 1874 Advokat daselbst. Seit 1875 Mitglied des Wiener Gemeinderats, spielte er zunächst als Demokrat, später als Antisemit eine Rolle und bekämpfte dann die liberale Verfassungspartei. Als Vorkämpfer der antisemitischen Bewegung wurde er im fünften Wiener Bezirk 1885 und 1891 in das Abgeordnetenhaus gewählt, wo er, wie im niederösterreichischen Landtage, dem er seit 1890 angehört, als Wortführer der Antisemiten auftrat. Sein Hauptziel war der Sturz der liberalen Gemeinderatsmehrheit und die Erlangung des Bürgermeisteramtes. Schon im Mai 1895 wurde er Vizebürgermeister, nachdem der nur mit kleiner Mehrheit gewählte liberale erste Vizebürgermeister Richter die Wahl ablehnte. Da auch der Bürgermeister Grübl sein Amt niederlegte, erhielt bei der Neuwahl 29. Mai L. die gesetzliche Mindestziffer von 70 Stimmen, nahm aber die Wahl nicht an, und da daraufhin der Gemeinderat aufgelöst und ein Regierungsvertreter eingesetzt wurde, erlosch auch sein Mandat als Vizebürgermeister. Durch eine unermüdliche Agitation im Bunde mit den Klerikalen und deutschnationalen Antisemiten erreichte er, daß die Gemeinderatswahlen im September 1895 eine überwiegende antisemitische Mehrheit ergaben, worauf er 29. Okt. mit 93 Stimmen zum Bürgermeister gewählt wurde; doch verweigerte ihm der Kaiser die Bestätigung. Und als der Gemeinderat ihn 13. Nov. von neuem wählte, erfolgte dessen Auflösung mit Einsetzung eines Regierungskommissars. Die Krise fand ihre Lösung, als L. nach abermaliger Wahl zum Bürgermeister (18. April 1896) und einer Audienz beim Kaiser (27. April) freiwillig auf die Würde verzichtete, worauf 6. Mai die Wahl Strobachs zum Bürgermeister und Luegers zum ersten Vizebürgermeister anstandslos erfolgte. Am 8. April 1897 wurde er dann zum Bürgermeister gewählt und vom Kaiser bestätigt. Vgl. Tomola, Unser Bürgermeister Dr. Carl L., Festschrift (Wien 1904).
 
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Luegg (spr. lū-ĕgg, slowen. Predjama), Dorf in Krain, zur Gemeinde Bukuje der Bezirksh. Adelsberg gehörig, in einer Doline des Birnbaumer Waldes, am Abhang einer 123 m hohen Felswand, die fünf Grotten enthält, gelegen, mit einem Schloß (1570), einer alten Höhlenburg und (1900) 257 slowen. Einw.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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