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Zwölfsilber bis Zwötzen (Bd. 6, Sp. 1050 bis 1051)
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Artikelverweis Zwölfsilber (Zwölfsilbner), s. Meyers Alexandriner.
 
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Zwölfstädte (Dodekapolis), im Altertum Bund von zwölf Städten, wie die der Ionier (s. d., S. 1) in Kleinasien und die in Meyers Etrurien (s. d., S. 143).
 
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Zwölf Stämme Israels, s. Meyers Juden, S. 331.
 
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Zwölf Tafeln (Duodecim tabulae), die zwölf Tafeln, auf denen das römische Recht (Lex duodecim tabularum, Lex decemviralis, Zwölftafelgesetz) seit 450 v. Chr. ausgezeichnet war. Den ersten Anlaß zu dieser Auszeichnung gab der Tribun Gajus Terentilius Arsa 462 durch den Antrag, daß für die Amtsgewalt der Konsuln bestimmte Gesetze aufgeschrieben werden sollten. Die Patrizier setzten dem Antrag lange den hartnäckigsten Widerstand entgegen, und erst 454 kam eine Einigung dahin zustande, daß zunächst eine Gesandtschaft nach Athen geschickt werden sollte, um die dortigen Gesetze kennen zu lernen, und daß nach deren Rückkehr zehn Männer (Dezemvirn, decemviri) eingesetzt werden sollten, nicht um bloß das Amtsrecht der Konsuln, sondern um das gesamte Recht aufzuzeichnen. So wurden zuerst für 451 statt aller andern Magistrate zehn Männer gewählt, die zehn Gesetztafeln zustande brachten. Da aber hiermit das Werk noch nicht vollendet war, wurden für 450 die zweiten Dezemvirn ernannt, die noch zwei Tafeln hinzufügten, jedoch ihr Amt widerrechtlich über das ihnen zustehende Jahr ausdehnten, so daß sie nur durch einen Aufstand der Plebejer zur Niederlegung gebracht werden konnten. So entstanden die Zwölftafelgesetze, die auf ehernen Tafeln eingegraben und auf dem Forum ausgestellt wurden. Sie galten für die Quelle allen Rechts, sowohl des Zivilrechts und Zivilverfahrens, des öffentlichen und Sakralrechts, und wurden von den angesehensten Rechtsgelehrten kommentiert, wie von S. Älius Catus, Ant istius Labeo, Servius Sulpicius, Gajus u. a.; ihr Vorhandensein wird bis ins 2. Jahrh. n. Chr. erwähnt. Gleichwohl sind nur wenige bedeutendere Bruchstücke bei den Schriftstellern erhalten. Sie sind gesammelt und erläutert von Dirksen (Leipz. 1824), R. Schöll (das. 1866) und M. Voigt (das. 188384, 2 Bde.). Vgl. Kipp, Geschichte der Quellen des römischen Rechts, S. 29 ff. (2. Aufl., Leipz. 1903); Girard, Geschichte und System des römischen Rechts, S. 9 ff., 26 ff. (deutsch von Mayr, Berl. 1908).
 
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Zwölften (Zwölf Nächte), die Tage vom 24. Dezember bis zum Dreikönigsabend (6. Januar). Wie die Benennung Zwölf (auch Dreizehn) Nächte bekundet, war es ursprünglich das altheidnische Fest der Wintersonnenwende (s. Julfest), wo die Götter, vor allen Wodan und seine Gemahlin Frigg, mit den seligen Geistern ihren Umzug hielten. In Mecklenburg und in der Ukermark droht man den Mägden, die nicht abgesponnen haben, mit dem Wode oder der Frick, die ihnen den Wocken zerzausen und besudeln würden, u. dgl. In der Mittelmark bis zum Harz tritt an die Stelle des Wode und der Frick Frau Harke, in Thüringen Frau Holle, in Süddeutschland Frau Berchta. Anderweitig erzählt man auch vom Umzug des wilden Jägers, des wütenden Heeres etc. Man hält die Zeit heilig; sie ist gespensterhaft und bedeutsam. In dieser Zeit wird der Witterungskalender des nächsten Jahres vom Bauer angelegt. Der Witterung jedes Tages entspricht die eines Monats der Reihe nach. Auch sonst sind diese Tage (Lostage) bedeutsam, Träume gelten dann als besonders vorbedeutend, und mannigfach sucht man die Zukunft zu erforschen. Um sich vor den bösen Geistern zu schützen, die in den Z. vorzugsweise ihr Unwesen treiben, besprengt man in katholischen Gegenden an gewissen Tagen der Z., die deshalb auch Meyers Rauchnächte (s. d.) heißen, Zimmer und Ställe mit Weihwasser und räuchert sie mit Weihrauch. Vgl. Klöpflinstage.
 
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Zwölfweibig, s. Dodecagynus.
 
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Zwolle, Hauptstadt der niederländ. Provinz Overyssel, am Zwarte Water, durch die Wilhelmsfahrt und die Neue Vecht mit der Yssel und der Vecht verbunden, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Zutphen-Leeuwarden und Almelo-Z., der Lokalbahn Z.-Ommen und der Linie Utrecht-Kampen der Zentralbahn, hat 3 Vorstädte, 8 Kirchen (darunter die große reformierte St. Michaeliskirche mit berühmter Orgel und Kanzel), ein Rathaus aus dem 15. Jahrh., ein restauriertes gotisches Tor (Sassenpoort) mit 4 Türmen, ein Provinzial- und ein Kantonalgericht, ein Gymnasium, eine höhere Bürger-, eine Industrie- und Zeichenschule, ein Naturalienkabinett, Theater, Korrektionshaus, Eisengießereien, Schiffbau, Fabrikation von Chemikalien, Likör, Mineralwasser, Öl-, Getreide- und Sägemühlen, bedeutende Getreide-, Vieh- und Fischmärkte, lebhaften Handel und (1906) 33,051 Einw. Der nahe Agnietenberg, einst mit Kloster, worin Thomas a Kempis lebte, ist jetzt mit schönen Anlagen geziert. Z. wurde 1233 mit Stadtrecht versehen und war bald ein ansehnlicher

[Bd. 6, Sp. 1051]


Handelsplatz, Mitglied der Hansa. 1580 schloß es sich den Generalstaaten an. 1672 ergab Z. sich dem Bischof von Münster, Bernhard von Galen; 1674 wurden die Festungswerke geschleift, dann wiederhergestellt, 1874 aber aufs neue geschleift.
 
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Zwönitz, Stadt in der sächs. Kreis- und Amtsh. Chemnitz, am Fluß Z., Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Chemnitz-Aue, Stollberg-Z. und Z.-Scheibenberg, 529 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Fabrikation von emaillierten Blechwaren, Schuh- und Strickwaren, Trikotagen, Preßspänen und Pappe, Spitzenklöppelei, Bierbrauerei, Gerberei und (1905) 3464 Einw. Nördlich davon has Dorf Meyers Niederzwönitz (s. d.). Z. wird zuerst 1320 urkundlich erwähnt.
 
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Zwornik, Stadt in Bosnien, s. Meyers Zvornik.
 
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Zwota, Dorf in der sächs. Kreish. Zwickau, Amtsh. Auerbach, 615 m ü. M., an der Zwotau (Nebenfluß der Eger), Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Chemnitz-Aue-Adorf und Z.-Klingenthal, hat eine evang. Kirche, Harmonika-, Akkordion-, Geigen-, Holzinstrumenten-, Darmsaiten- und Drahtstiftfabrikation, 4 Dampfsägewerke und (1905) 3044 Einw. Z. wird zuerst 1328 urkundlich erwähnt.
 
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Zwötzen, Dorf im Fürstentum Reuß j. L., Unterländ. Bezirk, 202 m ü. M., an der Elster, Knotenpunkt der sächsischen, bez. preußischen Staatsbahnlinien Ronneburg-Z., Gera-Weischlitz und Leipzig-Probstzella, hat eine evang. Kirche, Kammgarnspinnerei und -Weberei, Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrikation und (1905) 4191 Einw.

 

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