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Schott von Schottenstein bis Schottische Feilen (Bd. 6, Sp. 14 bis 15)
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Artikelverweis Schott von Schottenstein, Max, Freiherr, württemberg. Kriegsminister, geb. 2. Nov. 1836 in Ulm, besuchte 185558 die Kriegsschule in Ludwigsburg, wurde 1858 Leutnant, studierte 185861 an der bayrischen Artillerie- und Genieschule in München, ward 1862 Oberleutnant im Ingenieurkorps, 1866 Hauptmann im Generalstab und 1867 Referent im Kriegsministerium, nahm 1870/71 am Kriege gegen Frankreich teil, ward 1872 Kompaniechef, 1873 Bataillonskommandeur, 1883 Kommandeur des Grenadierregiments Königin Olga, 1884 Oberst, 1888 Generalmajor und Kommandeur der 51. Infanteriebrigade, 1890 Generalleutnant und Kommandeur der 30. Division und war, seit 1896 General der Infanterie, 18921901 württembergischer Kriegsminister, seit Meyers Mittnachts (s. d.) Rücktritt 1900 auch Ministerpräsident.
 
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Schottelĭus, 1) Justus Georg, Schriftsteller, geb. 23. Juli 1612 in Einbeck, gest. 25. Okt. 1676 als Hofkonsistorialrat in Wolfenbüttel, eifriges Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft, machte sich besonders durch seine Bemühungen um Erforschung der deutschen Sprache verdient. Neben seiner »Teutschen Sprachkunst« (Braunschw. 1641) ist vor allem seine »Ausführliche Arbeit von der teutschen Haubtsprache« (das. 1663) durch die Einsicht, daß nicht der Sprachgebrauch der vornehmen Welt, sondern die Kritik des Forschers maßgebend sein müsse, in der Geschichte der deutschen Philologie von Bedeutung. In seiner »Teutschen Vers- oder Reimkunst« (Wolfenb. 1845) empfiehlt er das einseitigste Quantitätsprinzip und liebäugelt mit den Spielereien der Nürnberger. Seine Dichtungen sind unbedeutend, doch sein Freudenspiel »Friedens Sieg« (1648; Neudruck von Koldewey, Halle 1900) historisch bemerkenswert. Vgl. Schmarsow, Leibniz und S. (Straßb. 1877); Koldewey, Justus Georg S. (Wolfenb. 1899).
   2) Max, Hygieniker, geb. 15. Nov. 1849 in Braunschweig, studierte Medizin in Würzburg, habilitierte sich 1879 als Privatdozent in Marburg und wurde 1881 zum außerordentlichen Professor ernannt. In dieser Zeit arbeitete er über physiologische und pathologische Texturveränderungen der Kehlkopfknorpeln, über Hydronephrose, Inhalationspneumonie, Tuberkulose etc. Er beschäftigte sich dann mehrere Jahre mit bakteriologischen Studien in Berlin, München und Paris, unternahm seit 1886 Reisen nach Italien und Indien zum Studium der Cholera und der Pest und wurde 1889 Professor der Hygiene in Freiburg. Er lieferte biologische Untersuchungen über den Micrococcus prodigiosus, eine Feststellung der desinfizierenden Wirkung der Teerprodukte und untersuchte die Bedeutung der Darmbakterien für die Ernährung. Dabei erbrachte er durch Züchtung steriler Hühnchen den Nachweis, daß für den normalen Verdauungsprozeß, also für das Leben der Warmblüter, Bakterien erforderlich sind. Er veröffentlichte: »Sektionstafeln mit erläuterndem Text« (Wiesbad. 1878); »Die Kehlkopfknorpel. Untersuchungen über deren physiologische und pathologische Texturveränderungen« (das. 1879); »Denkschrift zur Einweihung des neuen Hygienischen Instituts in Freiburg« (Freib. 1897); »Bakterien, Infektionskrankheiten und deren Bekämpfung« (Stuttg. 1905).
 
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Schotten, s. Meyers Molken.
 
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Schotten, soviel wie Hohlheringe, s. Meyers Hering, S. 209.
 
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Schotten, Kreisstadt in der hess. Provinz Oberhessen, an der Nidda, 282 m ü. M., am Vogelsgebirge und an der Staatsbahnlinie Nidda-S., hat eine evang. Kirche, Synagoge, ein Schloß, höhere Bürgerschule, Amtsgericht, 2 Oberförstereien, Fabrikation von Wurst, Zigarren, Strumpfwaren und Möbeln, Weberei, Branntweinbrennerei, Holzschneiderei, Viehmärkte und (1905) 2121 Einw. S. ist seit 1354 Stadt.

[Bd. 6, Sp. 15]



 
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Schotten, 1) die Bewohner von Meyers Schottland (s. d., S. 19); 2) s. Meyers Schottenmönche.
 
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Schottenmönche (Schottenbrüder, Schotten), brit. Benediktiner, errichteten seit dem 10. Jahrh. an einer Anzahl von Orten in Deutschland sogen. Schottenklöster, die durch Bulle Lucius' III. 1185 dem Abt von St. Jakob in Regensburg (1862 aufgehoben) unterstellt wurden. Vgl. Wattenbach, Die Kongregation der Schotten in Deutschland (in der »Zeitschrift für christliche Archäologie«, Bd. 1, 1856).
 
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Schotter, zerschlagene Steine, Geröll, Kies u. dgl., die im Bauwesen, besonders auch im Straßenbau (Schotterstraßen, Beschotterung) Verwendung finden.
 
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Schotterstraßen, s. Meyers Straßenbau.
 
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Schottisch, Tanz, s. Meyers Écossaise und Polka.
 
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Schottische Feilen, soviel wie Mineralfeilen.

 

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