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Zwischenklage bis Zwischenrippenneuralgie (Bd. 6, Sp. 1048)
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Artikelverweis Zwischenklage (Inzidentklage) nennt man diejenige Klage, die im Lauf eines Prozesses vom Kläger gegen den Beklagten mündlich erhoben wird. Die Meyers Rechtshängigkeit (s. d.) eines so erhobenen Anspruches tritt nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 281) ebenso wie in Ansehung des Widerklageanspruches mit dem Zeitpunkt ein, in dem der Anspruch in der mündlichen Verhandlung geltend gemacht wird. Die österreichische Zivilprozeßordnung gestattet in § 236 und 259 einen Zwischenantrag auf Feststellung.
 
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Zwischenklemmungsmasse (Zwischenmasse), in der Petrographie soviel wie Meyers Basis (s. d.).
 
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Zwischenlicht, in der Photometrie das Licht, mit dem man das zu messende und das Norm allicht vergleicht.
 
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Zwischenmaschinen, s. Meyers Maschine, S. 381.
 
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Zwischenmittel, s. Meyers Mittel (bergmännisch).
 
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Zwischennutzung, s. Meyers Abtriebsnutzung.
 
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Zwischenplatz (Mittelplatz, Mittelort), im Wechselwesen der dritte Ort, nach dem Wechsel remittiert oder trassiert werden in der Absicht, nach einem andern Orte hin eine Zahlung zu machen, bez. eine Summe zu empfangen. Man wählt einen solchen Z. dann aus, wenn bei gegebenem Stande der Wechselkurse Zahlung oder Einkassierung über denselben vorteilhafter ist als der unmittelbare Wechselverkehr.
 
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Zwischenprodukte, technische Erzeugnisse, die aus einem Rohstoff hergestellt und weiter verarbeitet werden, um daraus das Endprodukt zu erhalten. Bei der Sodafabrikation ist das aus Chlornatrium dargestellte schwefelsaure Natron (Sulfat) Zwischenprodukt. Vgl. Hüttenkunde.
 
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Zwischenregierung (Zwischenherrschaft) nennt man eine Regierung, die nach Umsturz einer früher bestandenen, später wiederhergestellten Regierung in der Zwischenzeit die Staatsgewalt besessen hat. So wurden z. B. Napoleon I. und die von ihm in Spanien, Neapel, Westfalen und anderwärts eingesetzten Fürsten von den wiedereingesetzten frühern Fürsten als Zwischenherrscher betrachtet. Inwiefern die Handlungen einer Z. für den zurückgekehrten frühern Landesherrn bindend sind, ist eine z. B. hinsichtlich des ehemaligen Königreichs Westfalen viel bestrittene Frage. Hat der frühere Herrscher für sich und die Seinen auf sein Herrscherrecht förmlich verzichtet, so sind natürlich Zweifel nicht möglich. Fehlt dieser Verzicht, so fragt es sich, ob die Untertanen berechtigt und verpflichtet sind, die neue Herrschaft anzuerkennen und ihr zu gehorchen, solange der alte Herrscher oder dessen rechtmäßige Erben leben und ihre Rechte auf die ihnen entrissene Gewalt fortwährend, wenn auch nur durch Protestation, behaupten. Die Frage ist zu bejahen, da für die Staatsangehörigen das tatsächliche Verhältnis entscheidend ist und eine angesprochene Staatsgewalt, die nicht geltend gemacht werden kann, keine Staatsgewalt ist. Auch bei der feindlichen Besetzung (Okkupation) eines Landesteils während eines Krieges muß sich die Bevölkerung der von der feindlichen Macht eingesetzten Regierung fügen. Die Anerkennung ihrer Maßregeln nach Aufhebung der Besetzung durch die rechtmäßige Regierung ist wesentlich aus dem Gesichtspunkt der Verpflichtung zur Erstattung der Kriegsschäden zu beurteilen. Z. wird auch das in Wahlreichen vorkommende Zwischenreich oder Interregnum (s. d.) genannt. Vgl. S. Brie, Die Legitimation einer usurpierten Staatsgewalt (Heidelberg 1886); H. Triepel, Das Interregnum (Leipz. 1892).
 
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Zwischenreich, s. Meyers Zwischenregierung.
 
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Zwischenrippenneuralgie, eine Neuralgie im Verlauf der Zwischenrippennerven.

 

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