Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Zwölften bis Zygaena (Bd. 6, Sp. 1050 bis 1051)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Zwölften (Zwölf Nächte), die Tage vom 24. Dezember bis zum Dreikönigsabend (6. Januar). Wie die Benennung Zwölf (auch Dreizehn) Nächte bekundet, war es ursprünglich das altheidnische Fest der Wintersonnenwende (s. Julfest), wo die Götter, vor allen Wodan und seine Gemahlin Frigg, mit den seligen Geistern ihren Umzug hielten. In Mecklenburg und in der Ukermark droht man den Mägden, die nicht abgesponnen haben, mit dem Wode oder der Frick, die ihnen den Wocken zerzausen und besudeln würden, u. dgl. In der Mittelmark bis zum Harz tritt an die Stelle des Wode und der Frick Frau Harke, in Thüringen Frau Holle, in Süddeutschland Frau Berchta. Anderweitig erzählt man auch vom Umzug des wilden Jägers, des wütenden Heeres etc. Man hält die Zeit heilig; sie ist gespensterhaft und bedeutsam. In dieser Zeit wird der Witterungskalender des nächsten Jahres vom Bauer angelegt. Der Witterung jedes Tages entspricht die eines Monats der Reihe nach. Auch sonst sind diese Tage (Lostage) bedeutsam, Träume gelten dann als besonders vorbedeutend, und mannigfach sucht man die Zukunft zu erforschen. Um sich vor den bösen Geistern zu schützen, die in den Z. vorzugsweise ihr Unwesen treiben, besprengt man in katholischen Gegenden an gewissen Tagen der Z., die deshalb auch Meyers Rauchnächte (s. d.) heißen, Zimmer und Ställe mit Weihwasser und räuchert sie mit Weihrauch. Vgl. Klöpflinstage.
 
Artikelverweis 
Zwölfweibig, s. Dodecagynus.
 
Artikelverweis 
Zwolle, Hauptstadt der niederländ. Provinz Overyssel, am Zwarte Water, durch die Wilhelmsfahrt und die Neue Vecht mit der Yssel und der Vecht verbunden, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Zutphen-Leeuwarden und Almelo-Z., der Lokalbahn Z.-Ommen und der Linie Utrecht-Kampen der Zentralbahn, hat 3 Vorstädte, 8 Kirchen (darunter die große reformierte St. Michaeliskirche mit berühmter Orgel und Kanzel), ein Rathaus aus dem 15. Jahrh., ein restauriertes gotisches Tor (Sassenpoort) mit 4 Türmen, ein Provinzial- und ein Kantonalgericht, ein Gymnasium, eine höhere Bürger-, eine Industrie- und Zeichenschule, ein Naturalienkabinett, Theater, Korrektionshaus, Eisengießereien, Schiffbau, Fabrikation von Chemikalien, Likör, Mineralwasser, Öl-, Getreide- und Sägemühlen, bedeutende Getreide-, Vieh- und Fischmärkte, lebhaften Handel und (1906) 33,051 Einw. Der nahe Agnietenberg, einst mit Kloster, worin Thomas a Kempis lebte, ist jetzt mit schönen Anlagen geziert. Z. wurde 1233 mit Stadtrecht versehen und war bald ein ansehnlicher

[Bd. 6, Sp. 1051]


Handelsplatz, Mitglied der Hansa. 1580 schloß es sich den Generalstaaten an. 1672 ergab Z. sich dem Bischof von Münster, Bernhard von Galen; 1674 wurden die Festungswerke geschleift, dann wiederhergestellt, 1874 aber aufs neue geschleift.
 
Artikelverweis 
Zwönitz, Stadt in der sächs. Kreis- und Amtsh. Chemnitz, am Fluß Z., Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Chemnitz-Aue, Stollberg-Z. und Z.-Scheibenberg, 529 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Fabrikation von emaillierten Blechwaren, Schuh- und Strickwaren, Trikotagen, Preßspänen und Pappe, Spitzenklöppelei, Bierbrauerei, Gerberei und (1905) 3464 Einw. Nördlich davon has Dorf Meyers Niederzwönitz (s. d.). Z. wird zuerst 1320 urkundlich erwähnt.
 
Artikelverweis 
Zwornik, Stadt in Bosnien, s. Meyers Zvornik.
 
Artikelverweis 
Zwota, Dorf in der sächs. Kreish. Zwickau, Amtsh. Auerbach, 615 m ü. M., an der Zwotau (Nebenfluß der Eger), Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Chemnitz-Aue-Adorf und Z.-Klingenthal, hat eine evang. Kirche, Harmonika-, Akkordion-, Geigen-, Holzinstrumenten-, Darmsaiten- und Drahtstiftfabrikation, 4 Dampfsägewerke und (1905) 3044 Einw. Z. wird zuerst 1328 urkundlich erwähnt.
 
Artikelverweis 
Zwötzen, Dorf im Fürstentum Reuß j. L., Unterländ. Bezirk, 202 m ü. M., an der Elster, Knotenpunkt der sächsischen, bez. preußischen Staatsbahnlinien Ronneburg-Z., Gera-Weischlitz und Leipzig-Probstzella, hat eine evang. Kirche, Kammgarnspinnerei und -Weberei, Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrikation und (1905) 4191 Einw.
 
Artikelverweis 
Zwyndrecht (spr. sweind-), Ort auf der niederländ. Insel Meyers Ysselmonde (s. d.).
 
Artikelverweis 
Zychlinski, Franz Szeliga Zychlin von, preuß. General, geb. 27. März 1816 zu Allenburg in Ostpreußen, gest. 17. März 1900 in Berlin, trat 1833 in das Heer, machte den Feldzug 1849 in der Pfalz und in Baden mit, wurde 1852 Hauptmann, 1860 Bataillonskommandeur im 3. Gardegrenadierregiment und 1866 Kommandeur des 27. Infanterieregiments, das er bei Königgrätz führte, wo er schwer verwundet wurde und sich den Orden pour le mérite erwarb. Im deutsch-französischen Krieg Kommandeur der 14. Infanteriebrigade, kämpfte er bei Beaumont und vor Paris, erhielt 1875 die 15. Infanteriedivision in Köln und schied 1880 als General der Infanterie aus dem Dienst. Er schrieb: »Geschichte des 24. Infanterieregiments« (Berl. 185457, 2 Bde.); »Anteil des 2. Magdeburgischen Infanterieregiments Nr. 27 an dem Gefecht bei Münchengrätz und an der Schlacht von Königgrätz« (Halle 1866).
 
Artikelverweis 
Zydaczów (spr. schüdātschow), Stadt in Galizien, am Stryj, nahe seiner Mündung in den Dnjestr, an der Staatsbahnlinie Stryj-Tarnopol, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein altes Schloß, Viehhandel und (1900) 3347 polnische und ruthen. Einwohner.
 
Artikelverweis 
Zygaena, s. Meyers Hammerfisch.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: