Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Zwölfender bis Zwölf Tafeln (Bd. 6, Sp. 1050)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Zwölfender, s. Meyers Geweih, S. 781.
 
Artikelverweis 
Zwölffingerdarm, s. Meyers Darm.
 
Artikelverweis 
Zwölfflächner, s. Dodekaeder.
 
Artikelverweis 
Zwölf Götter, ein aus der Menge der Gottheiten ausgesonderter höchster Götterkreis, findet sich wie bei andern alten Völkern, z. B. den Ägyptern, auch bei Griechen und Italikern; doch sind es nicht überall dieselben Götter. In Athen waren es Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, Apollon, Artemis, Hephästos, Athene, Ares, Aphrodite, Hermes, Hestia; ihr von dem jüngern Peisistratos auf dem Markt errichteter Altar galt als Mittelpunkt der Stadt. In Rom erschienen unter dem Namen der dii consentes (s. Meyers Consentes Dii) zu der Zwölfzahl vereinigt seit 217 v. Chr. Jupiter, Juno, Neptun, Minerva, Mars, Venus, Apollon, Diana, Volcanus, Vesta, Mercurius, Ceres, augenscheinlich nach athenischem Muster. Ihre vergoldeten Statuen standen auf dem Forum. Hauptdarstellung des Göttervereins ist die sogen. ara Borghese im Louvre, die römische Nachbildung eines altertümlichen attischen Werkes. Vgl. Petersen, Das Zwölfgöttersystem der Griechen und Römer (2 Tle., Hamb. 1853 u. 1867), und dessen populären Vortrag (Berl. 1870); E. v. Schmidt, Die Zwölfgötter der Griechen (Jena 1859).
 
Artikelverweis 
Zwölfmalgreien, östlicher Vorort von Meyers Bozen (s. d.), mit Villen und Gärten, Weingütern, Elektrizitätswerk, Konservenfabriken und (1900) 5346 deutschen Einwohnern.
 
Artikelverweis 
Zwölfmännig, s. Meyers Dodecandrus.
 
Artikelverweis 
Zwölf Nächte, s. Meyers Zwölften.
 
Artikelverweis 
Zwölfsilber (Zwölfsilbner), s. Meyers Alexandriner.
 
Artikelverweis 
Zwölfstädte (Dodekapolis), im Altertum Bund von zwölf Städten, wie die der Ionier (s. d., S. 1) in Kleinasien und die in Meyers Etrurien (s. d., S. 143).
 
Artikelverweis 
Zwölf Stämme Israels, s. Meyers Juden, S. 331.
 
Artikelverweis 
Zwölf Tafeln (Duodecim tabulae), die zwölf Tafeln, auf denen das römische Recht (Lex duodecim tabularum, Lex decemviralis, Zwölftafelgesetz) seit 450 v. Chr. ausgezeichnet war. Den ersten Anlaß zu dieser Auszeichnung gab der Tribun Gajus Terentilius Arsa 462 durch den Antrag, daß für die Amtsgewalt der Konsuln bestimmte Gesetze aufgeschrieben werden sollten. Die Patrizier setzten dem Antrag lange den hartnäckigsten Widerstand entgegen, und erst 454 kam eine Einigung dahin zustande, daß zunächst eine Gesandtschaft nach Athen geschickt werden sollte, um die dortigen Gesetze kennen zu lernen, und daß nach deren Rückkehr zehn Männer (Dezemvirn, decemviri) eingesetzt werden sollten, nicht um bloß das Amtsrecht der Konsuln, sondern um das gesamte Recht aufzuzeichnen. So wurden zuerst für 451 statt aller andern Magistrate zehn Männer gewählt, die zehn Gesetztafeln zustande brachten. Da aber hiermit das Werk noch nicht vollendet war, wurden für 450 die zweiten Dezemvirn ernannt, die noch zwei Tafeln hinzufügten, jedoch ihr Amt widerrechtlich über das ihnen zustehende Jahr ausdehnten, so daß sie nur durch einen Aufstand der Plebejer zur Niederlegung gebracht werden konnten. So entstanden die Zwölftafelgesetze, die auf ehernen Tafeln eingegraben und auf dem Forum ausgestellt wurden. Sie galten für die Quelle allen Rechts, sowohl des Zivilrechts und Zivilverfahrens, des öffentlichen und Sakralrechts, und wurden von den angesehensten Rechtsgelehrten kommentiert, wie von S. Älius Catus, Ant istius Labeo, Servius Sulpicius, Gajus u. a.; ihr Vorhandensein wird bis ins 2. Jahrh. n. Chr. erwähnt. Gleichwohl sind nur wenige bedeutendere Bruchstücke bei den Schriftstellern erhalten. Sie sind gesammelt und erläutert von Dirksen (Leipz. 1824), R. Schöll (das. 1866) und M. Voigt (das. 188384, 2 Bde.). Vgl. Kipp, Geschichte der Quellen des römischen Rechts, S. 29 ff. (2. Aufl., Leipz. 1903); Girard, Geschichte und System des römischen Rechts, S. 9 ff., 26 ff. (deutsch von Mayr, Berl. 1908).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: